Muslime retten Juden – Es gibt sie, die orientalischen Schindlers

Im Zweiten Weltkrieg haben auch Muslime viele Juden vor der Deportation gerettet – mit großer List und unter Einsatz ihres Lebens. Doch ihre Taten sind in Vergessenheit geraten. Eine Reminiszenz aus aktuellem Anlass.

Si Kaddour Benghrabit – einer von vielen muslimischen Oskar Schindlers (Foto: DR)

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Die Doppelmoral der Öl-Scheichs

Die reichen Öl-Scheichs Saudi-Arabiens sehen sich als die Repräsentanten des „wahren Islam“. Während sie vorgeben, Nachkommen des Propheten Mohammad zu sein, unterdrücken sie die eigene Bevölkerung und herrschen absolutistisch. Abgesehen davon exportieren sie ihre fanatische Ideologie und verbünden sich gleichzeitig mit westlichen Staaten. Die meisten Islamisten, die uns immer wieder in den Medien präsentiert werden, stammen großteils aus Saudi-Arabien. Krieg findet dort jedoch keiner statt. Der Westen brachte dem Land weder Demokratie, noch Menschenrechte, sondern nur US-Waffen und deutsche Leopard-Panzer.

Saudi-Arabien beansprucht die heiligen Städte des Islams, Mekka und Medina, für sich. Christen müssen ihre Bibel am Flughafen abgeben, worüber sich schon Peter Scholl-Latour beschwert hat. Frauen dürfen nicht Autofahren und werden aus dem Ikea-Katalog geschnitten. Diese Verbote haben nichts mit dem Islam zu tun. Der Islam kennt vor allem eines nicht: Eine absolutistische Diktatur wie sie das Saud-Regime jahrelang führt. Der Islam kennt auch keinen Adel, dennoch spielen sich die saudischen Scheichs auf wie die Vertreter Gottes auf Erden.

Der Westen unterstützt seit Jahrzehnten diese Politik. Das liegt vor allem am Öl der Scheichs. Es liegt auf der Hand, dass wenn das Öl ausgeht, die Sauds fallen gelassen werden wie ein Mubarak oder ein Gaddafi. Damit unterstützt der Westen gleichzeitig den Terror, der weltweit als „islamistischer Terror“ bekannt geworden ist. Für den Großteil der Muslime dieser Welt gelten die Saudi-Araber als Anhänger einer Sekte, des Wahhabismus. Der Wahhabismus entstand im 18. Jahrhundert in Saudi-Arabien. Dort ist die Lehre des Mohammad ibn Abdel Wahhab bis heute Staatsreligion. Diese Form des Islam, die von vielen Menschen oft als „Steinzeit-Islam“ bezeichnet wird, lehnt unter anderem den islamischen Sufismus sowie die Heiligenverehrung ab. Demnach schänden bis heute Wahhabiten weltweit die Gräber von großen, islamischen Mystikern.

Die USA wusste schon früh, sich diese Ideologie zu Eigen zu machen. Vor allem in Stellvertreterkriegen zog man es vor, lieber junge Muslime in den Tod zu schicken, anstatt dort eigene Soldaten zu entsenden. Dies war vor allem während des Afghanistan-Kriegs in den 1980ern der Fall. Junge Männer aus aller Welt wurden rekrutiert, um sie gegen die Sowjets kämpfen zu lassen. Unter diesen Männern befand sich auch Osama Bin Laden, der damals noch als charismatischer Kriegsheld gefeiert wurde. Als die Russen aus dem Land verjagt wurden, feierte man die jungen Krieger, die angeblich den Islam mit ihren amerikanischen Waffen verteidigten. Einige Jahre später wurde Bin Laden zum meist gesuchten Mann der Welt erklärt und die jungen Kämpfer nannte man nur noch „Al-Qaida-Terroristen“.

Dasselbe geschah auch in den 1990ern im Jugoslawien-Krieg und im Tschetschenien-Krieg. Bis heute denken die Kämpfer von damals, dass sie ihren Glauben erfolgreich verteidigt haben. Bis heute haben sie nicht gemerkt, dass sie nur ein Mittel zum Zweck waren und nur instrumentalisiert wurden. Deshalb passiert gegenwärtig das Gleiche in Libyen und Syrien. In Libyen benutzte man wieder die besagten Kämpfer, um den Ex-Freund des Westens, Muammar al-Gaddafi loszuwerden. In Syrien tobt ein eiskalter Stellvertreterkrieg und deshalb zieht der Westen es noch vor, junge Krieger, die von einigen Medien liebevoll „Aktivisten“ genannt werden, in den Kampf zu schicken.

