Früchte der Demokratisierung

Dass die NATO mit ihren Einmarsch in Afghanistan gescheitert ist, ist mittlerweile nichts Neues. Was jedoch oft unter den Tisch gekehrt wird, ist die Tatsache, dass unter dem Deckmantel der westlichen Streitkräfte die sexuelle Ausbeutung der afghanischen Bürger seit 2001 massiv zugenommen hat. 

Ein besonders schockierendes Beispiel hierfür ist die Kinderprostitution in Kabul. Während die Medien jeden Tag über Anschläge und Militäroperationen berichten, werden Schicksale wie jenes der zwölfjährigen Ara Atta völlig außer Acht gelassen. Attas Vater wurde an einem Checkpoint von US-Soldaten getötet. Er war gerade auf den Weg ins Krankenhaus, da bei seiner schwangeren Ehefrau die Wehen einsetzen. Da er aus Eile seinen Wagen nicht anhielt, wurde er einfach erschossen.

Attas Mutter erlitt keinen Schaden und konnte ihr Kind ohne Probleme gebären. Der ermordete Vater arbeitete einst im Landwirtschaftsministerium. Demnach hätten seine Frau und seine Kinder Anspruch auf die Rente. Die korrupte Polizei war jedoch anderer Meinung. Sie würde der Witwe erst das Geld auszahlen, nachdem diese ihre Tochter als Sexsklavin freigibt. Die Mutter des Mädchens war anfangs nicht einverstanden, jedoch versicherten die Polizisten, dass sie sechzig Prozent des „erarbeiteten“ Geldes behalten dürfe. Damit könne sie ihre Familie zusätzlich unterstützen.

Demnach hatte Ara Atta keine andere Wahl. Wäre sie weglaufen, hätten die Polizisten die Rente ihres Vaters nicht ausgezahlt und ihre Mutter sowie ihre sechs Geschwister wären auf auf der Straße gelandet. Das gleiche Schicksal erlitt die fünfzehnjährige Badria Durrani. Die örtliche Polizei hat ihren Vater mit Haft gedroht, falls dieser seine Tochter nicht zur Prostitution freigibt.

Derartige Vergehen der afghanischen Polizei sind keine Seltenheit. In allen Fällen werden die jungen Mädchen ausschließlich an ausländische Kunden vermittelt, damit diese sich an ihnen vergehen können. Damit bleibt auch der Ruf innerhalb der Gesellschaft bewahrt, denn die afghanischen Bekannten und Verwandten bekommen von der sexuellen Ausbeutung der Mädchen nichts mit. Die Polizei, die von westlichen Helfern ausgebildet wird, bereichert sich damit enorm.

Polizeichefs und hohe Militärbeamte sind noch in zahlreiche ähnliche Handlungen verstrickt. Eines dieser Perversitäten nennt sich „Bacha Baazi“, was wörtlich übersetzt „Knabenspiel“ bedeutet. In diesem Fall werden Jungen ab dem Kindesalter hauptsächlich von älteren Männern sexuell missbraucht und ausgebeutet. Die Jungen tragen meistens Frauenkleidung und tanzen auf Feiern, während sie beklatscht werden und ihnen Geld zugesteckt wird. Aufgrund der strengen Geschlechtertrennung sind auf solchen Feiern ausschließlich Männer anwesend. Es ist keine Seltenheit, dass diese Jungen am Ende solcher Feierlichkeiten von den anwesenden Männern der Reihe nach vergewaltigt werden.

So grausam und abartig das klingen mag, ist es trotzdem die Realität in Afghanistan. Die meisten dieser Männer bekleiden hohe Posten, die sich bis in Regierungskreise ziehen. Viele von ihnen haben einen „Bacha“, einen Jungen, der ihnen als Sexsklave dient. Auch in diesem Fall stammen die meisten Kinder und Jugendlichen aus sehr ärmlichen Kreisen. Ihre Familien werden von Polizeikommandanten, Militärchefs oder Warlords unter Druck gesetzt und haben keine andere Wahl, als ihre Kinder zu verkaufen. Viele Jungen halten ihr Leben unter diesen Umständen nicht aus. Sie betäuben sich mit Drogen oder begehen Selbstmord.

„Bacha Baazi“ ist ein gesellschaftliches Problem Afghanistans. All diese verabscheuungswürdigen Praktiken, deren Opfer hauptsächlich Kinder sind, gehen durch alle Ethnien und Schichten. Vor allem Militär, Polizei und Warlords erhalten starke Unterstützung vom Westen. Damit wird nicht nur der Drogenanbau und die Bereicherung von Kriminellen mit westlichen Hilfsgeldern gefördert, sondern auch die sexuelle Misshandlung von Minderjährigen.

Viele Menschen in Afghanistan sind der Meinung, dass erst die ISAF-Intervention die Pforten für diese Verbrechen geöffnet hat. Umso wütender ist die Bevölkerung, wenn man in den Medien von den Vergehen der US-Soldaten in Afghanistan hört. So haben zum Beispiel vor einigen Tagen amerikanische Soldaten in der Provinz Balkh mehrere Häuser „durchsucht“. Angeblich haben diese Durchsuchungen mit der Vergewaltigung von mehreren Frauen geendet.

Wie dem auch sei, die zahlreichen Verbrechen der ausländischen Soldaten in Afghanistan sind ohnehin ein anderes Kapitel. Seit nun über zehn Jahren wird das Land von fremden Soldaten besetzt, doch die „Früchte der Demokratie“ sind nichts weiteres als die korrupteste Regierung der Welt, tyrannische Warlords, die über ihre Provinzen herrschen und den Drogenanbau vorantreiben und eine verarmte, kriegsmüde Bevölkerung, die weiterhin pessimistisch in die Zukunft blickt.

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8 Gedanken zu „Früchte der Demokratisierung

  1. Pingback: Kindersklaven – Früchte der Demokratisierung | Schnanky

  2. Ich denke das Perversitäten,überall auf der Welt statttfinden,speziell auch in Ländern wo offiziell hohe religiöse Maßstäbe gelten und Armut herrscht! Erpressbarkeit wegen Armut! Sexsklaven!
    MMenschen erpressbar

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