FEMEN und die Muslima

Femen sorgt spätestens seit der Thematik um Pussy Riot regelmäßig für Schlagzeilen. Mittlerweile hat sich die Gruppierung auch in der islamischen Welt „etabliert“. Während dort die meisten Menschen nicht viel von Nacktprotesten halten, nutzen religiöse Hardliner die Situation aus, um von wichtigen Problemen abzulenken.

Muslimische Aktivistinnen vor der Ahmadiyya-Moschee in Berlin

Vor einigen Wochen sorgte eine junge Tunesierin namens Amina für Aufmerksamkeit. Die 19-jährige hatte sich Anfang März der Femen-Bewegung angeschlossen. Via Facebook machte sie auf sich aufmerksam, indem sie ihren nackten Oberkörper demonstrativ zur Schau stellte. Diese Protestaktion war in ihrem Heimatland ein Skandal. Vor allem konservative Kräfte zeigten sich empört und reagierten dementsprechend. Aminas „Schandtat“ wurde zum Thema zahlreicher Prediger. Einige verlangten eine harte Bestrafung der Schülerin. Man konnte alles hören, von Peitschenhieben bis hin zur Steinigung.

Dass man den Tod eines Mädchens fordert, aufgrund der Tatsache, dass sie sich oben-ohne gezeigt hat, ist zu verurteilen und nicht hinnehmbar. Es war offensichtlich, dass bestimmte Gruppierungen Aminas Aktion instrumentalisieren würden, um von anderen, wichtigeren Problemen abzulenken. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass man Femen deshalb unterstützen muss.

Die radikalen und einseitigen Ansichten von Femen unterscheiden sich nicht besonders von der Einstellung jener, die Aminas Bestrafung forderten. Um dies deutlich zu machen, reicht nur ein Blick auf die Protestaktionen dieser fragwürdigen Bewegung. Das Einzige, was die Anhänger von Femen bis jetzt bewiesen haben, ist die Tatsache, dass sie einen starken Hang zum Nudismus haben und gerne randalieren. Die Bewegung bezeichnet sich zwar als „feministisch“, doch tiefgründige Inhalte lassen sich in ihren Aktionen nicht finden.

Tatsächlich bedient sich Femen zahlreicher Klischees und Verallgemeinerungen, die oftmals alles andere als unproblematisch sind. So machte unter anderem Femen-Deutschland auf sich aufmerksam, indem sie die Prostitution der Frau mit dem Holocaust verglich. Aufgrund solcher und anderer Aktionen wurde die Organisation des Öfteren mit Faschismus- und Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert.

Des Weiteren hat sich Femen dem Kampf gegen den Islamismus verschrieben. Gerade in diesem Fall wird nicht davor zurückgeschreckt, muslimische Männer als zurückgebliebene Barbaren und ähnliches zu bezeichnen, während man selbst oben-ohne inhaltslose Floskeln von sich gibt und haufenweise Ressentiments schürt. Zeuge einer solchen Aktion konnte man vor Kurzem vor dem Gelände der Ahmadiyya-Moschee in Berlin werden.

Allerdings hat Femen nicht damit gerechnet, dass sich daraus eine Gegenaktion muslimischer Frauen entwickeln würde. Mittlerweile hat die Kampagne „Muslim Women against Femen“ schon weltweit die Runde gemacht. Vor allem in sozialen Netzwerken haben sich zahlreiche Musliminnen von Femen nicht nur distanziert, sondern deren Aktionen auch verurteilt. Viele junge Frauen stellten außerdem ihre eigenen Protestbilder online, auf denen sie sich explizit zum Islam bekannten.

Abgesehen davon wurde die Aktion der deutschen Femen-Bewegung einen Tag später von muslimischen Aktivistinnen mit einer Gegenaktion beantwortet. Die jungen Frauen, die mittlerweile unter Muslima Pride auf Facebook vertreten sind, wollten darauf aufmerksam machen, dass Femen sich nicht das Recht nehmen dürfe, sie oder andere Musliminnen zu vertreten.

Betül ist eine von den Aktivistinnen, die gegen Femen demonstriert hat. Ihrer Meinung nach ist es untragbar, wenn behauptet wird, dass eine Frau aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit per se unterdrückt wird. Auf den Plakaten von Betül und ihren Freundinnen waren unter anderem Slogans zu lesen wie „Ich bin schon frei“ oder „Islam is my choice“. Inna Shevchenko, eine der führenden Femen-Aktivistinnen, meinte daraufhin, dass die Blicke dieser Frauen nach Hilfe rufen, obwohl auf ihren Plakaten steht, dass sie frei seien.

Allerdings fühlen sich nicht nur Musliminnen von Femen gestört und bevormundet. Viele Frauen sehen in den Protestaktionen Femens eine Ohrfeige für den „wahren“ Feminismus, der sich vor allem im 20. Jahrhundert entwickelt hat. Während die meisten Feministinnen auf ihr Gehirn setzen, fokussiert sich Femen nur auf die Zurschaustellung weiblicher Geschlechtsteile und macht aus der Frau ein weiteres Mal nur ein Objekt der sexuellen Begierde.

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23 Gedanken zu „FEMEN und die Muslima

  1. Während die meisten Feministinnen auf ihr Gehirn setzen, fokussiert sich Femen nur auf die
    Zurschaustellung weiblicher Geschlechtsteile und macht aus der Frau ein weiteres Mal nur ein Objekt der Begierde.
    Bin zu 100% der gleichen Meinung!!!
    Femen schadet damit der feministischen Bewegung.
    Von wem wird Femen gesteuert, merken die jungen Frauen nicht, das sie nur benutzt werden?

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    • Schon wieder einmal haben sich heute junge Frauen von Femen, sich halb nackt entblößt,
      dem russischen Präsidenten in Hannover gezeigt, mit dem Wort auf ihren Busen:
      Dikdature. Warum haben die gleichen Damen nicht im vorigem Jahr vor dem israelischen Krieks Verbrecher Netanjahu in Berlin demonstriert???
      Ich werde den Verdacht nicht los, das die Damen von „Femen“ vom Westen aus, gesteuert
      und bezahlt werden!!!

