Mubarak 2.0

Ägypten erlebt die blutigste Zeit seiner jüngeren Geschichte. Die aktuellen Ereignisse haben bewiesen, dass die einstige Mubarak-Diktatur nahezu ein Witz war im Vergleich zum gegenwärtigen Militär-Regime.

Graffiti in Kairo (Foto: Shafiq Musa)

Nachdem das ägyptische Militär die Protestcamps der Muslimbrüderschaft geräumt hatte, wurde am Nil ein einmonatiger Notstand ausgerufen. Das Geschehen, welches hauptsächlich unter Schlagzeilen wie „Islamistenlager wurde geräumt“ weltweit die Runde gemacht hat, kann man zu Recht als Massaker bezeichnen. Das Militär ging mit äußerster Härte gegen Demonstranten vor, benutzte scharfe Munition und kam mit Panzern angerückt.

Gezielt per Kopfschuss wurden nicht nur unbewaffnete Demonstranten getötet, sondern auch Journalisten. Offiziell bestätigt wurden bis jetzt der Tod eines Kameramannes, der für den britischen Sender Sky News tätig gewesen ist sowie jener der 26-jährigen Reporterin Habiba Ahmed Abd Elasis. Abd Elasis war für die in den Vereinten Arabischen Emiraten ansässige Zeitung Xpress tätig. Sie hatte keinen Arbeitsauftrag, sondern war lediglich auf Heimaturlaub in Ägypten. Mittlerweile wurde auch bekannt, dass der ägyptische Journalist Ahmed Abdel Gawad, der für die Zeitung Al Akhbar tätig gewesen ist, ermordet wurde.

Die Todeszahlen schwanken stark. Während das Militär die Anzahl der Opfer herunterspielt, schießt sie seitens der Muslimbrüderschaft im Stundentakt in die Höhe. So sprach die Regierung von 149 Toten, während die Muslimbrüder von über 2.000 Todesopfern und mehreren tausend Verletzten ausgingen. Laut Al Jazeera wurden mindestens 281 Menschen getötet. Andere arabischsprachige Medien berichten von mehreren hundert Toten. Die Nachrichtenagentur AFP geht allein von 124 Toten an der Rabaa Al-Adawija aus, an der sich eines des Protestlager befand.

Die achtzehnjährige Jasmin H. besucht gegenwärtig ihre Familie in Kairo. Am Platz an der Rabaa Al-Adawija nahm sie an einer Demonstration gegen den Militärputsch teil. „Die Demonstration hätte friedlicher nicht sein können. Sogar Küchenmesser, die für das Essen gedacht waren, wurden entsorgt“, so die junge Studentin. Sie fügt hinzu, dass eine vollständige Entwaffnung seitens der Demonstranten beabsichtigt wurde, um dem Militär keine Rechtfertigung für einen Angriff zu liefern.

Der Angriff fand allerdings statt und er war blutiger denn je. Kampfhubschrauber und Panzer schossen auf Demonstranten, die Erste-Hilfe-Stationen wurden samt Medikamenten verbrannt. Jede Person, die rein oder raus wollte, wurde laut Jasmin erschossen, auch Krankenwagen wurden angegriffen. Westlichen Journalisten wie den bekannten Nahost-Korrespondenten Karim El-Gawhary wirft die Studentin „Einseitigkeit“ und „Verharmlosung“ vor.

Und tatsächlich, eine gewisse Einseitigkeit ist präsent. Die Medien hielten sich zurück, als das ägyptische Militär den zwar unfähigen, aber immerhin demokratisch gewählten Morsi gestürzt hat. Man hielt sich auch zurück, als Anfang Juli die Gewalt eskalierte und neigte sogar dazu, den Putsch zu feiern, anstatt ihn zu verurteilen. Diese Einseitigkeit seitens Politik und Medien wurde nun vom Regime eiskalt ausgenutzt. Man wusste, dass es dem Westen schwerfallen wird, gegen sogenannte Säkulare und Liberale zu wettern. Es ist nur allzu offensichtlich, dass der Aufschrei hierzulande ein anderer gewesen wäre, wenn Islamisten die vom Volk gewählte Regierung geputscht und mehrere Massaker gegen die Zivilbevölkerung veranstaltet hätten.

