Islamkritik – getarnter Fremdenhass, Doppelmoral und Pauschalisierungen

Die sogenannte Islam-Debatte scheint eine unendliche Geschichte zu sein. Nachdem vergangene Woche wieder Razzien gegen „Salafisten“ stattgefunden haben und mehrere Personen verhaftet wurden, haben die deutschen Medien ein weiteres Mal ihr Fressen gefunden. Von objektiven und seriösen Diskussionen kann keine Rede sein. Zeuge eines neuen Tiefpunkts konnte man unter anderem bei Günther Jauch werden.

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Menschen bei Maischberger – Schon wieder

Zum dritten Mal schreibe ich nun über eine „Islam-Runde“, die bei Sandra Maischberger im ARD stattfand. Dieses Mal war es zwar ein wenig erholsam, dass kein „islamophober Möchtegern-Islam-Kenner“, wie es oft in der Vergangenheit der Fall war, anwesend war, trotzdem konnte man mehr als eine Stunde lang den Kopf schütteln und sich wundern, warum die gleichen Personen immer wieder über das gleiche Thema diskutieren und am Ende zu keinem Schluss kommen. Wie erwartet ging es diesmal um den Anti-Islam-Film „Innocence of Muslims“, der weltweit Proteste ausgelöst hat.

                           

Der allseits bekannte Nahost-Experte Peter Scholl-Latour bewies wieder einmal, dass er in solchen Diskussionen der Einzige ist, der den Islam und die Kultur der islamischen Länder wirklich kennt. Scholl-Latour schmiss die Fakten auf den Tisch und nannte die wahren Probleme beim Namen. Das passte so einigen in der Runde nicht, einschließlich der Moderatorin. Er betonte außerdem, wie ich schon in meinem vorherigen Artikel erwähnt hatte, dass die Muslime gegen eine Beleidigung Jesus‘ oder Moses‘ auf die gleiche Art und Weise protestiert hätten. Die Menschen im Westen müssten endlich verstehen, dass der Orient ein komplett anderes Verhältnis zur Religion hat. Diese religiösen Gefühle müssen respektiert werden. Er selbst sieht sich nicht als äußerst frommer Katholik und solange „nur“ der Papst von den Medien lächerlich gemacht wird, hat er kein Probleme. Die Zusammenarbeit Deutschlands mit dem wahhabitischen Saudi-Arabien kritisierte Scholl-Latour zurecht.

Die Feministin Alice Schwarzer gab das übliche Gerede von sich und meinte ausdrücklich, dass sie sich nicht mit dem Islam beschäftige, sondern „nur mit dem Islamismus“, sprich, mit dem politischen Islam. Frau Schwarzer hat auch dieses Mal bewiesen, dass sie keinerlei Ahnung von der Materie hat und dazu neigt, sich wichtig zu machen, indem sie immer wieder über die Rolle der Frau im Islam spricht. Abgesehen davon ist sie der Meinung, dass die meisten islamischen Verbände in Deutschland ohnehin schon „islamistisch geprägt“ seien. Damit trägt sie wieder einmal absolut nichts zu einem Dialog bei.

Der „Ex-Islamist“, so nennt ihn das ARD, Barino Barsoum war vor einigen Jahren noch ein „radikaler Muslim“, also einer, den die Medien als „Salafisten“ bezeichnen. Nach einigen Minuten hat man schnell erkennt, dass Herr Barsoum zwar die Seiten gewechselt hat, doch trotzdem immer noch radikal geblieben ist. Anstatt handfeste Argumente zu liefern, zitiert Barsoum verschiedene Hadithe und Koran-Verse, die angeblich Gewalt rechtfertigen sollen. Außerdem hat er bei seinen ehemaligen Glaubensbrüdern wohl nicht einmal gelernt, was das Wort „Dschihad“ bedeutet.

Die zum Islam konvertierte Khola Maryam Hübsch, die schon bei der letzten „Maischberger-Islam-Runde“ zu Gast war, trat dieses Mal wesentlich schlagfertiger auf. Vielleicht kam das einem auch nur so vor, weil kein islamophober Hetzer wie Matthias Matussek oder Udo Ulfkotte anwesend war. Hübsch meinte, dass jeder gläubige Muslim sich durch „Innocence of Muslims“ beleidigt fühle. Abgesehen davon schüre der Film nur Hass und Gewalt, wie man ja gegenwärtig sehen kann. Zuvor meinte schon Scholl-Latour, dass der koptische Filmmacher mehr als nur unverantwortlich gehandelt hat, denn mit seinem Film gefährde er das Leben der Kopten in Ägypten.

