Jemen und das große Schweigen

Vor mehr als zwei Wochen begann der Angriff auf dem Jemen. Seitdem hat das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis mehr als 650 Menschen getötet, unter ihnen zahlreiche Zivilisten. Mittlerweile spricht die WHO von mehr als 2.200 Verletzten und 600.000 Vertriebenen. Empörung gibt es jedoch keine. Stattdessen wird auf allen Seiten geschwiegen – oder gerechtfertigt.

Zerstörtes Haus im Jemen (Foto: Yahya Arhab)

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Kriegschronologie – Gedanken zum zehnten Jahrestag des Irak-Krieges

Seit dem 11.September 2001 kann man beobachten, wie die Staaten der „Achse des Bösen“ vom Westen, allen voran von den USA, angegriffen und zerstört wurden. Als Vorwand diente immer wieder die Demokratieeinführung. Gegenwärtig sind das Chaos im Irak sowie die katastrophale Lage in Afghanistan offensichtlich. Doch ein Blick in den Nahen Osten reicht, um zu erkennen, dass man nichts dazugelernt hat.

Quelle: ABPH Kade Rogers

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Polit-Elite und Kriegstreiber treffen sich in München

In der bayrischen Landeshauptstadt findet gegenwärtig die jährliche Münchner-Sicherheitskonferenz statt. Allerdings braucht man nur einen Blick auf die Anwesenheitsliste zu werfen, um zu wissen, dass dieses Treffen nicht viel mit Frieden und Sicherheit zu tun hat.

Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz

Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz; Quelle: süddeutsche.de

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Reaktionen auf den Gaza-Konflikt

Der Gazastreifen wird von den israelischen Streitkräften weiterhin massivst bombardiert. Bis jetzt wurden anscheinend mehr als 40 Palästinenser getötet und über 400 verletzt. Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Eine Deeskalation der Lage ist nicht in Sichtweite. Währenddessen wird der Konflikt, so wie es nun mal üblich ist, von verschiedenen Seiten missbraucht.

Ein Land, welches immer wieder auf die Unterdrückung der Palästinenser zurückgreift, ist der Iran. Das iranische Regime um Ayatollah Khamenei und Präsident Ahmadinejad verurteilt die israelischen Angriffe und will seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk offen zur Schau stellen. Anscheinend haben sich 20.000 iranische Basiji-Soldaten bereit erklärt, im Falle einer Bodenoffensive gegen die Israels Soldaten zu kämpfen.

Ein Land, welches immer wieder auf die Unterdrückung der Palästinenser zurückgreift, ist der Iran. Das iranische Regime um Ayatollah Khamenei und Präsident Ahmadinejad verurteilt die israelischen Angriffe und will seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk offen zur Schau stellen. Laut der Fars News Agency haben sich 20.000 iranische Basij-Soldaten bereit erklärt, im Falle einer Bodenoffensive gegen Israels Soldaten zu kämpfen.

Der Iran will hiermit wieder einmal von innenpolitischen Geschehnissen ablenken. Während man Sympathie und Anteilnahme für die Palästinenser demonstriert, unterdrückt das schiitische Ayatollah-Regime weiterhin vor allem sunnitische Minderheiten im eigenen Land. Betroffen sind hierbei hauptsächlich Afghanen, Belutschen und Kurden. Besonders bei den afghanischen Immigranten wird auf die Konfession gar keine Rücksicht mehr genommen. Egal ob schiitisch oder sunnitisch, Diskriminierung und Unterdrückung stehen auf der Tagesordnung. Man fragt sich, wie die radikalen Schiiten in Teheran und Qom mit den sunnitischen Palästinensern umgehen würden, wenn sie diese im eigenen Land hätten.

Währenddessen hat Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah alle arabischen Staaten dazu aufgerufen, ihr Öl nicht mehr in westliche Staaten zu exportieren. Damit würde man von der Waffe namens Öl Gebrauch machen und die Unterstützer von Netanjahu und Co. gegen die Wand drücken. Anscheinend hat sich der Irak dazu entschlossen bei der Aktion mitzumachen. Allerdings ist dies nicht von den anderen arabischen Staaten zu erwarten. Die Scheichs und Emire von Qatar, Bahrain, Kuwait und all den anderen absolutistischen Diktaturen sind allesamt die besten Freunde des Westens und unterstützen die Palästinenser allerhöchstens nur pro forma, also im Grunde genommen gar nicht.