Diese werden jetzt als Helden gefeiert, doch schon bald werden auch sie nur mehr als „Al-Qaida-Terroristen“ abgestempelt und mit Drohnen beschossen. Warum sollte es auch anders sein? Man braucht sich nur die gegenwärtige Lage in Afghanistan unter die Lupe zu nehmen. Gefördert wurden all diese Aktionen, ob in Tschetschenien, in Jugoslawien oder in Afghanistan von Saudi-Arabien. Die Öl-Scheichs haben sich schon lange als gefügige Diener westlicher Imperialisten erwiesen.

Solch ein Verhalten nennt man auch Doppelmoral. Viele dieser Öl-Scheichs stellen sich höher als andere Muslime, indem sie auf ihren Stammbaum zeigen, während sie auf ihren Yachten in Europa in Saus und Braus leben. Das Leben, was viele von ihnen führen, hat nicht im Geringsten mit dem Islam zu tun. Ein besonders abscheuliches Beispiel ist der Sextourismus, den viele saudische Scheichs betreiben. Während saudische TV-Moderatoren öffentlich ausgepeitscht werden, weil sie es gewagt hatten, im Fernsehen über Sex zu sprechen, reisen die reichen Scheichs oft nach Pakistan, Indien oder Indonesien, um sich dort mit Frauen aus ärmeren Schichten zu vergnügen.

Die armen Frauen, die nicht selten minderjährig sind, werden mit Geld angelockt. Das Ganze wird dann auch noch unter dem Deckmantel der Religion abgeschlossen. Diese „Touristen-Ehe“ ist eine zeitlich begrenzte Ehe, sprich, der reiche Scheich kann sich am nächsten Morgen schon wieder aus dem Staub machen. Diese „Zeitehe“ ist mittlerweile auch im Iran verbreitet. Es gibt aber genug andere Sachen, die man diesbezüglich über die reichen Saudis, über die „wahren Muslime“, hört. So werden in Saudi-Arabien Hausmädchen, die oft aus Ländern wie Thailand oder den Philippinen stammen, auch als Sexsklaven ausgenutzt. Die Frauen sind völlig auf sich allein gestellt und haben absolut keine Chance, der sexuellen Gewalt im Haus zu entrinnen. Da viele der Frauen auf ihren monatlichen Lohn angewiesen sind und in ihrer Heimat eine Familie zu ernähren haben, dulden sie das Martyrium schweigsam.

Vor zwei Jahren soll der Enkel König Abdullahs seinen Diener in einem Hotel in London ermordet haben. Dieser Diener war dem Prinzen auch als Sexsklave ergeben. Demnach war der Prinz homosexuell. Der Mann wurde von einem Londoner Bericht für schuldig und erklärt und erhielt eine lebenslange Strafe. Der Prinz bestritt den Mord nicht und zeigte keine Reue. Er leugnet nur, dass er schwul sei. Für mindestens zwanzig Jahre muss er ins Gefängnis. Ob er sich bis dahin freikaufen wird, ist eine andere Frage. Abgesehen davon wird ihn in Saudi-Arabien ohnehin keine Strafe erwarten. Dort wird Homosexualität mit dem Tod bestraft, doch ein Mitglied der königlichen Familie hat sicher gewisse Privilegien. Außerdem war es für den Prinzen völlig verwunderlich, für den Mord eine derartige Strafe zu bekommen.

Solche Menschen sind keine Seltenheit unter den saudischen Adeligen. Während man zwei bis vier Ehefrauen hat, ,behandelt man die eigenen Hausmädchen wie Konkubinen und vergnügt sich in Europa mit Prostituierten. Ganz nebenher spielt man dann noch den Missionar, fördert Kriege und kauft Waffen bei westlichen Verbündeten, um die eigene Bevölkerung zu tyrannisieren.

Nichtsdestotrotz zählt die Sauds zu den besten Freunden des Westens und solange sie sich als geeignete Handlanger erweisen, werden sie auch nicht fallen gelassen. Sogar in Wien wurde ein Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog nach König Abdullah benannt. Von diesen Werten will aber der gute Herr König nichts wissen, denn in seinem Reich muss jeder Staatsbürger Muslim sein und Juden dürfen erst gar nicht einreisen. Wo er diese Regeln her hat, ist fragwürdig. Im Koran stehen sie auf jeden Fall nicht.

