Reaktionen auf den Gaza-Konflikt

Der Gazastreifen wird von den israelischen Streitkräften weiterhin massivst bombardiert. Bis jetzt wurden anscheinend mehr als 40 Palästinenser getötet und über 400 verletzt. Man kann davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Eine Deeskalation der Lage ist nicht in Sichtweite. Währenddessen wird der Konflikt, so wie es nun mal üblich ist, von verschiedenen Seiten missbraucht.

Ein Land, welches immer wieder auf die Unterdrückung der Palästinenser zurückgreift, ist der Iran. Das iranische Regime um Ayatollah Khamenei und Präsident Ahmadinejad verurteilt die israelischen Angriffe und will seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk offen zur Schau stellen. Anscheinend haben sich 20.000 iranische Basiji-Soldaten bereit erklärt, im Falle einer Bodenoffensive gegen die Israels Soldaten zu kämpfen.

Ein Land, welches immer wieder auf die Unterdrückung der Palästinenser zurückgreift, ist der Iran. Das iranische Regime um Ayatollah Khamenei und Präsident Ahmadinejad verurteilt die israelischen Angriffe und will seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk offen zur Schau stellen. Laut der Fars News Agency haben sich 20.000 iranische Basij-Soldaten bereit erklärt, im Falle einer Bodenoffensive gegen Israels Soldaten zu kämpfen.

Der Iran will hiermit wieder einmal von innenpolitischen Geschehnissen ablenken. Während man Sympathie und Anteilnahme für die Palästinenser demonstriert, unterdrückt das schiitische Ayatollah-Regime weiterhin vor allem sunnitische Minderheiten im eigenen Land. Betroffen sind hierbei hauptsächlich Afghanen, Belutschen und Kurden. Besonders bei den afghanischen Immigranten wird auf die Konfession gar keine Rücksicht mehr genommen. Egal ob schiitisch oder sunnitisch, Diskriminierung und Unterdrückung stehen auf der Tagesordnung. Man fragt sich, wie die radikalen Schiiten in Teheran und Qom mit den sunnitischen Palästinensern umgehen würden, wenn sie diese im eigenen Land hätten.

Währenddessen hat Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah alle arabischen Staaten dazu aufgerufen, ihr Öl nicht mehr in westliche Staaten zu exportieren. Damit würde man von der Waffe namens Öl Gebrauch machen und die Unterstützer von Netanjahu und Co. gegen die Wand drücken. Anscheinend hat sich der Irak dazu entschlossen bei der Aktion mitzumachen. Allerdings ist dies nicht von den anderen arabischen Staaten zu erwarten. Die Scheichs und Emire von Qatar, Bahrain, Kuwait und all den anderen absolutistischen Diktaturen sind allesamt die besten Freunde des Westens und unterstützen die Palästinenser allerhöchstens nur pro forma, also im Grunde genommen gar nicht.

Saudi-Arabien, das ölreichste Land der Welt, hat es bis jetzt nicht einmal zu Stande gebracht, sich über die gegenwärtige Lage in Palästina auch nur in irgendeiner Weise zu äußern. Kein Wunder, denn das Saud-Regime ist zur Zeit mit dem Kauf von deutschen Panzern, amerikanischen Waffen, der Zerstörung heiliger, islamischer Stätten sowie der Förderung des Kriegs in Syrien beschäftigt.

Den meisten Rückhalt erhält die israelische Regierung weiterhin von den USA. Zionistische Organisationen wie die ZOA (Zionist Organisation of America) verteidigen das Handeln der israelischen Streitkräfte. Bezüglich der zahlreichen zivilen Opfer unter den Palästinenser wurde schon des Öfteren gesagt, dass so etwas nun mal zum „Krieg“ dazu gehöre. Allerdings kann hier von Krieg keine Rede sein, denn der Gaza-Streifen verfügt über keinen einzigen Soldaten