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  2. Jemanden nackt auszuziehen und vor anderen zwangsweise zu entblößen, ist gewöhnlich eine Methode der Erniedrigung, mit der die Stärkeren ihre Macht über die Schwächeren demonstrieren. Wir haben das vor ein paar Jahren sehr auffällig im irakischen Gefängnis von Abu Ghraib gehabt, wo die (militärisch) stärkeren US-amerikanischen Soldaten die besiegten und schwächeren irakischen Gefangenen im Rahmen ihrer Foltermaßnahmen u. a. zwangsweise entkleideten, um so vor weiblichen US-Soldatinnen gedemütigt zu werden. Die Frauen der Besiegten werden zwangsweise entkleidet, um vergewaltigt zu werden. Wenn eine Frau sich vor Fremden freiwillig entkleidet, signalisiert das normalerweise, daß sie zur Prostitution bereit ist. Was mag in den Köpfen von Anhängerinnen der Bewegung „Femen“ vorgehen, daß sie sich freiwillig so weit erniedrigen, sich auf die Stufe von Prostituierten, bzw. Frauen hinabzubegeben, die gewissermaßen signalisieren, daß sie vergewaltigt werden möchten?
    Selbst die heidnischen Araberinnen in der vorislamischen Zeit pflegten vor Fremden sogar ihren Kopf zu bedecken, und als Hatib ibn Balta´as Botin, eine Sängerin, schließlich bereit war, den in ihrem Haar versteckten Brief an die Mekkaner hervorzuholen, bat sie die anwesenden Muslime, ihre Blicke solange zur Seite zu wenden. Wenn heute junge Frauen in muslimischen Ländern bereit sind, protestierend ihre Körper in der Öffentlichkeit nackt zur Schau zu stellen, so zeigt das nur, daß in ihnen nichts mehr vom Islam und nicht einmal vom Arabertum übriggeblieben ist. Man kann den islamisch geprägten Gesellschaften und deren Regierungen nicht das Recht absprechen, sich gegen solche Auswüchse zu wehren.

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    • Eine Frau will nie vergewaltigt werden. Das is der Punkt einer vergewaltigung – dass sie gegen den Willen einer beteiligten Person geschiet. Wenn eine Frau sich entkleided heißt dass nicht, dass sie Freiwild ist, auch wenn manche Kulturen vllt diese Ansicht vertreten. Ein Vergewaltigungsopfer hat es nie gewollt. Das ist eine billige Ausrede, die vergewaltiger bringen, um ihre Opfer vor sich selbst und anderen schlechter, und sich selbst zu entschuldigen.
      Auch Prostitutierte können vergewaltigt werden.

      Ich finde öffentlich entkleidung auch unangebracht, schamlos und ich respektiere solche Leute nicht (es sei denn es ist so ein kulturelles ding, dann kann man wohl nicht drum herum kommen). Man muss sie auch nicht unbedingt mögen. Aber auch die haben Rechte.
      Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man sich selber so demütigen und zur schau stellen kann, aber bitte.
      Im falle der Tunesierin ist es irgendwie beschämend, aber was soll’s. Man braucht denen jetzt kein Forum für ihr Zeug geben.

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    • Bitte nicht übertreiben…
      „Wenn eine Frau sich vor Fremden freiwillig entkleidet, signalisiert das normalerweise, daß sie zur Prostitution bereit ist.“
      Ich möchte nur auf den Arztbesuch, den Naturismus/FKK, One-Night-Stands, usw. hinweisen.
      Wenn sie bei einer fremden nackten Frau gleich an Prostituierte denken, sagt es sehr viel über SIE aus, aber nichts über die Frauen, die sich (warum nicht, aus Spaß?) ausziehen.
      Wenn sie bei jeder fremden nackten Frau gleich Vergewaltigungsgedanken bekommen, dann haben wahrscheinlich SIE ein Problem, nicht die Frauen!
      JedeR soll mit ihrem/seinem Körper das machen können, was er/sie will !

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      • Die Nichtmuslime denken: beim Anblick einer nackten oder halbnackten Frau, sagen sie sich, das sei ein „schöner“ Anblick, ohne sich dabei einer Sünde bewußt zu sein. Der Satan erscheint jedoch nicht in Gestalt eines häßlichen Ziegenbocks mit Pferdefuß und langem Schwanz, wenn er jemanden verführen möchte, sondern eher in Gestalt einer schönen jungen nackten oder halbnackten Frau. Der Koran schreibt den gläubigen Männern und gläubigen Frauen vor, die Blicke voreinander niederzuschlagen, wenn sie sich begegnen. In einer Gesellschaft von überwiegend Ungläubigen, die den Einflüsterungen des Satans gegenüber offener sind, haben die Muslime nicht die Möglichkeiten, solche Umtriebe, wie diejenigen von „Femen“ zu unterbinden; in einem überwiegend islamisch geprägten Land, wie Tunesien jedoch, ist es ihre Pflicht, das zu tun.
        Was heißt „normalerweise“? Bei den Nichtmuslimen ist Hurerei nur ein „Seitensprung“, bzw. heutzutage überhaupt nichts mehr als das vorgeblich legitime Ausleben animalischer Triebe. Eine Frau, die sich vor einem anderen als ihrem legitimen Ehemann auszieht, signalisiert damit, daß sie ehrlos ist und dazu bereit, ihren Körper ggf. auch anderen zur Verfügung zu stellen.

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      • Ach und dass Deine mustermoslems aus den Golfstaaten Minderjährige entführen und vergewaltigen und sich als Sexslavinnen halten ignorierst Du mal wieder konsequent und zeigst auf die bösen Nichtmuslime die sich eine nackte Frau anschauen. Bigotterie in Reinstform, von religionshardlinern jeglicher Couleur nicht anders zu erwarten.

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      • Die meisten Menschen begehen den Fehler, Religionen am Fehlverhalten ihrer Anhänger zu messen und nicht auf deren Inhalte zu sehen. Das Ergebnis sind dann solch unqualifizierte Kommentare, wie derjenige von „Besucher“.

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  3. „Die radikalen und einseitigen Ansichten von Femen unterscheiden sich nicht besonders von der Einstellung jener, die Aminas Bestrafung forderten…“ Geht´s eigentlich noch? Es ist also kaum ein Unterschied ob man die Todesstrafe für ein junges Mädchen fordert oder ob frau sich mit nacktem Oberkörper zeigt? Sind Sie schon so weit gekommen auf ihrem geistigen Jihad? Unglaublich welchen Unsinn man in „Freitag“ Kommentaren lesen kann.