Mittlerweile hat Mohammad ElBaradei, der von den Putschisten zum Vizepräsidenten erklärt wurde, seinen Rücktritt eingereicht. Während die Anhänger des Militärs weiterhin den Muslimbrüdern die Schuld für die Gewalteskalation geben und wildeste Theorien aufstellen in denen unter anderem behauptet wird, die Brüderschaft töte kleine Kinder, um die Verbrechen dem Militär in die Schuhe zu schieben, hat der ehemalige IAEA-Inspektor und Friedensnobelpreisträger Abstand von den jüngsten Verbrechen genommen. Kein Wunder, denn lieber spät als nie. ElBaradei weiß, dass man früher oder später auf die Verbrechen des Militär-Regimes zurückkommen wird. Wäre er weiterhin Teil dieses Regimes geblieben, würde er – ein Friedensnobelpreisträger – sicherlich nicht glimpflich davon kommen. Irgendwann zumindest.

Zum jetzigen Zeitpunkt wiegt sich jedoch Armeechef as-Sisi, der sich wie ein Pharao aufspielt, in Sicherheit. Kein Wunder, denn seitens westlicher Politiker findet man weder eine klare Linie, noch scharfe Kritik am Geschehen. Die halbherzigen Bekundungen der USA, die die Gewalt kritisieren, während sie die Mittel dazu, sprich, die Waffen liefern, sind nicht ernst zu nehmen. Währenddessen drücken europäische Politiker, die sich sich vor einigen Monaten über die Polizeigewalt in der Türkei empörten und Erdogan als Diktator bezeichneten, weil dieser von Wasserwerfern Gebrauch machte, beide Augen zu, während as-Sisi Demonstranten mit Automatikgewehren niedermähen lässt.

Mittlerweile wurden seitens der Regierung mehr als 400 Tote bestätigit. (Aktualisiert am 15.08.2013, 12:55)

31 Gedanken zu „Mubarak 2.0

  1. Es fällt auch mir schwer, hier Partei zu ergreifen.
    Einerseits kann Morsi mit seinen Muslimbrüdern keine Lösung für Ägypten sein.
    Andererseits ist das Vorgehen des Militärs unentschuldbar, und wiederum haben die Muslim-Brüder diese Gewalt mindestens provoziert…

    Für Außenstehende ein Durcheinander, das ich zumindest nicht entwirren kann.

    Aber vielleicht ist ja genau DAS die Absicht?

    Syrien: Ein gewählter Präsident soll aus dem Amt gejagt werden. Das Militär auf der Seite des Präsidenten geht gegen die Terroristen (auch aus der Muslimburderschaft!!) vor. Ergebnis: ein als Bürgerkrieg getarnter aggressiver Invasionskrieg der Angloamerikaner mit ihren Vasallen und Bluthunden in der Region.

    Ägypten: Ein gewählter Präsident soll aus dem Amt gejagt werden. Der gehört der Muslimbruderschaft an, die für Destabilisierung und Terrer bekannt sind. Die Armee geht gegen diese Bruderschaft vor (mit äußerster Gewalt), die einfach ihre Macht nicht hergeben will – mit äußerster Gewalt, wie ich die kenne.

    Wo ist Recht? Wo ist Unrecht?

    Ich vermag keine Stellung zu beziehen.

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  2. Die Muslimbrüder sind nicht schutzwürdig. Unter ihrer Regierung wurde öffentlich gegen Minderheiten gehetzt, Christen und Schiiten. Solche Leute dulden keine anderen neben sich. Für die ist Demokratie gleich gewählt werden und Macht ausbauen, Kompromisse kommen bei ihnen nicht vor, denn sie sehen sich als Gottes Vollstrecker. Das ist natürlich Faschismus, was sonst ?

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      • Es ist schon erstaunlich, wie Sie einen Kommentator, der anderer Meinung als Sie selbst ist, als „faschistisch“ abstempeln!
        Wie würden Sie Ihr Denken, das in solch‘ einem diffamierenden Kommentar zum Ausdruck kommt, bezeichnen??