Die Worte des Rabbis

Am Mittwochabend wurde ich im ARD Zeuge einer „Beschneidung-Debatte“ bei Anne Will. Eingeladen waren unter anderem die türkisch-deutsche Rechtsanwältin Seyran Ates, der Rechtswissenschaftler Holm Putzke und die Fernsehmoderatorin Angelika Kalwass. Diese drei Herrschaften bildeten die „contra Beschneidung-Gruppe“ der Sendung, während ihnen die muslimische Journalistin Khola Maryam Hübsch und der in Jerusalem geborene Rabbiner Yitshak Ehrenberg gegenüber saßen und sich für eine rituelle Beschneidung einsetzten.

Ich will gar nicht darauf eingehen, warum eine Beschneidung gut ist oder warum man gegen solch eine Praxis sein darf. Viel mehr geht es mir um die Rolle des Rabbis Ehrenberg in dieser Sendung. Ehrenberg ist als Rabbi, sprich, als jüdischer Geistlicher, der mit einem muslimischen Imam oder einem christlichen Priester gleichzusetzen ist, in Berlin tätig. Er stammt aus Israel und seine Deutschkenntnisse sind nicht perfekt, wobei ich ihm das keineswegs vorwerfen möchte. Er ist traditionell gekleidet, trägt eine Kippa und einen Vollbart und hat zur Sendung seine Thora, das heilige Buch der Juden, mitgenommen.

Als Rabbi ist Ehrenberg natürlich für eine Beschneidung, denn diese stellt das Fundament des jüdischen Glaubens eines Mannes dar. Seiner Meinung nach ist ein unbeschnittener Jude kein wahrer Jude. Demnach muss der Junge acht Tage nach seiner Geburt, so sagt es die Thora, beschnitten werden.

Als Frau Kalwass den Rabbi und dessen Haltung kritisierte, indem sie indirekt sagte, dass man Kritikern der Beschneidungspraxis nicht sofort Antisemitismus oder Islamophobie vorwerfen dürfe, meinte Ehrenberg, dass Deutschland aufgrund seiner Vergangenheit in dieser Hinsicht sehr vorsichtig sein müsse. Einfach gesagt: Deutschland hat gar nichts zu sagen.

Für Ehrenberg kommt ein Verbot der Beschneidung gar nicht in Frage. Abstrus wurde es erst, als er behauptete, dass die meisten Nobelpreisträger nicht nur Juden waren, sondern eben auch beschnitten. Wollte er damit wirklich sagen, dass die Intelligenz der „Preisnobelträger“, wie sich Ehrenberg verplapperte, auf das Nichtvorhandensein ihrer Vorhaut zurückzuführen ist? Durch diese Behauptung bekommt der Satz „Männer denken mit ihrem Penis“ eine völlig neue Bedeutung.

Frau Hübsch, die sich in dieser Hinsicht für die Muslime einsetzte, bekam bei weitem nicht so viel Beifall seitens des Publikums wie Ehrenberg. Dieser hatte wohl offensichtlich einige seiner Anhänger aus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin mitgebracht. Im Großen und Ganzen wurde der orthodoxe Rabbi meistens freundlich belächelt, richtig kritisiert oder gar angegriffen wurde er nicht.

Dem aufmerksamen Zuschauer hätte aufgefallen sein müssen, dass mit einem jüdischen Geistlichen im TV anders umgegangen wird als mit einem islamischen, obwohl dieser ebenfalls einen Vollbart hatte, ein traditionelles Gewand trug und sehr konservative Werte vertrat. Am Ende der Sendung wurde Rabbi Ehrenberg sogar richtig provokant und meinte, dass „wir (die jüdische Gemeinde) weitermachen werden“. Abgesehen davon forderte er die jüdischen Zuschauer auf, ihre Kinder nicht mehr in Kliniken beschneiden zu lassen, sondern in Synagogen oder Zuhause, dort gehört dieses Ritual schließlich hin.

Man stelle sich vor, ein islamischer Geistlicher oder die in der Sendung anwesende Khola Maryam Hübsch hätte so etwas von sich gegeben. Ein Skandal. Der Protest wär sicherlich groß gewesen. Doch als der Rabbi sprach, blieben die anderen Gäste, die meistens sowieso nichts Produktives von sich gaben, sowie die Moderatorin still.

