Wochenrückblick (16.10. – 21.10.2012)

Die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU war weiterhin eines der Hauptthemen der vergangenen Woche. Nichtsdestotrotz hat dieser Preis ohnehin keine moralische Bedeutung mehr. Dass die Medien dies weiterhin schön reden wollen und dass europäische Politiker sich aufgrund des Preises stolz und glücklich präsentieren, ändert nichts an der Tatsache.

Israels Premier Netanjahu will die illegalen Siedlungen im Westjordanland legalisieren lassen. Dass in Israel immer mehr Christen diskriminiert werden, wird oft und gerne vergessen. Es ist ja nichts neues, dass dem israelischen Druck gerne nachgegeben wird. Der Hilfsfrachter „Estelle“ wurde gestern von der israelischen Marine gestoppt. Netanjahu nannte die Friedensaktivisten „Provokateure, die den israelischen Staat leugnen wollen“.

Am 20. Oktober jährte sich der Todestag von Muammar Gaddafi. Vor einem Jahr wurde der libysche Diktator in Sirte von Bewaffneten auf offener Straße brutalst ermordet. Seit der NATO-Intervention wird Libyen von Gewalt beherrscht. Der Friedensnobelpreisträger EU trägt hier auch seine Verantwortung. Am Freitag gab es wieder fünfzehn Tote in Tripolis. Außerdem soll Gaddafis Sohn Khamis heute getötet worden sein.

Am vergangenen Freitag wurde General Wissam al-Hassan im christlichen Viertel Beiruts getötet. Der sunnitische General war ein Gegner des Assad-Regimes und bei der schiitischen Hisbollah verhasst. Der Syrien-Krieg hat nun den Libanon erreicht. In nächster Zeit werden wohl die Unruhen zwischen Sunniten und Schiiten zunehmen. Nach dem „Türkei-Zwischenfall“ wird auch dieses Mal Syrien für den Anschlag verantwortlich gemacht. Das spielt vor allem jenen Kräften in die Hände, die auf eine Destabilisierung des Nahen Ostens aus sind.

Ein Rückblick:

Ein bedeutungsloser Preis

Mittlerweile wird der Friedensnobelpreis, der dieses Jahr an die Europäische Union ging, von vielen Menschen hinterfragt. Dass der angebliche „Frieden“ jährlich mit dem Nachlass des Dynamiterfinders ausgezeichnet wird, ist ebenfalls fragwürdig. Das Komitee zeigte nicht nur dieses Jahr seinen Sinn für Humor, denn die EU ist nur die Spitze des Eisbergs. Demnach sollte man diesen Preis am besten keine Bedeutung mehr schenken.

Christenhass in Israel

Viele westliche Politiker beschweren sich immer wieder über die Lage von Christen in islamischen Ländern. Oftmals dient als Vorzeigebeispiel das absolutistische Saudi-Arabien, denn dort werden die Bibeln schon am Flughafen abgenommen. Die Massenmedien machen bei diesem Spiel mit, indem sie über die Situation in Nigeria, Pakistan und einigen anderen Ländern berichten. Dass radikale Zionisten jedoch nicht nur gegen Muslime hetzen, sondern es in Israel und im Westjordanland auch auf Christen abgesehen haben, wird meistens völlig aus den Augen gelassen. 

Libysches Chaos

Vor genau einem Jahr wurde der libysche Diktator Muammar Gaddafi von Bewaffneten auf offener Straße in Sirte hingerichtet. Diese bewaffneten Kämpfer wurden vom Westen unterstützt. Schon damals schrieb ich, dass der Tod Gaddafis alles andere als ein Grund zum Jubeln sei. Diese Annahme hat sich nun nach einem Jahr bestätigt.

Schachfigur Libanon

Noch bis vor Kurzem war der Libanon eines der wenigen Länder im Nahen Osten, das von Chaos und Bürgerkrieg verschont blieb. Dies änderte sich schlagartig mit dem Attentat auf General Wissam al-Hassan am vergangenen Freitag in Beirut. Nach dem Vorfall an der türkisch-syrischen Grenze soll auch dieses Mal Syrien für den Anschlag verantwortlich gemacht werden. Als ob die Syrer nicht schon genug Probleme im eigenen Land hätten, um dann auch noch die Nachbarstaaten anzugreifen. 

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Ein Gedanke zu „Wochenrückblick (16.10. – 21.10.2012)

  1. Der „Wochenrückblick“ ist eine ganz tolle Idee, wie ich finde! Sehr schön dann zum Nachschlagen, wenn sich diese Kategorie mit der Zeit füllt. Danke für diesen Leserservice.

    Sie sind sowieso in letzter Zeit so produktiv, lieber Herr Feroz! Respekt.
    🙂

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