Von Haut aus verdächtig

Ich wurde Opfer von „Racial Profiling“ – mal wieder.

Foto: plassen/flickr.com

Es ist mittags und ich sitze in einem Fernbus, irgendwo zwischen Innsbruck und München. Im Halbschlaf merke ich, dass der Bus hält und denke mir, dass wir wahrscheinlich in Garmisch-Partenkirchen sind. Plötzlich tippt jemand auf meine Schulter. Während ich die Augen öffne, verlangt der Mann – ein Zivilpolizist – nach meinem Ausweis. Währenddessen verlangt seine Kollegin selbiges von dem jungen Mann neben mir. Bevor ich ihm meinen Pass gebe, schaue ich um mich und merke, dass »wir« wieder einmal die Einzigen sind.

»Wir« – das sind Menschen, die – wie es Polizisten so schön ausdrücken – ins »Täterprofil« passen, Leute mit dunklerer Haar- und Hautfarbe. »Ach, schon wieder nur die Schwarzköpfe? Das nennt man Racial Profiling. Dass das gesetzeswidrig ist, wissen Sie, oder?«, entgegne ich dem Beamten. Sichtlich überrascht schaut er mich kurz an, blättert durch meinen Pass und gibt ihn mir wieder. Seiner weibliche Begleitung schien meine Aussage nicht gefallen zu haben. »Jaja, Profiling«, meckert sie vor sich her, während sie weiterhin Fahrgäste kontrolliert, unter anderem ein afrikanisch aussehendes Mädchen und ein paar andere »Südländer«. »Europäisch aussehende Menschen« waren von der Kontrolle nicht betroffen. Als ich die Polizistin nach ihrer Dienstnummer fragte, wurde ich schlicht und einfach ignoriert.

Solche Kontrollen sind für mich nichts Neues. Egal ob in der Bahn oder im Bus – vor den Zivilbeamten, die es gerne nur auf mich, der Frau mit dem Kopftuch oder dem Mann mit dem Rastalocken abgesehen haben, ist man nicht sicher. Zugegeben, so schnell wie bei diesem Mal lief eine Kontrolle noch nie ab. Für gewöhnlich greift der Beamte zum Mobiltelefon und buchstabiert die meist fremd klingenden Namen seinem Kollegen, der sie dann überprüft.

Wahrscheinlich war der Polizist verwundert, dass jemand auf seine illegale Aktion hingewiesen hat. Genau, Racial Profiling – das willkürliche Kontrollieren nach Äußerlichkeiten – ist gesetzeswidrig. Im Oktober 2012 erklärte das Oberverwaltungsgericht in Koblenz die Praxis für rechtswidrig. Erst vor Kurzem war Deutschland aufgrund des Profilings im Fokus internationaler Kritik. Tatsachen, die allem Anschein nach vom »Freund und Helfer« in keinster Weise aufgenommen wurden. Die Reaktion der Beamtin war hierfür lediglich ein weiterer Beweis.

Auch für den »deutsch aussehenden« Otto-Normalverbraucher sind solche Aktionen etwas ganz Normales. Hauptsache, man wird selbst nicht kontrolliert. Noch kein einziges Mal habe ich erlebt, wie sich jemand über solche Kontrollen empört hat. Es wird lediglich weg geschaut. »Die machen nur ihre Arbeit«, rechtfertigen viele das Vorgehen der Polizei. Diese Menschen haben gut reden. Sie wurden noch nie in der Öffentlichkeit aufgrund ihres Aussehens schikaniert. Ihnen wurde noch nie unterstellt, ein Drogendealer oder ein illegaler Einwanderer zu sein.

In gewissen Parteikreisen wird Racial Profiling mit all diesen Begründungen gerechtfertigt. Ein Mitglied der Jungen Union wollte mir einst weismachen, dass man eben nur auf diese Art und Weise radikale Islamisten ausfindig machen könne. Von NSU-Terroristen und der Tatsache, dass rechtsextremer Terror weitaus präsenter ist als islamistischer, wollte er nichts wissen. Selbiges gilt im Übrigen auch für die Polizei. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ein Glatzkopf mit typischer Neonazi-Erscheinung – NSDAP-Symbolik, einschlägigen Tattoos und Springerstiefeln – vor meinen Augen ignoriert wurde, während der Polizist wieder einmal auf mich zuging.