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  4. Man kann über die Form des Protests von FEMEN trefflich streiten, denn es gibt gute Argumente für und wieder einer solch drastischen Inzenierung. Aber auch die Demo der jungen Muslima in Berlin lenkt doch von einem Entscheidenden Punkt ab. Die Rolle der Faru in der gesamten Gesellschaft und hier besonders in der islamischen Gesellschaft. Die grossen Religionen sind in Ihrer Geschichte patriarchalisch geprägt. Und dabei ist es doch bemerkenswert, wie die (entscheidende) Rolle der Frau im Christentum wie auch im Islam relativiert und degradiert wurde. Im Christentum steht dafür exemplarisch Maria Magdalena und in Islam Chadidscha. Wenn man im Islam sieht, wie die gesellschaftliche Rolle der Frau bewertet und vor allem gelebt, dann kann man für den Islam auch nur auf eine Phase hoffen, die der Aufklärung im 18ten Jahrhundert im Christentum gleicht. Und selbst dann, wird es noch lange dauern bis sich die Menschen emazipieren.In der BRD musste vor 55 Jahren eine Ehefrau noch die schriftliche Erlaubnis Ihres Mannes einholen, wenn sie eine Arbeit aufnehmen wollte. Also los, islamische Gesellschaft-es bist Zeit das erste Jahrtausend zu verlassen und im dritten Jahrtausend anzukommen und es mit zu bestimmen!

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    • Typisch abendländisch zentrierte Denkweise: der Islam ist eine Religion des Mittelalters und muß sich erst noch entwickeln, wie es das Christentum bereits gemacht hat – und damit entgleist ist. Im westlichen Denken wird die „Aufklärung“ meist als etwas Positives gesehen, unter Ausblendung all der negativen Folgen, wie Nationalismus, Rassismus usw. Es ist durchaus sinnvoll, daß die Frau nicht ohne Erlaubnis ihres Ehemannes eine Arbeit außerhalb des Hauses aufnimmt. Die meisten Karrierefrauen denken viel zu spät oder überhaupt nicht daran, Kinder zu bekommen, was zum Bevölkerungsschwund führt. Und dieser Schwund wird dann durch Familien ausgeglichen, die es als verdienstvolle Aufgabe ansehen, Kinder zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft und gottesfürchtigen Menschen zu erziehen, anstatt in egoistischem Denken auf Kinder zu verzichten.
      Nach islamischer Vorstellung gehört der Körper eines Menschen nicht ihm selbst, sondern Gott, der ihn erschaffen hat, und er hat ihn von diesem nur zur Verfügung gestellt bekommen, um damit ein gottgefälliges Leben zu führen, und hat darauf zu achten, ihn gesund zu erhalten und nicht für unsittliche Aktivitäten zu mißbrauchen. Auch der Bauch einer Frau, und das ungeborene Kind darin, gehören nicht der Frau, sondern Gott, und Abtreibung ist nach islamischem Recht schlichtweg Mord. Die abendländische „Aufklärung“ hat dazu geführt, daß die Menschen sich Gottes Stellung angemaßt und sich selbst auf seinen Platz erhoben haben. Im Islam gilt das als Götzendienst. Also los – das „Mittelalter“ verlassen und in der Hölle ankommen!

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      • Die zynischste und vielleicht beste Antwort auf deine Post, ne das wäre ja altmodisch-tschuldigung besser heisst es ja heute deinen Pooost, wäre wahrscheinlich : Nein nein, alles ist gut in der islamischen Gesellschaft.Bleib geistig besser im Mittelalter oder besser im 7ten Jahrhundert. denn da hat ja Mohammed gelebt und es ist es daher so gewohnt und anscheinend gemütlich. Und was die “ Aufklärung “ und deren „negative “ Folgen anbetrifft, kann ich nur erkennen, dass deine historischen Kenntnissen und Interpretationen durch etwas mehr Wissen angereichert und dadurch mit Sicherheit revidiert gehören!. Nationatismus und Rassismus haben wohl nur mit Intoleranz und Hybris zu tuen, als mit Aufklärung. Das du die Rolle von Chadischa in deiner Argumentation überhaupt nicht erwähnst, entlarvt deinen Vortrag genaus so wie der Vorwurf einer angeblichen „typischen abendländisch zentrierten“ Denkweise. Und zu der gleichen Entwicklung wie die des Christentums, von der du mir unterstellst, ich würde sie wünschen kann ich nur sagen: da sei Gott vor. Mach dich mal schlau über das zweite Vatikanum, das war erst vor 50 und nicht vor 500 Jahren! Und les mal nach was mit Keppler, Gallileio und so weiter alles passiert ist. Wenn du objektiv recherchierst wirst du, zu deinem Erstaunen , auch erkennen können, dass die Vorstellungen der islamischen Fundis mit denen eines Wiedertäufers wie G.W.Bush eher zu vereinbaren sind , als mit denen einer modernen Gesellschaft. Und du bist wahrscheinlcih auch der Auffassung, das, wenn Gott nicht persönlich erscheint es die Männer in Gesellschaft zu übernehmen haben, dass die Frauen mit Ihrem „geleihenen Körper“ nicht machen was sie wollen und ggf. bestraft werden. Da werden Ärzte , die abtreiben auch im Namen Gottes ermordet. Meine Omma hätte gesagt: alle in einen Sack und dann mit dem Knüppel drauf! Sie ist von 1901, hat ZWEI WELTKRIEGE erlebt und so viel gesehen, von dem du und ich nicht mal zu träumen wagen! Musa al Sartre hat schon vor 40 Jahren gesagt: Das die Muslime der Karawane der modernen Welt hinterher laufen und nicht deren Tempo und Richtung bestimmen, (wie zu Zeiten von al Andaluz) sollte nachdenklich stimmen! Leider ist er ermordet worden-von wem weiss man wieder mal nicht. Dein Allgemeinplatz am Ende ist auch so ein undifferentierter und dadurch entlarvender Satz.Du schreibst: “ Die abendländische „Aufklärung hat dazu geführt, daß die Menschen sich Gottes Stellung angemaßt und sich selbst auf seinen Platz erhoben haben. Im Islam gilt das als Götzendienst.“ Denk da besser noch mal drüber nach! Nur Schwachköpfe massen sich Gottes Stellung an und im Christentum wäre das auch kein Götzendienst (und islam wahrscheinlich auch nicht) sondern einfach Blasphemie. „Götzendienst hört sich aber wahrscheinlich geiler an, gell? Und informeir dich ggf. auch darüber, was ein Atheist und ein Agnostiker ist. Das ist nämlich, unter religiösen Aspekten, die wahrscheinlichste Folgerung aus den Gedanken der Aufklärung. Aber wo du anscheinend so auf Mittelalter stehst fällt mir eine Frage ein: ist es wahr, dass im Land der heligen Stätten keine christlichen Gottesdienste abgehalten werden dürfen ? Ist es wahr, dass, wenn sich ein Muslim im Laufe seines Lebens entscheidet die Religion zu wechseln, er mit drakonischen Strafen zu rechenn hat? Als der Islam tolerant und weltoffen war, ist er eine dominierende Kraft in der Gesellschaft gewesen und hat Wissenschaft und Kultur der Welt bereichert Später eben nicht mehr, guess why??? Ja so ist das mit der Toleranz – wenn man in der Minderheit ist, sind immer die anderen intolerant und ist man dann in der Mehrheit ist, hat man die Wahrheit gepachtet und diejenigen, die diese absolute Wahrheit nicht erkennen wollen sind die Götzendiener! Und wenn ich deinen letzten Satz nehme, gibt es nur „Hölle oder Mittelalter“ und deswegen wählst du das Mittelalter. Versteh ich gut und ich wünsche dir viel Spass darin! Wie sagte der alte Fritz,(übrigens auch ein Kind der Aufklärung und Freund von z.B. Voltaire): Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden. Kein schlechter Satz für einen gottesfürchtigen Menschen. nicht wahr. Denn du weisst ja bestimmt: der Mensch denkt- Gott lenkt !

