Folgen eines gefeierten Putschs

Ägyptens erste demokratisch gewählte Regierung wurde vergangene Woche nach nur einem Jahr vom Militär abgesetzt. Man braucht kein Unterstützer der Muslimbrüder oder des nun ehemaligen Präsidenten Mohammad Morsi sein, um zu erkennen, dass dies sicherlich kein Grund zum Feiern ist. Obwohl gejubelt wird, sind die Folgen alles andere als positiv.

Pro-Morsi-Demonstranten in Kairo (Foto: Reuters)

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Hoodbhoys lächerliche Aussagen

SPIEGEL-Korrespondent Hasnain Kazim führte ein Interview mit dem pakistanischen Atomphysiker Pervez Hoodbhoy. In diesem Gespräch gab der Wissenschaftler so einige krude Theorien von sich, die der Interviewer komischerweise meistens einfach so stehen ließ, ohne groß nachzuhaken. Hoodbhoys Meinung ist ziemlich eindeutig: Der Islam ist an allem Schuld und 1,5 Milliarden Muslime haben innerhalb der letzten ein Tausend Jahre nichts auf die Reihe gebracht. Ich will kurz deutlich machen, warum der Mann mit dem Großteil seiner Aussagen falsch liegt.

Quelle: thefridaytimes.com

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Der „neue“ Obama

Barack Hussein Obama ist für seine zweite Amtszeit vereidigt worden. Die Zeremonie wurde weltweit übertragen und war ein Spektakel in den USA. Später sah man den US-Präsidenten mit seiner First Lady tanzen. Die Obama-Sprösslinge machten fleißig Fotos und feierten ihren „Daddy“. Währenddessen töteten US-Drohnen wieder einmal Menschen im Jemen.

Quelle: http://i.telegraph.co.uk

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Libysches Chaos

Vor genau einem Jahr wurde der libysche Diktator Muammar Gaddafi von Bewaffneten auf offener Straße in Sirte hingerichtet. Diese bewaffneten Kämpfer wurden vom Westen unterstützt. Schon damals schrieb ich, dass der Tod Gaddafis alles andere als ein Grund zum Jubeln sei. Diese Annahme hat sich nun nach einem Jahr bestätigt.

Mittlerweile ist eines auf jeden Fall klar: Muammar Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 absichtlich auf grausame Art und Weise mitsamt sechsundsechzig Anhänger von den sogenannten Rebellen hingerichtet. Dies geht aus einem Bericht von Human Rights Watch hervor, der vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. Das Gerücht, dass es damals zu solch einem Massaker gekommen ist, war schon kurz nach dem Tod Gaddafis im Umlauf. Trotzdem wurde sein Tod von allen gefeiert. Nicht nur arabische Staaten jubelten, sondern auch europäische Politiker gratulierten dem libyschen Volk zu diesem „Erfolg“. Es war abscheulich, wie hier weltweit die Hinrichtung eines Mannes gefeiert wurde.

Gaddafi war alles andere als unumstritten. Der narzisstische Despot wusste, wie er sich zur Schau stellte und ging auch mit politischen Gegnern hart um. Nichtsdestotrotz zählte er zu den besten Freunden von Silvio Berlusconi und wurde von Nicolas Sarkozy in Paris immer ehrenvoll empfangen. Gaddafi wurde stets vom Westen, allen voran von Europa, gefördert. Immerhin war er es, der die zahlreichen afrikanischen Flüchtlinge vom Festland fern hielt. Alle nordafrikanischen Diktatoren waren Marionetten der westlichen Politik. Sie machten die Drecksarbeit und sicherten dadurch nicht nur ihren eigenen Wohlstand, sondern auch den des Westens. Gaddafi war wohl der Temperamentvollste unter ihnen, deshalb konnte er auch unangenehm werden.

Trotzdem hat der „böse Diktator“ zu Lebzeiten gar nicht so wenig für sein Heimatland getan. Als er in Libyen an die Macht kam, war das Land offiziell die ärmste Nation der Welt. Gaddafi brachte den nordafrikanischen Staat auf Platz 63 der reichsten Nationen. Eine lange Zeit waren die 120 libyschen Stämme untereinander verfeindet und bekriegten sich permanent. Gaddafi schaffte es, alle Stämme friedlich zu vereinigen. Zu Zeiten Gaddafis zählte das libysche Gesundheitssystem zu den besten des Nahen Ostens. Außerdem beteiligte er die Bevölkerung an den Einnahmen des Öl-Verkaufs.

Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass Gaddafi afrikanische Staaten mit zinslosen Darlehen unterstützte. Libyschen Staatsbürgern standen ebenfalls zinslose Kredite zur Verfügung. Des Weiteren plante Gaddafi, eine einheitliche afrikanische Währung einzuführen, den Gold-Dinar. Der Gold-Dinar wäre mit den Goldreserven des jeweiligen Landes gedeckt gewesen und hätte als Konkurrenz gegenüber dem Euro und dem US-Dollar fungiert. Dies hätte den Finanzherrschern in Washington und London sicherlich nicht so gefallen.

Von all diesem Fakten spricht nun niemand mehr. In Libyen fand nahezu das Gleiche statt, was gegenwärtig in Syrien passiert. Gaddafi und sein Clan wurden zu Teufeln erklärt und die Welt macht mit, indem sie einer einseitigen Medienberichterstattung und gekauften Politikern Glauben schenkt. Gaddafi wurde von jenen Kämpfern ermordet, die schon seit Monaten in Syrien Unschuldige massakrieren, Kulturerbgüter wie den historischen Markt von Aleppo abfackeln und dafür noch gefeiert werden.