Das Urteil von Koblenz hält die Polizei nicht vom Racial Profiling ab. Die deutsche Polizeigewerkschaft ist damals sofort über das Urteil hergefallen und bezeichnete es als »schöngeistige Rechtsprechung«. Laut den Beamten wissen Juristen und Richter eben nicht, wie es auf »draußen der Straße« abläuft. Nach einer solchen Aussage sowie dem alltäglichen Verhalten von Polizeibeamten fragt man sich, in was für einen Staat man eigentlich lebt. Sowohl das richterliche Urteil, als auch die internationale Rüge hindern die Uniformierten nicht daran, weiterhin rassistisch und diskriminierend vorzugehen. Die Betroffene fühlen sich oft allein und hilflos – mit Recht. Seitens der Regierenden gibt es keine Initiativen gegen Racial Profiling. Wer nicht blond und blauäugig ist, hat eben Pech gehabt.

Erstveröffentlichung: neues deutschland, 10.05.2014

18 Gedanken zu „Von Haut aus verdächtig

  1. Amen. So siehts aus. Ganz toll ist auch wenn einem der „deutsch aussehende Otto Normalverbraucher“ erklärt das er einem nicht glaubt das es so zugeht, schließlich habe er das ja noch nie erlebt. Noch schöner ist es dann wenn einem vorgeworfen wird sich selbst immer in die Opferrolle zu begeben und schließlich kontrollieren die einen ja nicht Grundlos. „Ach komm, irgendwas hast du doch bestimmt angestellt oder?“

    Danke für den Artikel. Du schreibst mir aus der Seele.

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  2. Als Hartz IV-Empfänger kann ich in etwa, glaube ich, nachvollziehen, wie du dich fühlst. Für mich ist es oftmals unerträglich, wenn ich z.B ins Schwimmbad mit meinem Sohn möchte und meinen Hartz IV-Bescheid vorzuzeigen habe (in Holzminden gibt es nicht einmal einen Städtepass. Wobei es mit dem auf das Selbe hinauslaufen dürfte).

    Ich erlebe neben dem klassischen Rassismus zunehmen einen Ismus der zur Ausgrenzung jener führt, die weniger Geld und keine bezahlte Arbeit haben. „Monetär-Rassismus“ auf Grundlage von „monetärem Faschismus“ benenne ich das im Mangel eines Fachbegriffs

    Doch hoffe ich sehr, dass mit jeder neu hinzukommenden Generation das empathische Bewusstsein um ein Vielfaches zunimmt und also damit solche Ausgrenzungen, wie du und ich sie erleben, immer seltener erlebt werden.

    Womit ich niucht bewerten möchte, dass ich genau so betroffen bin, wie du! Denn das hängt wohl der Erdung desjenigen ab, der so behandelt wird, dass ihm bewusst ist „nicht so zu sein, wie erwünscht“. Mir geht es lediglich darum, aufmerksam zu machen, dass Ausgrenzungen schmerzhaft sind und in Zukunft hoffentlich der Vergangenheit angehören!

    Danke, für deinen Artikel!

    Herzliche Grüße
    Axel

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    • Hallo Axel,
      ich glaube das fachwort wonach du suchst, könnte „klassismus“ sein. auf wikipedia gibts da auch ne definition😉 debatten zur faulheit von Hartz 4 Empfänger_innen oder auch äußerungen zum „asozialen“ auftreten von Menschen werden auch als teil dieser art der diskriminierung verstanden. ich finds übrigends sehr nett und angemessen, wie du dich ausdrückst🙂

      liebe grüße,
      Musafir

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  3. Ich habe im Zug selbst mal eine Kontrolle erlebt, bei der nur „orientalisch“ aussehende Menschen kontrolliert wurden. Die abwertenden Blicke anderer im Abteil veranlassten mich dazu die Polizisten darauf anzusprechen. Diese meinten nur: Möchten sie etwa, das wir sie in Zukunft auch kontrollieren/erfassen? (Ich bin Blond und Blauäugig)
    Nach der Dienstnummer gefragt wurde dies nur mit einem lächeln beantwortet und ignoriert.
    Danach bekam ich den Rest der Fahrt die selben belustigt und zugleich verachtenden Blicke zu spüren, wie die Kontrollierten.