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    • Was du hier über die Muslimbrüder schreibst, ließe sich eher noch über die „Salafisten“ sagen, nämlich daß sie keine andere Meinung außer ihrer eigenen dulden und sich als Gottes Vollstrecker sehen. Die Muslimbrüder hatten sich (zumindest anfangs) schützend vor christliche Kirchen gestellt und die diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran verbessert. Man kann ihnen höchstens den Vorwurf machen, gegen die von dir genannten und von bestimmten Leuten begangenen Vergehen nicht energisch genung vorgegangen zu sein. Mit Faschismus hat das überhaupt nichts zu tun, und solche Mängel sind praktisch in jeder Regierung zu finden.

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    • http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1964928/Pfarrer-in-Kairo-Lage-wieder-beruhigt#/beitrag/video/1964928/Pfarrer-in-Kairo-Lage-wieder-beruhigt
      Die Äußerungen dieses Monsignores, spielen dem jetzigen Militärregime in die Hände.
      Es ist unfassbar, solche Worte aus dem Munde eines Gottesfürchtigen zu entnehmen.
      Er sollte sich nicht wundern, wenn nun noch mehr Kirchen brennen werden.
      Sollte Herr Signore Joachim Schrödel darauf spekulieren, das noch mehr Muslimbrüder der ägyptischen Soldateska zum Opfer fallen?
      Bevor er noch mehr Unheil anrichtet,
      sollte Monsignore Schrödel schnellst möglich seine Mitra nehmen.

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  3. Bravo Solveigh ! Das ist genau die richtige Einschätzung des eher suboptimalen Beitrags von Klaus Franke. Anstatt sich inhaltlich kritisch mit dem Beitrag von Bandar auseinander zu setzen, wird wild diffamiert. Ich habe eine nachvollziehbare und interessante These von Herrn Abdel-Samad gehört, die durch die Umstände durchaus belegt ist. Hitler ist auch durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen. Nur hat er sich sehr schnell von allen demokratischen Regeln verabschiedet und sein Regime errichtet. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Moslem Brüder auf ähnlich Art und Weise die demokratischen Mechanismen ausgenutzt haben (und in Zukunft intensiver ausgenutzt hätten), um einen eigentlich ungeliebten demokratischen Staat zu verhindern und anstatt dessen eher eine Art von Theokratie zu etablieren. Offensichtlich wollte Mursi nur mit seinen Parteigenossen und den Salafisten die neue Vefassung schreiben. Also hat man alle laizistischen Kräfte aus der verfassungsgebenden Versammlung raus gemobbt und sich auf die Volksabstimmung zur Legitimierung dieses Papiers verlassen. Wenn z.B. ein politischer Führer der Gruppe, die vor Jahren in Luxor Touristen ermordet hatte, von Mursi zum Gouverneur genau des Bezirks von Luxor ernannt wurde, kann man sich schon wundern!
    Natürlich ist das Vorgehen der Militärs gestern morgen absolut unakzeptabel, aber eine engagierte, offenbar eher konservative, junge Frau (gesehen auf CNN) sagt völlig richtig : Das wäre doch nicht das Ende sondern der Anfang der Entwicklung in Ägypten. Sie sagte u.A.: Haben die Leute in Europa und den USA vergessen, was nach der farnzösischen Revolution passiert ist? Fast 14 Monate hat die blutige Schreckensherrschaft der Jakobiner angehalten! Ägypten wird es schaffen-eben nur nicht in so kurzfristigen Zeitläuften, die unserem ökonomisch geprägten und dominiernedem Zeitgeist gefallen – so what ???

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    • Die Entwicklung wird zeigen, wohin Ägypten strebt.
      Wie gesagt, ich weiß zu wenig, um mir ein wirkliches Urteil bilden zu können. Deshalb danke ich Ihnen für weitere Informationen dazu.

      Zu Ihrer Aussage über Hitler: Er ist NICHT durch Wahlen an die Macht gekommen.
      Das ist eine der vielen Propagandalügen, um das deutsche Volk in Schuld zu halten, die es gar nicht hat.
      Im November 1932 kam Hitler mit seiner NSDAP lediglich auf rund 33 % der Stimmen (bei ca. 80 % Wahlbeteiligung), Im März 1933, als er die SPD und KPD bereits faktisch „ausgebotet“ hatte (Reichtasgsbrand mit NATÜRLICH Schuld der Kommunisten und Sozialdemokraten), kam er auch nur auf ca. 43 % der Stimmen (hier habe ich die Wahlbeteiligung nicht parat). Danach gab es keine Wahlen mehr.
      Fazit: Hitler ist an die Macht geputscht worden. GEGEN den Willen des deutschen Volkes!
      Aber mit tatkräftiger Unterstützung der Zentrumspartei (heute CDU!) und vor allem durch die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 – und das bei nur einem Drittel der abgegebenen(!) Stimmen – durch Hindenburg. Wenn das kein Staatsstreich erster Güte ist, dann weiß ich nicht, was ein Staatsstreich sein soll.

