Islamophobie nimmt nicht ab

Das Echo der Diskussion bei Sandra Maischberger war wahrhaftig groß. Heute wurde in vielen Internetforen fast ausschließlich darüber diskutiert. Die Diskussion hat vor allem eines bewiesen: Nämlich,  dass sich die Meinung der Menschen in Europa zum Thema Islam so gut wie gar nicht geändert hat. Die TV-Diskussion hat keinen Dialog herbeigeführt, sondern die Lage nur noch mehr verschärft.

Schuld sind vor allem jene, die permanent Meinung gegen Muslime machen. Vorgestern Abend waren dafür hauptsächlich Matthias Matussek und Wolfgang Bosbach verantwortlich, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht hatte, den anderen Gästen nur ins Wort zu fallen und mit ihren islamophoben Vorurteilen die Stimmung aufzuheizen. Diese Unverschämtheit war auch der Moderatorin zuviel, leider konnte sie nicht viel dagegen machen.

Dass bei Maischberger jene, die sich für den Islam und die Muslime in Deutschland aussprechen, so gut wie nie zum Wort kommen, hat die Vergangenheit schon gezeigt. Die Realität zeigt, dass die Muslime im Fernsehen, vor allem in solchen Diskussionen, gar nicht ernst genommen, sondern meist nur ironisch belächelt werden. Ihnen wird kaum Redefreiheit gegönnt und falls sie mal doch das Wort haben, werden sie oftmals aufs Unhöflichste von anderen Gästen unterbrochen. Diesen anderen Gästen wird dann stets Raum gelassen für ihre islamophobe Propaganda.

So geschah im September 2010 so ziemlich genau dasselbe, was wir am Dienstagabend zu sehen bekamen. Damals war der deutsche Prediger Pierre Vogel alias Abu Hamza zu Gast. Diesem wurde ebenfalls fast kaum das Wort überlassen. Damals war es jedoch Frau Maischberger selber, die ihn am meisten unterbrach. Der damalige „antiislamische“ Gast war der Islamkritiker Udo Ulfkotte. Dieser war der Meinung, dass alle arbeitslosen Muslime sofort Deutschland verlassen müssten, sprich, man solle sie abschieben. Damals und auch heute wird gerne vergessen, dass man zum Islam konvertierte wie Abu Hamza, Abu Adam und wie sie alle heißen, nicht aus ihrer eigenen Heimat ausweisen darf.

Ein weiteres Thema, welches gerne von Islam-Gegnern benutzt wird, ist Saudi-Arabien. Jene, die gerne den Islam kritisieren, halten sich selbst für aufgeklärt und fortgeschritten, den Islam jedoch für zurückgeblieben und barbarisch. Ich wundere mich, wie diese „aufgeklärten Freigeister“ immer wieder auf die Idee kommen, das allen bekannte, totalitäre Saudi-Arabien mit dem freien, demokratischen Deutschland zu vergleichen. Ich frage mich, seit wann Saudi-Arabien hierfür der Maßstab geworden ist. Des Weiteren neigen diese „Freigeister“ dazu, bestimmte Fakten wegzulassen. So kritisierte CDU-Mann Wolfgang Bosbach die ganze Zeit das Saud-Regime, hat aber anscheinend nichts dagegen, wenn seine Bundeskanzlerin und damit seine Partei, einen millionenschweren Panzerdeal mit eben jenem totalitären Regime aushandelt. Beim Geld hört man wohl doch auf zu denken.

Die Plakate von rechtspopulistischen Parteien wie Pro Köln sind ebenfalls oft ein Thema. Bosbach und andere Politiker fühlen sich durch Sprüche wie „Freiheit statt Islam“ nicht gestört. Man stelle sich vor was los wäre, wenn dort nun stünde „Freiheit statt Judentum“. Dann gäbe es wohl wieder den Aufschrei schlechthin.