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    • Hallo Chris! Es sind Menschen wie du, die einem Betroffenen in dieser Situation so gut tun. Danke und Respekt für Deinen Einsatz. Aus Erfahrung weiß ich, wie schmerzhaft gleichgültige, feige oder ignorante Zugmitfahrer sein können.
      Danke für deine Zivilcourage und Hut ab!

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  4. Man sollte generell allen Polizisten die man beim offensichtlichen „Racial Profiling“ beobachtet mal sprichwörtlich auf die Füße treten und sie auf die Illegalität ihrer Tat aufmerksam machen.

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  5. Obwohl ich so deutsch bin wie unsere deutschen Kartoffeln, irgendwann wurde ich importiert, aber keiner erinnert sich mehr daran, fühle ich mich dennoch betroffen. Das geht uns alle etwas an.
    Ich möchte mich nicht darüber äußern, ob ich jemals irgendwelche unter das Betäubungsmittelgesetz fallende Substanzen zu mir genommen habe.
    Tatsache ist, ich wohne in München, einer Stadt mit hoher Polizeipräsenz und wurde in meinem Leben noch nicht kontrolliert.
    Ich kann mich nicht erinnert jemals von Polizisten nach meinem Ausweis gefragt worden zu sein – außer am Flughafen an der Passkontrolle. Warum? Weil ich so deutsch aussehe, wie man nur aussehen kann. Anbei: in meinen Augen darf man den Verfasser als ebenso „deutsch“ Bezeichnen, so er es denn wünscht.

    Racial Profiling ist ein Faktum und wird wie hier richtig dargestellt auch nicht von der Polizei bestritten. Es wird begründet. Um diese Begründung sollte man sich Gedanken machen.
    Das Gericht argumentiert dass wir rechtlich alle als gleich anzusehen sind, die Polizei argumentiert, dass es einen deutlich erhöhten Prozentsatz von Menschen gibt die undeutsch aussehen und sich ordnungswidrig verhalten.
    Dazu zwei Gesichtspunkte:
    Eine Studie fand einst heraus, dass man etwa nur 20% Bestätigung braucht um eine vorgefertigte Meinung als zutreffend anzusehen.

    Die absolute Anzahl – hier hat die Polizei recht – von Ordnungswidrigkeiten pro Mensch liegt bei undeutsch aussehenden Menschen etwas höher. Das liegt nicht an ihrem Aussehen, sondern an der statistisch höheren Armut. Wenn man die Menschen erst nach Herkunft sortiert und dann nach Einkommen merkt man dass die Kriminalität bei gleichem Einkommen gleich liegt.

    Das letztere ist also die Argumentation der Polizisten. Auch wenn es unrecht ist sehen sich Polizisten in ihrer heiligen Pflicht Menschen hinterherzulaufen, die prozentual öfter gegen Recht und Ordnung verstoßen. Das ist aber erstens nicht, selbst wenn es begründet wäre, mit unserer Werteordnung – der Menschenwürde – vereinbar, außerdem ist es nicht verhältnisgemäß. Es gibt einen viel viel zu geringen Teil an nicht deutsch aussehenden Menschen in der Polizei, es gibt also wenige die mit den zu unrecht profilierten mitfühlen können. Außerdem ist der Unterschied viel zu gering.

    Eine bessere Art des Profiling wäre ganz einfach arme Menschen vermehrt zu kontrollieren – statistisch gesehen. Das wird aber, vielleicht noch viel mehr, ebenfalls gemacht, und ist ebenfalls ein wenig menschlich unwürdig.

    Es gibt also eine Reihe von Problemen. Die Angst vor Einwanderung, die Schwierigkeit, die die Menschen haben jemanden der hier aufgewachsen ist als deutsch zu bezeichnen, sie selbst mit eingeschlossen.

    Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Geht ihn mit!