Ich persönlich halte nichts von einem Beschneidungsverbot. Dieses Verbot würde nicht nur Muslime treffen, sondern auch Juden. Genau aus diesem Grund wird es auch nicht zustande kommen. Der Umgang mit dem Rabbi hat gezeigt, wie die deutsche Gesellschaft gegenwärtig mit Juden umgeht.
Oftmals sehen wir islamische Geistliche in derartigen Sendungen. Auch ihre deutschen Sprachkenntnisse sind meistens nicht perfekt, auch sie zeigen sich ab und zu in ihren traditionellen Gewändern und tragen einen Vollbart und auch sie haben manchmal merkwürdige Theorien, die zu hinterfragen sind.

Während diese Herrschaften permanent attackiert und absichtlich in ein sehr negatives Licht gestellt werden, kassiert Rabbi Ehrenberg Applaus, obwohl er nichts anderes tat als seine muslimischen Zunftgenossen.

Link zum Video: http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill3507.html

„Jüdisch-christliche Wurzeln in Deutschland“ … aber der Islam gehört „doch“ dazu!

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute ihre konservativen Parteikollegen widersprochen, indem sie behauptete, ihrer Meinung nach gehöre der Islam sehr wohl zu Deutschland. „Viele Muslime seien Deutsche, deshalb gehört der Islam eben dazu“, so Merkel.

Des Weiteren ist Frau Merkel der Meinung, dass „vieles durch den Islam nach Europa gekommen sei“. Trotz dieser erfreulichen Feststellung der deutschen Bundeskanzlerin ist diese aber auch der Meinung, dass „die jüdisch-christlichen Traditionen über die Jahrhunderte hingweg stärker gewesen sind“.

Ihre Parteikollegen wie Innenminister Hans-Peter Friedrich und Volker Kauder waren da anderer Meinung. Sie sind davon überzeugt, dass der Islam nicht dazu gehöre und die Leitkultur in Deutschland die christlich-jüdisch-abendländische Kultur sei.

Dass das Christentum ein wichtiger Bestandteil der europäischen Kultur ist und schon immer war, ist keine Frage. Logischerweise war auch dessen Einfluss stärker als jeder andere Einfluss. Warum sich manche Politiker aber immer heuchlerisch auf das Judentum berufen, erscheint mir fragwürdig. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand diese „europäische Kultur“ nämlich nur darin, Juden zu diskriminieren, zu verfolgen und sie als Sündenbock für ihre Missstände darzustellen. Im Grunde genommen, das Gleiche, was gegenwärtig mit den muslimischen Europäern passiert.

Die damaligen Juden Europas verstanden, dass sie unerwünscht waren. Theodor Herzl schrieb sein Buch „Der Judenstaat“ und daraus entwickelte sich dann der Zionismus.

Schon im Jahre 2010 schrieb ich über dieses Thema. Da sich bis heute so gut wie nichts verändert hat, ist es interessant, einen Rückblick darauf zu werfen:

“Jüdisch-Christliche Wurzeln in Europa”

Veröffentlicht am Oktober 24, 2010 von

Seit einigen Wochen, um genauer zu sein, seit der Rede des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, in der er betonte, dass “der Islam zu Deutschland gehöre”, was jedem klar denkenden Menschen eigentlich klar sein müsse, wehren sich immer mehr Menschen gegen diese Aussage. Plötzlich berufen sich viele Menschen, wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer oder der Holocaust-Überlebende und “Islamkritiker” Ralph Giordano, auf “jüdisch-christliche Wurzeln des Abendlandes”, die mit dem Islam nicht vereinbar seien.

Dass Menschen mit “jüdische Wurzeln” bis zum Jahr 1945 verfolgt und ermordet wurden und dass man sonst auch nicht “groß auf jüdische Kultur in Europa” trifft, ist kein Geheimnis und muss erwähnt werden. So werden orthodoxe Juden mit Hut, Bart und Anzug auf dieselbe “seltsame Art und Weise” angestarrt, wie Frauen mit Kopftuch oder Sikhs mit Turban. Es ist eine Heuchelei, wie man sie nur selten erlebt, wenn man sich plötzlich auf “jüdische Wurzeln” besinnt. Das erinnert an die Zeit der Aufklärung, in der die meisten Philosophen und Freidenker nur aufgrund des rationalen Denkens jüdische Mitbürger, die sonst verhasst waren, als “gleichwertig” anerkannten, auch wenn sie dies nicht wollten, sie mussten es tun, denn sonst widerspreche es der “aufklärerischen und rationalen Gesinnung”.

