Massenmedien – auf dem rechten Auge blind

In den USA erschoss ein Mann drei Menschen und rief während seiner Festnahme „Heil Hitler“. Die Medien zogen es vor, von einer „Schießerei“ zu berichten. Dieses altbekannte Spiel ist keine Überraschung. Mittlerweile ist nämlich bekannt, dass das Wort „Terrorist“ ausschließlich für Täter mit muslimischem Hintergrund reserviert ist.

Weiterlesen

Advertisements

Bushido und der Nahost-Konflikt

Im Nahen Osten massakrieren sich die Menschen gegenseitig, der afrikanische Kontinent hungert und wird ausgebeutet und auch in Europa sieht die Lage mit Blick auf Griechenland oder Spanien ziemlich miserabel aus. Währenddessen hat die deutsche Politik- und Medienlandschaft andere Probleme. Rapper Bushido soll gegen eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten sein. Ein Hinweis darauf ist angeblich sein Twitter-Profilbild. Politiker sprechen von einem „Skandal“.

image

Weiterlesen

Realitätsfremd

Heute veröffentlichte ZEIT-Online ein Interview mit dem Vizedirektor des Simon-Wiesenthal-Centers, Rabbi Abraham Cooper. Dieser verteidigte die vor Kurzem erschienene „Antisemiten-Liste“ und forderte Jakob Augstein auf, sich bei seinen Lesern und dem jüdischen Volk zu entschuldigen. Da einige Aussagen des Rabbis mehr als nur absurd sind, will ich kurz auf diese eingehen.

 

Rabbi Abraham Cooper

Rabbi Abraham Cooper

Weiterlesen

Hier Antisemitismus, dort Antisemitismus

Das amerikanisch-jüdische Simon-Wiesenthal-Center (SWC) hat wieder einmal mit den jährlichen „Top Ten der Antisemiten und Israelkritikern“ für Schlagzeilen gesorgt. In Anbetracht der Tatsachen sollte man diese Liste kritisch betrachten, denn es ist sehr fragwürdig, wenn eine international anerkannte Menschenrechtsorganisation Antisemitismus mit Israelkritik gleichsetzt.

Latuff nimmt's mit Humor

Karikaturist Latuff nimmt das Ganze wohl mit Humor auf
Quelle: latuffcartoons.wordpress.com/

Weiterlesen

Pro-Broder oder Antisemit

Spiegel-Kolumnist Jakob Augstein machte mit seinem Artikel zu den jüngsten Protesten in der islamischen Welt auf sich aufmerksam. Vor allem eine Person schenkte ihm sehr viel Aufmerksamkeit, nämlich Henryk M. Broder, seines Zeichens Publizist und Autor. Er ließ sich über seinen Blog verbal über Augstein aus und bewies wieder einmal, wie gerne er mit der Antisemitismus-Keule schwingt.

Die Nörgeleien Broders ist man schon aus der Vergangenheit gewohnt. Sei es in Talk-Shows oder im Internet, der paranoide Herr Broder wittert immer und überall Antisemitismus. Um auch genug Aufmerksamkeit zu bekommen, macht er auch gerne vor vulgärer Sprache nicht halt. Auch dieses Mal ist dies der Fall. Auf Broders Blog konnte man lesen, wie er Augstein als „antisemitische Drecksschleuder“ bezeichnet. Außerdem vermutet er, dass Augstein eine gute Karriere unter den Nazis gemacht hätte, wenn er nicht später auf die Welt gekommen wäre.

Nun fragt man sich, was genau an Augsteins Aussage antisemitisch war. In seinem Artikel erwähnte er unter anderem, dass aus den gegenwärtigen Unruhen hauptsächlich die Republikaner und die israelische Regierung einen Vorteil für sich ziehen können. Des Weiteren behauptete er, dass die wütenden Demonstranten, die man immer in den Nachrichten sieht, nur Opfer seien. Das einzelne Gewalttäter an sich keine Opfer sein können, kann man nicht bestreiten. Das Antisemitische für Broder war jedoch, dass man sich hier die USA und Israel als Täter heraus suchte. Es liegt auf der Hand, dass durch die gegenwärtigen Proteste und durch die Fokussierung der Medien geschickt vom Syrien-Krieg, aber auch vom Afghanistan-Krieg abgelenkt wird. Der Israel-Iran-Thematik wird ebenfalls zum jetzigen Zeitpunkt nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wer davon seine Vorteile zieht, sollte wohl klar sein.

Broder wird wohl weiter toben und polarisieren. So wie er es in der Vergangenheit schon oftmals getan hat. Immerhin ist er derjenige, der Antisemitismus mit Antizionismus gleichstellt und damit jene beschimpft, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen. Er ist derjenige, der sich auch schon einen Kampf vor Gericht mit Evelyn Hecht-Galinski geliefert hat. Für Broder ist auch sie, die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, nichts weiter als eine Antisemitin, eine „selbsthassende Jüdin“.

Man darf auch nicht vergessen, dass Broder einer derjenigen war, der die mediale Hetzkampagne gegen Günter Grass und dessen Gedicht angeführt hat. Ihn bezeichnete er unter anderem als „nicht ganz dicht“ und als „modernen Antisemiten“.

Broder beschwert sich über so ziemlich alles. Nur nicht über die Politik Israels und über andere Themen, die eigentlich von Belang sein sollten. Über die deutschen U-Boote, die Israel als Geschenk erhielt, hat er sich zum Beispiel nie aufgeregt. Auch nicht über die gegenwärtigen Kriege, die von den westlichen Staaten hier und da geführt werden. Stattdessen bezeichnet er andere Personen als heuchlerisch oder doppelmoralisch. Und nicht zu vergessen sind eine Milliarde Muslime, über die er sich auch ständig aufregt. In seinem Buch „Hurra, wir kapitulieren!“ schreibt Broder, dass diese „chronisch zum Beleidigtsein und zu unvorhersehbaren Reaktionen neigen“.

Was Broder da seit Jahren betreibt, ist im Grunde genommen ein gefährliches und sehr provokantes Spiel. Das Wort „Antisemit“ wird von Broder nicht nur zu oft verwendet. Nein, er gebraucht es auch für nahezu jeden, der nicht seiner Meinung ist. Er bestimmt nahezu schon, wer ein Antisemit ist und wer nicht. Personen wie Broder meinen, dass sie manche Wörter für sich in Anspruch nehmen und deren Bedeutung verdrehen können. Das Gleiche gilt übrigens für den Begriff „Holocaust“, der im Laufe der Geschichte schon hundertfach missbraucht wurde, um die eigenen Interessen umzusetzen. Interessen, die im Grunde genommen nichts mit den Opfern des Holocausts zu tun haben.

Genaueres dazu schrieb Norman Finkelstein in seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“. Als Folge darauf wird er bis heute als „selbsthassender Jude“ und als „verrückt“ bezeichnet. Abgesehen davon hat er seine Stelle an der DePaul University verloren und ihm ist es nicht mehr gestattet nach Israel zu reisen. Dass er einen Großteil seiner Familie während des Holocausts verlor, interessierte auch niemanden mehr. Am wenigsten den Herrschaften in Israel.

Finkelstein und anderen passiert so etwas, weil es Menschen gibt wie Broder. Menschen, die auf allem herum treten, was ihnen nicht in den Kragen passt. In seinem neuesten Artikel vergleicht Broder die Demonstranten aus der islamischen Welt mit Kleinkindern, die auf sich aufmerksam machen wollen und unerzogen sind. Broder vergisst allerdings, dass kleine Kinder auch gerne meckern, nörgeln und nicht wissen, wie sie sich auszudrücken haben.