Meiner Meinung nach haben die europäischen Länder genug andere Probleme, als wieder einmal mit dem Finger auf den Islam zu zeigen, ob es nun um „Salafisten“ geht oder nicht. Wenn der deutsche Verfassungsschutz schon sogenannte islamistische Netzwerke beobachtet, dann soll er sich bitte auch um die rechtsradikale Szene in Deutschland kümmern. Die Vergangenheit hat mittlerweile bewiesen, dass diese eindeutig in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Deshalb konnte der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auch ohne Probleme türkische Migranten ermorden. 

Nichtsdestotrotz wird gerne gerne mit dem Finger auf andere gezeigt, denn so lenkt man von den eigenen Problemen geschickt ab.

Heuchelei auf höchstem Niveau.

Advertisements

Radikale

Dass sich Rechtspopulisten wie jene von Pro NRW und „Salafisten“ nicht groß voneinander unterscheiden, habe ich schon im September 2010 deutlich gemacht. Damals war die ganze Debatte aber im Vergleich zu heute eher uninteressant. In den letzten Tagen wurde sie aber seitens der Medien mehr als nur überspitzt.

Hier wird zwei sehr kleinen Gruppen Aufmerksamkeit geschenkt, die die Mehrheit der deutschen Christen, Atheisten, Juden, Agnostiker und Moslems weder repräsentieren noch vertreten. Auf der einen Seite haben wir die Herrschaften von politically incorrect, die einfach nur den Islam und jeden Moslem hassen. Sie haben keinerlei Argumente und hetzen gegen Moslems so, wie es einst die Nazis gegenüber den Juden machten.
Auf der anderen Seite haben wir Pierre Vogel und „seine Salafisten“. Bekannt sind Abu Hamza, Abu Adam und Co. durch Youtube geworden. Dort verbreiten sie ihre Videos zu bestimmten islamischen Themen. Jeder gläubige Moslem weiß, dass manche Themen sehr plausibel und aufklärerisch dargestellt werden, sprich, es gibt auch mal das ein oder andere „gute“ Video. Zu manchen Themen hingegen wird oftmals sehr aggressiv Stellung genommen. So bezeichnet Pierre Vogel alias Abu Hamza in einem Video die Vertreter von islamischen Verbänden in Deutschland als „Arschkriecher“. Abgesehen davon verurteilt er alle Moslems in Deutschland, die keinen „Mumm“ hatten während der Pro NRW-Demo in Bonn die „Ehre des Propheten Mohammad“ zu verteidigen. Während des besagten Demonstration kam es zu Ausschreitungen beiderseits.

Die Islamhasser provozierten gezielt mit Mohammad-Karikaturen. Einige hundert Salafisten waren extra aus anderen Teilen Deutschlands angereist, um dagegen zu demonstrieren. Die meisten anderen Moslems nahmen es sich vor, diese radikalen Hetzer einfach zu ignorieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pro NRW diese Gewaltausschreitungen gezielt herbeiführen wollte. Dies geschah dann auch, wobei man sagen muss, dass einige Moslems immer wieder dazu aufriefen, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. Dass es unter einigen Hundert eben immer ein paar gibt, die das nicht einhalten, braucht niemanden zu wundern, erst recht nicht die Medien.

Währenddessen feiert „politically incorrect“ die Anhänger von Pro NRW auf seinem „Notfallblog“ auf WordPress. Wenn es nach den rechtspopulistischen Islamhassern ginge, würde wohl sofort jeder „Salafist“ abgeschoben werden. Das Problem ist aber, dass es sich bei den meisten „Internet-Predigern“ nicht nur um deutsche Staatsbürger handelt, sondern um „richtige Deutsche“, wie es auch bei Pierre Vogel der Fall ist.

Den Artikel vom September 2010 lasse ich trotzdem noch einmal Revue passieren.

pi-news.net, dawa-news.net – kein Unterschied, nur andere Ansichten..