Dass auch Juden wie Ralph Giordano darauf hereinfallen ist verwundernswert. Trotzdem stellt sich die Mehrheit der jüdischen Bürger gegen solche Aussagen, so sagte der Publizist Henryk M. Broder, dass es “der Heuchelei ähnle, sich auf eine jüdisch-christliche Kultur zu besinnen, denn diese Kultur bestand bis zum 2.Weltkrieg nur darin, Juden zu verfolgen und zu ermorden”, worin ich ihm nur voll und ganz zustimmen kann, ausnahmsweise. Die “Rechten und Islamophoben Europas” haben erkannt, dass sie, wie einst die Aufklärer, die Juden einfach akzeptieren müssen, weil ihnen keine andere Wahl bleibt.

Mich würde interessieren, ob sie sich nochmals auf diese “Wurzeln” besinnen würden, wenn sie hören würden, was der 90-jährige Rabbi Ovadia Yosef, einer der höchsten Würdenträger Israels, der enorm viel Macht inne hat und dessen ultra-orthodoxe Schas-Partei auch in der Knesset vertreten ist, am vergangenen Samstag, den 16.10.2010, von sich gegeben hat. Vorerst muss gesagt werden, dass Yosef schon in der Vergangenheit mit diversen Aussagen für Unmut gesorgt hat. So wünschte er sich im vergangenen August, dass “die Palästinenser und deren Führer der Pest erliegen sollten”. Doch die aktuellste Aussage übertraf wieder einmal alles. Der religiöse Gelehrte, der in jüdischen Kreisen höchste Anerkennung genießt und verehrt wird und dessen Stellung mit der des Ayatollah im Iran gleichgestellt werden kann, wenn nicht sogar um vieles höher, sagte, dass “Gojim (Nichtjuden), nur dazu da seien, um den Juden zu dienen, sie (ihr Leben) werden dazu benötigt, weil sie wie Esel gebraucht werden, das heißt um Arbeit für Juden zu verrichten, würden sie nicht da sein, würde das finanziellen Verlust für Juden bedeuten.”

Ich bedanke mich hiermit bei der liberalen, israelischen Zeitung “Haaretz”, die sich kein Vorbild an anderen westlichen Printmedien genommen hat und darüber berichtet hat. Viele Medien im Westen haben darüber nicht berichtet, vielleicht haben sie sich wieder einmal auf ihre “jüdisch-christlichen Wurzeln” berufen und lieber Stillschweigen bewahrt. Man stelle sich vor, ein islamischer oder christlicher Geistlicher hätte sowas von sich gegeben und alle Nichtchristen bzw. Nichtmuslime zu “unteren Lebewesen” degradiert, es wäre wahrscheinlich DIE Schlagzeile des Tages gewesen und alle mögliche Personen hätten sich wieder das Recht genommen, gegen alles Mögliche zu hetzen.

Ich kann mir schon die Artikel und Blogs auf spiegel.online.de, standard.at usw. vorstellen. Mich würde auch interessieren, was hetzerische Seiten wie “politicallyincorrect” von den Meinungen des Rabbis halten. Dieser hat im gewissen Maße ja auch “Recht”, so stellen sich genug Nichtjuden auf die Seite der israelischen Innen-und Außenpolitik, es gibt genug rechte Hetzer, die gegen Roma, Sinti, Moslems, Türken, Ausländer im Allgemeinen usw. sind, aber nicht gegen die Politik Israels, vielleicht sind das ja die “Esel, ohne die es dem Juden schlecht gehen würde”.

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass jene, über die Ovadia Yosef so abwertend gesprochen hat, nicht einmal aufschreien, sondern nur zwei israelische Zeitungen darüber berichteten.

Hier noch der Link zum Thema:

http://www.haaretz.com/jewish-world/adl-slams-shas-spiritual-leader-for-saying-non-jews-were-born-to-serve-jews-1.320235

Der Marsch nach Jerusalem

Heute vor 36 Jahren wurden zahlreiche Demonstranten von israelischen Soldaten auf palästinensischem Boden umgebracht. Jedes Jahr wird seitdem in Palästina am „Tag des Bodens“ an diese Opfer gedacht.

Nun haben sich heute, am 30. März 2012, hunderttausende von Menschen weltweit zusammengetan, um ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Ausdruck zu bringen. Dank des Internets verbreitete sich diese Nachricht in Windeseile und so kam es dazu, dass sich genau zum jetzigen Zeitpunkt zahlreiche Friedensaktivisten im Libanon und in Jordanien befinden, um gemeinsam friedlich nach Jerusalem zu marschieren. Sie wollen „symbolisch so nah wie möglich an Al Quds sein“ und durch ihre Anwesenheit auf die gegenwärtige, bedrohte Lage des palästinensischen Volkes aufmerksam machen.

