Ein bedeutungsloser Preis

Mittlerweile wird der Friedensnobelpreis, der dieses Jahr an die Europäische Union ging, von vielen Menschen hinterfragt. Dass der angebliche „Frieden“ jährlich mit dem Nachlass des Dynamiterfinders ausgezeichnet wird, ist ebenfalls fragwürdig. Das Komitee zeigte nicht nur dieses Jahr seinen Sinn für Humor, denn die EU ist nur die Spitze des Eisbergs. Demnach sollte man diesen Preis am besten keine Bedeutung mehr schenken.

Bild

1906 wurde mit US-Präsident Theodore Roosevelt das erste Mal ein Amerikaner mit dem Preis ausgezeichnet. Es war tatsächlich eine historische Verleihung, denn es war nicht nur der erste Amerikaner, sondern auch der erste Kriegstreiber. Der Friedensnobelpreis wurde Roosevelt verliehen, weil dieser mit seiner Diplomatie den Russisch-Japanischen Krieg ein Ende setzte. Dass er aber als stellvertretender Marineminister den Spanisch-Amerikanischen Krieg unterstützte, wird oftmals nicht erwähnt. Als dieser Krieg 1898 begann, gab Roosevelt seinen Posten als Marineminister auf und machte mit einigen Halbstarken aus der Ostküsten-Oberschicht Jagd auf Spanier. Einen tötete er auch und wurde deshalb als Kriegsheld gefeiert. Der Bau des Panama-Kanals, der vielen Tausenden von Arbeitern das Leben kostete, wurde unter anderem auch von Roosevelt angetrieben.

Während des Ersten Weltkriegs befürwortete Roosevelt eine amerikanische Beteiligung. Der damalige US-Präsident Woodrow Wilson wurde Roosevelts Forderung gerecht und führte sein Land 1919 in den Krieg, obwohl die Mehrheit der Amerikaner dagegen war. Prompt wurde auch diesem Kriegstreiber im gleichen Jahr der Friedensnobelpreis verliehen.

Ein weiterer US-Amerikaner, den man mit dem Begriff „Friedensnobelpreis“ assoziiert ist der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger. Die Liste der Verbrechen dieses Mannes ist wahrhaftig lang. Deshalb ist er weder mit Roosevelt, noch mit Wilson gleichzusetzen. In den 70er Jahren unterstützte die US-Regierung und natürlich allen voran Herr Kissinger den Putsch des Generals Hugo Banzer in Bolivien. Der rechte Banzer stürzte die linke Militärregierung und errichtete eine grausame Diktatur, der viele Bolivianer zum Opfer fielen.

Am 11. September 1973 stürzten Militärs unter der Führung von General Alfredo Pinochet die demokratisch gewählte chilenische Regierung Salvador Allendes. Auch dieser Putsch wurde von den amerikanischen Imperialisten und Henry Kissinger unterstützt. Wie in Bolivien kamen auch in Chile zahlreiche Zivilisten ums Leben. Eigentlich sollte jährlich an dieses grausame Verbrechen, welches an einem 11. September begann, gedacht werden. Allerdings haben sich die Amerikaner diesen Tag schon für ein anderes Ereignis reserviert.

Kissinger wird auch für mehrere Verbrechen und Konflikte in Indonesien, Laos, Vietnam und Kambodscha verantwortlich gemacht. Zahlreiche Kriegsverbrechen, die in den Endphasen des Vietnam-Kriegs begangen wurden, fanden ebenfalls während der Amtszeit Kissingers statt. Als der Krieg 1975 endete, wurde der Deutschamerikaner, der gegenwärtig immer noch an Bilderberg-Konferenzen teilnimmt und unbehelligt durch die Welt reisen darf, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Aus US-Dokumenten, die später veröffentlicht wurden, ging des Weiteren hervor, dass Kissinger auch bei Konflikten in Argentinien und Uruguay seine Finger im Spiel hatte.