Veröffentlicht am September 14, 2010

…jene Seiten/Blogs sind mir schon seit Langem aufgefallen. Erst mal der wohl größte, deutschsprachige, antiislamische Blog im Internet – http://www.pi-news.net – eine Seite, die es sich als ihre Aufgabe gemacht hat, gegen Moslems zu hetzen, was das Zeug hält. Man findet dort alles, von falschen Geschichten über den Propheten Mohammad bis hin falschen Tatsachen der Gegenwart, sprich falsche Statistiken usw. Bekannter wurde die Seite vor kurzem durch den pi-news.net-Fan, der während der Buchvorstellung von “Deutschland schafft sich ab” von Thilo Sarazzin ein “Danke-Thilo-Schild” hoch hob, und dann von einer “wild gewordenen Meute” von Linken mit “Nazis-raus-Rufen” vom Platz verbannt wurde. Der Mann wurde auf der Homepage groß gefeiert, fast schon als ob er die Welt gerettet hätte oder ähnliches. Die Poster der pi-news-Community sind alle gleich, nach dem Schema “die Mohammedaner sind an allem Schuld” wird fleißig gehetzt, dabei fallen auch genügend abfällige Bemerkungen. E-Mails von kritischen Personen werden nicht beantwortet, Kommentare die nicht hinein passen werden gelöscht oder erst gar nicht genehmigt. Auch der deutsche Verfassungsschutz wurde auf den Blog aufmerksam, allerdings kann der im Falle eines Falles sowieso nichts machen, da sich die Seite nicht auf deutschen Servern befindet. Ein normales Prozedere von Leuten, die gerne hetzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken.

Der Kontrast zu “politically incorrect” ist wohl “islamically incorrect”, abrufbar unter http://www.dawa-news.net., auf dem ersten Blick meint man, die Seite sei seriös, erst recht als Moslem. Zugegeben, den ein oder anderen “korrekten” Artikel gibt es, der vielleicht wirklich informiert und aufklärt. Trotzdem lassen sich junge Moslems leicht von den Videos mit Abu Hamza Pierre Vogel, dem konvertierten Deutschen, der ehemals einen Profi-Boxvertrag beim Sauerland Boxstall hatte, beeindrucken. Man sieht immer wieder “Einladungen zum Islam”, wie heute zum Beispiel eine an die Klitschko Brüder. Auch auf den Spiegel TV Beitrag gibt es Reaktionen, so wurde gezeigt wie ein junger Moslem, mit Bibel in der Hand, einen Spiegel-Reporter regelrecht auseinander nahm. Der “Spiegel-Mann” wollte von einem Gläubigen mit Vollbart und Sonnenbrille, wissen wie er denn zur Steinigung von Frauen usw. stehe, ganz offensichtlich wollte er ihn auf eine provokante Art und Weise jene Worte aus dem Mund nehmen, die er gern hören wollte. Daraufhin kam der junge Mann mit einer Bibel in der Hand an, die mit zig Lesezeichen vormarkiert war. Er wollte den Reporter klar machen, dass es auch in der Bibel einige “Gewalttexte” gäbe und dass auch von Steinigungen die Rede sei. Provokant bot er dem Reporter 1000 Euro an, falls er die Zehn Gebote auswendig aufzählen könne. Das konnte der nun verwirrte Spiegelreporter natürlich nicht, offensichtlich war er aber auch etwas eingeschüchtert, denn die Gegenwart und das Temperament des jungen Mannes machten ihn wohl nervös. Hier sage ich, selber Schuld! Er hatte sich ein Opfer gesucht, in diesem Fall ein alter Mann, der nur gebrochenes Deutsch sprach, und wollte ihm eine Meinung entlocken, die er dann der Allgemeinheit der Moslems zugeschrieben hätte. Es ist völlig egal, was der Mann mit Bart und Brille gesagt hätte, er vertritt weder eine Gruppe von Moslems, noch einen Einzelnen. Der “Plan” des Reporters ging in die Hose, allerdings ging der junge, temperamentvolle Moslem auch nicht seriös vor.  Anstatt herzukommen und zu sagen:”Hallo, schauen Sie mal, ich hab hier etwas, das interessiert Sie vielleicht,” und das in einen angemessenen, höflichen, “normalen” Ton, fährt er den Reporter regelrecht an mit “Wer bist du?!” und “Was kommst hier mit dem an?!”, einfacher gesagt, wie ein richtiger “Kanacke” der’s dem bösen Reporter jetzt geben will. Seine Argumente wären richtig gewesen, nur seine Art, wie er an die Sache heran ging, völlig falsch. So einen Typen nimmt, bei allem Respekt, niemand ernst. Das habe ich auch mit meinem Kommentar deutlich gemacht, der wurde aber nicht genehmigt und gelöscht. Genauso wie ich Herrn Vogel in einen anderen Kommentar kritisiert habe, dass er, gleich wie der oben genannte junge Mann, seine Argumente auf eine “normale” Art und Weise vorbringen solle, das heißt, er soll nicht lautstark rumschreien , während seine breiten, braungebrannten “Freunde” neben ihm stehen. Wenn Sie sich da als Deutscher oder sonst wer nicht eingeschüchtert fühlen, dann kann ich nur sagen “Respekt”. Ein “Repräsentant” des Islams und nicht allzu weniger Muslime sollte wissen, wie er sich auszudrücken hat. Herr Vogel ist das aber nicht, er hat sich nur selber zu einen erklärt. Ein Mensch mit Bildung und Verstand, auch in religiöser Hinsicht, hat es nicht nötig, die ganze Zeit mit den Händen herumzufuchteln und die Leute zum Islam “einzuladen”. Viele lassen sich hinter’s Licht führen. Sie denken, wenn “Mann” einen Vollbart hat, einen Koran mit sich herumführt und sich so anzieht, als ob er in einer Oase aufgewachsen sei, ist er auch vertrauenswürdig.

