Wochenrückblick (13.11. – 18.11.2012)

Am Anfang der Woche richtete ich meinen Fokus auf Afghanistan. Dort planen die Saudi-Araber den Bau eines islamischen Zentrums. Der Zweck dieses Zentrums, welches die größte Moschee Kabuls werden soll, liegt auf der Hand: Das wahhabitische Saudi-Arabien will seinen ideologischen Kampf gegen den Iran in Afghanistan fortsetzen. Der Iran geht ähnlich vor, indem er immer wieder afghanische Politiker, meistens Ex-Warlords, findet, die sich als nutzbar erweisen.  Demnach wird das Land am Hindukusch weiterhin nicht nur ein Kriegsschauplatz von Supermächten sein, sondern auch von radikalen Sekten.

Der Höhepunkt der Woche war der Angriff der Israelis auf den Gaza-Streifen. Als Rechtfertigung wurde hierfür das Selbstverteidigungsrecht Israels genannt. Die Ereignisse im Vorfeld des Raketenbeschusses der Hamas wurden völlig außer Acht gelassen. Nichtsdestotrotz nutzte Israel die Gelegenheit aus um den Hamas-Chef Ahmad al-Jabari gezielt zu töten. Al-Jabari war jahrelang einer der wichtigsten Informanten der Israelis. Generell war die Hamas nicht einmal an einer derartigen Eskalation interessiert. Es wird nur zu selten erwähnt, dass im Gaza-Streifen Gruppierungen wie der „Islamische Dschihad“ sowie andere Splittergruppen der Hamas eigenständig operieren und nicht mehr im Interesse der Hamas handeln.

Die Reaktionen auf den Gaza-Konflikt fielen in den europäischen Medien sehr einseitig aus, indem man einfach der Hamas alles in die Schuhe schob. Deutsche Politiker wie Merkel und Westerwelle taten das gleiche und verlangten von Ägypten eine Konfliktlösung. US-Präsident Obama unterstützt das Handeln Netanjahus. Dieser will vor allem wiedergewählt werden und allem Anschein nach ist ihm dafür jedes palästinensische Menschenleben recht. Von einem Krieg kann hier jedoch nicht die Rede sein, denn der Gaza-Streifen verfügt über keinen einzigen Soldaten. Israels Innenminister Yishai bekräftigte heute, dass man den Gaza-Streifen zurück ins Mittelalter bomben wolle.

Ein Rückblick:

Schachbrett der Radikalen

Seit eh und je ist Afghanistan aufgrund seiner geografischen Lage ein Schlachtfeld der Supermächte. Die Kriege, die immer wieder auf Kosten der Zivilbevölkerung ausgetragen wurden, lagen meistens im Interesse der Russen, Europäer oder Amerikaner. Dabei wird ein weiterer Kampf oft außer Acht gelassen: Jener zwischen radikalen Schiiten und Sunniten, sprich, der kulturelle Machtkampf zwischen den iranischen Ayatollahs und den saudischen Wahhabiten. 

Mit blutigen Händen in die Politik

2014 wird in Afghanistan gewählt. Höchstwahrscheinlich werden sich auch zu diesen Wahlen viele afghanische Politiker aufstellen lassen. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um ehemalige Warlords und Kriegsverbrecher, die vor allem während des Bürgerkriegs das Leben von vielen unschuldigen Afghanen zerstört haben. 

Jedes Land hat seine Juden – Israel hat die Palästinenser

Dass Benjamin Netanjahu gerne auf Krieg scharf ist, ist nichts Neues. Bis vor den US-Wahlen drängte er zu einem Angriff auf den Iran. Da ihm dies vorerst verwehrt wurde, müssen wieder einmal die Palästinenser herhalten.

Zionistische Propaganda beim Österreichischen Rundfunk

Wer letzte Nacht noch zu später Stunde wach war, konnte während der „Zeit im Bild 24“ des ORF (Österreichischer Rundfunk) Zeuge eines skurrilen Interviews werden. Dem eingeladenen Studio-Gast Aviv Shir-On, seines Zeichens israelischer Botschafter in Wien, wurden knapp sechs Minuten gewährt, um seine Sicht zum gegenwärtigen Angriff auf Gaza zu erläutern. Der Botschafter nutzte die wenigen Minuten aus, um sein zionistisches Weltbild zu präsentieren und drängte sich und seine Regierung in eine nicht vorhandene Opferrolle.

Reaktionen auf den Gaza-Konflikt

Der Gazastreifen wird von den israelischen Streitkräften weiterhin massivst bombardiert. Bis jetzt wurden anscheinend mehr als 40 Palästinenser getötet und über 400 verletzt. Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Eine Deeskalation der Lage ist nicht in Sichtweite. Währenddessen wird der Konflikt, so wie es nun mal üblich ist, von verschiedenen Seiten missbraucht.

Währenddessen in Israel und anderswo

Der Angriff auf den Gaza-Streifen ist immer noch in vollem Gange. Von israelischer Seite kann man weiterhin auf keine Deeskalation hoffen, wie der israelische Innenminister heute bewiesen hat. Zum gleichen Zeitpunkt werden andere Ereignisse vom Nahost-Konflikt überschattet.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Deutsch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s