Des Weiteren behaupten besagte Gruppierungen, dass es zur Belagerung Gazas und zu diesem Angriff nur gekommen ist, weil man mit der Hamas nicht verhandeln könne. Diese Begründung ist fragwürdig, denn Ahmad al-Jabari, jener Hamas-Chef, der am vergangenen Mittwoch getötet wurde, war jahrelang Israels „Statthalter“ im Gaza-Streifen. Die meisten Informationen erhielt man von al-Jabari und man wusste permanent, wo sich dieser aufhielt. Abgesehen davon werden die Palästinenser auch im Westjordanland vertrieben und unterdrückt, obwohl die dortigen Autonomiegebiete von der künstlichen Fatah-Regierung, die auf der Gehaltsliste Israels steht, geführt werden. Die israelische Regierung hat es bis heute nicht einmal geschafft, mit ihrem eigenen Marionettenregime Frieden zu schließen. Stattdessen werden weiterhin illegale Siedlungen errichtet und jegliche Friedensangebote ausgeschlagen.

Die europäische Medien- und Politiklandschaft hat sich großteils darauf geeinigt möglichst einseitig über den gegenwärtigen Konflikt zu berichten. So haben Merkel, Westerwelle und andere Politiker allein die Hamas die Schuld für die Eskalation gegeben und hervorgehoben, dass Israel das Recht habe sich zu verteidigen. Völlig außer Acht gelassen wurden jene Ereignisse, die vor den Raketenbeschuss der Hamas stattfanden. Das beste Beispiel hierfür ist das Schicksal des palästinensischen Jugendlichen, der während des Fußballspielens von einem israelischen Schützen erschossen wurde. Einige Tage später wurden während der Beerdigung des Jungens die trauernden Gäste von israelischen Kampfjets bombardiert.

Nun fragt man sich, ob es zu einer Bodenoffensive kommen wird oder nicht. Berichten zufolge mobilisiert Israel 75.000 Reservisten. Allerdings wird spekuliert, dass sich die Türkei und Ägypten einschalten werden. Erdogan und Morsi haben sich heute in Kairo getroffen und werden Obama wohl darauf drängen, eine Bodenoffensive zu verhindern. Die Türkei macht zur Zeit die Drecksarbeit der USA im Syrien-Krieg und hat bei den Imperialisten in Washington etwas gut. Abgesehen davon verhält sich Erdogan in den letzten Tagen merkwürdig still. Ägypten hätte im Falle einer Grenzöffnung nicht die Kapazitäten, um palästinensische Flüchtlinge aufzunehmen. Außerdem wird es von den westlichen Staaten stark unter Druck gesetzt, da Merkel und Co. von Morsi eine Schlichtung des Konflikts verlangen. Obwohl der ägyptische Präsident die israelischen Angriffe scharf kritisiert hat, liegt eine derartige Flüchtlingswelle sicherlich nicht in seinem Interesse.

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6 Gedanken zu „Reaktionen auf den Gaza-Konflikt

  1. Man erinnere sich bitte an das letzte Gaza-Gemetzel (offizieller Name: Gegossenes Blei) 2008! Bilanz damals, man möge es sich bitte auf der von Schmerz tauben Zunge zergehen lassen: Etwa 1.400 getöteten Palästinensern standen 13 (in Worten: dreizehn!) Israelis gegenüber. 10 Soldaten und drei Zivilisten. Man darf Menschenleben nicht mit Menschenleben aufrechnen?!? Wie bitte? Angesichts solcher Zahlen?!?

    Und man möge sich an den Goldstone-Bericht erinnern:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Goldstone-Bericht

    Wenn Bodentruppen eingreifen, wird es wieder eine solche Bilanz in dieser unerträglichen Spreizung geben!

    Und in der deutschen Medienlandschaft ist es fast wieder wie schon immer mit Händen zu greifen, dass von zwei Sorten Mensch berichtet wird: den Guten und den Bösen, den Zivilisierten und den Unzivilisierten, der westlichen Zivilisation und der fremden orientalisch arabischen, muslimischen… Das schwingt immer irgendwie mit.