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  6. Hallo lieber Emran,

    auch wenn es nur ein schwacher Trost ist: Ein paar Freunde und ich gehen immer zu Polizist_innen, die rassistische oder anderweitig schubladengetriebene Kontrollen durchführen und machen sie darauf aufmerksam, dass ihre Handlungsweise als rassistisch abzulehnen ist. Manche sind nur genervt und drehen einem den Rücken zu, andere hören sich das an und scheinen die Kritik an sich heranzulassen. Dennoch habe ich ständig das Gefühl, dass die meisten Polizist_innen blind ihren Vorgesetzten gehorchen und zumindest während der Dienstzeit das Gehirn auf Standby schalten.

    Solidarische Grüße aus Mecklenburg
    Alexis

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  7. Sonntag 11.05. Spiegel-TV : Eine Bootsfahrt von circa 150 eindeutig rechter/faschistischer Hooligans/Anhänger von Werder Bremen wird von knapp über 40 Polizisten kontrolliert. Obwohl bei circa 50 Hools die Personalien registriert wurden, konnten die anderen circa 100 unkontolliert gehen. Die privaten Handy-Aufnahmen von dieser Aktion dokumentieren das leider wenig engagierte Eingreifen der Ordnungshüter. Der Kommentar der Bremer Polizei dazu war : „die Aktion lief planmässig und gut.“ Der Kommentar des Bremer Innensenators : „Leider wurde versäumt, alle Mitfahrenden zu kontrollieren.“ Die besondere Art der Ermittlungs und Beweisicherungspraxis, die ja schon in dem NSU Fall anschaulich bewiesen wurde, scheint hier eine Fortsetzung zu finden. Bestimmt ist nicht die Mehrheit der Polizei von einem solchen Geist vergiftet, aber warum stellt sich nicht die GDP und eine Mehrheit der unorganisierten Angehörigen Öffentlichkeits wirksamer dagegen ? Wenn auch viele Polizisten diese oft eingeforderte ZIVILCOURAGE zeigen würden, wäre auch Racial Profiling hoffentlich bald keine ständige Praxis mehr .

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  8. Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich Ihre Motivation diesen Artikel zu schreiben vollkommen nachvollziehen kann. Ein gewisser Abdel Karim (www.google.de) schafft es solche Szenarien mit einem gewissen Humor zu versehen.
    Sicherlich gibt es bei der Polizei Beamte die diese Art Rassismus sehr stark leben. Andererseits, solange es nicht über das Zeigen des Ausweises hinaus geht sehe ich keinen Grund sich ernsthaft zu beschweren.
    In unserer westlichen Welt gilt das Schema „dunkle Haare, bärtig und arabisch“ als potentiell verdächtig, das ist Fakt.
    Das dies nicht richtig ist, darüber brauchen wir nicht zu streiten.

    Aber laufen Sie doch mal mit blonden Haaren und blauen Augen durch Bagdad und erzählen mir wie Sie sich fühlen.

    Solche Dinge sind in der heutigen Welt mit all seinen Vorurteilen alltäglich und wenn es für Sie unerträglich ist, müssen Sie (so hart es auch klingt) sich eben überlegen wo Sie diese Probleme auf der Welt nicht haben.

    Sicherlich ist Ihr Text ein guter Weg um die kommende Generation „besser“ zu machen!

    Viele Grüße,
    Julian

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    • Julian, rassistische Polizeikontrollen sind in einer pluralen Gesellschaft nicht akzeptabel, selbst wenn es nach dem Ausweis zeigen noch einen Keks als Trost gäbe. Was nützt da der Vergleich mit anderen Städten oder Ländern? Ich zietiere hier mal einen ganz coolen BRD-Bestseller: „(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. […]
      (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. […]“

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  9. Vielen Dank für den Eintrag. Mir war das so noch nie aufgefallen, werde jetzt darauf achten. Ich hatte im Urlaub einmal einen Zöllner kennen gelernt, der mir erzählte nach welchem Muster sie Autos raus ziehen. Autobahn A3 an der Grenze zu NL. Es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Er meinte, dass wenn sie ein Auto mit jungen Männern rausziehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit fündig zu werden, wesentlich höher als wenn sie eine Familie rausziehen.

