Unkontrollierte Talibanjagd?

Der Talibanführer Mullah Nazir wurde gestern durch eine Drohne des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama getötet. Nazir galt als „pakistanfreundlicher“ Taliban-Chef und überlebte vor einiger Zeit einen Selbstmordanschlag. Umso fragwürdiger ist es, warum er jetzt ermordet wurde.

Quelle: kleinezeitung.at

Mullah Nazir wurde bis zu dem Tag seiner Ermordung von keiner Drohne getroffen. Stattdessen wurde er Ende November von einem Selbstmordattentäter ins Visier genommen. Ob es tatsächlich ein „Suicider“ war oder eine Autobombe, ist bis heute jedoch nicht geklärt. Nazir überlebte den Anschlag verletzt. Die Frage ist jedoch, wer es auf Nazir abgesehen hatte. Der pakistanische Geheimdienst stufte Nazir als „guten Taliban“ ein, da sich dieser verhandlungswillig gezeigt und den pakistanischen Staat nicht direkt bekämpft hat. Gerüchten zufolge soll sich Nazir in der Vergangenheit Feinde gemacht haben, die Mitglieder der usbekischen IMU (Islamic Movement of Uzbekistan) sind. Die militanten Kämpfer der IMU handeln ebenfalls im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Eine Tatsache, die oft außer Acht gelassen wird.

Es war jedoch klar, dass man keine andere Taliban-Gruppierung für die Tat verantwortlich machen konnte. Die Taliban, die sonst immer für jeden Anschlag als Sündenbock herhalten müssen, hatten keinen Grund, einen ihrer eigenen Leute zu töten. Nun ist Nazir tot. Per Knopfdruck wurde er ermordet, acht weitere Menschen starben ebenfalls. Natürlich verfügen die angeblichen Feinde Nazirs, die usbekischen Milizen, über keine Drohnen

Es ist unverständlich, warum die Amerikaner ihr Auge auf Nazir richteten. Warum tötet man einen Taliban-Chef, der offen für Verhandlungen war und noch dazu vom pakistanischen ISI als „gut“ eingestuft wurde. Und warum toleriert die Regierung in Islamabad dies? Aufgrund dieses Drohnenangriffs sollte man sich auch fragen, wer die wahren Drahtzieher des damaligen Bombenanschlags waren.

Mittlerweile ist es keine Seltenheit, dass friedenswillige Taliban oder Ex-Taliban plötzlich getötet werden. So kann weder ein Frieden in Afghanistan, noch in Pakistan erreicht werden. Dort herrscht nämlich auch ein Chaos seit dem ISAF-Einsatz im Nachbarland. In vielen Städten sind Selbstmordattentate und anderweitige Anschläge zum Alltag geworden, vor allem in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, die einst zu Afghanistan gehörte.

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2 Gedanken zu „Unkontrollierte Talibanjagd?

  1. Das beweist wieder einmal, das der Drohnenkönig und Friedensnobelpreisträger an einem Frieden in Afghanistan und Pakistan nicht interessiert ist. Wem wundert´s.

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  2. Nein, nicht unkontrolliert, sondern sehr gezielt:

    „Es ist unverständlich, warum die Amerikaner ihr Auge auf Nazir richteten. Warum tötet man einen Taliban-Chef, der offen für Verhandlungen war und noch dazu vom pakistanischen ISI als “gut” eingestuft wurde.“

    „Mittlerweile ist es keine Seltenheit, dass friedenswillige Taliban oder Ex-Taliban plötzlich getötet werden. So kann weder ein Frieden in Afghanistan, noch in Pakistan erreicht werden.“

    Genau DAS ist der Grund! Es SOLL keinen FRIEDEN in Afghanistan geben. Der Krieg soll am Kochen gehalten werden, damit die Kriegstreiber und -profiteure ihre Profite weiter einstreichen können. Krieg ist nur solange ein Geschäft, wie er brennt!
    Nur sollen sich jetzt die „Einheimischen“ – hier provoziert durch die IMU – Islamic Movement of Uzbekistan (warum gegen die sich einen englischen Namen, fragt sich der kritische Leser und vermutet dahinter die Auftraggeber dieser Terroristen: CIA, MI6) – gegenseitig die Köpfe einschlagen.
    Und die USA und ihre Bluthunde waschen ihre Hände in Unschuld.

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