    Für jeden, aber auch jeden halbwegs frei denkenden, unabhängigen, ja, schlicht menschlichen Geist ist das, was Israel seit seiner Gründung unter dem Schutz der USA an Verbrechen gegen die Menschlichkeit, also an Staatsterrorismus, an internationalen Rechtsbrüchen, an dauerhafter Nichtachtung der UNO usw. usw. verübt nicht nur nicht hinnehmbar, sondern ein dauernder tiefer, fast ohnmächtig machender Stachel in wahrscheinlich jedem der gerade mit den drei kleinen Adjektiven skizzierten Menschen.

    Und mit klarer Sicherheit wird Israel an genau dieser barbarischen Politik eines Tages zugrunde gehen! Das mag noch Jahrzehnte oder länger dauern. Aber es wird so sein. Die Menschheitsgeschichte lehrt es.

    Und nun, ihr verlogenen zionistischen Arschlöcher (bitte, Emran, lass das Wort stehen, meine jüdische Freundin Sarah, die gerade neben mir sitzt, besteht darauf!), jetzt schwingt bitte wieder die antisemitische Keule! Sarah und ich gehen inzwischen gepflegt kotzen!

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    • Kein schlechter Kommentar, Carillo. Wenn ich an meine, leider seltenen, Gespräche mit Israelis in den letzten 20 Jahren denke, kann ich dir (und Sarah) sagen, wie viel Unverständnis und Missbilligung die agressive Politik der diversen israelischen Regierungen erfahren hat. Ausgerechnet das Volk, dass so viel Unrecht und Schmwerz ertragen musste, unterdrückt seit Jahrzenten das palästinesische Volk und lässt es als Agressor leiden. Und ausgerechnet der erste und einzige,Y.Rabin, der einen grossen Schritt wagen wollte, ist von einem jüdischen Attentäter erschossen worden. Bezugnehmend auf deinen letzten, nur zu gut verständlichen Satz kann ich dir dann nur mit einem deutschen „Sprichtum“ antworten: Ich kann gar nicht so viel fressen , wie ich kotzen möchte!

      fressen, wie ich kotzen möchte!

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      • Ja Olaf, es ist genau so, wie du es schreibst: Man kann es einfach nicht verstehen, wie ebenjenes so derart gequälte Volk Teile des eigenen barbarischen Erleidens an einem anderen, vergleichsweise wehrlosen Volk wiederholt!? Oder es zeigt eben in erschreckender Deutlichkeit, dass das Erleben des „Opfer-Seins“ in keiner Weise gleichzeitig das Wachsen von Empathie befördert. Ganz im Gegenteil, eine kollektive Traumatisierung scheint im Falle Israels jede Humanität zu eliminieren und eine Art Staatspsychose zu alimentieren, die immer weiter vererbt wird.
        Und wenn du an Jitzchak Rabin erinnerst, das tut in solchen Zeiten umso mehr weh…

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      • Und weil der Name Jitzchak Rabin schon fiel, soll er hier noch das Wort haben (übernommen aus Wikipedia):

        Kurz vor den tödlichen Schüssen hatte Rabin noch eine bewegende Rede gehalten (Übersetzung von haGalil.de): „Ich möchte gerne jedem einzelnen von Euch danken, der heute hierher gekommen ist, um für Frieden zu demonstrieren und gegen Gewalt. Diese Regierung, der ich gemeinsam mit meinem Freund Shimon Peres das Privileg habe, vorzustehen, hat sich entschieden, dem Frieden eine Chance zu geben – einem Frieden, der die meisten Probleme Israels lösen wird. … Der Weg des Friedens ist dem Weg des Krieges vorzuziehen. Ich sage Euch dies als jemand, der 27 Jahre lang ein Mann des Militärs war.“

        Das war am 4. November 1995, also fast genau vor 17 Jahren.

        Und heute… Wie entsetzlich ohnmächtig das macht!

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  2. Pingback: Wochenrückblick (13.11. – 18.11.2012) | Emran Feroz's Blog

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