Das Märchen vom humanitären Krieg

In einem Interview sprach sich die deutsche Verteidigungsministerin Ursula Von der Leyen für ein stärkeres Engagement der Bundeswehr in Krisenregionen aus. Einfach gesagt appellierte sie damit für mehr Krieg. Als Vorwand dienen ein weiteres Mal „humanitäre Gründe“. Wer dieser scheinheiligen Argumentation immer noch zustimmend zunickt, hat aus den vergangenen Jahren nichts gelernt. Ein Rückblick ins letzte Jahrzehnt ist mehr als ausreichend.

Foto: DPA

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Der neue Krieg

Der Kampf gegen die „bösen Islamisten“ hat wieder einmal begonnen. Dieses Mal konnten es die Franzosen einfach nicht lassen und mussten in Mali, einer ihrer ehemaligen Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent, einmarschieren. Vor Kurzem wurden die letzten französischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen, nun weiß man auch warum. Präsident Hollande spricht von einer „Notwendigkeit“ und spielt sich ganz à la Napoléon als europäischer Kriegsherr auf.

Quelle: AP

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Freitag des Zorns

Heute werden wieder einmal viele Muslime weltweit auf die Straße gehen. Schon am vergangenen Freitag wurde heftig gegen den Anti-Islam-Film aus den USA protestiert. Weltweit mobilisierten die Mullahs und Prediger von der Kanzel aus Menschenmassen. Westliche Botschafter in islamischen Ländern bekamen es mit der Angst zu tun. Die Lage war schon schlimm genug, doch die „freiheitsliebenden Franzosen“ wollten es unbeding wissen und setzten noch einen drauf.

Die Wut über „Innocence of Muslims“ hat nahezu alle Muslime auf der Welt erreicht. Die Klügeren unter ihnen, wohlgemerkt, die breite Masse, zieht es vor, solch eine dumme Provokation schlicht und einfach zu ignorieren. Die Anderen, sprich, die Wütenden, randalieren und bereiten damit nicht nur USA- und Israelfahnenherstellern eine Freude. Das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ setzte zu diesem ungünstigen Zeitpunkt noch einen drauf und veröffentlichte am Mittwoch neue Karikaturen, die den Propheten Mohammad darstellen sollen. Es ist unverständlich, was solch eine Provokation, die sich feig hinter „Kunst- und Meinungsfreiheit“ versteckt, bringen soll. Durch die Veröffentlichung der Karikaturen brennen nun auch französische Fahnen in der islamischen Welt. Französische Einrichtungen in der islamischen Welt haben ihre Pforten geschlossen und fürchten sich nun vor jenem Mob, der die amerikanische Botschaft in Benghazi stürmte.

Die Franzosen setzen seit eh und je auf „Liberté, Égalité und Fraternité“ (Freiheit, Gleich und Brüderlichkeit). Umso mehr frag ich mich, wie man sich auf solche Werte berufen kann, während man mit solch einer Aktion das Leben von zahlreichen Franzosen im Ausland gefährdet. Wie kann man sich hinter „Freiheit“ verstecken, während man eine religiöse Gruppe, die in Frankreich europaweit am stärksten vertreten ist, immer wieder derartig angreift, provoziert und sie teilweise in „Vorstadt-Ghettos“ abschiebt. Hauptsache, Frankreich ist stolz darauf, dass es die Oben-Ohne-Fotos von Prinzessin Kate nicht veröffentlicht. Demnach ist dem Staat die Privatsphäre eines „angeheirateten englischen Blaubluts“ wichtiger als das Leben französischer Staatsbürger. Wenn das keine Heuchelei ist, wenn das keine Doppelmoral ist, was ist es dann?