Auch die Mörder Gaddafis wurden vom Westen gefeiert. Als jedoch vor einigen Wochen der amerikanische Botschafter in Benghazi von genau diesen Leuten ermordet wurde, war das Ganze nicht mehr so lustig. Plötzlich war in den Medien wieder einmal von „Al-Qaida“ die Rede. Umso witziger ist es, wenn die gleichen Personen in Syrien „Aktivisten“ oder „Rebellen“ genannt werden.

Nach der Ermordung Gaddafis sind genau jene bürgerkriegsähnlichen Zustände eingetreten, die ich vorhergesagt hatte. Seit der NATO-Intervention herrscht ein Chaos in Libyen. Milizen bekriegen sich, allein gestern gab es wieder fünfzehn Tote in Tripolis. Jede Woche sterben Unschuldige und die vergrabenen Feindschaften zwischen den Stämmen scheinen wieder aufzuerstehen. Benghazi und andere Städte sind immer noch zerstört. Als im vergangenen Juli die Wahlen zum libyschen Nationalkongress stattfanden, brüstete sich die westliche Staatengemeinschaft damit, Demokratie nach Libyen gebracht zu haben. Dass dort jedoch immer noch ein Chaos herrscht und tagtäglich Menschenrechte gebrochen werden, scheint niemanden mehr zu interessieren.

Der Friedensnobelpreis und die Europäische Union

Dieses Jahr geht der Friedensnobelpreis an die Europäische Union. Christian Rickens von SPIEGEL-ONLINE will den Lesern ernsthaft weismachen, dass es an dieser Entscheidung nichts zu kritisieren gäbe. „Außer ein paar schrägen Figuren vom rechten oder linken Rand wird sie niemand ernsthaft kritisieren können“, so Rickens. Nachdem man so etwas gelesen hat, fragt man sich ein immer mehr, wie lange man dieses Blatt noch ernst nehmen soll.

Es mag zwar sein, dass die Europäische Union dem europäischen Kontinent eine gewisse Stabilität und Sicherheit gebracht hat, doch es wird auch immer wieder gerne vergessen, dass dies auf Kosten anderer Völker und Nationen geschieht. Innerhalb Europas findet kein Krieg statt, wie man aber den Begriff „Frieden“ definiert, ist eine komplett andere Sache.

Der Wohlstand und die sichere Existenz Europas wird vor allem auf den Schultern des verarmten und ausgebeuteten afrikanischen Kontinents getragen. Allen voran ist hier die Einwanderungspolitik der EU zu kritisieren. Man unterstützte Diktatoren wie Gaddafi und Mubarak, um sie sich als geeignete Handlanger gefügig zu machen. So hielt man die zahlreichen Flüchtlingswellen fern und ließ junge Afrikaner, die ihren „European Dream“ verwirklichen wollten, im Meer ertrinken.

Als der Arabische Frühling ausbrach, ließ man jene Despoten, die sonst in Paris und Rom mit Jubel und Applaus empfangen wurden, fallen. Die Flüchtlinge gibt es jedoch bis heute. Kein Wunder, denn durch verschiedene Subventionen der EU zerstörte man die Existenz zahlreicher, afrikanischer Arbeiter. Darüber schrieb damals sogar SPIEGEL-ONLINE, doch am heutigen Tage will man darüber nicht sprechen.

Tagtäglich zerstört die europäische Politik das Leben von zahlreichen Menschen in der Dritten Welt. Gleichzeitig will die Europäische Union diese Menschen nicht auf dem europäischen Festland haben. Jenen Menschen, die den Kontinent erreicht haben, werden dann erneut zahlreiche Steine in den Weg gelegt. Vor allem rechtspopulistische und fremdenfeindliche Parteien finden in den Flüchtlingen geeignete Sündenböcke, um sie für jedes Übel verantwortlich zu machen. Man darf nicht vergessen, dass auch diese Parteien ein Teil Europas sind. Einige ihrer Vertreter sitzen im Europäischen Parlament wie zum Beispiel der Österreicher Andreas Mölzer, ein Mitglied der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Mölzers Partei warnt oft vor den „bösen Islamisten, Asylanten und Sozialschmarotzern“.

Auch solche Politiker repräsentieren die EU und sie haben sicherlich nicht einen derartigen Preis verdient. Rechtspopulistische Hetzer tragen nichts zu einem friedlichen Miteinander bei, sondern spalten die Bevölkerung. Trotzdem geht der Friedensnobelpreis an die „Organisation EU“. Eine Organisation, die viele Lücken und Schattenseiten hat. Gegenwärtig ist das europäische Volk alles andere als glücklich. Man braucht sich nur die finanzielle Lage Griechenlands, Spaniens und anderer EU-Mitgliedsstaaten anzuschauen. Von Tag zu Tag steigt die Arbeitslosigkeit, doch die Politiker in Brüssel pumpen das Geld weiterhin in skrupellose Banken, denen das Wohl der Menschen herzlich egal ist.

Währenddessen herrschen Kriege in der Arabischen Welt. Man darf nicht vergessen, dass Europa der wichtigste Verbündete der USA ist. Demnach unterstützt auch Europa den Stellvertreterkrieg in Syrien und die bewaffneten Konflikte in Libyen und in anderen Staaten. Europäische Soldaten sind in Afghanistan stationiert und sie waren auch im Irak. Bis heute herrscht in beiden Ländern alles andere Frieden.

Die Europäische Union genießt den Scheinfrieden auf dem Festland auf Kosten anderer. Deshalb hat sie den Friedensnobelpreis nicht verdient. 2009 erhielt Barack Obama den Friedensnobelpreis. Darum darf man sich auch über die diesjährige Entscheidung nicht wundern. Man braucht keine „schräge Figur vom rechten oder linken Rand sein“, um das zu kritisieren.