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      • Ihre Beschreibung der Vorgänge in 1932 und 1933 sind natürlich richtig. Und das im März 1933 die absolute Mehrheit der NSDAP nicht erreicht wurde, war für die Faschos eine total unerwartete und überraschende Erfahrung, die Ihr weiteres Vorgehen beeinflusst hat. Aber ich muss Sie leider in einem Punkt korrigieren, denn die Aussage, dass Hitler eben nicht durch eine demokratische Wahl an die Macht kam, ist hier undifferenziert und faktisch falsch! Es ist richtig, dass Hitler im Herbst 1932 nicht die Mehrheit im Reichstag bekommen hat. Im Sommer hatte die NSDAP sogar einen höheren Stimmenanteil als im November 1932. Nur war es auch im Sommer keine absolute Mehrheit und da die NSDAP die Macht nicht in einer Koalition teilen wollte, musste eben im November 32 noch einmal, mit dem bekannten Ergebnis, gewählt werden. In der Folge hat Hitler dann doch der Aufforderung Hindenburgs zur Bildung einer Koalitionsregierung, zwar mit relativ wenigen NSDAP Kabinettsmitgliedern, aber unter der Führung der Nazis, zugestimmt. Und erst als er dann Kanzler war, hat dieser österreichische Gefreite mittels Notverordnungen und dem Ermächtigungsgesetz die Diktatur installiert. Um Ihre Aussage richtig zu stellen: Hitler hat in der Wahl 11/32 nicht die absolute Mehrheit aber die relative Mehrheit im Reichstag errungen. Nach Aufforderung von Hindenburg und uner Mitwirkung von Ex Kanzler von Papen ist Hitler dann Anfang 1933 Reichskanzler geworden. Ich denke, dadurch wird ganz klar, dass Hitler sich nicht an die Macht geputscht. Ausser man betrachtet die Ernennung zum Reichskanzler durch Hindenburg, einen gescheiterter General und Gegner der demokratischen Republik, als Putsch. Insofern ist Ihre Einschätzung eine Interpretationssache aber bei genauer Betrachtung nicht wirklich durch die Faktenlage belegbar. Und selbstverständlich ist Ihre Einschätzung, dass die Mehrheit nicht Hitler gewählt hat, absolut korrekt. Aber in der Demokratie werden die Stimmen der Nichtwähler leider nicht erfasst! Insofern zählen eben nur die Wählerstimmen. Also um es ganz korrekt zu formulieren und Ihrer Kritik gerecht zu werden muss es heissen: Die NSDAP hat nach den Wahlen in 11/32 die grösste Fraktion im Reichstag gestellt. Und er ist deswegen durch eine Koalitions mit von Papen und nicht direkt durch die Wahl an die Macht gekommen. Aber ich denke Sie können der Formulierung zu stimmen, dass er am 30.01.33 als Ergebnis der Koaltionsverhandlungen nach der Novemberwahl, von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde. Insofern ist die Formulierung: „Hitler ist durch Wahlen an die Macht gekommen“ etwas undifferenziert aber faktisch richtig und Ihre Annahme, dass Hitler sich an die Macht geputscht hätte, ist leider durch keine historischen Fakten belegbar.