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      • Du scheinst meine Bemerkung übersehen zu haben, daß es im Islam keine den christlichen Kirchen vergleichbare Institution gibt; argumentiere also nicht mit Kepler und Galilei! Islamische Erneuerer, wie Dr. Adnan Ibrahim in Wien, erläutern, warum die Urknalltheorie von der Entstehung des Universums mit den koranischen Aussagen in Einklang steht. Die biblische Schöpfungsgeschichte ist nicht die islamische, und der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Frieden auf ihm – hat nicht den Koran aus der Bibel abgeschrieben und nicht deren Widersprüche übernommen. Wie der französische Arzt Dr. Maurice Bucaille festgestellt hat, enthält der Koran keine einzige Aussage, die gesicherten Erkenntnissen der heutigen Naturwissenschaften widerspricht. Leider haben die Muslime später zur Kommentierung häufig jüdische und christliche Überlieferungen herangezogen, die voller Widersprüche und Unwahrheiten sind. Aber das ist nicht der Koran selbst.
        Wenn ich die Toleranzmarginalie des aufgeklärten Preußenkönigs Friedrich des Großen lese, in der steht, daß er die Türken willkommen heißen und ihnen Moscheen bauen würde, kommen mir die Tränen, wenn ich mir die religiöse Intoleranz der heutigen Deutschen mit ihrer vermeintlichen Demokratie vor Augen halte. Der Islam selbst ist bereits Aufklärung und bedarf keiner anderen Aufklärung mehr: Im Koran finden wir an zahlreichen Stellen die Aufforderung, seinen Verstand zu gebrauchen und nicht blind und unreflektiert der Religion, Weltanschauung oder den Werten seiner Vorfahren zu folgen. Eigentlich wird jemand nicht Muslim dadurch, daß er von muslimischen Eltern geboren und erzogen wird, sondern nur dadurch, daß er sich als mündiger Mensch in eigener Bemühung die islamische Religion zu eigen macht. Dieses eigenständige Nachdenken und Bemühen im Sinne der Kantschen Aufklärung auf der Suche nach der Wahrheit hat so manchen Konvertiten zur Erkenntnis geführt, daß der Koran wortwörtlich Gottes in arabischer Sprache geoffenbartes Wort ist, und daß der Prophet Muhammad – Allahs Segen und Frieden auf ihm – in Wahrheit Gottes Gesandter war. Daraus ergibt sich logischerweise alles Folgende. Da die Botschaft, mit der er entsandt worden ist, Gottes letzte und umfassende Offenbarung an die gesamte Menschheit ist, besitzt sie für jeden Ort und für jede Zeit bis zum Tage des Jüngsten Gerichts Gültigkeit.
        In einer Überlieferung vergleicht sich der Prophet mit jemandem, der nachts ein Feuer entfacht hat; nachdem dieses seine Umgebung erleuchtet hat, fangen Motten und andere Insekten, die von seinem Licht angelockt werden, an, darin hineinzufallen. Der Mann versucht, sie fernzuhalten, doch überwältigen sie ihn, und so stürzen sie sich ins Feuer: „Ich nun packe euch am Gürtel, um euch vom Höllenfeuer wegzuhalten, doch ihr stürzt euch darin hinein.“
        Viele westliche Nichtmuslime unterscheiden nicht zwischen dem Islam als Religion und dem Fehlverhalten der Muslime und messen den Islam an Saudi Arabien, weil die offiziellen Vertreter dieses Staates und seine Hofgelehrten behaupten, ihr Land repräsentiere den Islam und sei ein „islamischer“ Staat, obwohl dort himmelschreiendes Unrecht geschieht. Mehr als einer Stelle im Koran ist zu entnehmen, daß es im Glauben, also in der Wahl der Religion, keinen Zwang geben darf, wie bspw.: „Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll den Glauben verweigern.“ Es ist nicht die Rede davon, daß ein vom Islam Abtrünniger allein auf Grund seines Abfalls vom Glauben mit einer weltlichen Strafe bedacht werden soll. In Ländern, wie dem heutigen Jordanien und Syrien konnten Christen auch noch nach der islamischen Eroberung Kirchen bauen – und können es auch heute noch –, und anfangs teilten sich Muslime und Christen in die Nutzung der Kirche, die in Damaskus anstelle der Omayyaden-Moschee stand. Wenn saudische Religionsgelehrte in ihrer beschränkten Sichtweise und mit ihren Herzen, die härter als Stein sind, das anders interpretieren, entspricht das nicht dem Vorbild des Propheten des Islams.

