Künstliche Panik

Seit einigen Tagen herrscht eine weltweite Terrorwarnung. In mehreren Staaten kam es zu Gefängnisausbrüchen bei denen anscheinend zahlreiche Extremisten, Terroristen und Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer fliehen konnten. Für die totalen Überwacher sind die jüngsten Ereignisse ein Heimspiel.

Alte Zeiten – 1993 wurde Osama bin Laden noch als Freiheitskämpfer, der glorreich gegen die Sowjets gekämpft hat, beschrieben. (Foto aus: The Independent)

Laut Interpol herrscht weltweiter Terroralarm. Westliche Botschaften haben vorübergehend ihre Botschaften im Jemen und anderen Staaten im Nahen Osten geschlossen. Der Grund: Man geht davon aus, dass Al-Qaida-Terroristen Anschläge für die nächste Zeit geplant haben. Laut US-Regierungskreisen wurden Gespräche zwischen „hochrangigen Al-Qaida-Mitgliedern“ abgehört, die darauf hindeuten.

Ein weiterer Grund für die Terrorwarnung sind Massengefängnisausbrüche in mehreren Ländern, die alles andere als ruhig und friedlich gelten. Interpol zufolge fanden diese in neun Staaten statt, unter anderem im Irak, in Pakistan und in Libyen. Um wen es sich bei den sechs weiteren Ländern handelt, ging weder aus Medienberichten, noch seitens Interpol deutlich hervor.

In Dera Ismail Khan nahe der afghanisch-pakistanischen Grenze befreiten schwerbewaffnete Taliban-Kämpfer mindestens 248 Personen aus einem Gefängnis. Das Bannu-Gefängnis in Dera Ismail Khan wurde schon im vergangenen Jahr von der Tahrik-e Taliban Pakistan (TTP), dem pakistanischen Ableger der Gruppierung, angegriffen. Damals konnten circa 400 Insassen fliehen. Was die Medien weitgehend unbeachtet ließen, ist die Tatsache, dass sich unter den damaligen Befreiten auch Frauen befanden. Dies ging unter anderem aus einem Video hervor, welches die TTP kurz darauf im Internet verbreitete.

Fast zeitgleich konnten vergangene Woche über 1.000 Häftlinge aus einer Haftanstalt im libyschen Bengasi fliehen. Berichten zufolge wurde das Gefängnis von außen angegriffen, während innerhalb der Mauern ein Aufstand herrschte. Laut Al Jazeera konnten bis jetzt circa 100 Häftlinge wieder eingefangen werden. Einige Tage zuvor sollen Bewaffnete zwei Gefängnisse nahe Bagdad gestürmt und mehrere hundert Insassen befreit haben. Unter den Gefängnissen befindet sich auch die berühmte Folteranstalt Abu Ghraib.

Aufgrund dieser Ereignisse herrscht nun Panik. Seitens der Medien wird die Angst vor Anschlägen regelrecht geschürt, obwohl zahlreiche Fragen offen sind. Wie konnten zum Beispiel zeitgleich derartige Ausbrüche in mehreren Unruheherden der Welt gelingen, während sie in der Vergangenheit des Öfteren scheiterten?

Fragwürdig sind auch die Aussagen der US-Regierung. Diese will plötzlich über ausführliche Terrorpläne Bescheid wissen und gibt an, Gespräche von Al-Qaida-Führern mitgehört zu haben. Während man anscheinend über die Pläne von irgendwelchen Bartträgern in der Wüste im Nirgendwo Ahnung hat, konnte man die jüngsten Anschläge von Boston, die von zwei jungen Tschetschenen, welche jahrelang in den Vereinigten Staaten lebten, Partys feierten und „westlicher“ nicht hätten sein können, nicht verhindern.

Diese Tatsachen werfen die Frage auf, wie ernstzunehmend der gegenwärtige Terroralarm ist und inwiefern er mit dem NSA-Skandal zusammenhängt. Tatsächlich spielt eine solche Panikmache jenen in die Hände, die für die totale Überwachung verantwortlich sind, sie unterstützen oder befürworten. Ein solcher Alarm würde nicht nur den Weg für noch mehr Überwachung ebnen, sondern könnte auch als Rechtfertigung für den illegalen Drohnenkrieg, der sich vor allem in den erwähnten Unruheherden abspielt, dienen.

Der künstlich erschaffene Feind, sprich, der Terrorismus, der kein Gesicht hat, aber überall sein kann und allgegenwärtig ist, bietet sich hierfür ein weiteres Mal hervorragend an. Zum gleichen Zeitpunkt werden jene Kräfte, die man vor den Medien als Feind abstempelt, weiterhin dort unterstützt, wo es nötig ist. Wie Schachfiguren werden die Akteure in Bewegung gesetzt. Während man in Afghanistan, Jemen, Mali und anderswo Extremisten bekämpft, werden sie in Syrien weiterhin unterstützt, bewaffnet und als „Rebellen“ bezeichnet. Es ist nur allzu offensichtlich, dass die Ziele eines zukünftigen Drohnen-Krieges in Syrien jene sein werden, die heute gefeiert werden.

Die Zeiten, in denen Zeitungen Osama bin Laden als „Freiheitskämpfer“ bezeichneten, liegen nicht lange zurück. Wer darauf hinwies, wurde als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet. Die jüngsten Ereignisse haben jedoch bewiesen, dass die Realität keine Verschwörung ist, sondern viel schlimmer.

3 Gedanken zu „Künstliche Panik

  1. Wenn Schwerverbrecher aus Gefängnissen ausbrechen,braucht sich die USA trotzdem keine Sorgen machen, d i e werden doch
    a l l e gleich nach Syrien weitergeleitet ,mit dem Segen der USA

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  2. Hier wird deutlich, woher der Terror wirklich kommt.
    Aus den USA und Israel.
    Siehe in den letzten Tagen, Jemen: Dutzende Tote durch amerikanische
    Drohnen Angriffe.
    Ägybten-Sinai: Tote, durch israelische Luftangriffe

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