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  4. Die durch den Militärputsch an die Macht gekommene Regierung ist illegitim. Wenn die Regierung der Muslimbrüder Fehler gemacht hat, hätte das Volk und auch das Militär diese ertragen müssen bis zu den nächsten Wahlen, um dann diese Regierung abzuwählen. Bis dahin hätten sie friedlich demonstrieren und der Regierung der Muslimbrüder ihre Fehler vorhalten und sie zu deren Verbesserung anhalten können.
    Als jemand, der ich selbst niemals in irgendwelchen Streitkräften gedient habe, frage mich immer wieder, wie sich Soldaten dafür hergeben können, auf eigene Volksangehörige, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen. Wie kann man die Befehle anderer Menschen über das eigene Gewissen stellen?
    Die neue Militärregierung in Ägypten hat alle Ausgänge auf ägyptischer Seite der Tunnel nach Gaza zerstören und verschließen lassen, wodurch auch die Einwohner von Gaza wieder zu Belagerten werden, denen es am Lebensnotwendigsten fehlt. Während des einen Jahres der Regierung der Muslimbrüder unter Präsident Mursi hatten die Ägypter den Schmuggel durch die Tunnel geduldet und nicht behindert, wodurch Gaza wieder etwas aufleben konnte. Von den Steuereinnahmen konnte die Hamas-Regierung die Gehälter der staatl. Angestellten auszahlen. Damit ist es jetzt wieder zu Ende. Auch das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
    Den Muslimbrüdern ist in der kurzen Zeit ihrer Regierung nicht gelungen, in Ägypten die Oligarchie aus Husni Mubaraks Zeit auszumerzen, die mit dem Militär zusammenarbeitet und von ihm profitiert, wie auch das Militär von ihr profitiert. Ich denke, daß diese Leute nur die Gelegenheit zum Putsch abgewartet haben, und die „liberalen“ und sonstigen säkularistischen Demonstranten, die gegen die Regierung Mursi demonstriert haben, haben ihnen den Vorwand für ihren Putsch geliefert. Ich halte es nicht für richtig, solche Verbrecher dadurch zu unterstützen, indem man ihnen nachgibt und ihren Putsch legalisiert. Vielleicht werden viele jener, die so lautstark gegen die Regierung Mursi demonstriert haben, erkennen, daß sie letztlich die Dummen sind, die man ausgenützt hat.
    Auch die Rolle der „Salafisten“ ist schändlich, da sie sich über den Putsch anfangs gefreut und bereit gezeigt hatten, mit der neuen illegitimen Regierung zusammenzuarbeiten, anstatt auf der Seite ihrer Glaubensbrüder zu stehen. Aber auch sie werden letztlich die Dummen sein, da weder die Putschisten selbst noch eine von diesen eingesetzte säkularistische Zivilregierung von ihnen eine islamische Agenda dulden wird. Sie sollen nur als Feigenblatt und zur Vortäuschung dienen, daß die Putschisten nicht gegen den Islam seien.

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    • Soweit ich informiert bin, waren die Demonstrationen FRIEDLICH, bis die Muslim-Bruderschaft es ablehnte, sich dem Willen der Millionen friedlich demonstrierender Ägypter zu beugen und an der Macht festhielt.

      Die Muslim-Bruderschaft ist meines Wissens KEINE „friedliche und menschenfreundliche“ Vereinigung, sondern ein terroristische Vereinigung, die einen theokratischen Staat errichten will.

      Sie verbreiten hier meines Erachtens die Propaganda dieser Bruderschaft. Und das besorgt mich ungemein.

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  5. Mursi hat mit seiner Durchbrechung der Gewaltenteilung und der Ernennung eines radikalen Finsterlings zum Gouverneur, den gemeinsamen Auftritten bei Hetzreden nur gezeigt, dass er der alten Agenda der Muslimbrüder treu geblieben ist:

    „Gott ist unser Ziel. Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unsere Verfassung. Der Dschihad ist unser Weg. Der Tod für Gott ist unser nobelster Wunsch.“

    Das ist kein Faschismus ? Das ist eine Glanzdefinition dieses Begriffs, mit nahezu all seinen Bestandteilen: Rückwärtsgewandte Utopie, Führerprinzip, Militanz und Gewaltverherrlichung, Todeskult.

    Christen, Schiiten und Säkulare haben in diesem „Dritten Kalifat“ keinen Platz, zumindest keinen gleichwertigen. Sie sollen sich unterwerfen als Geduldete. Ich verabscheue die Gealt des Militärs, aber mit den Ideologen unter den Muslimbrüdern, die sich und ihresgleichen wie eine Herrenrasse betrachten, habe ich kein Mitleid.