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      • Grundsätzlich ist mir die Vorstellung im Islam bekannt, dass jeder Gläubige eine eigenen Beziehung mit Gott hat und insofern Institutionen wie eine Kirche obsolet sind. Vor allem hier, in dem Land der Reformation, ist diese Vorstellung und Denkweise durchaus positiv besetzt. Luther hat auch gegen die Macht der Institution der katholische Kirche und für die persönliche Beziehung eines jeden Menschen mit dem Vater gesprochen. Deswegen erscheint mir der Sinn des Anfangs deiner Entgegnung wieder einmal nur aus einem üblichen Reflex zu bestehen, nämlich die eigenen Vorstelungen und den eigenen Glauben als die einzig Richtigen darzustellen. Das kann aber nur ein Holzweg sein, wie die Geschichte immer wieder beweisst. Selbst wenn in Wien Herr Ibraim für Naturwissenschaften offen ist – das die Vorstellung der Genesis in weiten Teilen der moslemischen Welt als die Wahrheit betrachtet wird ist doch eher die Realität, die du auch nicht negieren kannst! Deswegen auch meinr Hinweis auf die ideologische Nähe in dieser Sache zu den Creationisten, die ja auch einen eigenen Zugang zu Gott postulieren! Deiner Meinung nach gibt es ja auch nur (oder stärker?) Wiedersprüche in den beiden anderen Schriften, ohne das du auf Wiedersprüche im Quran eingehst. Im Gegenteil, du machst es wie die Mehrheit und betonst stark die Unterschiede, ohne die Gemeinsamkeiten höher zu bewerten. Und dabei hat man in dem Text, leider auch wie so oft , den Eindruck, als wenn es sich um einen Wettbewerb der Religionen handelt. Meine ist die Bessere, aber meine war zuerst da, nein nein , meine war zuletzt da und ist deswegen die gültige. Wir werden es alle am Ende erfahren und dann staunen! Auf den Begriff der Toleranz in meinen Ausführungen bist du nicht mit einem Wort eingegangen. Honi soit qui mal y pense! Glaubst du nicht, der (liebe) Gott hat in seiner Weisheit erkannt, dass sich so viele verschiedene Menschen und Kulturen auf diesem Planeten rumtreiben, denen man dann auch verschiedenen Wege aufzeigen kann, um sie möglichst alle positiv zu erreichen? Ich lese hier bei dir etwas, was ich oft im Alltag erlebe. Die Menschen betonen meistens, oder leider fast ausschliesslich die Unterschiede in den Auffassungen. Dabei sind die Gemeinsamkeiten nicht nur dominierend sondern sogar entscheidend. Ich freue mich jedesmal, die erstaunten und überraschten Gesichter eines jeden Gesprächpartners zu sehen, wenn ich Ihm berichte, wer im Quoran der direkte Prophet vor Mohammd war – Isa ibn Maryam! Es kann doch nicht darum gehen, ob Schweinefleisch oder Rindfleisch harram ist. Es kann doch nur um die Liebe und Barmherzigkeit des EINEN Gottes gehen. Aber zu den historischen Fakten: du kannst doch kaum negieren, dass die islamische/arabische Kultur seit Avicenna, also seit circa 1000 Jahren ! kaum oder keine ähnlich bedeutende Persönlichkeiten in den Naturwissenschaften mehr geboren hat. Frag dich einmal, und zwar ausnahmslos selbstkritisch, warum wohl, denn sonst hat das kaum Sinn! Auch kein Wort zu dem Zitat von Musa al sartre den Schiiten aus dem Libanon. Es reicht nicht, wenn der ein oder andere Gelehrte Erkenntnis gewonnen hat und die Evolutionlehre nun befürwortet, genau so wie es auch bei der katholischen Kirche nicht reicht, wenn Sie nach Jahrhunderten Gallileo freisprechen oder endlich bekennen, das die Erde KEINE Scheibe ist und der Homosapiens sapiens ein Primat ist. Man kann eben erkennen, dass es auch in den intoleranten Auffassungen viele Parallelen gibt. Das mit den (fehlenden?) Parralelen in der Genesis und der jüdischen und christlichen Tradition lese ich noch einmal nach. Bis eben war ich der Auffassung, dass die Story mit den 7 Tagen auch ein Teil des Koran ist. Ich war auch der Meinung das Moses nicht nur für die Juden oder Christen sondern auch für die Moslems ein bedeutender Prophet ist. Aber vielleicht wolltest du mit diesem Hinweis wieder die Unterschiede betonnen und so einen „Wettbewerbsvorteil“ erziehlen. Du scheinst in marktwirtschaftlichen Kathegorien zu denken, was in unserer Welt durchaus nicht ungewöhnlich ist. Und die Angabe, dass der Islam die letzte Offenbarung ist, natürlich auch weil die Vorherigen nicht gefruchtet haben und der Islam schon deswegen vor und über den anderen Schriften stehen muss, ist ein oft gehörtes und dadurch nicht besser werdendes Argument. Vielleicht trägt es mehr zum Frieden zwischen allen Religionen bei, wenn man