Die Sache mit den schwulen Muslimen

In Paris hat das europaweit erste islamische Glaubenshaus für Homosexuelle eröffnet. Die Empörung in der muslimischen Gemeinde ist groß. Der Gründer der Moschee, die nach Meinung vieler Muslime gar nicht so genannt werden darf, lebt in Angst und erhält Morddrohungen. Ein weiteres Beispiel, wie die Muslime den Fokus auf Unwichtiges richten, während in Syrien, Afghanistan und anderswo Menschen massakriert werden.

Homosexuelle Muslime auf einer Demonstration

Homosexuelle Muslime auf einer Demonstration

Ludovic-Mohamed Zahed lautet der Name des Mannes, der die erste Moschee für Schwule, Lesben und Transsexuelle in Europa gegründet hat. Obwohl man aus Angst vor Anschlägen den Standort der Moschee, die eigentlich ein Buddhisten-Tempel ist, nicht öffentlich bekannt gab, zogen die europäischen Medien es vor, über das Thema zu berichten und es dementsprechend hochzustilisieren. Allen voran war natürlich die französische Presse, die das Bild eines liberalen und toleranten Frankreichs propagieren wollte. Das Land der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist allerdings nicht so freiheitsliebend, wie es sich gibt.

Wäre dem so, würde man auch auf die Rechte von Burka-Trägerinnen achten und diese nicht mit Geldstrafen abmahnen. Das Tragen eines derartigen Ganzkörperschleiers ist alles andere als unumstritten, auch aus islamisch-theologischer Sicht. Allerdings sollte man in einem demokratischen Staat immer noch selbst entscheiden dürfen, was man trägt und wie man sich anzieht.

Auf der anderen Seite ist es fragwürdig, warum der Gründer der Moschee sich öffentlich zeigt und auf sich aufmerksam machen will. Es geht hier gar nicht darum, warum er dieses Glaubenshaus eröffnet hat, sondern viel mehr um die Tatsache, dass es da draußen genug Fanatiker gibt, die einem aufgrund einer solchen Aktion nach dem Leben trachten könnten. Das weiß auch Zahed, der von sich behauptet, einst „Salafist“ gewesen zu sein. Demnach bringt er nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch die Mitglieder seiner kleinen Gemeinschaft. Falls er sich nur nach Aufmerksamkeit sehnte, war es das auf jeden Fall nicht wert.

Nichtsdestotrotz haben schwule Muslime in Europa das Recht sich zu treffen und zu beten. Tatsächlich kann ihnen das Beten auch anderswo niemand verbieten. Ähnliche Gemeinden gibt es unter anderem auch in den USA. Dennoch sollten sich Schwule und Lesben mit der Tatsache abfinden, dass Homosexualität mit abrahamitischen Religionslehren schlicht und einfach nicht vereinbar ist. Dieser Grundpfeiler ist nicht nur im Islam vorhanden, sondern auch im Juden- und Christentum. Natürlich kann man von einer „differenzierten Interpretation“ der einzelnen Lehren sprechen, allerdings ist sich die eindeutige Mehrheit der Religionsgemeinschaften einig, dass eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft vor Gott nicht zu verantworten ist. Sowohl Muslime, als auch Christen und Juden beziehen sich diesbezüglich auf die Geschichte von Sodom und Gomorrha.

Demnach braucht man sich auch nicht über Kritik wundern, die von Seiten Konservativer oftmals in Diffamierungen und Hasspredigten ausartet. Auch in der muslimischen Gemeinschaft überreagiert man in Hinsicht auf solche Fragen, anstatt sich einer Diskussion zu stellen. Allein dass es Morddrohungen gegen Homosexuelle gibt und man im Internet zu deren Hinrichtung aufruft, spricht für sich. Natürlich trifft dies nicht auf einen Großteil der Muslime zu.

Dennoch sollten sich Muslime ihre Empörung für andere Sachen aufheben, anstatt über Homosexuelle herzufallen. Gegenwärtig dominieren im Nahen Osten Kriege, Konflikte und Armut. In Syrien bringen sich Muslime gegenseitig um, während Russland, China, die USA und Europa Partei ergriffen haben und auf Kosten Unschuldiger ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. Ähnliche Zustände herrschen in Afghanistan und im Irak, während dieselben geopolitischen Machtspiele auch in Mali und Libyen Fuß gefasst haben. Vom ewigen Leid der Palästinenser ganz zu schweigen.