1978 erhielt Ägyptens Anwar as-Sadat gemeinsam mit Israels Menachem Begin den Friedensnobelpreis für den Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten. Sadat war jener Mann, der Ägypten 1973 in den Jom-Kippur-Krieg führte. Der Zionist Begin war nicht nur ein Kriegstreiber, sondern auch ein Rassist, Faschist und Mörder. In seinen jüngeren Jahren gehörte er der terroristischen Untergrundorganisation Irgun an. Die Irgun war für zahlreiche Massaker in palästinensischen Dörfern verantwortlich und vertrieb das palästinensische Volk systematisch. Von Beginn stammt unter anderem folgende Aussage: “Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind wie Gott auf diesem Planeten. Wir unterscheiden uns von anderen Rassen wie diese sich von Insekten unterscheiden. Im Vergleich zu uns sind andere Rassen wie Vieh, sie sind der Abfall der Menschheit. Es ist unsere Bestimmung, über die anderen, minderwertigen Rassen zu herrschen. Sie werden unsere Füße lecken und uns wie Sklaven dienen.” Er wurde sogar von David Ben-Gurion, dem ersten Premierminister Israels, mit Adolf Hitler verglichen.

Der Zionist und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel erhielt den Preis im Jahre 1986. Wiesel ist einer der Männer, die nach dem Zweiten Weltkrieg begannen, den Holocaust für sich zu nutzen, indem sie ihn für sich beanspruchten und ihn verkauften. Ausführlich kann man dies in Norman Finkelsteins Buch „The Holocaust Industry“ lesen, indem beschrieben wird, wie Wiesel gemeinsam mit Organisationen wie dem World Jewish Congress (WJC) und der Anti-Defamation Legaue (ADL) Profit machte. Bis heute beklagt sich Wiesel über den weltweiten Antisemitismus und schwingt die Antisemitismus-Keule, wie es ihm passt. Nur zu dem Leid der Palästinenser und der Apartheid-Politik der israelischen Regierung hat er nicht zu sagen. Dafür wurde er schon mehrmals kritisiert.

2001 ging der Friedensnobelpreis an die UNO, angeblich „für ihren Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“. De facto hatte die UNO schon in den 90er Jahren während des Jugoslawien-Kriegs und während des Zweiten Golfkriegs versagt. Man wusste damals jedoch nicht, dass sie ein weiteres Jahrzehnt versagen wird, denn es brach abermals ein Krieg im Irak und in Afghanistan aus. Die Folgen des Irak-Kriegs sind noch deutlich zu spüren und ein Ende des Kriegs am Hindukusch ist absolut nicht absehbar. Gegenwärtig versagt die UNO auch in Syrien. Im Anbetracht der vergangenen Jahre kann man daraus den Schluss ziehen, dass die UNO dem Imperialismus der Großmächte nicht viel entgegensetzen konnte und deshalb auch nicht für Frieden gesorgt hat.

Als Barack Obama 2009 den Friedensnobelpreis entgegen nahm, war noch von „Change“ die Rede. Von dem gewünschten Wandel war allerdings keine Spur. Obama setzte nicht nur die Politik seines Vorgängers fort, sondern verschlimmerte diese sogar zum Teil. Er brach nicht nur sein Wahlversprechen bezüglich Guantánamo, sondern begann mit einem sehr umstrittenen Drohnenkrieg. Demnach tötet Obama tagtäglich per Unterschrift hauptsächlich unschuldige Afghanen an der afghanisch-pakistanischen Grenze. Des Weiteren führte er die NATO-Invasion in Libyen und fördert den Krieg in Syrien, indem er jene Gruppierungen fördert, die anderswo als „Al-Qaida-Terroristen“ gejagt werden. Wie dem auch sei, über diesen Warlord, der mit Frieden nicht das Geringste am Hut hat, habe ich schon in der Vergangenheit genug geschrieben. Deshalb belasse ich es dabei. 