Da ich von beiden Blogs keine Antwort bekam, was mich bei pi-news.net nicht wunderte, bei dawa-news.net, die ja auch meine Kommentare gelöscht haben, umso mehr, kann ich nur sagen, dass beide auf die gleiche Art und Weise arbeiten. Andere Meinungen und Denkweisen werden nicht geduldet, sie betreiben das, was sie anderen vorwerfen.

Abou-Nagie und die Koran-Verteiler

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen in den nächsten Tage Koran-Ausgaben kostenlos verteilt werden. Nun, das stimmt nicht ganz. Nicht-Moslems erhalten den Koran gratis, Moslems müssen dafür drei Euro bezahlen. So soll die aufwändige Aktion gegenfinanziert werden.

Die Organisatoren dieser Aktion sind jene Gruppe, die von den Medien weitläufig als „Salafisten“ bekannt gemacht wurden. Ihre zentrale Figur ist der allgegenwärtig bekannte Pierre Vogel alias Abu Hamza. Eine weitere wichtige Person dieser Gruppierung ist der Palästinenser Ibrahim Abou-Nagie.

Abou-Nagies Internetseite „Die Wahre Religion“ ist schon seit 2005 online und gegenwärtig ziemlich bekannt. Vor einigen Tagen tauchte auf Youtube ein Video auf, welches Abou-Nagie zeigt. In diesem Video beruft er sich auf eine Fatwa eines islamischen Rechtsgelehrten, welche anscheinend erlaubt, Muslime, die das Beten vernachlässigen, zu töten.

Was man davon halten soll, ist fraglich. Vor allem als Moslem steht man da und wundert sich. Meiner Meinung ist es falsch, sich stets auf irgendwelche Fatwas von sogenannten Rechtsgelehrten zu verlassen. Dass ein Moslem, der nicht betet bzw. es nicht regelmäßig tut, getötet werden muss, ist mehr als nur hirnrissig. Jeder Mensch, auch ein Moslem, hat ein Hirn und sollte dieses einschalten, bevor er sich solch eine Propaganda zumutet.