Radikalen Fanatikern wurde damit wieder einmal innerhalb von nur zwei Wochen in die Hände gespielt. Pakistans Regierung ernannte den heutigen Freitag zu einem Feiertag, zum „Feiertag zum Ausdruck der Liebe zum Propheten“, um genauer zu sein. Pakistans Premierminister meinte, dass durch „Innocence of Muslims“ 1,5 Milliarden Muslime angegriffen wurden. Über die Paschtunen und Belutschen, die immer wieder vom pakistanischen Militär tätlich angegriffen und unterdrückt werden, will er lieber kein Wort verlieren. Von den genehmigten Drohnenangriffen ganz zu schweigen.

Das Gleiche passiert nicht nur in Pakistan, sondern in vielen islamischen Ländern. Die Muslime stehen weder als Einheit zusammen, noch konzentrieren sie sich auf das Wichtige. Während in Syrien, Afghanistan und im Jemen zahlreiche Muslime tagtäglich massakriert werden, geht man lieber auf billige Provokationen ein, anstatt diese zu ignorieren. Dem Film „Innocence of Muslims“ sowie den französischen Karikaturen wird viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Den Kriegsopfern in Syrien und Afghanistan leider nicht.Allerdings spielen auch die Medien ihre Rolle geschickt, um von diesen Geschehnissen abzulenken.

Erneut Morde an Zivilisten in Afghanistan

Die ISAF-Truppen in Afghanistan schaffen es von Tag zu Tag immer weniger, Bewaffnete von Zivilisten zu unterscheiden. So war es auch heute der Fall, als ein Hubschrauber in der Provinz Helmand Jagd auf Taliban machte. Dieser verfehlte allerdings sein angebliches Ziel und bombardierte das Haus einer Familie. Eine Mutter fand mitsamt ihren fünf Kindern den Tod.

Anstatt „bewaffnete Feinde“ zu eliminieren, löschten die fremden Soldaten wieder einmal eine ganze Familie aus. Das Gleiche geschah auch in der Provinz Badghis. Dort griff ein weiterer ISAF-Hubschrauber ebenfalls Zivilisten an. Vierzehn von ihnen starben, weitere wurden verwundet.

Offiziell versuchen die westlichen Soldaten natürlich weiterhin zivile Opfer in Afghanistan zu vermeiden. Sie machen nur Jagd auf Taliban und sogenannte Al-Qaida-Kämpfer, weil diese eine große Bedrohung für die „Freiheit des Westens“ seien. Nebenbei wird gerne hinzugefügt, dass auch die Einheimischen, sei es im Irak oder in Afghanistan, von diesen bösen Terroristen bedroht werden.

Mit solchen Angriffen zeigt die ISAF nur, dass sie die eigentliche Gefahr für die dortigen Menschen ist. Durch das wiederholende Töten von Zivilsten entstehen jeden Tag zahlreiche neue Gegner, die ihre ermordeten Verwandten rächen wollen.

Dieser Teufelskreis wird kein Ende finden, solange das Morden nicht aufhört. Es wird kein Friedensplan erstellt, sondern nur bombardiert, gemordet und gefoltert. Solange dies weitergeht, hat auch die ISAF weiterhin mit starken Verlusten zu rechnen.

Man kann nur hoffen, dass der neu gewählte französische Präsident Francois Hollande so bald wie möglich sein Wahlversprechen einlöst und die französischen Soldaten nach Hause holt. Vielleicht kommen dann auch endlich seine europäischen Amtskollegen zur Besinnung.

Doch wer weiß, ob dies wirklich geschieht. Die Geschichte hat uns gelehrt, dass man sich auf vieles nicht verlassen darf, erst recht nicht auf Wahlversprechen diverser Politiker.

http://www.pajhwok.com/en/2012/05/07/children-among-20-killed-isaf-air-raids

Mohammed Merah ist tot – Sarkozy will hart gegen „Hassprediger“ vorgehen

Nach dreißig Stunden Belagerung wurde die Wohnung des Mannes letztendlich gestürmt. Der Terrorist wurde getötet. Die Polizisten sahen keinen anderen Ausweg, da Mohammed Merah sie mit schweren Beschuss attackiert haben soll. Als er letztendlich über den Balkon fliehen wollte, wurde er per Kopfschuss getötet.

