Wochenrückblick (26.11. – 02.12.2012)

Letzten Sonnabend konnte man Zeuge einer Nahost-Diskussion bei Günther Jauch werden. An diesem Abend hat noch keiner gewusst, dass es bald etwas zu feiern geben wird.
Das wichtigste Ereignis der Woche war nämlich die Anerkennung Palästinas vor der UN-Vollversammlung. 138 Staaten, die eindeutige Mehrheit, stimmten für die Aufnahme als Beobachterstaat. Diese Aufnahme ist nicht nur symbolisch wichtig, denn von nun an kann die israelische Regierung aufgrund von Menschen- und Völkerrechtsverletzungen vor dem Internationalen Strafgerichtshof verklagt werden. Die Aufnahme Palästinas als 194. Staat wurde weltweit gefeiert. Währenddessen kritisierten die USA und andere Unterstützer Israels die Entscheidung. Israel antwortete auf seine eigene Art und Weise, indem den Bau von 3.000 Wohnungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem genehmigte.

Währenddessen nehmen die Unruhen in Afghanistan sowie im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zu. Jede Woche geschehen dort zahlreiche Anschläge. Nun wurde sogar ein Anschlag auf einen Taliban-Führer verübt. Mullah Nazir überlebte verletzt, allerdings stellt sich hierbei die Frage, in wessen Interesse solch ein Attentat liegen könnte. In der Vergangenheit wurden für nahezu jeden Anschlag die Taliban verantwortlich gemacht. Nun kann jedoch nicht darauf zurück gegriffen werden.

Ein Rückblick:

Israel-Palästina-Talk bei Günther Jauch

Am Sonntagabend konnte man Zeuge einer relativ entspannten Nahost-Diskussionsrunde bei Günther Jauch werden. Es war schön, dass sich unter den Gästen weder Kriegstreiber noch fanatische Zionisten befanden. Das heißt jedoch nicht, dass hin und wieder ein fragwürdiges Statement fiel. 

„Die einzige Demokratie im Nahen Osten“

Immer wieder hört man, dass Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten sei. Der einzige, funktionierende Staat, der nicht von einer diktatorischen Regierung geführt wird. Vor allem deutsche Politiker wie Guido Westerwelle verhalten sich oft derartig und verschweigen vor den Medien, dass die Herrscher der „Nicht-Demokratien“ in der Region seit eh und je vom Westen und auch von Deutschland unterstützt und an die Macht gehalten wurden.

138 : 9

Es ist vollbracht. Die UNO-Vollversammlung hat Palästina als beobachteten Nicht-Mitgliedsstaat aufgenommen. Wie erwartet ließ sich die überwältigende Mehrheit der Staatengemeinschaft von ihrer Entscheidung nicht abbringen und schrieb Geschichte. Nun feiert die ganze Welt, während Benjamin Netanjahu und seine Unterstützer vor Wut kochen. Europa zeigte sich wieder einmal inkonsequent und gespalten. 

Auf Konfrontationskurs

Die Aufnahme Palästinas als Beobachterstaat in der UNO wurde von der breiten Masse der Weltöffentlichkeit gefeiert. Israel hat jedoch eine ganz andere Antwort parat. Anstatt das Recht Palästinas auf eine Mitgliedschaft anzuerkennen, wurde kurzerhand wieder einmal das Völkerrecht gebrochen, indem man den illegalen Siedlungsbau voran trieb.

Selbstmordanschlag auf Taliban-Führer

Normalerweise versucht man, Taliban-Kämpfer, die sich an der afghanisch-pakistanischen Grenze aufhalten, mit Drohnen umzubringen. Da dies nicht so gut funktioniert und meistens hauptsächlich Zivilisten getötet werden, hat man nun auf den„guten, alten Selbstmordanschlag“ zurückgegriffen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Deutsch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s