Tarek Al-Wazir, Fraktionsvorsitzender der Grünen, war der Meinung, dass der Film rechten Gruppierungen (persönliche Anmerkung: wie Pro NRW), die er nicht beim Namen nennen wolle, gewissermaßen in die Hände spiele. Diese warten regelrecht auf solche Demonstrationen und Gewaltausbrüche, um die Situation für sich auszunutzen. In diesem Fall wollen sie den radikal-christlichen US-Hassprediger Terry Jones nach Deutschland einladen. Dieses Vorhaben wird aber wahrscheinlich scheitern, da die deutschen Behörden endlich mal beschlossen haben, auch gegen die Art von Hasspredigern vorzugehen. Außerdem meinte Al-Wazir, dass der Arabische Frühling damals von jungen Leuten, die möglicherweise rationale und westliche Ideale anstreben, ausging. Allerding vergaß er zu erwähnen, dass dieser Arabische Frühling in ein „Arabisches Chaos“ umschlug und schnell von anderen Mächten instrumentalsiert wurde, um Profit daraus zu ziehen.

Uwe Schünemann, CDU-Mitglied und Niedersachsens Innenminister meinte, dass dem niveaulosen Film viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt werde. Dann wechselte er indirekt das Thema und fing an von „islamistischen Terrorismus“ zu sprechen. Schünemann meinte, dass dieser Terror stets eine Gefahr darstelle und Deutschland gefährde. Als Scholl-Latour ihm sagte, dass dies eine Übertreibung sei, stellte sich Schünemann taub. Anstatt permanent islamische Vereine zu überwachen, sollten sich Politiker wie Schünemann lieber auf rechtsextreme Umtriebe konzentrieren und endlich einmal zugeben, dass die deutschen Behörden und der Verfassungsschutz in dieser Hinsicht auf ganzer Linie versagt haben.

Im Großen und Ganzen brachte die Sendung wahrscheinlich wieder einmal hervorragende Einschaltquoten. Es ist immer das gleiche Theater und eigentlich will man gar nicht einschalten, denn es wird immer unerträglicher. Am Ende sitzt man dann trotzdem vor dem Fernseher. Immer wieder wurde gesagt, dass die Demonstranten und Gewalttäter nur ein kleiner Teil der islamischen Welt sind. Tatsächlich sind es nur zwei Prozent der muslimischen Gesellschaft. Zahlen lügen eben nie, daran kann auch Sandra Maischberger nichts ändern.

Das dürfte ihr aber sowieso ziemlich egal sein. Hauptsache die Leute haben eingeschaltet. Wen interessieren dann schon Zahlen und Fakten?

Der Aufschrei der Muslime und wie er ausgenutzt wird

Die gegenwärtigen Proteste gegen den umstrittenen Film über den Propheten Mohammad haben sich ausgeweitet. Der „Arabische Herbst“ hat mittlerweile nicht nur arabische Länder wie Ägypten, Jemen, Libyen und den Libanon erreicht, sondern auch Pakistan und Afghanistan. Kein Wunder, denn es geht hier nicht nur um Araber, sondern um jeden Muslim weltweit.

Mohammad war als Prophet ein Gesandter Gottes, so wie alle Propheten vor ihm. Eben jene Propheten, die auch im Alten Testament erwähnt werden. Einen gläubigen Muslim missfällt es deshalb auch, wenn er Abraham oder Moses auf einem italienischen Gemälde sieht. Ihm missfällt es auch, wenn er eine Bildhauerei sieht, die angeblich den Propheten Jesus darstellen soll, obwohl das Gesicht dieses Mannes eher an einen Spanier erinnert. Dies ist eine Tatsache, die nicht so bekannt ist über die Muslime, die zu „permanentem Beleidigtsein“ neigen.