    Zur bayrischen Polizei halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass sie „Umsatz“ machen müssen, d. h. pro Schicht müssen x EUR an Strafzetteln verteilt werden. Vielleicht erhofft man sich bei einer Kontrolle vielleicht eher etwas zu finden, um „Umsatz“ machen zu können.

    Es wäre gut, wenn Polizisten einmal den Alltag von Dir bzw. anderen Menschen erleben könnten. Dann würden sie sich wahrscheinlich anders verhalten. Ich denke allerdings auch, dass es gut wäre, wenn ein jeder von uns einmal den Polizeialltag erleben würde, denn das stelle ich mir auch nicht zu toll vor.

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  10. Hallo Emran,

    ich muss sagen, obwohl es offensichtlich ist, dass dieser Artikel wirklich stark einseitig geschrieben ist, mag ich ihn, weil er mir die Möglichkeit gibt, einige meiner Gedanken in Worte zu fassen und los zu werden, die schon langer Zeit in meinem Kopf schwirren.

    Kurz zu meinem Background: Männlich, geboren in Afghanistan, Wurzeln in Indien, Religion: Hindu, aufgewachsen in Deutschland – von Kindergarten bis Studienabschluss das Leben mit dunkler Haut und schwarzen Haaren unter hellhäutigen verbracht. Alter: 26.

    Ich kann nicht mit einer hohen Lebenserfahrung glänzen, aber ich muss sagen, dass seit meiner Feststellung, dass ich anders bin als die anderen, schon so einige Male Rassismus und Racial Profiling erlebt habe und mitfühlen kann, was du durchgemacht hast. Die berechtigte Frage lautet: „Warum ausgerechnet ich? Es sind 50 Reisende im Bus, und es werden die rausgepickt, die anders aussehen. Warum?“

    Das gleiche in grün: Wir stehen in der Schlange vor dem Club. Zwei hellhäutige kommen rein, zwei türkisch/arabisch/indisch/afghanisch etc. aussehende „passen nicht ins Klientel“. Warum? Wir haben doch nicht die Wahl, mit welcher Haut- und Haarfarbe wir geboren werden – und wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich sogar eine dunklere nehmen.

    Das Ergebnis ist: Man wird jedes Mal mit einem Löffel Hass gefüttert, Hass ist eine Form von Gewalt und Gewalt zeugt Gegengewalt!

    Der eine oder andere mag jetzt vielleicht denken: klar, vollkommen richtig, vollkommen berechtigt. Und das ist genau der Punkt wo ich sage: FALSCH!
    Und das geht nicht an dich, lieber Emran, sondern an jene, die glauben das Gegengewalt das Mittel ist, mit dem sie sich verteidigen können.

    Man muss sich in dem Beispiel einfach mal die Frage stellen: Warum machen Polizisten das? Warum machen unsere deutschen Mitbürger das? Und die Antwort ist völlig klar: Weil wir es ihnen anbieten. Mit „wir“ meine ich jene, die eben in das besagte visuelle Muster passen. Solange da draußen „Schwarzköpfe“ ihrem asozialen Verhalten kein Ende setzen, wird die gesamte „Schwarzkopf“-Gesellschaft darunter leiden.

    Ich verüble es den Polizisten nicht, dass sie nach meinem Pass fragen, wenn 20km weiter „Banden“ in Öffentlichkeit Menschen belästigen und Angst einjagen. Noch weniger stört mich die Kontrolle, wenn Männer der gleichen Haut/Haar-Konstellation in der U-Bahn Station einen Menschen krankenhausreif schlagen. Und ich freue mich sogar darüber kontrolliert zu werden, wenn radikale Islamisten unbemannte Koffer in die Bahn stellen. Warum? Weil es mir einfach das Gefühl der Sicherheit gibt, dass eine Uniform etwas gegen diese Verbrecher tut/tun muss oder will. Und genau da ist es meine Aufgabe zu zeigen und beweisen, dass ich nicht dieser Kategorie angehöre und mich von diesen Kreaturen distanziere.

    Wir sind Herr über unsere eigenen Stereotypen und solange wir nicht selbst daran arbeiten, dass die Menschen sagen ein kaputtes Bild von uns haben, darf uns ein solches Verhalten auch nicht wundern. Und der Mensch macht es sich gerne leicht, daher wird ein Polizist eher den Farbigen ausfragen, da er den Neonazi ohne Glatze nicht erkennen wird.

