Demonstriert und boykottiert

Deutsche Politiker zeigten sich in den letzten Tagen besonders demonstrations- und boykottfreundlich. Während Noch-Außenminister Westerwelle in Kiew mitdemonstriert, hat Bundespräsident Gauck verkündet, die kommenden Olympischen Spiele in Russland zu boykottieren. Es geht allerdings nicht um Menschenrechte, Demokratie oder Meinungsfreiheit, sondern lediglich ein weiteres Mal um die eigenen Interessen.

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Die Logik der Flüchtlingspolitik

Innerhalb weniger Tage sanken vor Lampedusa zwei Schiffe mit Flüchtlingen an Bord. Möglicherweise gab es noch ein drittes Schiffsunglück vor der Küste Maltas. Nicht zu vergessen ist der Gedanke, wie viele dieser Tragödien bis jetzt vor den Medien verborgen blieben. Nichtsdestotrotz wollen die meisten Deutschen keine zusätzlichen Flüchtlinge in die Bundesrepublik lassen. Man hat Angst vor der „Überfremdung“. Innenminister Friedrich meinte sogar, dass das „Boot“ voll sei. Die einzigen Boote, die jedoch wirklich überfüllt sind, sind jene vor Lampedusa.

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Festung Europa

Vor Lampedusa fanden erneut zahlreiche Flüchtlinge aus Afrika einen grausamen Tod im Meer. Ein weiteres Mal erkennt man, dass all die Werte, welche die Europäische Union vorgibt zu präsentieren, spätestens vor den Toren Europas enden.

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Ein bedeutungsloser Preis

Mittlerweile wird der Friedensnobelpreis, der dieses Jahr an die Europäische Union ging, von vielen Menschen hinterfragt. Dass der angebliche „Frieden“ jährlich mit dem Nachlass des Dynamiterfinders ausgezeichnet wird, ist ebenfalls fragwürdig. Das Komitee zeigte nicht nur dieses Jahr seinen Sinn für Humor, denn die EU ist nur die Spitze des Eisbergs. Demnach sollte man diesen Preis am besten keine Bedeutung mehr schenken.

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1906 wurde mit US-Präsident Theodore Roosevelt das erste Mal ein Amerikaner mit dem Preis ausgezeichnet. Es war tatsächlich eine historische Verleihung, denn es war nicht nur der erste Amerikaner, sondern auch der erste Kriegstreiber. Der Friedensnobelpreis wurde Roosevelt verliehen, weil dieser mit seiner Diplomatie den Russisch-Japanischen Krieg ein Ende setzte. Dass er aber als stellvertretender Marineminister den Spanisch-Amerikanischen Krieg unterstützte, wird oftmals nicht erwähnt. Als dieser Krieg 1898 begann, gab Roosevelt seinen Posten als Marineminister auf und machte mit einigen Halbstarken aus der Ostküsten-Oberschicht Jagd auf Spanier. Einen tötete er auch und wurde deshalb als Kriegsheld gefeiert. Der Bau des Panama-Kanals, der vielen Tausenden von Arbeitern das Leben kostete, wurde unter anderem auch von Roosevelt angetrieben.

Während des Ersten Weltkriegs befürwortete Roosevelt eine amerikanische Beteiligung. Der damalige US-Präsident Woodrow Wilson wurde Roosevelts Forderung gerecht und führte sein Land 1919 in den Krieg, obwohl die Mehrheit der Amerikaner dagegen war. Prompt wurde auch diesem Kriegstreiber im gleichen Jahr der Friedensnobelpreis verliehen.

Ein weiterer US-Amerikaner, den man mit dem Begriff „Friedensnobelpreis“ assoziiert ist der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger. Die Liste der Verbrechen dieses Mannes ist wahrhaftig lang. Deshalb ist er weder mit Roosevelt, noch mit Wilson gleichzusetzen. In den 70er Jahren unterstützte die US-Regierung und natürlich allen voran Herr Kissinger den Putsch des Generals Hugo Banzer in Bolivien. Der rechte Banzer stürzte die linke Militärregierung und errichtete eine grausame Diktatur, der viele Bolivianer zum Opfer fielen.

Am 11. September 1973 stürzten Militärs unter der Führung von General Alfredo Pinochet die demokratisch gewählte chilenische Regierung Salvador Allendes. Auch dieser Putsch wurde von den amerikanischen Imperialisten und Henry Kissinger unterstützt. Wie in Bolivien kamen auch in Chile zahlreiche Zivilisten ums Leben. Eigentlich sollte jährlich an dieses grausame Verbrechen, welches an einem 11. September begann, gedacht werden. Allerdings haben sich die Amerikaner diesen Tag schon für ein anderes Ereignis reserviert.

Kissinger wird auch für mehrere Verbrechen und Konflikte in Indonesien, Laos, Vietnam und Kambodscha verantwortlich gemacht. Zahlreiche Kriegsverbrechen, die in den Endphasen des Vietnam-Kriegs begangen wurden, fanden ebenfalls während der Amtszeit Kissingers statt. Als der Krieg 1975 endete, wurde der Deutschamerikaner, der gegenwärtig immer noch an Bilderberg-Konferenzen teilnimmt und unbehelligt durch die Welt reisen darf, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Aus US-Dokumenten, die später veröffentlicht wurden, ging des Weiteren hervor, dass Kissinger auch bei Konflikten in Argentinien und Uruguay seine Finger im Spiel hatte.