Nun also, im Jahr 2012, verlieh man diesen Preis, der allem Anschein nach sowieso jegliche Bedeutung verloren hat, an die Europäische Union. Meiner Meinung nach hätte man lieber jemanden wie Julian Assange auszeichnen sollen oder einen Friedensaktivisten, der kein Blut an den Händen hat. Eine solche Auszeichnung hätte ein klares und deutliches Signal gesendet. Vor allem gegen jene, die Assange und andere mundtot machen wollen. Immer wieder schätzt und ehrt man chinesische Menschenrechtsaktivisten, die in ihrem Land gejagt und gefoltert werden. Man muss sich hierbei jedoch fragen, woher der Westen diese Arroganz nimmt, während er mit den eigenen Leuten selbiges macht. Wäre dem nicht so, könnte sich ein Assange doch frei bewegen und müsste sich nicht in einer ecuadorianischen Botschaft einsperren.

Wie dem auch sei, der Preis ging trotzdem an die „Organisation EU“. Wie es sich für einen Friedensnobelpreisträger gehört, will die EU wohl demnächst einen neuen Krieg beginnen. Nach Mali soll es diesmal gehen. Als Vorwand dienen wieder einmal die „bösen Islamisten“. Wie diese imperialistischen Machtspiele begannen und ausgingen, kennen wir ja schon.

Advertisements

7 Gedanken zu „Ein bedeutungsloser Preis

  1. Was haben Sie denn genommen? Das müssen Sie mir unbedingt verraten! 🙂

    Im Ernst: Sie servieren ja heute ein wahrhaft opulentes Menü an schmerzlichen Fakten, ein düsteres Feuerwerk (ja, das gibt es auch!) der Verlogenheit, des Opportunismus, der Unfähigkeiten allenthalben wie auch der gezielten Meinungsmache im Verbund mit grenzenloser Dummheit und Naivität. Dass Sie sich den Friedensnobelpreis so zur Brust nehmen, wie Sie es tun, das berührt mich wirklich, sehe ich die Dinge bis hinein in Nuancen fast identisch wie Sie. Allerdings ohne das Hintergrundwissen, das Sie im Gegensatz zu mir haben.
    Als Latina befriedigt es mich natürlich ganz besonders, dass Sie sich vor allem auch Herrn Kissinger auf gebührende Weise widmen. Das alles zu lesen bedeutet mir eine Genugtuung, von deren Dimension Sie nichts wissen können. Meine Groß-Familie ist tief verwoben mit Schicksalen, für die mittelbar jener Herr Kissinger Mitverantwortung zeichnet.
    Und ja, es ist wahrlich eine Tragödie, dass der 11. September ausgerechnet ein auf Ewigkeit pathetisch gefeierter Gedenktag jener Nation sein und bleiben wird, die so tief ihre dreckigen, blutbefleckten Finger am Tag des brutalen Sturzes Salvador Allendes hatte. Das macht mich jedes Jahr aufs Neue regelrecht depressiv.

    Ihren Vorschlag Herrn Assange betreffend würde ich mich übrigens sofort anschließen!

    Und: http://www.schwarwel.de/karikatur-des-tages-5/#more-4680

    Herrlich!

    Gefällt mir

  2. Hallo,

    um viele Fragen vorwegzunehmen, habe ich am 12.09. begonnen (per Mails als Nachweise) die Regierungen, die Wissenschaften und die Kirchen dieses Landes wachzurütteln. Daher auch der Friedensnobelpreis, weil einige die Realität erkannt haben, andere aber noch nicht wirklich. Och sehe ihre Realität als die wahre an.

    Derzeit gelte ich als der Mensch, den die Regierung am wenigsten vor sich sehen will.
    Viele Vorschläge habe ich unter Zuhilfenahme von Freunden und Bekannten aus Wirtschaft, Finanzwirtschaft, Medizin, Politik und Justiz der Regierung und den Kirchen unterbreitet.

    Prinzipiell haben wir jeden digitalen Zugriff auf alle notwendigen Daten der Würdenträger, jedoch bringen wir Ihnen noch etwas Vertrauen entgegen.