    Aber wenn wir vor unserer eigenen Haustür einmal gekehrt haben, geben wir der Uniform auch keinen Grund uns wegen irgendetwas zu belangen, sodass sie sich ein anderes Ziel suchen müssen. (Für Psychopathen in Uniform, die aufgrund ihres minderbemittelten Egos Opfer suchen, kann ich leider nicht sprechen.) Die Stichwörter lauten Erziehung, Bildung, Integration. Zeigt den Menschen durch Einsatz eures dunkelhäutigen Kopfes, dass es keinen Grund gibt, uns in einen Topf zu werfen. Unsere Kopf ist zwar dunkel bedeckt, aber innen drin ist er heller als irgendeine Haut.

    Mit besten Wünschen

    Sani

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  11. Man kann das durchaus verurteilen, dass Menschen mit dunklerer Hautfarbe häufiger kontrolliert werden, aber man sollte sich auch die Frage stellen, warum werden zum Beispiel Portugiesen oder Spanier nicht häufiger kontrolliert? Warum werden Russen, Afrikanern und Arabern häufiger kontrolliert? Warum macht man sich als Polizist lächerlich, wenn man eine Gruppe Japaner kontrolliert? Es gibt Statistiken über Verbrechen und da stechen bei Ausländern eben diese Gruppen hervor. Bei Afrikanern hat man häufig Verbrechen, die mit Diebstahl, Hehlerei, illegalem Aufenthalt und Menschenhandel zu tun haben, bei arabischen Menschen hat man oftmals mit Gewaltverbrechen, Diebstahl und Verbrechen, die im Zusammenhang von patriarchalischen Denkstrukturen zu tun. Russen (osteuropäische Menschen) sind oft in Gewaltverbrechen, Diebstahl und Schmuggel involviert.

    Das geben die Statistiken schlich her, wenn man also in eine Gruppe Menschen gerät, in denen 10 Ausländer und 30 Deutsche sich befinden, dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach statistisch größer, in der Gruppe von Ausländern fündig zu werden.

    Auch werden Deutsche nach Gruppen sortiert, an den Grenzübergängen zur Schweiz werden grundsätzlich Menschen mit teureren Autos kontrolliert (sollen wir jetzt die Diskreminierung der Autoklassen einführen) Rocker und Punks werden auch häufiger kontrolliert.

    Ihr besitzt nicht die falsche Hautfarbe, die Menschen, die die gleiche Hautfarbe besitzen haben einfach zu oft Mist gebaut und die Anderen müssen dafür jetzt büßen, dass ist nicht fair, aber wie sollte man sonst die faulen Äpfel von den guten trennen?

    Das es manche Polizisten aufgrund ihrer Position missbrauchen und ihre rechtsradikalen Ideologien freien Lauf lassen ist ein ganz anderes Thema (Polizei bei rechtsradikalen Aufführungen ist einfach nur ein erbärmliches Beispiel für diesen Berufsstand) auch die Gewalt, die durch Polizisten gegenüber Zivilisten angewandt wird ist ein Thema, aber in diesem Fall muss man leider sagen, dass ihr für darunter leiden müsst, dass manche Leute aus eurem Land zu viel Mist gebaut haben.

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  12. Als Pendler werde ich fast täglich mit dem „Racial Profiling“ konfrontiert: Beruflich als auch privat.
    Das Bundesland, indem ich lebe, hat mich vor einigen Jahren als Dolmetscher engagiert. Mehr als 43 Stunden pro Woche arbeite ich mit der Bundespolizei, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und zuweilen mit der Caritas. Umso mehr bedrückt es mich, dass mehr als einmal die gleichen Beamten, mit denen ich mich auch schon des längeren geduzt habe, am Bahnhof meinen Ausweis verlangt haben! Dabei war ich der einzige Reisende mit unüblichem Phänotyp. Die Beschwerde ergab, dass die entsprechenden Beamten mit folgenden Worten ermahnt wurden: „Sie dürfen doch niemanden kontrollieren, der seine Rechte und vor allem uns kennt.“
    Da stand ich nun, ich armer Tor.

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