1978 erhielt Ägyptens Anwar as-Sadat gemeinsam mit Israels Menachem Begin den Friedensnobelpreis für den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten. Sadat war jener Mann, der Ägypten 1973 in den Jom-Kippur-Krieg führte. Der Zionist Begin war nicht nur ein Kriegstreiber, sondern auch ein Rassist, Faschist und Mörder. In seinen jüngeren Jahren gehörte er der terroristischen Untergrundorganisation Irgun an. Die Irgun war für zahlreiche Massaker in palästinensischen Dörfern verantwortlich und vertrieb das palästinensische Volk systematisch. Von Beginn stammt unter anderem folgende Aussage: “Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind wie Gott auf diesem Planeten. Wir unterscheiden uns von anderen Rassen wie diese sich von Insekten unterscheiden. Im Vergleich zu uns sind andere Rassen wie Vieh, sie sind der Abfall der Menschheit. Es ist unsere Bestimmung, über die anderen, minderwertigen Rassen zu herrschen. Sie werden unsere Füße lecken und uns wie Sklaven dienen.” Er wurde sogar von David Ben-Gurion, dem ersten Premierminister Israels, mit Adolf Hitler verglichen.

Der Zionist und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel erhielt den Preis im Jahre 1986. Wiesel ist einer der Männer, die nach dem Zweiten Weltkrieg begannen, den Holocaust für sich zu nutzen, indem sie ihn für sich beanspruchten und ihn verkauften. Ausführlich kann man dies in Norman Finkelsteins Buch „The Holocaust Industry“ lesen, indem beschrieben wird, wie Wiesel gemeinsam mit Organisationen wie dem World Jewish Congress (WJC) und der Anti-Defamation Legaue (ADL) Profit machte. Bis heute beklagt sich Wiesel über den weltweiten Antisemitismus und schwingt die Antisemitismus-Keule, wie es ihm passt. Nur zu dem Leid der Palästinenser und der Apartheid-Politik der israelischen Regierung hat er nicht zu sagen. Dafür wurde er schon mehrmals kritisiert.

2001 ging der Friedensnobelpreis an die UNO, angeblich „für ihren Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“. De facto hatte die UNO schon in den 90er Jahren während des Jugoslawien-Kriegs und während des Zweiten Golfkriegs versagt. Man wusste damals jedoch nicht, dass sie ein weiteres Jahrzehnt versagen wird, denn es brach abermals ein Krieg im Irak und in Afghanistan aus. Die Folgen des Irak-Kriegs sind noch deutlich zu spüren und ein Ende des Kriegs am Hindukusch ist absolut nicht absehbar. Gegenwärtig versagt die UNO auch in Syrien. Im Anbetracht der vergangenen Jahre kann man daraus den Schluss ziehen, dass die UNO dem Imperialismus der Großmächte nicht viel entgegensetzen konnte und deshalb auch nicht für Frieden gesorgt hat.

Als Barack Obama 2009 den Friedensnobelpreis entgegen nahm, war noch von „Change“ die Rede. Von dem gewünschten Wandel war allerdings keine Spur. Obama setzte nicht nur die Politik seines Vorgängers fort, sondern verschlimmerte diese sogar zum Teil. Er brach nicht nur sein Wahlversprechen bezüglich Guantánamo, sondern begann mit einem sehr umstrittenen Drohnenkrieg. Demnach tötet Obama tagtäglich per Unterschrift hauptsächlich unschuldige Afghanen an der afghanisch-pakistanischen Grenze. Des Weiteren führte er die NATO-Invasion in Libyen und fördert den Krieg in Syrien, indem er jene Gruppierungen fördert, die anderswo als „Al-Qaida-Terroristen“ gejagt werden. Wie dem auch sei, über diesen Warlord, der mit Frieden nicht das Geringste am Hut hat, habe ich schon in der Vergangenheit genug geschrieben. Deshalb belasse ich es dabei. 

Nun also, im Jahr 2012, verlieh man diesen Preis, der allem Anschein nach sowieso jegliche Bedeutung verloren hat, an die Europäische Union. Meiner Meinung nach hätte man lieber jemanden wie Julian Assange auszeichnen sollen oder einen Friedensaktivisten, der kein Blut an den Händen hat. Eine solche Auszeichnung hätte ein klares und deutliches Signal gesendet. Vor allem gegen jene, die Assange und andere mundtot machen wollen. Immer wieder schätzt und ehrt man chinesische Menschenrechtsaktivisten, die in ihrem Land gejagt und gefoltert werden. Man muss sich hierbei jedoch fragen, woher der Westen diese Arroganz nimmt, während er mit den eigenen Leuten selbiges macht. Wäre dem nicht so, könnte sich ein Assange doch frei bewegen und müsste sich nicht in einer ecuadorianischen Botschaft einsperren.

Wie dem auch sei, der Preis ging trotzdem an die „Organisation EU“. Wie es sich für einen Friedensnobelpreisträger gehört, will die EU wohl demnächst einen neuen Krieg beginnen. Nach Mali soll es diesmal gehen. Als Vorwand dienen wieder einmal die „bösen Islamisten“. Wie diese imperialistischen Machtspiele begannen und ausgingen, kennen wir ja schon.