Es ist aber sehr wohl bekannt, dass es nach solchen Aktionen, die dann als Kunst- und Meinungsfreiheit verkauft werden, immer wieder zu Unruhen kommt. Der gegenwärtige Fall überschattet aber jene der Vergangenheit, wie die dänischen Karikaturen. Dieser neue Fall von unvergleichbarer Dummheit zeigt nämlich auch eine gezielte Kalkulation. Nakoula Basseley Nakoula, der Macher des Films und ein koptisch-ägyptischer Christ, Bankbetrüger und Ex-Drogenproduzent mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, hat sich vorerst als „israelischer Jude“ ausgegeben, der auch noch „von mehr als 100 Juden“ unterstützt wurde. Hier wurde Antisemitismus geschickt geschürt.

Während die US-Regierung Abstand zu dem Mann nimmt und nichts mit ihm zu tun haben möchte, gibt es mittlerweile sogar Gerüchte, dass Nakoula nach seiner Gefängnisstrafe unter anderem als Regierungsinformant tätig war. Wie dem auch sei, sein Film „Innocence of Muslims“ hat genug Schlagzeilen ausgelöst, um von den gegenwärtigen Konflikten in Syrien und anderswo abzulenken. Des Weiteren fand Barack Obama einen Grund, um seine Truppen nach Libyen zu entsenden.

Hassan Nasrallah, Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz rief heute zu weiteren Protesten auf. Er sagte, dass die ganze Welt begreifen müsse, dass der Prophet Mohammad Anhänger habe, die zu dem Film nicht schweigen werden. Jene Personen, die über das politische Gleichgewicht dieser Erde und über Krieg und Frieden bestimmen, wissen das schon lange. Und sie haben es sich schon lange zu Nutzen gemacht, um möglichst viel daraus zu profitieren.

Jene Unwissenden in der islamischen Welt, die sich dadurch schnell anstacheln und instrumentalisieren lassen, wissen das anscheinend immer noch nicht. Anstatt auf solch dumme Provokationen einzugehen, sollte man sich lieber auf das Wichtige konzentrieren, denn währenddessen werden weiterhin Unschuldige in Syrien massakriert oder in Afghanistan bombardiert.

Darüber hören wir aber in den letzten Tage immer weniger, denn nun haben sich nahezu alle Medien auf die „Mohammadfilm-Thematik“ fokusiert. In den nächsten Tagen werden wir wohl wieder einmal von zahlreichen Diskussionen und Sondersendungen diesbezüglich überschüttet. Dann wird es wieder um „islamistische Hassprediger“ und „Salafisten“ gehen.

Wenigstens erhielt ein Hassprediger von der deutschen Regierung ein Einreiseverbot. Der US-Pastor Terry Jones, seines Zeichens Koranverbrenner und Fundamentalist, darf im Falle einer Vorführung von „Innocence of Muslims“, nicht nach Deutschland einreisen. Wie schön, dass die deutschen Behörden erkannt haben, dass man auch gegen diese Art von Hassprediger vorgehen muss.

Islamophobie nimmt nicht ab

Das Echo der Diskussion bei Sandra Maischberger war wahrhaftig groß. Heute wurde in vielen Internetforen fast ausschließlich darüber diskutiert. Die Diskussion hat vor allem eines bewiesen: Nämlich,  dass sich die Meinung der Menschen in Europa zum Thema Islam so gut wie gar nicht geändert hat. Die TV-Diskussion hat keinen Dialog herbeigeführt, sondern die Lage nur noch mehr verschärft.

Schuld sind vor allem jene, die permanent Meinung gegen Muslime machen. Vorgestern Abend waren dafür hauptsächlich Matthias Matussek und Wolfgang Bosbach verantwortlich, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht hatte, den anderen Gästen nur ins Wort zu fallen und mit ihren islamophoben Vorurteilen die Stimmung aufzuheizen. Diese Unverschämtheit war auch der Moderatorin zuviel, leider konnte sie nicht viel dagegen machen.

Dass bei Maischberger jene, die sich für den Islam und die Muslime in Deutschland aussprechen, so gut wie nie zum Wort kommen, hat die Vergangenheit schon gezeigt. Die Realität zeigt, dass die Muslime im Fernsehen, vor allem in solchen Diskussionen, gar nicht ernst genommen, sondern meist nur ironisch belächelt werden. Ihnen wird kaum Redefreiheit gegönnt und falls sie mal doch das Wort haben, werden sie oftmals aufs Unhöflichste von anderen Gästen unterbrochen. Diesen anderen Gästen wird dann stets Raum gelassen für ihre islamophobe Propaganda.