sich mit den anderen Auffassungen und Postulaten ohne Überheblichkeit sachlich auseinander setzt und die Gemeinsamkeiten, die ohne jeden Zweifel da und gross sind, heraus arbeitet, ohne die Unterschiede für eigene politische Interessen zu instrumentalisieren. Du bist natürlich absolut im Recht und es sollte eigentlich jedem bekannt sein, dass der Islam freiwillig angenommen werden muss und im Kern auch tolerant ist – aber ist das wirklich gesellschaftliche Realität? Als ich mich mit der rasanten Ausbreitung des Islam gen Osten im Mittelalter befasst habe, bin ich auf einen Fakt gestossen, bei dem mir jeder Moslem zuerst gesagt hat, unmöglich – das kann es nicht geben. In Indonesien, bekanntermassen ein Inselreich, gibt es endemische Gemeinschaften die matriarchalisch organisert sind und den Islam angenommen haben.Der Häuptling ist eine Frau!!! Das ist die Kraft der Toleranz! Und ist das nur wieder westliche Propaganda, wenn man Bilder sieht, wie in Kairo Kopten von der Mehrheit verprügelt werden und die Intoleranz Einzug hält? Deine kritische Haltung zu den wahabitischen Beduinenfürsten aus Saudi-Arabien zu deren bigottem Getue teile ich absolut. Nur wäre es bestimmt nützlicher, wenn die Kritik an der ganzen Meschpoke der arabischen Halbinsel, auch von islamischen Stimmen lauter und entschiedener wäre! Kann es sein, das diese Hybris der Saudis und das Getue der „Hüter der heiligen Stätten“ auch ein Teil deines Problems ist, wenn du erklärst, jüdische und christliche Überlieferungen hätten zur nicht korrekten Kommentierung des Quran geführt.Und dann schreibst du sogar mit voller Gewissheit „das ist nicht der Koran selbst“ Zwei Sätze später voller Gewissheit: „der Koran ist die Aufklärung und braucht deswegen keine Aufklärung“ So etwas nennt man in deutsch nicht von ungefähr : „Totschlagargument“ ! Oder sollte ich sagen, ja jetzt ist alles klar, ich vergess die Aufklärung und halte mich nur an den einen unveränderten Quran? Dann weiss ich jetzt nur nicht ganz genau, wie es meine Frau am besten machen sollte – Kopftuch oder Vollverschleierung oder gar kein Tuch oder nur einen Augenschlitz? Du könntest mir da bestimmt behilflich sein. Um dir etwas ganz klar zu Kant und der, von dir angenommenen, Affinität des kantschen Denkens zum Islam etwas zu sagen, müsste ich wissen auf welche Werke du dich hier beziehst. Hast du viel von diesem Königsberger gelesen? Ich fand Ihn immer etwas trocken und sehr speziell. Wenn Kant, einer der Väter der Aufklärung, aber so einen Satz (der Quoran braucht keine Aufklärung) lesen würde, hätte er wahrscheinlich eher gesagt, lasst euch nicht von anderen etwas erzählen sondern prüft und reflektiert selber und schaltet den Kopf nicht ab sondern an. Wie schon gesagt, die Suche nach der Wahrheit und nach Gott ist kein Wettrennen unter den Religionen dieser Welt. Denn du weisst ja, wir würden alle an dem gleichen Punkt ankommen, denn es gibt nur Einen! Wir sollten vielmehr miteinander auf dieser kleinen Welt, dafür Sorge tragen, dass wir uns in Liebe und Freundschaft weiter entwickeln. Ein grosses Problem sind die interpretations Möglichkeiten in allen (drei) Schriften. Im Quran steht u.A.: Siehe, die Gläubigen und die Juden und die Sabäer und die Christen – wer da glaubt an Allah und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut – keine Furcht soll über sie kommen, und sie sollen nicht traurig sein. (Quran, 5:69) Aber wenn man solche Sätze nicht an sein Herz lässt sondern nur relativiert, wird es noch lange bis zum Weltfrieden dauern. Übrigens-die (meisten) Saudis halten sich selber bestimmt für gute Moslems und würden dir wahrscheinlich auch etwas von Whahab erzählen, damit du endlich zum „richtigen“zum reinen Islam findest. Und ich hoffe, du wirst auch aber noch etwas von Kant lesen, deinen Geist noch weiter öffnen und dann z.B.deine Einstellung zur Rolle der Frau in der Gesellschaft reflektieren und ggf, revidieren.Denk dabei an die erste Frau des Propheten, die ich in meinem ersten Post auch erwähnt habe und auf die du auch nicht eingegangen bist. Wieder denke ich : honi soit qui mal y pense. Denn im Quran (und nicht nur dort) hat Lernen ja einen enorm hohen Wert, nicht wahr! Bis zu deiner nächsten Erwiderung und bitte strukturiere sie etwas besser. Ich habe mir auch diese Mühe gemacht und kann dir mitteilen,dass die Gefahr, vor allem bei so langen Texten und so komplexen Themen, dass man Argumente aus dem Auge verliert, sich dann relativiert.