Saudi-Arabien, das ölreichste Land der Welt, hat es bis jetzt nicht einmal zu Stande gebracht, sich über die gegenwärtige Lage in Palästina auch nur in irgendeiner Weise zu äußern. Kein Wunder, denn das Saud-Regime ist zur Zeit mit dem Kauf von deutschen Panzern, amerikanischen Waffen, der Zerstörung heiliger, islamischer Stätten sowie der Förderung des Kriegs in Syrien beschäftigt.

Den meisten Rückhalt erhält die israelische Regierung weiterhin von den USA. Zionistische Organisationen wie die ZOA (Zionist Organisation of America) verteidigen das Handeln der israelischen Streitkräfte. Bezüglich der zahlreichen zivilen Opfer unter den Palästinenser wurde schon des Öfteren gesagt, dass so etwas nun mal zum „Krieg“ dazu gehöre. Allerdings kann hier von Krieg keine Rede sein, denn der Gaza-Streifen verfügt über keinen einzigen Soldaten

Des Weiteren behaupten besagte Gruppierungen, dass es zur Belagerung Gazas und zu diesem Angriff nur gekommen ist, weil man mit der Hamas nicht verhandeln könne. Diese Begründung ist fragwürdig, denn Ahmad al-Jabari, jener Hamas-Chef, der am vergangenen Mittwoch getötet wurde, war jahrelang Israels „Statthalter“ im Gaza-Streifen. Die meisten Informationen erhielt man von al-Jabari und man wusste permanent, wo sich dieser aufhielt. Abgesehen davon werden die Palästinenser auch im Westjordanland vertrieben und unterdrückt, obwohl die dortigen Autonomiegebiete von der künstlichen Fatah-Regierung, die auf der Gehaltsliste Israels steht, geführt werden. Die israelische Regierung hat es bis heute nicht einmal geschafft, mit ihrem eigenen Marionettenregime Frieden zu schließen. Stattdessen werden weiterhin illegale Siedlungen errichtet und jegliche Friedensangebote ausgeschlagen.

Die europäische Medien- und Politiklandschaft hat sich großteils darauf geeinigt möglichst einseitig über den gegenwärtigen Konflikt zu berichten. So haben Merkel, Westerwelle und andere Politiker allein die Hamas die Schuld für die Eskalation gegeben und hervorgehoben, dass Israel das Recht habe sich zu verteidigen. Völlig außer Acht gelassen wurden jene Ereignisse, die vor den Raketenbeschuss der Hamas stattfanden. Das beste Beispiel hierfür ist das Schicksal des palästinensischen Jugendlichen, der während des Fußballspielens von einem israelischen Schützen erschossen wurde. Einige Tage später wurden während der Beerdigung des Jungens die trauernden Gäste von israelischen Kampfjets bombardiert.

Nun fragt man sich, ob es zu einer Bodenoffensive kommen wird oder nicht. Berichten zufolge mobilisiert Israel 75.000 Reservisten. Allerdings wird spekuliert, dass sich die Türkei und Ägypten einschalten werden. Erdogan und Morsi haben sich heute in Kairo getroffen und werden Obama wohl darauf drängen, eine Bodenoffensive zu verhindern. Die Türkei macht zur Zeit die Drecksarbeit der USA im Syrien-Krieg und hat bei den Imperialisten in Washington etwas gut. Abgesehen davon verhält sich Erdogan in den letzten Tagen merkwürdig still. Ägypten hätte im Falle einer Grenzöffnung nicht die Kapazitäten, um palästinensische Flüchtlinge aufzunehmen. Außerdem wird es von den westlichen Staaten stark unter Druck gesetzt, da Merkel und Co. von Morsi eine Schlichtung des Konflikts verlangen. Obwohl der ägyptische Präsident die israelischen Angriffe scharf kritisiert hat, liegt eine derartige Flüchtlingswelle sicherlich nicht in seinem Interesse.