So geschah im September 2010 so ziemlich genau dasselbe, was wir am Dienstagabend zu sehen bekamen. Damals war der deutsche Prediger Pierre Vogel alias Abu Hamza zu Gast. Diesem wurde ebenfalls fast kaum das Wort überlassen. Damals war es jedoch Frau Maischberger selber, die ihn am meisten unterbrach. Der damalige „antiislamische“ Gast war der Islamkritiker Udo Ulfkotte. Dieser war der Meinung, dass alle arbeitslosen Muslime sofort Deutschland verlassen müssten, sprich, man solle sie abschieben. Damals und auch heute wird gerne vergessen, dass man zum Islam konvertierte wie Abu Hamza, Abu Adam und wie sie alle heißen, nicht aus ihrer eigenen Heimat ausweisen darf.

Ein weiteres Thema, welches gerne von Islam-Gegnern benutzt wird, ist Saudi-Arabien. Jene, die gerne den Islam kritisieren, halten sich selbst für aufgeklärt und fortgeschritten, den Islam jedoch für zurückgeblieben und barbarisch. Ich wundere mich, wie diese „aufgeklärten Freigeister“ immer wieder auf die Idee kommen, das allen bekannte, totalitäre Saudi-Arabien mit dem freien, demokratischen Deutschland zu vergleichen. Ich frage mich, seit wann Saudi-Arabien hierfür der Maßstab geworden ist. Des Weiteren neigen diese „Freigeister“ dazu, bestimmte Fakten wegzulassen. So kritisierte CDU-Mann Wolfgang Bosbach die ganze Zeit das Saud-Regime, hat aber anscheinend nichts dagegen, wenn seine Bundeskanzlerin und damit seine Partei, einen millionenschweren Panzerdeal mit eben jenem totalitären Regime aushandelt. Beim Geld hört man wohl doch auf zu denken.

Die Plakate von rechtspopulistischen Parteien wie Pro Köln sind ebenfalls oft ein Thema. Bosbach und andere Politiker fühlen sich durch Sprüche wie „Freiheit statt Islam“ nicht gestört. Man stelle sich vor was los wäre, wenn dort nun stünde „Freiheit statt Judentum“. Dann gäbe es wohl wieder den Aufschrei schlechthin.

Meiner Meinung nach haben die europäischen Länder genug andere Probleme, als wieder einmal mit dem Finger auf den Islam zu zeigen, ob es nun um „Salafisten“ geht oder nicht. Wenn der deutsche Verfassungsschutz schon sogenannte islamistische Netzwerke beobachtet, dann soll er sich bitte auch um die rechtsradikale Szene in Deutschland kümmern. Die Vergangenheit hat mittlerweile bewiesen, dass diese eindeutig in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Deshalb konnte der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auch ohne Probleme türkische Migranten ermorden. 

Nichtsdestotrotz wird gerne gerne mit dem Finger auf andere gezeigt, denn so lenkt man von den eigenen Problemen geschickt ab.

Heuchelei auf höchstem Niveau.

Radikale

Dass sich Rechtspopulisten wie jene von Pro NRW und „Salafisten“ nicht groß voneinander unterscheiden, habe ich schon im September 2010 deutlich gemacht. Damals war die ganze Debatte aber im Vergleich zu heute eher uninteressant. In den letzten Tagen wurde sie aber seitens der Medien mehr als nur überspitzt.