Auf all diese Geschehnisse wird nicht aufmerksam gemacht und wenn, dann neigt die muslimische Gemeinschaft dazu, sich zu spalten, wie es im Fall von Syrien zu beobachten ist. Stattdessen zeigt man sich empört, wenn ein Schwuler meint, eine Moschee gründen zu müssen. Man sollte hervorheben, dass für all die zahlreichen Probleme in islamischen Ländern weder Homosexuelle, noch Transvestiten verantwortlich sind. Kindesmissbrauch, Zwangsprostitution und andere Verbrechen gehen meistens auf das Konto von Warlords, Ölscheichs und anderen machthungrigen Personen, die nebenbei noch ein „normales Familienleben“ führen.

Wer meint, von Homosexuellen aufgrund seiner Religion, sei es nun Islam, Christentum oder Judentum, Abstand nehmen zu müssen, muss auch von jenen Abstand nehmen, die zu Gewalt gegen sie aufrufen. Alles andere wäre nicht nur ignorant, sondern auch kurzsichtig und heuchlerisch.

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4 Gedanken zu „Die Sache mit den schwulen Muslimen

  1. Mein liebr emranferoz, mein lieber Kommentator, oder besser mein lieber Scholli ! Ich habe schon öfter deine Artikel hier gelesen und stimme der Kritik oft zu aber das zur Kritik auch Selbstkritik gehört, scheint dir nicht ganz bewusst zu sein! Zitat emranferoz : „Demnach braucht man sich auch nicht über Kritik wundern, die von Seiten Konservativer oftmals in Diffamierungen und Hasspredigten ausartet. Auch in der muslimischen Gemeinschaft überreagiert man in Hinsicht auf solche Fragen, anstatt sich einer Diskussion zu stellen. Allein dass es Morddrohungen gegen Homosexuelle gibt und man im Internet zu deren Hinrichtung aufruft, spricht für sich.“ Natürlich trifft dies nicht auf einen Großteil der Muslime zu.
    Anstatt dass du diese gottesfeindliche und menschenverachtende Intoleranz umissverständlich negierst, schreibst du, man bräuche sich hier nicht zu wundern! Genaus so wenig wie man sich über randalierende Faschos zu wundern braucht, wenn in deren Siedlung ein Asylbewohnerheim errichtet wird??? Zitat e.:“Dennoch sollten sich Muslime ihre Empörung für andere Sachen aufheben, anstatt über Homosexuelle herzufallen.“ Eine gute Idee, wenn Sie nicht halbherzig verfolgt wird. Wie wäre es, wenn sich die Empörung der Muslime endlich gegen die Saudis richten würde, die einem toleranten und aufgeklärtem Islam im Wege stehen? Das Christentum und hier vor allem die katholische Kirche wächst, nach Luther und der Aufklärung, auch nur langsam in eine neue Zeit. Da kann man schon einmal konservative Strömungen in diesen verschiedenen Religionen betrachten und Paralelen erkennen und dann sehen, dass die islamische Religion einige Hundert Jahre jünger ist. Also habe die Muselmanen noch lange Zeit für eine Entwicklung!

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    • mein lieber scholli – ich denke, du hast nicht verstanden, worauf dieser artikel hinaus will.
      eher religiöse muslime bzw. radikale würden den autor hierfür hassen. in deren augen ist solch ein artikel eine klare parteinahme für homosexuelle. ich will gar nicht wissen, wie auf facebook und auch hier manche leute den autor voll spamen mit hasstiraden.

      zu den saudis: über die finden sie in diesem blog viel kritik. also worüber beschwerst du dich hier?

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  2. Es ist richtig, das zur Zeit das Thema Homosexualität von den aktuellen Themen ablenken soll. der Focus sollte wieder auf die Finanzkriese und besonders auf den Nahen Osten gerichtet sein. Insbesondere die Menschenrechte in Palästina sollten im Interesse der Weltöffentlichkeit gerückt werden.

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