Ich will aber gar nicht groß auf diese kleine Gruppe, von denen ich nicht viel halte, eingehen. Ich hinterfrage viel mehr den Sinn dieser Aktion. Anscheinend sollen 25 Millionen Koran-Exemplare in Umlauf gebracht werden. Der Koran ist das Allerheiligste eines jeden Moslems. Man darf aber nicht erwarten, dass Andersgläubige auf dieselbe Art und Weise mit diesem Buch umgehen, wie es ein Moslem machen würde. Der Koran steht in muslimischen Haushalten ganz oben auf dem Regal oder hat einen eigenen Platz. Warum sollte aber ein andersgläubiger Mensch, ein Atheist oder ein Agnostiker dem Buch den gleichen Respekt entgegen bringen? Für ihn oder sie ist es ein Buch, nicht mehr und nicht weniger. Viele Bücher landen auf Flohmärkten oder auf dem Müll. Deshalb finde ich, sollte ein gläubiger Moslem aufpassen, wem er einen Koran schenkt. Er muss bedenken, wie die Person mit dem Buch umgehen wird und ob es vielleicht nicht letztendlich an einem „falschen Platz“ landet. Allein der Gedanke, dass das Heilige Buch an einen derartigen Platz landen könnte, ist für einen gläubigen Moslem unerträglich. Haben das die Herren Vogel, Abou-Nagie und Co. etwa nicht bedacht?

Außerdem herrscht das Gerücht, der Koran sei gar nicht mit dem Original der deutschen Übersetzung zu vergleichen. „Dieser Koran sei sehr radikal übersetzt worden“, so einige Medien. Er überlasse anscheinend überhaupt keinen Interpretationsspielraum, wie es im arabischen und auch teilweise im deutschen Original der Fall ist. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Während des Druckes wurde die Druckerei des Öfteren von der Kriminalpolizei sowie vom Verfassungsschutz „besucht“. Diese sind der Meinung gewesen, dass an den Koran-Ausgaben nicht auszusetzen sei.

Die Politiker regen sich trotzdem auf. Alle Parteien sind besorgt, rechtspopulistische Parteien haben wieder ein gefundenes Fressen. Dagegen unternehmen können sie trotzdem nichts. Auch die Zeugen Jehovas oder die Mormonen verteilen ihre Bücher, jede Religionsgemeinschaft darf das machen, wenn sie will. Ob die Gruppe radikal ist oder nicht, ist eine andere Frage. Auch ich bin kein Fan von Pierre Vogel und Co., Gesetz ist jedoch Gesetz.

Ich persönlich hätte das Geld nicht in 25 Millionen Koran-Exemplare investiert, sondern nach Afrika und Asien geschickt. Wie viele Moslems leiden dort an Hunger und Krieg? Die Moslems im Westen beschweren sich immer darüber. Stets wird behauptet, dass der Westen dort die Menschen ausbeutet, hungern lässt und nie etwas spendet. Gerade deshalb sollten doch die Moslems etwas tun. Aber nein, das Geld wird lieber in solch eine Aktion reingesteckt.

Allerdings wundert es mich nicht. Den saudischen Geldgebern war das Wohl der Menschen schon oftmals egal. Sie wollen lieber ihre Ideologie verbreiten, anstatt den Menschen zu helfen und waren auch diesmal erfolgreich damit.