Hier wird zwei sehr kleinen Gruppen Aufmerksamkeit geschenkt, die die Mehrheit der deutschen Christen, Atheisten, Juden, Agnostiker und Moslems weder repräsentieren noch vertreten. Auf der einen Seite haben wir die Herrschaften von politically incorrect, die einfach nur den Islam und jeden Moslem hassen. Sie haben keinerlei Argumente und hetzen gegen Moslems so, wie es einst die Nazis gegenüber den Juden machten.
Auf der anderen Seite haben wir Pierre Vogel und „seine Salafisten“. Bekannt sind Abu Hamza, Abu Adam und Co. durch Youtube geworden. Dort verbreiten sie ihre Videos zu bestimmten islamischen Themen. Jeder gläubige Moslem weiß, dass manche Themen sehr plausibel und aufklärerisch dargestellt werden, sprich, es gibt auch mal das ein oder andere „gute“ Video. Zu manchen Themen hingegen wird oftmals sehr aggressiv Stellung genommen. So bezeichnet Pierre Vogel alias Abu Hamza in einem Video die Vertreter von islamischen Verbänden in Deutschland als „Arschkriecher“. Abgesehen davon verurteilt er alle Moslems in Deutschland, die keinen „Mumm“ hatten während der Pro NRW-Demo in Bonn die „Ehre des Propheten Mohammad“ zu verteidigen. Während des besagten Demonstration kam es zu Ausschreitungen beiderseits.

Die Islamhasser provozierten gezielt mit Mohammad-Karikaturen. Einige hundert Salafisten waren extra aus anderen Teilen Deutschlands angereist, um dagegen zu demonstrieren. Die meisten anderen Moslems nahmen es sich vor, diese radikalen Hetzer einfach zu ignorieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pro NRW diese Gewaltausschreitungen gezielt herbeiführen wollte. Dies geschah dann auch, wobei man sagen muss, dass einige Moslems immer wieder dazu aufriefen, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. Dass es unter einigen Hundert eben immer ein paar gibt, die das nicht einhalten, braucht niemanden zu wundern, erst recht nicht die Medien.

Währenddessen feiert „politically incorrect“ die Anhänger von Pro NRW auf seinem „Notfallblog“ auf WordPress. Wenn es nach den rechtspopulistischen Islamhassern ginge, würde wohl sofort jeder „Salafist“ abgeschoben werden. Das Problem ist aber, dass es sich bei den meisten „Internet-Predigern“ nicht nur um deutsche Staatsbürger handelt, sondern um „richtige Deutsche“, wie es auch bei Pierre Vogel der Fall ist.

Den Artikel vom September 2010 lasse ich trotzdem noch einmal Revue passieren.

pi-news.net, dawa-news.net – kein Unterschied, nur andere Ansichten..

Veröffentlicht am September 14, 2010

…jene Seiten/Blogs sind mir schon seit Langem aufgefallen. Erst mal der wohl größte, deutschsprachige, antiislamische Blog im Internet – http://www.pi-news.net – eine Seite, die es sich als ihre Aufgabe gemacht hat, gegen Moslems zu hetzen, was das Zeug hält. Man findet dort alles, von falschen Geschichten über den Propheten Mohammad bis hin falschen Tatsachen der Gegenwart, sprich falsche Statistiken usw. Bekannter wurde die Seite vor kurzem durch den pi-news.net-Fan, der während der Buchvorstellung von “Deutschland schafft sich ab” von Thilo Sarazzin ein “Danke-Thilo-Schild” hoch hob, und dann von einer “wild gewordenen Meute” von Linken mit “Nazis-raus-Rufen” vom Platz verbannt wurde. Der Mann wurde auf der Homepage groß gefeiert, fast schon als ob er die Welt gerettet hätte oder ähnliches. Die Poster der pi-news-Community sind alle gleich, nach dem Schema “die Mohammedaner sind an allem Schuld” wird fleißig gehetzt, dabei fallen auch genügend abfällige Bemerkungen. E-Mails von kritischen Personen werden nicht beantwortet, Kommentare die nicht hinein passen werden gelöscht oder erst gar nicht genehmigt. Auch der deutsche Verfassungsschutz wurde auf den Blog aufmerksam, allerdings kann der im Falle eines Falles sowieso nichts machen, da sich die Seite nicht auf deutschen Servern befindet. Ein normales Prozedere von Leuten, die gerne hetzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken.

