Rassismus in Israel

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass man jüdisch-äthiopischen Frauen vor ihrer Einreise ins „Heilige Land“ mit Hormonen behandelt hat, die zu ihrer Unfruchtbarkeit führten. Dieser Skandal hat nun hohe Wellen geschlagen. Kein Wunder, denn diese Praxis beweist ein weiteres Mal den offenkundigen Rassismus in der israelischen Gesellschaft. 

Quelle: hornso.com

Dass es überhaupt jüdische Äthiopier gibt, ist einigen immer noch nicht bekannt. Tatsächlich wurden sie schon vor Jahrzehnten über Nacht nach Israel verfrachtet. Dies geschah erst nachdem der israelische Oberrabbiner Ovadia Josef, der unter anderem für zahlreiche menschenverachtende Aussagen bekannt ist, 1975 die äthiopischen Juden, auch Falasha genannt, offiziell als Nachkommen des israelitischen Stammes Dan anerkannt hatte.

Nun schrieb die renommierte „Haaretz“, dass während dieser Einwanderungswellen fragwürdige Maßnahmen getroffen wurden. So wurden äthiopische Frauen ohne ihr Wissen oder gegen ihren Willen mit Hormonspritzen behandelt, um unfruchtbar gemacht zu werden. Vor allem die Geburtenrate der Äthiopierinnen war in den vergangenen Jahrzehnten extrem niedrig. So niedrig, dass manche Personen begannen Nachforschungen anzustellen.

Die letzte Immigrationswelle aus Äthiopien erfolgte Ende der 90er-Jahre. 2004 folgten 20.000 weitere Falasha, da diese jedoch ihre „jüdischen Wurzeln“ nicht vorweisen konnten, wurde ihnen die Einreise nach Israel verweigert. Die äthiopische Minderheit hat seit ihrer Ankunft Probleme in der israelischen Gesellschaft. Während die Aschkenasim, sprich, europäische Juden, sich zur Elite etabliert haben, verweilen die Falasha in Armut und werden ausgegrenzt.

Die nun bekannt gewordene Hormonbehandlung beweist, dass die israelische Regierung von Anfang an das Ziel verfolgte, die „schwarze“ Minderheit zu dezimieren. Die äthiopischen Juden sollten irgendwann komplett von der Bildfläche verschwinden. Die Tatsache, dass sie Juden sind, spielte hierbei für den israelischen Staat, der sich gerne als „jüdischer Staat“ propagiert, keine Rolle. Das einzige Problem der Falasha war und ist, dass sie „schwarz“ sind. Eine andere Erklärung gibt es hierfür nicht.

Es ist schockierend, dass eine derartig abstoßende Praktik in der „einzigen Demokratie im Nahen Osten“ stattgefunden hat. Umso schockierender ist es, dass die Medien sich immer noch großteils zurückhalten, ausführlich darüber zu berichten. In dieser Hinsicht sollte man sich an der „Haaretz“ ein Beispiel nehmen.

Man stelle sich nur vor, Frankreich wäre mit solch einer Praktik gegen die Minderheit der Roma und Sinti vorgegangen. Man stelle sich vor, Deutschland hätte das Gleiche gemacht, während zahlreiche Gastarbeiter aus der Türkei oder aus Osteuropa ins Land kamen. Man stelle sich vor, dies wäre erst Jahrzehnte später publik geworden. Es wäre die Hölle los gewesen.

Fremdenfeindliche Hasskampagnen gegen Afrikaner in Israel fanden schon des Öfteren statt. Allerdings handelte es sich dabei hauptsächlich nicht um äthiopische Juden, sondern um sogenannte illegale Einwanderer aus dem Sudan und anderen Staaten. Immer wieder kamen Videos an die Öffentlichkeit, die eine regelrechte Hetzjagd auf diese Menschen zeigten.  Von Seiten der israelischen Regierung konnte man nur reges Interesse wahrnehmen.

Die jetzige Situation ist jedoch anders, da es sich um israelische Staatsbürger handelt. Das israelische Gesundheitsministerium hat inzwischen reagiert und die Empfängnisverhütungen für Immigrantinnen neu geregelt. Das ändert jedoch nichts an den Fakten. Das Geschehene kann man nicht schönreden.

Der Rassismus in Israel ist gegenwärtig. Mit Gesundheitsreformen kann man ihn nicht beseitigen. Das Judentum kennt keinen Rassismus, genauso wenig wie das Christentum oder der Islam. Allerdings gibt es in Israel genug Kräfte, die davon nichts wissen wollen.

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2 Gedanken zu „Rassismus in Israel

  1. Ich finde kaum Worte für dieses abscheuliche Verbrechen. Jetzt braucht sich auch niemand zu wundern, dass es die israelische Regierung war, die das apartheidsregime Südafrikas unterstützte.

    Ich kenne kein einziges Gebot, welches mit solchen Taten in Einklang steht.

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