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    • Ich beneide Sie „Bandar“ echt:
      kein Mitleid mit Menschen zu haben, die zum ersten Mal frei gewählt haben, um für diese Stück Freiheit zu sterben. Menschen, die friedlich bei Demonstration von Dächern getötet und geschossen wurden, Menschen, die in der Moschee verbrannt wurden.

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    • Es bedeutet immer Faschismus, egal in welchem Land, wenn eine frei gewählte
      Regierung vom Militär gestürzt wird, und der friedliche Protest dagegen blutig nieder geschlagen wird!
      Wenn dabei das Militär noch Waffenlieferungen von den USA erhält, dann klebt auch an
      den Waffenlieferanzen Blut an den Händen!
      Und jede Regierung, jeder Einzelne, der dem blutigen Militärputsch in Ägypten zu stimmt,
      macht sich mit schuldig!

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  6. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welchen Argumenten einige Kommentatoren solch ein Verbrechen an Unschuldigen runterspielen oder rechtfertigen. Es gibt absolut kein Recht auf Demonstranten mit scharfer Munition zu schießen (egal warum sie demonstrieren), außer sie haben selbst Waffen und töten Menschen.

    Ob der Putsch gerechtfertigt war, ob die Muslimbruderschaft nicht korrekt regierte oder der islamische Glaube keine Grundlage für eine Regierung ist, sollte hier kein Thema sein, DENN: es werden unbewaffnete Menschen GETÖTET!!! Das ist gerade das HAUPTProblem und muss von der Weltbevölkerung angegangen werden.

    Ich bin über meine eigene Machtlosigkeit sehr traurig und um so wütender, dass die, die die Macht haben, einfach nichts tun. Ich erkenne das dreckige Spiel und hoffe auf ein baldiges Ende dieser Massaker!

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    • Das ist absolut richtig, was Sie hier schreiben. Es geht nicht darum, ob man Mursi mag oder nicht. Das brutale Vorgehen des Militärs ist absolut nicht zu akzeptieren. Sogar Senator Mc.Cain, ein republikanischer Vietnam Veteran, hat sich vor weinigen Tagen in Kairo absolut erschreckt gezeigt. über das Vorgehen der Sicherheitskräfte in Ägypten. Auch wenn er nicht gerade ein Befürworter von Mursi war, ging Ihm die Entwicklung offenbar entschieden zu weit und in die falsche Richtung. Wenn ein US Republikaner so redet,dass zeigt doch nur noch deutlicher, wie falsch das Militär in Ägypten liegt. Und wenn sie wirklich Moslems sind, müssten sie im Herzen auch ahnen, wer auf sie wartet. Bestimmt keine Erzengel oder Jungfrauen! Ich sag nur- das wird heiss-heiss-heiss für diese Militär Meschpoke!

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  7. Um hier nicht viele Worte zu gebrauchen, verweise ich auf die Stellungnahme des deutschen Muslims Pierre Vogel, der selbst bis vor kurzem in Ägypten gelebt hat und die Situation dort besser kennt und beurteilen kann als jemand, der sich aus der Ferne eine Meinung davon zu bilden versucht:

    Es geht hier nicht darum, ob die Regierung Mursi Fehler gemacht hat oder nicht, denn es gibt praktisch keine Regierung auf der Welt, die keine Fehler macht. Zudem hatte Präsident Mursi praktisch keine Macht, denn diese behielten nach Mubaraks Sturz die wirklich Mächtigen von Militär und Wirtschaft weiterhin in den Händen, und sie sind es, die die Fäden zum Putsch gezogen und das einfache Volk getäuscht und gegen Mursi aufgehetzt haben. Es stimmt auch nicht, daß die Muslimbrüder die Leute gegen die Christen und andere religiöse Minderheiten aufgehetzt haben, sondern es waren die Handlanger jener Oligarchen im Hintergrund, um die Schuld daran den Muslimbrüdern in die Schuhe zu schieben. Warum regt man sich über die niedergebrannten christlichen Kirchen so sehr auf, nicht jedoch über die vom Militär niedergebrannte Moschee und das medizinische Versorgungszentrum am Rabia-al-Adawiyya-Platz? Die mutwillige Zerstörung von Gotteshäusern und Krankenstationen durch militärische Einheiten gilt als Kriegsverbrechen. Der Putschistenführer Abdalfattah as-Sisi und die seinen Befehlen gehorchenden Soldaten sind Verbrecher. Der saudische König Abdullah, der as-Sisi offen unterstützt, ist nicht weniger ein Verbrecher und Feind des Islams, auch wenn er vortäuschen mag, ein frommer Muslim zu sein.