        Tschüüs oder Bislama

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      • Anscheinend wird von mir hier erwartet, eine Abhandlung über die Unterdrückung der Frau in muslimischen Gesellschaften – nicht im Islam – und über die Rechte und Pflichten von Mann und Frau im Islam zu schreiben.

        Auf Arabisch gibt es ein mehrbändiges Werk über „Die Befreiung der Frau zur Zeit der Verkündigung der islamischen Botschaft“, das darauf wartet, ins Deutsche übersetzt zu werden.

        Im islamischen Recht gibt es in der Ehe keine Zugewinngemeinschaft, sondern, was die Frau mitbringt oder hinzugewinnt, gehört ihr allein, und es steht ihrem Ehemann nicht zu, ohne ihre Einwilligung irgendetwas von ihrem Besitz zu nehmen, und er hat auch kein Recht, sie an der freien Verfügung über ihr Vermögen zu hindern – und das alles bereits seit 1400 Jahren, lange bevor die Frauen solche Rechte im „christlichen“ Abendland erhielten.
        Das kann dazu führen, daß die Frau mehr Vermögen ansammelt als ihr Ehemann, da dieser dazu verpflichtet ist, für den Unterhalt seiner Familie aufzukommen, während seine Frau dies nicht ist. Wenn er es sich leisten kann, kann sie auch von ihm verlangen, eine Hausangestellte anzustellen, da sie nicht zur Erledigung der Hausarbeiten verpflichtet ist. Wenn sie geschickt ist, kann sie mit ihrem Brautgeld (Morgengabe) – über das nur sie allein zu verfügen hat – und eventuellen Erbschaften Geschäfte treiben und dann unter Umständen ein größeres Vermögen anhäufen als ihr Mann, der vielleicht sein ganzes Einkommen für den Unterhalt seiner Familie ausgeben muß und daher kein eigenes Vermögen ansammeln kann.
        Zwar sind in den muslimischen Gesellschaften die meisten Eheschließungen von den Eltern arrangiert, Zwangsverheiratung ist nach dem islamischen Recht jedoch nicht zulässig, und geht man der Herkunft derjenigen Muslime nach, unter denen sie verbreitet ist, so wird man finden, daß diese überwiegend aus ländlichen Gegenden und ungebildeten Kreisen kommen, während sie in Gesellschaften mit Bildung, in denen sowohl Frauen auch als Männer über ihre Rechte und Pflichten im Islam aufgeklärt sind, nur selten vorkommt. Da in den meisten muslimischen Ländern Eheschließungen von Schari´a-Gerichten genehmigt und beurkundet werden müssen, achten auch bei erhöhtem Bewußtsein für eine islamische Ordnung die zuständigen Standesbeamten darauf, daß es nicht zu Zwangsverheiratungen kommt. In der säkularistischen Türkei gibt es keine Schari´a-Gerichte für Eheschließungen, sondern die Zivilehe. Vielleicht trägt auch dieser Umstand zu einer höheren Zahl von Zwangsheiraten bei.
        Bekanntlich sind die Taliban in Afghanistan gegen einen Schulbesuch von Mädchen. Vergleicht man dies jedoch mit anderen muslimischen Ländern, so wird man feststellen, daß diese Haltung anscheinend eine Besonderheit der afghanischen Mentalität ist und im Grunde nichts mit dem Islam zu tun hat. Mädchen Schulbildung zu verweigern, gab es in diesem Land bereits zu Zeiten des Königs (Schah), lange vor dem islamischen Erwachen. Wie unklug eine solche Einstellung ist, zeigt allein schon das Beispiel, daß es in der Regel die Frauen sind, die ihren Kindern zu Hause bei den Hausaufgaben helfen, insbesondere wenn die Väter abends müde von der Arbeit kommen, und die Kinder dann schon schlafen gehen müssen. Wie soll eine Analphabetin ihnen dabei helfen? Im Nachbarland Iran sind die meisten Studenten weiblich, und in einigen arabischen Staaten sind die Akademiker und Akademikerinnen inzwischen so zahlreich, daß viele keine Arbeit finden. Der Islam hält sowohl die männlichen als auch die weiblichen seiner Anhänger gleichermaßen zum Wissenserwerb an.
        Auf den ersten Blick mag die koranische Vorschrift, daß ein männlicher Erbe einen doppelt so großen Anteil erhalten soll wie ein weiblicher, manchen ungerecht erscheinen. Angsichts der oben geschilderten Möglichkeiten der Vermögensbildung bei Frauen und der Pflicht der Männer, bei der Heirat ein Brautgeld zu zahlen und danach für den Unterhalt ihrer Familien aufzukommen, ändert sich das Bild. Im koranischen Kontext ist die Einhaltung dieser Anordnungen mit dem Glauben Gott und Seine Gerechtigkeit verknüpft, was bedeutet, daß Muslime, die dies nicht verstehen und diese Vorschriften abgeändert sehen wollen, sich damit selbst außerhalb des Islams stellen.
        Auch die Polygamie stellt keine Unterdrückung der Frau dar, da jede Frau bei der Eheschließung in den Vertrag die Bedingung aufnehmen kann, daß ihr Mann keine weitere Frau ehelicht, solange er mit ihr verheiratet ist. Da die wenigsten bei der Heirat jedoch auf diesen Umstand achten, machen Länder, wie bspw. Marokko, die ausdrückliche Einwilligung der ersten Frau in die Heirat ihres Mannes mit einer weiteren zur Voraussetzung. Wie mir in Saudi Arabien gesagt wurde, sei es dort üblich, daß die erste Frau für ihren Mann die zweite Frau aussucht. Tatsächlich können sich jedoch die wenigsten muslimischen Männer eine zweite Ehefrau leisten, da sie beide – zumindest vom materiellen Gesichtspunkt her – gleich behandeln müssen, und es nicht leicht ist, zwei Haushalte zu versorgen. In der Regel gibt es in den meisten Ländern einen Frauenüberschuß, und da im Islam keine außerehelichen Beziehungen zulässig sind, ist die Mehrehe im Islam ein Mittel, um diesem Mißstand abzuhelfen.
        Ebenso ist auch das dem Mann vorbehaltene Recht, die Scheidung auszusprechen keine Unterdrückung der Frau, angesichts der Tatsache, daß Frauen in der Regeln emotioneller denken und reagieren als Männer und sich von diesen dann aus jedem nichtigen Anlaß scheiden würden. In wirklich ernsten Fällen, wie Mißhandlung oder Impotenz des Ehemannes, gibt es im Islam die gerichtliche Auflösung der Ehe und darüber hinaus noch den Khul´, den „Loskauf“ aus der Ehe, indem der Ehemann zur Einwillung in die Scheidung unter Rückgabe des Brautgeldes oder einer anderen materiellen Leistung gedrängt wird.

        Zu den Voraussetzungen eines islamischen Staates gehört auch die Rechtsstaatlichkeit, was bedeutet, daß Fälle von Unterdrückung der Frau nicht dem Islam als Religion, sondern dem Fehlverhalten der Muslime anzurechnen sind. Zahlreiche Regelungen im islamischen Recht sind von den Gelehrten in selbständiger Entscheidung auf Grund der Quellen getroffen worden, wobei verschiedene Gelehrte trotz derselben Quellen häufig zu verschiedenen Ergebnissen gelangt sind, so z. B. in der Frage der Gesichtsverschleierung der muslimischen Frau. Die früher vorherrschende und heute nahezu verlorengegangene Kultur der Ambiguität (suche im netz nach > thomas bauer, kultur der ambiguität) verlangt die Toleranz der Vertreter der unterschiedlichen Meinungen und Rechtsschulen untereinander. Wenn die Taliban in Afghanistan oder die Schabab in Somalia ein allgemeines Musikverbot verhängen und Musikinstrumente zerstören, so ist dies ein Verstoß gegen diese Kultur, da es im Islam auch eine starke Meinung gibt, wonach ein allgemeines Musikverbot nicht zu rechtfertigen ist. Ein solches Verhalten fördert nur die Spaltung der Muslime und die Spannungen zwischen ihnen.