„Menschen bei Maischberger“- witzig war’s

Am Montagabend zu später Stunde wurde ich zufällig Zeuge dieser abstrusen Sendung, die es sich an diesen Abend vorgenommen hatte, über den Islam „aufzuklären“. Mit dem Titel „Kopftuch und Koran – hat Deutschland kapituliert?“ und Gästen wie den bekannten „Internetprediger“ Pierre Vogel, den „letzten Weltenerklärer“, wie ihn die „Zeit“ nannte, Peter Scholl-Latour, den „gutwilligen“ Fernsehpfarrer Jürgen Fliege, den „0815-Islamkritiker“ Udo Ulfkotte, der zum Islam konvertierten deutschen Soziologin Irmgard Pinn und zu aller Letzt, die „Buchautorin“ Nourig Apfeld, eine Frau, die anscheinend erlebte, wie ihre Schwester von ihren Vater ermordet wurde und dazu ein Buch geschrieben hat, auf dessen Cover sie fast schon hämisch grinst, wieso sie das tut, verstehe wer will. Ich finde es auf jeden Fall nicht witzig, dass ihrer jüngeren Schwester ein solch schreckliches Schicksal zu Teil wurde.

Für mich ist es außerdem das erste Mal, dass Herr Pierre Vogel alias Abu Hamza in solch einer Sendung zu sehen ist. Und der hat mich wirklich überrascht, denn er sprach klar und deutlich, ohne zu hetzen oder ähnliches. Er hat sich nicht radikal geäußert und hat sich, meiner Meinung nach, „ordentlich“ benommen und nichts falsches gesagt. „Ordentlich“ – ein schönes Wort, was sicher nicht auf alle Gäste zu traf.  Zum Beispiel die „Frau Buchautorin“ mit syrischen Wurzeln, die die Schuld an den Ehrenmord an ihrer jüngeren Schwester dem Islam in die Schuhe schob und permanent andere Gäste unterbrach, während sie lautstark, kreischend und hysterisch ihre „islamkritische Meinung“ kund machen wollte. Man könnte fast schon meinen, politically incorrect hätte sie dorthin geschickt. Da hat sich sogar Pierre Vogel zurück gehalten und sie nur irritiert angeschaut. Ich hätte das wohl nicht geschafft und ihr klar und deutlich gemacht, dass sie sich nur lächerlich macht und den tragischen Tod ihrer Schwester nur dazu ausnutzt, um Geld zu scheffeln, denn genug Aufmerksamkeit hat sie ja bekommen, auch von Frau Maischberger, eine gelungene Werbung für ihr Buch.

Der Journalist Ulfkotte meinte hingegen, dass alle arbeitslosen Moslems aus Deutschland auszuweisen wären. Er denkt wohl, dass er dann alle Moslems los sei, was nicht ganz richtig ist, so muss er nur einmal durch die Frankfurter Innenstadt spazieren, um zu bemerken, dass so gut wie alle Internetcafés, Shisha-Bars und Döner-Buden, die sich dort in einer Vielzahl finden lassen, von Moslems betrieben werden. Die Verbrennung des Korans ist für ihn absolut nicht empörend, da die ARD anscheinend auch Bibeln verbrannt hat, desweiteren haben anscheinend ein paar Amerikaner ebenfalls Bibeln in Afghanistan verbrannt, weil der Rücktransport in die USA zu teuer gekommen wäre. Der werte Herr Ulfkotte hat aber „vergessen“, dass die Beteiligten keine Moslems waren und nicht die Absicht hatten, Christen zu provozieren, sondern nur ein finanzielles Interesse hatten. Wieso aber der ARD eine Bibel verbrannt hat und wann das war, das weiß ich auch nicht. Aber dass kein Moslem daran beteiligt war, da bin ich mir ziemlich sicher.

Die vor 30 Jahren zum Islam konvertierte Irmgard Pinn kam nicht ganz so ernst rüber, obwohl sie den ein oder anderen guten Standpunkt vertrat. Herr Scholl-Latour schwelgte, wie oft, in alten Erinnerungen, doch der Zuschauer konnte, wie immer, erkennen, dass man diesem Mann mit soviel Lebenserfahrung nichts vormachen könne und dass er sich wirklich mit dem Islam sowie mit dem Nahen Osten auskennt. Jürgen Fliege, der Fernsehpfarrer, ein „Möchtegern-Gutmensch“ schlechthin, konnte es sich am trotzdem nicht verkneifen, Herrn Vogel anzufahren und zu meinen, dass dieser irgendwann erkennen müsse, dass „der Koran Menschenwerk ist und nicht vom Himmel fiel“.

