Divide et impera – Nicht mit Afghanistan!

Vor kurzer Zeit berichteten einige Medien über einen Plan zur Teilung Afghanistans. Dieser Plan stammt von der britischen Regierung und sieht vor, Afghanistan in acht von einander unabhängige „Reiche“ zu teilen. Auf der einen Seite ist solch eine Idee typisch und würde westlichen Imperialisten in die Hände spielen. Auf der anderen Seite ist dieser Plan ein Beweis, dass die Briten es bis heute nicht verschmerzt haben, Afghanistan zu ihren ehemaligen Kolonien zählen zu dürfen.

Das Prinzip des „Teilen und herrschen“ ist nichts Neues. Vor allem im 20. Jahrhundert, als der Imperialismus der USA neue Maßstäbe erreichte, konnte man diese Praxis in vielen Regionen der Welt beobachten. Auch gegenwärtig betreiben die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten diese Politik. Man marschiert in fremde Länder ein und gibt vor, diesen Demokratie und Menschenrechte zu bringen. Letztendlich will man diese Staaten nur unter die eigene Kontrolle bringen, damit man mit Hilfe von Marionetten-Regimen über sie herrschen kann und nebenbei noch die Bevölkerung ausbeutet und bombardiert.

In den letzten Jahrzehnten konnte man das in einigen Ländern erleben. Ein gutes Beispiel ist der Jugoslawien-Krieg in den 1990ern, in dem man gezielt die verschiedenen Völkergruppen gegeneinander manipulierte und gegeneinander ausspielte. Am Ende des Krieges entstanden die neuen Staaten namens Kroatien, Serbien sowie Bosnien und Herzegowina. Bis heute schieben sich die ethnischen Gruppen der jeweiligen Länder die Schuld in die Schuhe. Das liegt ganz im Sinne imperialistischer Politiker, denn ein mehrfach geteiltes und nach ethnischen Gruppen sortiertes Land lässt sich einfacher kontrollieren.

Dasselbe können wir gegenwärtig im Irak beobachten. Obwohl das Land auf der Landkarte (noch) nicht geteilt ist, ist es schon längst nach ethnischen und religiösen Gruppen arrangiert. Während der US-Invasionen wurden die Feindschaften dieser Gruppen gezielt ausgenutzt, um das Land zu destabilisieren. Nun hat man unter anderem die irakische Provinz Kurdistan, die fast schon autonom handelt. Der Rest des Iraks ist zersplittert in zwei Hälften, eine sunnitische und eine schiitische.

Die britische Regierung plant ein ähnliches Vorhaben mit Afghanistan, einem Land, indem sie schon drei Mal gescheitert ist. Die Briten wollten damals, im 19. Jahrhundert, unbedingt Afghanistan nach Indien zu ihrer nächsten Kolonie machen. Dann brach der 1. Anglo-Afghanische Krieg aus. Erst nach drei Kriegen dieser Sorte gaben die Briten auf. Allem Anschein nach schämen sich die Briten bis heute für diese Niederlage. Womöglich ist das einer der Gründe, warum an so einem Plan gefeilt wird.

Abgesehen davon würde solch ein Plan auch den USA und ihren NATO-Verbündeten in die Hände spielen. Afghanistan ist ein sehr wichtiger militärischer Stützpunkt. Im Falle eines Krieges gegen den Iran wäre dieser Stützpunkt nicht nur hilfreich, sondern auch absolut notwendig. Obama und Karzai haben schon einen Vertrag unterzeichnet, der die strategische Partnerschaft der USA mit Afghanistan nach 2014 sichert. Demnach würden amerikanische Soldaten auch nach 2014 in Afghanistan präsent sein. Des Weiteren plant anscheinend die NATO schon ihre nächste Operation im Land am Hindukusch. Das heißt, dass das vom Krieg heimgesuchte Land wieder einmal für imperialistische Interessen missbraucht wird.

Diese Imperialisten sollten sich aber vor allem eines hinter die Ohren schreiben. Afghanistan wurde noch nie von fremden Herrschern vollständig beherrscht. Es ist klar, dass es unter den zahlreichen afghanischen Fraktionen Personen gibt, die leicht manipulierbar sind. Menschen wie Noor Mohammad Atta oder Abdul Rashid Dostum, die das Blut zahlreicher Unschuldiger an ihren Händen haben und nun als friedliche Politiker agieren wollen, indem sie sich als wertvolle Marionetten erweisen. Es ist auch klar, dass es Strömungen gibt, die sich von der pakistanischen Regierung und deren Geheimdienst ausnutzen lassen und Afghanistan zerstören wollen. Jedoch ist dies bei der Mehrheit der afghanischen Bevölkerung nicht der Fall. In solchen Situationen werden die Afghanen immer zusammenhalten, egal welcher Ethnie und Religion sie angehören. Schon Alexander der Große scheiterte in diesem Land, deshalb wird es bei Obama, Cameron und all den anderen Imperialisten nicht anders sein.

 

 

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3 Gedanken zu „Divide et impera – Nicht mit Afghanistan!

  1. Die Realität ist viel verrückter als jede Verschwörungstheorie. Der Westen verspielt von Tag zu Tag seine Chance, die Welt vor einer großen Katastrophe zu bewahren. Alles Leid der Welt wird früher oder später ein böses Nachspiel mit sich bringen. Wehe Jeden, der keine guten Absichten mit sich bringt! Das gilt nicht nur für den sogenannten „Westen“, es gilt für alle Menschen auf der Welt gleichermaßen. Seit geraumen Jahrhunderten ist es jedoch der Westen und seinen käuflichen Lakaien überall auf der Welt. Ist es denn nicht die Erde, die wir uns Menschen alle teilen? Ist es nicht derselbe Himmel, unter dem wir Menschen alle Leben?

    Warum lassen wir uns von Habgier leiten? Ist das Leben denn hierfür nicht zu kurz? Warum lernen wir nicht von der Geschichte? Wir sind dazu verdammt, sie zu wiederholen!

    Ich hoffe, dass es nichts Nationalistisches an sich hat, zu behaupten, dass die Afghanen dem britischen Kolonialprestige einen gewaltigen Schlag versetzt hatten. Doch die Briten, wir gehen einmal von ihren vermeintlich legitimierten Volksvertretern aus, hatten ihr Werk schon verrichtet … die Durand-Linie existiert bis heute noch. Reichlich Zündstoff für heiße Gemüter.

    Afghanistan teilen? Ein geteiltes Land ist es schon. Umsetzbar? Nein. Fragen wir Fontane: Das Trauerspiel von Afghanistan.

    Es werden die Kinder sein, die uns fragen werden, was wir zu unserer Zeit mit der Erde und ihren Bewohnern angestellt haben. Die Zeit der Ausreden wird dann vorbei sein.

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  2. Eine geographische Trennung des Landes entlang ethnischer Grenzen wäre ein gefundenes Fressen, für jene Mächte und Invasoren, die sich aus dem zersplitterten, instabilen Afghanistan profilieren wollen. Zudem würde es den Höhepunkt jener Strategie darstellen, die das ethnische Konfliktpotential, das Afghanistan als Vielvölkerstaat aufweist, für eigene machtpolitische und geostrategische Zwecke instrumentalisiert.
    Viel Vergnügen den Briten, die an eine Aufteilung Afghanistans denken: Nicht dass Afghanistan gerade in seiner Einheit glänzen würde, dennoch ist festzuhalten, dass die Bevölkerung nicht über sich bestimmen lässt. Die Geschichte des Landes bildet die beste Evidenz dafür.

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  3. Pingback: Angelsächsische Heldenverehrung | Emran Feroz's Blog

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