Obwohl die französische Polit-Elite angab, den Täter lebend fassen zu wollen, dürfen nun wohl manche insgeheim froh sein, dass der Amokläufer nicht lebend gefasst wurde. Viele Fragen sind immer noch ungeklärt. Wann sie geklärt werden, ist noch ungewiss. Mittlerweile sind auch die einige Bilder von Mohammed Merah von den Medien veröffentlicht wurden, doch was sagt das schon aus über die genauen Hintergründe? Mittlerweile ist jedoch klar, dass sich Mohammed Merah nicht in einem Gefängnis in Kandahar aufhielt. Seine ehemalige Anwältin hat bestätigt, dass er zu diesem Zeitpunkt eine Haftstrafe in Frankreich absaß. Allerdings war der Franzose in Afghanistan und Pakistan und besuchte angeblich Trainingscamps in Waziristan. Wie erwähnt, wurde Merah von französischen Agenten bewacht. Sie befragten ihn auch zu seiner Afghanistan-Reise. Mohammed Merah soll daraufhin gesagt haben, dass er „lediglich Urlaub in Afghanistan gemacht habe“. Die Agenten kauften ihm diese Geschichte tatsächlich ab, ohne sie zu hinterfragen. Niemand macht „Urlaub“ in Afghanistan, es sei denn, man ist Afghane und besucht dort Verwandte. Es ist mehr als fraglich, warum sich französische Geheimdienstagenten für derartig dumm verkaufen lassen können.

In Frankreich findet gegenwärtig Wahlkampf statt und der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy dürfte aus dem ganzen Drama wohl den besten Profit ziehen. Noch vor einigen Tagen schnitt er bei den Umfragen alles andere als gut ab, nun zeigt er sich als „konsequenter und trauernder Staatsmann“, ein Mann der die Rechte des Menschen und die Rechte der Franzosen unter allen Umständen verteidigen will, angeblich. Wie es sich gehört, war er stets an den Tatorten präsent, sprach mit den Angehörigen der Opfer und war somit der „Mann in der ersten Reihe“. Durch seine ständige Präsenz in den Medien verdrängte er seine politischen Konkurrenten. Einfach gesagt: Für „Sarko“ geht es wieder bergauf.

Des Weiteren hat der werte Herr Präsident heute bekannt gegeben, in Zukunft streng gegen islamistisch-dschihadistische Internetseiten vorzugehen und jeden zu bestrafen, der diese auch nur aufruft. Propaganda die zum Terror aufruft, dürfe auf keinen Fall weiterhin hingenommen werden. Auch „Hassprediger“ in Moscheen sollen für das Verbreiten „terroristischer Propaganda“ in Zukunft hart bestraft werden. Das Ganze klingt ja schön und gut, nur fragt man sich, wie das im „freien“ Europa machbar sein soll. In ein Europa, in dem man auf gewisse Sachen wie Meinungsfreiheit Wert legt, würden solche „chinesischen“ Maßnahmen wohl kaum durchsetzbar sein.

Falls es trotzdem zu solchen Gesetzesänderungen kommen soll, hoffe ich, dass das Aufrufen rechtsextremer Blogs und Websites ebenfalls strafbar gemacht wird, denn diese verhalten sich in keinerlei Hinsicht besser als die ganzen Islamisten, Dschihadisten und wie sie alle genannt werden.

Der französische Staat versucht die Schuld nicht bei sich zu suchen. Tatsächlich wurde Mohammed Merah mehrere Jahre lang (!) von französischen Agenten bewacht. Es kann doch nicht sein, dass ihnen eine gewisse Radikalisierung Merahs nicht auffiel.

So wie in Deutschland die Anschläge der NSU vereitelt hätten werden können, hätte es auch in Frankreich der Fall sein können. In meinen Augen ließ eine gewisse Untätigkeit des Staates und vor allem des Geheimdienstes erst so eine Tat zu.