Pierre Vogel selber wurde immer wieder zur Gleichberechtigung von Mann und Frau befragt, doch ihm wurde kaum Zeit gelassen zu antworten, so wurde er immer wieder von der aufkreischenden Frau Apfeld unterbrochen oder von Frau Maischberger selbst „komisch“ behandelt, wie jeden klar denkenden Zuschauer sicherlich auffiel. Abgesehen davon lässt sich solch eine Frage nicht in so einer kurzen Sende-und Sprechzeit beantworten.

Im Großen und Ganzen fiel die antiislamische Stimmung in der Runde auf, auch seitens der Moderatorin. Seriös war das ganze sicher nicht, denn auch wenn vielleicht die meisten Deutschen denken, dass Pierre Vogel nicht tolerant sei oder ähnliches, so hätte die Gastgeberin der Sendung zeigen müssen, dass sie es eben genau deshalb ist. Das hat sie aber nicht, so hat man an diesen Abend wenig erfahren, aber viel gehört. Ich warte immer noch auf eine aufschlussreiche Diskussion, in der gebildete, höfliche Menschen eingeladen werden, die sich gegenseitig zuhören können und in der Lage sein werden, auf eine „normale“ Art und Weise miteinander zu kommunizieren.

pi-news.net, dawa-news.net – kein Unterschied, nur andere Ansichten..

…jene Seiten/Blogs sind mir schon seit Langem aufgefallen. Erst mal der wohl größte, deutschsprachige, antiislamische Blog im Internet – http://www.pi-news.net – eine Seite, die es sich als ihre Aufgabe gemacht hat, gegen Moslems zu hetzen, was das Zeug hält. Man findet dort alles, von falschen Geschichten über den Propheten Mohammad bis hin falschen Tatsachen der Gegenwart, sprich falsche Statistiken usw. Bekannter wurde die Seite vor kurzem durch den pi-news.net-Fan, der während der Buchvorstellung von „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarazzin ein „Danke-Thilo-Schild“ hoch hob, und dann von einer „wild gewordenen Meute“ von Linken mit „Nazis-raus-Rufen“ vom Platz verbannt wurde. Der Mann wurde auf der Homepage groß gefeiert, fast schon als ob er die Welt gerettet hätte oder ähnliches. Die Poster der pi-news-Community sind alle gleich, nach dem Schema „die Mohammedaner sind an allem Schuld“ wird fleißig gehetzt, dabei fallen auch genügend abfällige Bemerkungen. E-Mails von kritischen Personen werden nicht beantwortet, Kommentare die nicht hinein passen werden gelöscht oder erst gar nicht genehmigt. Auch der deutsche Verfassungsschutz wurde auf den Blog aufmerksam, allerdings kann der im Falle eines Falles sowieso nichts machen, da sich die Seite nicht auf deutschen Servern befindet. Ein normales Prozedere von Leuten, die gerne hetzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken.