Der Kontrast zu “politically incorrect” ist wohl “islamically incorrect”, abrufbar unter http://www.dawa-news.net., auf dem ersten Blick meint man, die Seite sei seriös, erst recht als Moslem. Zugegeben, den ein oder anderen “korrekten” Artikel gibt es, der vielleicht wirklich informiert und aufklärt. Trotzdem lassen sich junge Moslems leicht von den Videos mit Abu Hamza Pierre Vogel, dem konvertierten Deutschen, der ehemals einen Profi-Boxvertrag beim Sauerland Boxstall hatte, beeindrucken. Man sieht immer wieder “Einladungen zum Islam”, wie heute zum Beispiel eine an die Klitschko Brüder. Auch auf den Spiegel TV Beitrag gibt es Reaktionen, so wurde gezeigt wie ein junger Moslem, mit Bibel in der Hand, einen Spiegel-Reporter regelrecht auseinander nahm. Der “Spiegel-Mann” wollte von einem Gläubigen mit Vollbart und Sonnenbrille, wissen wie er denn zur Steinigung von Frauen usw. stehe, ganz offensichtlich wollte er ihn auf eine provokante Art und Weise jene Worte aus dem Mund nehmen, die er gern hören wollte. Daraufhin kam der junge Mann mit einer Bibel in der Hand an, die mit zig Lesezeichen vormarkiert war. Er wollte den Reporter klar machen, dass es auch in der Bibel einige “Gewalttexte” gäbe und dass auch von Steinigungen die Rede sei. Provokant bot er dem Reporter 1000 Euro an, falls er die Zehn Gebote auswendig aufzählen könne. Das konnte der nun verwirrte Spiegelreporter natürlich nicht, offensichtlich war er aber auch etwas eingeschüchtert, denn die Gegenwart und das Temperament des jungen Mannes machten ihn wohl nervös. Hier sage ich, selber Schuld! Er hatte sich ein Opfer gesucht, in diesem Fall ein alter Mann, der nur gebrochenes Deutsch sprach, und wollte ihm eine Meinung entlocken, die er dann der Allgemeinheit der Moslems zugeschrieben hätte. Es ist völlig egal, was der Mann mit Bart und Brille gesagt hätte, er vertritt weder eine Gruppe von Moslems, noch einen Einzelnen. Der “Plan” des Reporters ging in die Hose, allerdings ging der junge, temperamentvolle Moslem auch nicht seriös vor.  Anstatt herzukommen und zu sagen:”Hallo, schauen Sie mal, ich hab hier etwas, das interessiert Sie vielleicht,” und das in einen angemessenen, höflichen, “normalen” Ton, fährt er den Reporter regelrecht an mit “Wer bist du?!” und “Was kommst hier mit dem an?!”, einfacher gesagt, wie ein richtiger “Kanacke” der’s dem bösen Reporter jetzt geben will. Seine Argumente wären richtig gewesen, nur seine Art, wie er an die Sache heran ging, völlig falsch. So einen Typen nimmt, bei allem Respekt, niemand ernst. Das habe ich auch mit meinem Kommentar deutlich gemacht, der wurde aber nicht genehmigt und gelöscht. Genauso wie ich Herrn Vogel in einen anderen Kommentar kritisiert habe, dass er, gleich wie der oben genannte junge Mann, seine Argumente auf eine “normale” Art und Weise vorbringen solle, das heißt, er soll nicht lautstark rumschreien , während seine breiten, braungebrannten “Freunde” neben ihm stehen. Wenn Sie sich da als Deutscher oder sonst wer nicht eingeschüchtert fühlen, dann kann ich nur sagen “Respekt”. Ein “Repräsentant” des Islams und nicht allzu weniger Muslime sollte wissen, wie er sich auszudrücken hat. Herr Vogel ist das aber nicht, er hat sich nur selber zu einen erklärt. Ein Mensch mit Bildung und Verstand, auch in religiöser Hinsicht, hat es nicht nötig, die ganze Zeit mit den Händen herumzufuchteln und die Leute zum Islam “einzuladen”. Viele lassen sich hinter’s Licht führen. Sie denken, wenn “Mann” einen Vollbart hat, einen Koran mit sich herumführt und sich so anzieht, als ob er in einer Oase aufgewachsen sei, ist er auch vertrauenswürdig.

Da ich von beiden Blogs keine Antwort bekam, was mich bei pi-news.net nicht wunderte, bei dawa-news.net, die ja auch meine Kommentare gelöscht haben, umso mehr, kann ich nur sagen, dass beide auf die gleiche Art und Weise arbeiten. Andere Meinungen und Denkweisen werden nicht geduldet, sie betreiben das, was sie anderen vorwerfen.