Gleichzeitig finden in vielen Städten weltweit Demonstrationen gegen das zionistische Regime Israels statt. Das erklärte Ziel der Menschen ist es, der israelischen Apartheid ein Ende zu setzen. Nun fragt man sich, was das eigentlich bedeuten soll. Fakt ist, dass über viele Geschehnisse im Nahen Osten nicht berichtet wird. Und genau dagegen wollen die Aktivisten vorgehen. Unter ihnen befinden sich nicht nur Araber, sondern auch zahlreiche Europäer sowie orthodoxe Juden, die sich als erklärte Gegner des Zionismus betrachten.

Die israelische Regierung ist da anderer Meinung. Für sie ist die Bewegung nichts anderes als ein „radikaler Haufen“, der die Legitimierung des israelischen Staates in Frage stellt und sogar gefährdet. An den Grenzen wurden Wachposten aufgestellt und Soldaten in Bereitschaft gestellt. Mittlerweile gab es schon Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Demonstranten. Die Steinwürfe der Palästinenser wurden mit scharfen Schüssen seitens der Soldaten erwidert. Die Israelis haben in dieser Hinsicht eine klare Linie: Die Grenze darf von nichts und niemanden überquert werden. Weder von Palästinensern, noch von irgendwelchen friedlichen Aktivisten, denn egal woher sie stammen, durch ihre Aktion werden sie als „Feind des israelischen Staates“ abgestempelt und dementsprechend behandelt.

Die Regierung in Israel kannte schon in der Vergangenheit keinen anderen Weg als den der Gewalt. Sie fragen sich nicht, warum so viele Menschen weltweit mit den Palästinensern sympathisieren, sondern schwingen sofort mit der „Antisemitismus-Keule“ und degradieren jeden Kritiker zum Nazi, Antisemiten oder Islamisten. Jüdische Kritiker wie Norman Finkelstein, Uri Avnery oder auch Noam Chomsky werden als „linke Verräter“ angesehen. Ihnen wird gar nicht zugehört oder man verbreitet das Gerücht, dass sie verrückt seien und man sie nicht ernst nehmen dürfe, wie es vor allem bei Finkelstein, der nicht mehr nach Israel einreisen darf, der Fall war. Das Gleiche gilt für anti-zionistische, orthodoxe Juden.

Den Weg des Friedens will die paranoide, israelische Regierung wohl nicht eingehen. Stattdessen wird versucht, die arabische Identität Jerusalems zu zerstören. So kam es auch dazu, dass vor einigen Wochen einige radikale Zionisten die Al-Aqsa-Moschee stürmten. Dieselben Gruppierung sind dafür verantwortlich, dass vor einigen Monaten einige islamische Friedhöfe geschändet wurden. Unter anderem wurden Gräber von Soldaten geöffnet, die einst im 12. Jahrhundert für den legendären Sultan Saladin kämpften. Des Weiteren werden immer wieder Moscheen in Brand gesetzt. Israelische Siedler diskriminieren auf ihren Märschen ihre arabischen Mitbürger bis auf das Letzte, während sie von Soldaten beschützt werden. Tagtäglich werden Palästinenser enteignet, sprich, man nimmt ihnen illegal das Land weg. Diese Praxis der Israelis wird von zahlreichen Staaten weltweit heftig kritisiert, doch solange die USA darüber hinweg sieht, wird sich wohl kaum etwas ändern.

Die israelische Regierung betreibt eine Apartheid-Politik und jeder der dies nicht einsehen will, sollte endlich die Augen öffnen. Genau diesen Zweck hat dieser friedliche Protestmarsch nach Jerusalem. Obwohl mehrfach ausdrücklich gesagt wurde, dass jegliche Gewalt abgelehnt wird, sieht man anhand der aktuellsten Zusammenstöße, dass sich dies leider nicht vermeiden lässt.

Die gegenwärtige Situation zeigt, dass Israel die Stadt Jerusalem ganz für sich in Anspruch nehmen will. Jegliche Anzeichen von islamischer, aber auch von christlicher Kultur sollen langsam beseitigt werden.

Dies darf auf keinen Fall geschehen, denn Jerusalem war schon immer eine Stadt, die alle drei abrahamitischen Religionen vereinte. Das muss auch weiterhin so bleiben, letztendlich wird dem israelischen Staat keine Wahl mehr gelassen, als dies zu akzeptieren.