Der Kontrast zu „politically incorrect“ ist wohl „islamically incorrect“, abrufbar unter http://www.dawa-news.net., auf dem ersten Blick meint man, die Seite sei seriös, erst recht als Moslem. Zugegeben, den ein oder anderen „korrekten“ Artikel gibt es, der vielleicht wirklich informiert und aufklärt. Trotzdem lassen sich junge Moslems leicht von den Videos mit Abu Hamza Pierre Vogel, dem konvertierten Deutschen, der ehemals einen Profi-Boxvertrag beim Sauerland Boxstall hatte, beeindrucken. Man sieht immer wieder „Einladungen zum Islam“, wie heute zum Beispiel eine an die Klitschko Brüder. Auch auf den Spiegel TV Beitrag gibt es Reaktionen, so wurde gezeigt wie ein junger Moslem, mit Bibel in der Hand, einen Spiegel-Reporter regelrecht auseinander nahm. Der „Spiegel-Mann“ wollte von einem Gläubigen mit Vollbart und Sonnenbrille, wissen wie er denn zur Steinigung von Frauen usw. stehe, ganz offensichtlich wollte er ihn auf eine provokante Art und Weise jene Worte aus dem Mund nehmen, die er gern hören wollte. Daraufhin kam der junge Mann mit einer Bibel in der Hand an, die mit zig Lesezeichen vormarkiert war. Er wollte den Reporter klar machen, dass es auch in der Bibel einige „Gewalttexte“ gäbe und dass auch von Steinigungen die Rede sei. Provokant bot er dem Reporter 1000 Euro an, falls er die Zehn Gebote auswendig aufzählen könne. Das konnte der nun verwirrte Spiegelreporter natürlich nicht, offensichtlich war er aber auch etwas eingeschüchtert, denn die Gegenwart und das Temperament des jungen Mannes machten ihn wohl nervös. Hier sage ich, selber Schuld! Er hatte sich ein Opfer gesucht, in diesem Fall ein alter Mann, der nur gebrochenes Deutsch sprach, und wollte ihm eine Meinung entlocken, die er dann der Allgemeinheit der Moslems zugeschrieben hätte. Es ist völlig egal, was der Mann mit Bart und Brille gesagt hätte, er vertritt weder eine Gruppe von Moslems, noch einen Einzelnen. Der „Plan“ des Reporters ging in die Hose, allerdings ging der junge, temperamentvolle Moslem auch nicht seriös vor.  Anstatt herzukommen und zu sagen:“Hallo, schauen Sie mal, ich hab hier etwas, das interessiert Sie vielleicht,“ und das in einen angemessenen, höflichen, „normalen“ Ton, fährt er den Reporter regelrecht an mit „Wer bist du?!“ und „Was kommst hier mit dem an?!“, einfacher gesagt, wie ein richtiger „Kanacke“ der’s dem bösen Reporter jetzt geben will. Seine Argumente wären richtig gewesen, nur seine Art, wie er an die Sache heran ging, völlig falsch. So einen Typen nimmt, bei allem Respekt, niemand ernst. Das habe ich auch mit meinem Kommentar deutlich gemacht, der wurde aber nicht genehmigt und gelöscht. Genauso wie ich Herrn Vogel in einen anderen Kommentar kritisiert habe, dass er, gleich wie der oben genannte junge Mann, seine Argumente auf eine „normale“ Art und Weise vorbringen solle, das heißt, er soll nicht lautstark rumschreien , während seine breiten, braungebrannten „Freunde“ neben ihm stehen. Wenn Sie sich da als Deutscher oder sonst wer nicht eingeschüchtert fühlen, dann kann ich nur sagen „Respekt“. Ein „Repräsentant“ des Islams und nicht allzu weniger Muslime sollte wissen, wie er sich auszudrücken hat. Herr Vogel ist das aber nicht, er hat sich nur selber zu einen erklärt. Ein Mensch mit Bildung und Verstand, auch in religiöser Hinsicht, hat es nicht nötig, die ganze Zeit mit den Händen herumzufuchteln und die Leute zum Islam „einzuladen“. Viele lassen sich hinter’s Licht führen. Sie denken, wenn „Mann“ einen Vollbart hat, einen Koran mit sich herumführt und sich so anzieht, als ob er in einer Oase aufgewachsen sei, ist er auch vertrauenswürdig.

Da ich von beiden Blogs keine Antwort bekam, was mich bei pi-news.net nicht wunderte, bei dawa-news.net, die ja auch meine Kommentare gelöscht haben, umso mehr, kann ich nur sagen, dass beide auf die gleiche Art und Weise arbeiten. Andere Meinungen und Denkweisen werden nicht geduldet, sie betreiben das, was sie anderen vorwerfen.