Die Doppelmoral der Öl-Scheichs

Die reichen Öl-Scheichs Saudi-Arabiens sehen sich als die Repräsentanten des „wahren Islam“. Während sie vorgeben, Nachkommen des Propheten Mohammad zu sein, unterdrücken sie die eigene Bevölkerung und herrschen absolutistisch. Abgesehen davon exportieren sie ihre fanatische Ideologie und verbünden sich gleichzeitig mit westlichen Staaten. Die meisten Islamisten, die uns immer wieder in den Medien präsentiert werden, stammen großteils aus Saudi-Arabien. Krieg findet dort jedoch keiner statt. Der Westen brachte dem Land weder Demokratie, noch Menschenrechte, sondern nur US-Waffen und deutsche Leopard-Panzer.

Saudi-Arabien beansprucht die heiligen Städte des Islams, Mekka und Medina, für sich. Christen müssen ihre Bibel am Flughafen abgeben, worüber sich schon Peter Scholl-Latour beschwert hat. Frauen dürfen nicht Autofahren und werden aus dem Ikea-Katalog geschnitten. Diese Verbote haben nichts mit dem Islam zu tun. Der Islam kennt vor allem eines nicht: Eine absolutistische Diktatur wie sie das Saud-Regime jahrelang führt. Der Islam kennt auch keinen Adel, dennoch spielen sich die saudischen Scheichs auf wie die Vertreter Gottes auf Erden.

Der Westen unterstützt seit Jahrzehnten diese Politik. Das liegt vor allem am Öl der Scheichs. Es liegt auf der Hand, dass wenn das Öl ausgeht, die Sauds fallen gelassen werden wie ein Mubarak oder ein Gaddafi. Damit unterstützt der Westen gleichzeitig den Terror, der weltweit als „islamistischer Terror“ bekannt geworden ist. Für den Großteil der Muslime dieser Welt gelten die Saudi-Araber als Anhänger einer Sekte, des Wahhabismus. Der Wahhabismus entstand im 18. Jahrhundert in Saudi-Arabien. Dort ist die Lehre des Mohammad ibn Abdel Wahhab bis heute Staatsreligion. Diese Form des Islam, die von vielen Menschen oft als „Steinzeit-Islam“ bezeichnet wird, lehnt unter anderem den islamischen Sufismus sowie die Heiligenverehrung ab. Demnach schänden bis heute Wahhabiten weltweit die Gräber von großen, islamischen Mystikern.

Die USA wusste schon früh, sich diese Ideologie zu Eigen zu machen. Vor allem in Stellvertreterkriegen zog man es vor, lieber junge Muslime in den Tod zu schicken, anstatt dort eigene Soldaten zu entsenden. Dies war vor allem während des Afghanistan-Kriegs in den 1980ern der Fall. Junge Männer aus aller Welt wurden rekrutiert, um sie gegen die Sowjets kämpfen zu lassen. Unter diesen Männern befand sich auch Osama Bin Laden, der damals noch als charismatischer Kriegsheld gefeiert wurde. Als die Russen aus dem Land verjagt wurden, feierte man die jungen Krieger, die angeblich den Islam mit ihren amerikanischen Waffen verteidigten. Einige Jahre später wurde Bin Laden zum meist gesuchten Mann der Welt erklärt und die jungen Kämpfer nannte man nur noch „Al-Qaida-Terroristen“.

Dasselbe geschah auch in den 1990ern im Jugoslawien-Krieg und im Tschetschenien-Krieg. Bis heute denken die Kämpfer von damals, dass sie ihren Glauben erfolgreich verteidigt haben. Bis heute haben sie nicht gemerkt, dass sie nur ein Mittel zum Zweck waren und nur instrumentalisiert wurden. Deshalb passiert gegenwärtig das Gleiche in Libyen und Syrien. In Libyen benutzte man wieder die besagten Kämpfer, um den Ex-Freund des Westens, Muammar al-Gaddafi loszuwerden. In Syrien tobt ein eiskalter Stellvertreterkrieg und deshalb zieht der Westen es noch vor, junge Krieger, die von einigen Medien liebevoll „Aktivisten“ genannt werden, in den Kampf zu schicken.

