Wochenrückblick (22.10 – 27.10.2012)

Pakistans Imran Khan ist der Meinung, dass die Taliban in Afghanistan einen „Heiligen Krieg“ führen und dass das in Ordnung sei. Gleichzeitig vergisst er zu erwähnen, dass gerade diese Taliban in Pakistan als „Terroristen“ abgestempelt werden, während der gleiche Staat sie in Afghanistan fördert. Khans Aussagen kamen zu einem unpassenden Zeitpunkt und wurden von der afghanischen Regierung stark kritisiert.

Wir können gleich in Pakistan bleiben, denn dort wird der Fall um das paschtunische Schulmädchen Malala Yousafzai weiter zugespitzt. Yousafzai wurde auf dem Schulweg von einem angeblichen Taliban in den Kopf geschossen und überlebte schwer verletzt. Der Fall wurde sofort von Politik und Medien aufgegriffen und missbraucht. Plötzlich zeigt die ganze Welt Interesse am Schicksal eines paschtunischen Mädchens aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet, während verschwiegen wird, dass am selben Ort zahlreiche Unschuldige durch die Drohnen von Friedensnobelpreisträger Obama ermordet werden. Wäre Malala Yousafzai eines dieser Drohnen-Opfer gewesen, würden sich allen voran die westlichen Medien wohl einen Dreck um sie scheren.

Der US-Wahlkampf zwischen Barack Obama und Mitt Romney befindet sich in seiner Endphase. Romney bewies vergangene Woche seine geografischen Kenntnisse, indem er vor laufender Kamera behauptete, Syrien sei aufgrund seiner Meeresverbindung der wichtigste Verbündete des Irans in der arabischen Welt. Nichtsdestotrotz spielt es keine große Rolle, wer der neue Kriegsherr der Vereinigen Staaten werden wird. An der katastrophalen US-Außenpolitik wird sich ohnehin nichts ändern.

Im Libanon scheint die Situation aus dem Ruder zu laufen. Nach der Ermordung von Wissam al-Hassan sind die alten Feindschaften zwischen Sunniten und Schiiten wieder zum Leben erwacht. Kein Wunder, denn die Drahtzieher des Anschlags zielten genau darauf ab. Nun erwägt Staatspräsident Suleiman die Bildung eines neuen Kabinetts. Dies würde vor allem die prosyrische, schiitische Hisbollah schwächen. Ein weiterer Grund, warum das Assad-Regime nicht hinter dem Attentat auf al-Hassan stecken kann.

Am Freitag begann das islamische Opferfest Eid al-Adha. Leider blieb der Großteil der islamischen Welt auch während dieser Feiertage nicht von Blutvergießen verschont. Im Norden Afghanistans riss ein Selbstmordattentäter über vierzig Unschuldige in einer Moschee in den Tod. Im Irak gab es ebenfalls zahlreiche Autobombenanschläge und viele tote Zivilisten. Die muslimischen Rohingya in Burma werden weiterhin verjagt und massakriert. In den letzten Tagen wurde ein ganzes von Muslimen bewohntes Stadtviertel im Westen des Landes niedergebrannt. Der Dalai Lama und Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi schweigen immer noch zu diesen ethnischen Säuberungen und auch die Weltöffentlichkeit zeigt kein großes Interesse daran. Währenddessen tobt der Stellvertreterkrieg in Syrien weiter. Der Waffenstillstand zum Opferfest wurde schon längst gebrochen und täglich hört man zahlreiche Explosionen in Damaskus und anderen Städten des Landes.

Ein Rückblick: 

Imran Khan und der „Heilige Krieg“

Der pakistanische Politiker Imran Khan will den Taliban-Terror in Afghanistan rechtfertigen, indem er ihn als “Heiligen Krieg” bezeichnet. Khan ist der Meinung, dass es richtig sei, die fremden Besatzer im Nachbarland zu bekämpfen. Seine Aussagen fielen nicht nur zu einem falschen Zeitpunkt, sondern sind auch heuchlerisch und falsch. Von der afghanischen Regierung wurde Khan für seine Aussagen bereits auf das Schärfste kritisiert.

Malala Yousafzai – der politische Missbrauch eines Kindes 

Der tragische Fall des paschtunischen Schulmädchens Malala Yousafzai sorgt immer noch weltweit für Schlagzeilen. Das junge Mädchen aus Pakistan wurde auf dem Schulweg von einem angeblichen Mitglied der Taliban in den Kopf und in den Nacken geschossen. Schwer verletzt überlebte sie den Anschlag und befindet sich gegenwärtig in Birmingham. Malala stammt aus dem Swat-Tal, einer Provinz, die einst ein Teil Afghanistans war und gegenwärtig zu den gefährlichsten Gegenden der Welt gehört. Dies ist nicht ohne Grund der Fall, denn Swat steht großteils unter „Taliban-Kontrolle“, wie es die meisten Medien ausdrücken wurden. Den Mädchen wird dort der Schulbesuch untersagt. Die fünfzehnjährige Malala besuchte allerdings aus Protest weiterhin den Unterricht, bis es zu jenem schicksalhaften Tag kam. 

Hussein und Willard

Sehr bald ist es wieder so weit. In den USA wird wieder ein neuer Kriegsherr gewählt und zur Wahl stehen zwei Personen, von denen die Welt denkt, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Fakt ist jedoch, dass es völlig egal ist, wer von den beiden gewählt wird und in den nächsten vier Jahren die Vereinigten Staaten offiziell führen wird. 

Machtspiele im Libanon

Nach dem Tod des libanesischen Geheimdienstgenerals Wissam Al-Hassan in Beirut werden weiterhin Syrien und pro-syrische Kräfte für das Bombenattentat verantwortlich gemacht. Die Opposition um Exregierungschef Saad Al-Hariri, Sohn des 2005 ermordeten Expremiers Rafik Al-Hariri, forderte den Rücktritt der Regierung, der sie vorwirft, die Verantwortlichen des Anschlags zu decken. Tatsächlich erwägt Staatspräsident Michel Suleiman nun die Bildung eines neuen Kabinetts. Der Staatschef habe dazu Beratungen mit den wichtigsten Persönlichkeiten des Landes aufgenommen, verlautete am Mittwoch aus dem Präsidentenpalast.

Terror zum Opferfest

Der Terror und die Unterdrückung sucht die muslimische Bevölkerung dieser Welt auch während des islamischen Opferfestes heim. Im Norden Afghanistans explodierte ein Sprengsatz nach dem Gebet. Im Irak gingen mehrere Sprengsätze auf Märkten und belebten Plätzen hoch. In Syrien herrscht kein Waffenstillstand und es wird weiter gemordet, während in Burma weiterhin die muslimische Minderheit massakriert und vertrieben wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s