        Thema Schöpfungsgeschichte: Auch der Koran spricht von einer Erschaffung der Himmel und der Erde in sieben Tagen, wobei aus anderen Stellen jedoch hervorgeht, daß ein „Tag“ bei Gott ein anderes Maß hat als bei den Menschen. Man könnte also von sieben „Zeitabschnitten“ sprechen. Nach Einsteins Relativitätstheorie stehen Raum und Zeit in Abhängigkeit und in einem Verhältnis zueinander, und Zeit ist etwas Relatives. So empfinden wir Träume als Wirklichkeit, und Ereignisse, die dort längere Zeit, vielleicht sogar Monate oder Jahre in Anspruch nehmen, laufen im Gehirn des Träumenden jedoch innerhalb weniger Sekunden oder Sekundenbruchteile ab. Am Tage der Auferstehung werden die zum Leben Wiedererweckten gefragt, wie viele Jahre sie auf der Erde verweilt haben, und sie werden antworten, sie hätten nur einen Tag, oder einige Stunden dort verbracht (23,112). Im Unterschied zur biblischen Schöpfungsgeschichte betont der Koran, daß Gott von seiner Arbeit der Erschaffung nicht ermüdet war und sich nicht am siebenten Tag ausruhen mußte. In der bibl. Schöpfungsgeschichte heißt es, daß Gott die Pflanzen am Tag (Zeitabschnitt) vor der Erschaffung der Lichter (Sonne, Mond u. Sterne) erschuf. Heute wissen wir jedoch, daß das nicht möglich ist, da Pflanzen nicht ohne Licht leben können. Der Koran nennt hierfür keine Reihenfolge, sondern erwähnt an anderer Stelle, daß Himmel und Erde eine zusammenhängende Masse waren und er sie dann voneinander trennte, und daß er aus dem Wasser alles Lebendige hervorgehen ließ (21,30). Sollte erstere Aussage eine Anspielung auf die Urknalltheorie und die sich zu Sternen verdichtenden Materiewolken sein? Nach unseren heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist in der uns bekannten Welt kein Leben ohne Wasser vorstellbar.

        Soviel für diesmal und Tschüss.

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      • Genau, die Hölle schaffen sich Deine gebärfreudigen Mustermuslime auf Erden wie in Ägypten wo sie ihre zig neuen Kinder nicht satt bekommen und sich von den Ungläubigen versorgen lassen müssen. Mal wieder beinhart am Thema vorbei

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      • Warum sollten meine „Mustermuslime“ gebärfreudig sein? Auf jeden Fall sind die Mehrzahl der Ägypter alles andere als „Mustermuslime“. Muß ich mich wiederholen: Die meisten Menschen machen den Fehler, Religionen am Fehlverhalten ihrer Anhänger und nicht an ihrem Inhalt zu messen.

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      • @ Besucher:

        Die gebärunfreudigen deutschen Musternichtmuslime sorgen dafür, daß die Bevölkerung in einer Weise schrumpft, die zu ihrer Überalterung führt. Und wenn man dem mit Zuwanderung beizusteuern versucht, sträuben sie sich dagegen und behaupten, Deutschland sei übervölkert. Wenn Ägypten hinsichtlich der Getreidelieferungen von den USA abhängig ist, so ist die BRD auch kein wirklich souveräner Staat: die USA haben auf dem Gebiet der BRD Massenvernichtungs- und andere Waffen, gegen die die Bundesregierung nichts unternehmen kann. Die US-Folterer von Abu Ghraib kamen aus Wiesbaden. Und nach einem Zusatz im Pressegesetz dürfen die Mainstream-Medien nur positiv über die USA und ihr Schoßhündchen Israel berichten; das nennt sich dann Presse- und Meinungsfreiheit. Versuchen Sie mir nicht weiszumachen, die Nichtmuslime seien besser als die Muslime!

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  5. Pingback: Femen – splitterfasernackt | maxkeiler

  6. Ich finde die Femen-Mädchen sehr dumm, weil sie ihre Unfreiheit perpetuieren. Blanke Brust und blanke Achseln sind keine Befreiung der Frau!!!

    Übrigens ist der Busen, anders als im Artikel dargestellt, kein „Geschlechtsorgan“! Hahaha! Beim „Tittenfick“ entsteht kein Baby, ergo war’s kein Geschlechtsorgan! Lesen: http://www.007b.com/breast_taboo.php
    Wobei für mich die größte erogene Zone allerdings das Gehirn ist…

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  7. Mir ist das Konzept des Protestes der jungen Demonstrantinnen auch noch nicht ganz erschlossen. Dass sie dazu in der Lage sind, die Aufmerksamkeit der Menschen für sich zu gewinnen, haben sie schon mehrmals unter Beweis gestellt, doch irgendwie erscheint es mir so, dass sie über den zweten Akt, also den der vermeintlichen Aufklärung, sich nie wirklich Gedanken gemacht haben, sodass der Protest an sich in ein pornographisches Schauspiel manifestiert. Das einzig schlimme dabei ist, dass ernst zunehmende Themen, die die Gesellschaft wirklich betreffen, so ins Lächerliche gezogen werden und jede Chance genommen wird, sich mit ihnen so auf eine seriöse Art und Weise zu befassen. Ich hoffe nur, dass die Mädchen von Femmen irgendwann einmal ihre Energie sinnvoller einsetzen als für das „Titelblatt der B**D-Zeitung“.

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    • nur weil sich dir ein kozept nicht erschließt, bedeutet das noch lange nicht, dass es keines gäbe. gehen wir mal davon aus, dass die ‚femen‘ eine bewegung sind, die eng mit der politischen entwicklung der ukraine (und russlands) zusammenhängt. die politischen richtungswirren in der ukraine (und russland) sind seit ihrer ‚unabhängigkeit‘ notorisch, sprich, sie finden überall in den medien ihren widerhall. ich glaube, es ist ziemlich schwierig, aus den aktivismen, die dort ihren ursprung haben, ein für uns in deutschland nachvollziehbares konzept zu extrahieren. es gibt viel zu viele extrem ausgerichtete strömungen, vom rechtsradikalen rassistischen rand bis zum anarchistischen syndikalismus, die sich dort momentan ausleben. für uns bleiben sie ’nur‘ bunte bilder einer verwilderten gesellschaft. ob das die realität abbildet, oder ob es nur die blanke angst und not ist, die die leute antreibt, sollte man sich erst mal in ruhe überlegen.

      für die saturierten moslems berlins sind sie, die ‚femen‘, jedenfalls nicht der geeignete gegenstand dieser art auseinandersetzung.

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