Diese werden jetzt als Helden gefeiert, doch schon bald werden auch sie nur mehr als „Al-Qaida-Terroristen“ abgestempelt und mit Drohnen beschossen. Warum sollte es auch anders sein? Man braucht sich nur die gegenwärtige Lage in Afghanistan unter die Lupe zu nehmen. Gefördert wurden all diese Aktionen, ob in Tschetschenien, in Jugoslawien oder in Afghanistan von Saudi-Arabien. Die Öl-Scheichs haben sich schon lange als gefügige Diener westlicher Imperialisten erwiesen.

Solch ein Verhalten nennt man auch Doppelmoral. Viele dieser Öl-Scheichs stellen sich höher als andere Muslime, indem sie auf ihren Stammbaum zeigen, während sie auf ihren Yachten in Europa in Saus und Braus leben. Das Leben, was viele von ihnen führen, hat nicht im Geringsten mit dem Islam zu tun. Ein besonders abscheuliches Beispiel ist der Sextourismus, den viele saudische Scheichs betreiben. Während saudische TV-Moderatoren öffentlich ausgepeitscht werden, weil sie es gewagt hatten, im Fernsehen über Sex zu sprechen, reisen die reichen Scheichs oft nach Pakistan, Indien oder Indonesien, um sich dort mit Frauen aus ärmeren Schichten zu vergnügen.

Die armen Frauen, die nicht selten minderjährig sind, werden mit Geld angelockt. Das Ganze wird dann auch noch unter dem Deckmantel der Religion abgeschlossen. Diese „Touristen-Ehe“ ist eine zeitlich begrenzte Ehe, sprich, der reiche Scheich kann sich am nächsten Morgen schon wieder aus dem Staub machen. Diese „Zeitehe“ ist mittlerweile auch im Iran verbreitet. Es gibt aber genug andere Sachen, die man diesbezüglich über die reichen Saudis, über die „wahren Muslime“, hört. So werden in Saudi-Arabien Hausmädchen, die oft aus Ländern wie Thailand oder den Philippinen stammen, auch als Sexsklaven ausgenutzt. Die Frauen sind völlig auf sich allein gestellt und haben absolut keine Chance, der sexuellen Gewalt im Haus zu entrinnen. Da viele der Frauen auf ihren monatlichen Lohn angewiesen sind und in ihrer Heimat eine Familie zu ernähren haben, dulden sie das Martyrium schweigsam.

Vor zwei Jahren soll der Enkel König Abdullahs seinen Diener in einem Hotel in London ermordet haben. Dieser Diener war dem Prinzen auch als Sexsklave ergeben. Demnach war der Prinz homosexuell. Der Mann wurde von einem Londoner Bericht für schuldig und erklärt und erhielt eine lebenslange Strafe. Der Prinz bestritt den Mord nicht und zeigte keine Reue. Er leugnet nur, dass er schwul sei. Für mindestens zwanzig Jahre muss er ins Gefängnis. Ob er sich bis dahin freikaufen wird, ist eine andere Frage. Abgesehen davon wird ihn in Saudi-Arabien ohnehin keine Strafe erwarten. Dort wird Homosexualität mit dem Tod bestraft, doch ein Mitglied der königlichen Familie hat sicher gewisse Privilegien. Außerdem war es für den Prinzen völlig verwunderlich, für den Mord eine derartige Strafe zu bekommen.

Solche Menschen sind keine Seltenheit unter den saudischen Adeligen. Während man zwei bis vier Ehefrauen hat, ,behandelt man die eigenen Hausmädchen wie Konkubinen und vergnügt sich in Europa mit Prostituierten. Ganz nebenher spielt man dann noch den Missionar, fördert Kriege und kauft Waffen bei westlichen Verbündeten, um die eigene Bevölkerung zu tyrannisieren.

Nichtsdestotrotz zählt die Sauds zu den besten Freunden des Westens und solange sie sich als geeignete Handlanger erweisen, werden sie auch nicht fallen gelassen. Sogar in Wien wurde ein Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog nach König Abdullah benannt. Von diesen Werten will aber der gute Herr König nichts wissen, denn in seinem Reich muss jeder Staatsbürger Muslim sein und Juden dürfen erst gar nicht einreisen. Wo er diese Regeln her hat, ist fragwürdig. Im Koran stehen sie auf jeden Fall nicht.