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  8. @ Bandar:

    Die Parole der Muslimbrüder, die sich auf den Grundlagen der islamischen Glaubenslehre begründet, lautet: „Allah ist unser Ziel; der Prophet ist unser Vorbild; der Koran ist unser Grundgesetz; der Dschihad (= das sich Abmühen für Allahs Sache) ist unser Weg; und der Tod auf Allahs Weg ist unser unser höchster Wunsch.“ Nach diesen Grundsätzen, die jedoch nicht nur diejenigen der Muslimbrüder, sondern eines jeden wirklich gläubigen Muslims sind, haben die ersten Muslime, die Vorbilder für alle späteren, gelebt.
    Wenn Bandar diese islamischen Grundsätze als „Glanzdefinition“ des Faschismus bezeichnet, so sieht er wohl den Islam als solchen als Faschismus, und alle Muslime sind für ihn Faschisten! Wenn er kein Mitleid mit den Muslimbrüdern hat, so habe vielleicht ich Mitleid mit ihm, wenn ich mir vorstelle, welch harte und schmerzhafte Strafe er im Jenseits für seine von ignoranter Anmaßung zeugenden Äußerungen, für seine Schmähungen und Beleidigung gläubiger Menschen, zu erleiden haben wird.

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    • neuer browser, und schon wieder das selbe kackbraun am avatar… na egal…

      lynx, du übersiehst hier etwas: bandar gehört lediglich zu jenen eingeschrenkten europäern, die ihre politische klassifizierungen dem rest der welt aufdrücken wollen. es ist nicht mehr als sprach-imperealismus. dass andere kulturen und ethnien andere vorstellungen von staat und regierung, andere geschichten und andere definitionen haben, interessiert ihn nicht. alles muss ins europäische bild, nach europäischem vorbild gepresst werden. europa (einschließlich usa), sind das maß aller dinge.

      desshalb macht es auch nichts, dass die sandnigger/windelköpfe/(beliebiger degradierender ausdruck für araber oder muslime hier einfügen) da unten krepieren – schließlich folgen sie nur dem vorbild der europäischen geschichte. wenn in europa eine (jahrhunderte später zu unrecht glorifizierte blutige) revolution so viel blut gefordert hat, dann sind die sandnigger dazu verpflichtet, den selben weg zu gehen, um schließlich den selben grad an zivilisation wie der europäische master zu erlangen.

      wenn es um das erreichen von europäischen vorstellungen in nicht-europäischen ländern geht, dann ist blutvergießen und das leid tausender nicht mehr als ein furz im wind. so war es immer schon, und an dieser mentalität hat sich nichts geändert. der imperealismus wurde nie besiegt – er gedeiht fröhlich unter dem sonnenschutz des kapitalismus, gespeist von den gedärmen derer, die für und wegen ihm sterben und gewässert vom speichel der pseudodemokraten, pseudo-menschenrechtler und der restlichen europäischen moral-elite.

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  9. Wenn alle Moslems, was ich bezweifle, den Kampf für ein theokratisches Großreich befürworten, ja, dann müsste man sie als Faschisten bezeichnen. Dass du dem Fatzke in dem Video da oben nahe stehst, spricht nicht gerade für dich.

    Wenn Unschuldige sterben, ist das nie erfreulich. Aber warum sollte ich welche bemitleiden, die mich als Ungläubigen sehen und ein Reich anstreben, in dem Menschen wie ich mit eingeschränkten Rechten leben sollen ? Das sind Verbrecher, Faschisten.

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    • Bandar,
      hier zeigen Sie ihre „wahre“ Gesinnung.
      Sie sind ein Islam Hasser. Sie reihen sich derer ein, die einen Feldzug gegen den Islam
      unternommen haben.
      Das Mittelalter (Kreuzritter) lässt grüßen.

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  10. Alles halb so schlimm!

    Falls Sie vorgestern das heute-journal verpasst haben, können Sie das Versäumnis nachholen, klicken Sie einfach hier und fahren Sie auf 4.10 min vor. Da kommt der Pfarrer der katholischen St. Markus Gemeinde zu Wort, Monsignore Joachim Schroedel, zu Wort. Und was er über das Blutbad von Kairo sagt, ist so hanebüchen, dass es sogar dem Moderator die Sprache verschlägt. “Jede Kirche, die angezündet wird”, meint der Mann des Herrn, sei ein Zeichen dafür, “dass wir es nicht mit demokratischen Demonstranten zu tun haben, sondern eben mit terroristischen Elementen…”

    Eine erstaunliche Feststellung, die von einer soliden Kenntnis der Lage vor Ort zeugt. Was “gestern passiert ist”, habe “zwei Stadtteile getroffen” und nicht einmal “die ganzen Stadtteile, sondern Plätze eher…” Die staatlichen Organe, “sprich die Polizei”, hätten sich “sehr verantwortungsbewusst” verhalten. “Verstehe ich Sie richtig”, fragt der Moderator, “dass ein Teil der Ägypter bereit ist, selbst diese hohe Zahl von Opfern in Kauf zu nehmen?” So isses, sagt der Monsignore, “wir sind in einer Gesellschaft, in der manchmal das Messer regiert” und auch die Schusswaffe sehr schnell da ist. Und dann kommts: “Im Vergleich zu den 25 Millionen Menschen, die hier leben, sind die wenigen Hundert Tote nicht viel. Das mag schrecklich sarkastisch klingen gerade aus dem Mund eines Priesters, aber so höre ich es immer wieder, die Menschen sagen, Gott sei Dank ist es nicht zu mehr Blutvergießen gekommen, und jetzt warten sie ab, wie sich die Zukunft entwickeln wird…”

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    • Und was hat das mit der Ideologie der MB zu tun ? Die Muslimbrüder wollen einen Staat, in dem nur fromme sunnitische Männer vollwertige Staatsbürger sind. Alle anderen sollen aufgrund ihres Nicht- oder Andersglaubens, oder Geschlechts in ihren Rechten eingeschränkt sein. Du kannst dich mit diesen Herren gerne solidarisieren, ich tue es nicht, sondern bezeichne sie als das, was sie sind.

      Im Übrigen nehmen sie auch den Tod ihrer oft analphabetischen, leichtgläubigen Anhänger nur allzu gern in Kauf. Das Märtyrertum und der Tod für „die Sache“ werden dort, auch das eine Parallele zu den Braunen, ausdrücklich hochgepriesen.

      Christen sind für dich Menschen zweiter Klasse.

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  11. Bandar, jetzt werden sie aber unverschämt.
    Übrigens, ich bin überzeugter Atheist.
    Für mich sind alle Menschen Gleich, egal welcher Religion sie angehören oder nicht.
    Religion hat in der Politik nichts zu suchen.
    Alle kriegerischen Auseinandersetzungen wurden u. werden als Vorwand irgendwelcher
    religiöser Motive benutzt.
    Religion ist ein Machtinstrument um die Menschen zu unterdrücken.
    Nur die Herrschenden profitieren von ihr!

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  12. Bravo, Klaus. Für diese vernünftigen Zeilen haben Sie sich auch ein Siezen verdient. Das Rüstzeug haben Sie, nun müssen Sie es auf die Realität anwenden.

    Sie müssen nur noch erkennen, dass „Islamfeindschaft“, oder „Islamophobie“, der Sie mich oben bezichtigten, Kampfbegriffe sind, die eben, ganz orwellesk, dem Ziel dienen, den politischen Anspruch dieser Religion, v.a. in Gestalt der Muslimbruderschaft, durchzusetzen und Kritik zu unterbinden.

    Eben ganz so wie in der Sowjetunion, auch ein von einer quasi politischen Religion geführtes Reich, wie dort Kritiker dieses Staatsotalitarismus´ als geistesgestört eingestuft und weggespert wurden.

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  13. Bandar,
    ich brauche von Ihnen keine Belehrungen.
    Warum erwähnen Sie auch nicht das Dritte Reich?
    Oder existiert für Sie als Feindbild nur der Islam und der Kommunismus?
    Die sog. Achse des Bösen.

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