    Es gibt Politiker wie Herrn Beck, der zurücktreten musste (durch unsere Meinungsbildung).

    Aber um allen die Angst zu nehmen, möchte ich von vornherein sagen, dass wir vollkommen legitim aber angemessen und entsprechend hart vorgehen.
    Sogar der Verfassungsschutz in Thüringen wurde unter die Kontrolle der Justiz gestellt. Soviel zu dem Einfluss vieler meiner Freunde und Sympathisanten (auch Verfassungsgericht).

    Erst das Aufkommen von verheimlichten und öffentlichen Extremen führt immer wieder dazu, dass das grundlegend funktionierende System, von Menschen mit falschen Absichten ausgehebelt und sogar gebremst wird (vergleiche die Schlange im Paradies).
    Dadurch verliert das System das Vertrauen, wobei es eigentlich nur die Menschen sind, die sich damit besstens auskennen.

    Das größte Problem ist die ehemals sehr stilvolle Karrikatur von Justiza. Sie stellt kein Denkmal, sondern ein Mahnmal dar, da auch früher schon in der Antike, Politiker korrumpiert wurden, bzw. sogar selbst korrumpierten.
    Jetzt hat Justizia die Augen geöffnet und es geht im Ernstfall richtig in die Vollen, sofern Lobbyisten es nicht wieder vereiteln. Aber diese stellen nunmehr eine Minderheit dar und sind zu vernachlässigen.

    Sie dürfen diese Informationen gerne verwenden

    Bernhard Zell
    al. NeoCortex

    Gefällt mir

  3. Das Wort zum Mittwoch oder Die ultimative Lobhudelei

    Es mag schon sein, dass es Diesen oder Jenen nerven kann, wenn ich an dieser Stelle immer wieder (bis auf verschwindend geringe Ausnahmen :-)) unseren Gastgeber Emran Feroz so vollmundig lobe. Doch man möge mir bitte abnehmen, dass dabei mitnichten irgendetwas Schleimendes, Anbiederndes oder sonstwie Exaltiertes eine Rolle spielte!

    Es ist schlicht und einfach die Qualität der Artikel, die unser junger (Eigenangabe) Blogger immer wieder liefert. Selbstverständlich macht es eine solche Bewertung umso leichter, wenn da jemand die eigene Meinung und Weltanschauung in noch dazu hervorragenden Schreibstil komprimieren kann. Und erst Recht, wenn die jeweilige Thematik dann gelegentlich auch persönliche, emotional aufgeladenere Aspekte aufgreift (mich betreffend). Das – wie gesagt – macht eine solche hohe Bewertung nicht zwingend schwerer. Doch auch bei nüchternerer Betrachtung jenseits der eigenen Auffassungen und der jeweiligen Aggregatszustände der eigenen Betroffenheit verliert dieses Blog im vergleichenden Rundblick um einige andere Blogs nichts an seiner herausragenden Qualität. Zumal gerade im Vergleich zu jenen gut besuchten Blogs mit inhaltlich ähnlicher Materie. Und da sticht neben den Inhalten eben auch immer diese klare, sehr journalistische Sprache durch, die sich nie in intellektuellen Eitelkeiten verfängt, sondern ihre Botschaft mit durchdringender Transparenz vermittelt.

    Doch wieder zu den Inhalten. Nehmen wir diesen Artikel und den letzten Artikel, die sich mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU und der Institution als solcher befassen: Ich schrieb bereits, dass in den mir bekannten oder anders gesagt in den ungleich höher frequentierten bekannteren Blogs dieses Genre so gut wie nichts vergleichbar Kritisches zu lesen war! Was ich persönlich als geradezu beklemmend und äußerst befremdlich empfunden habe. Und das ist es eben: Emran Feroz hat einfach ein Gespür dafür, Dinge ans unangenehm grelle Tageslicht zu holen, die andere einfach übersehen, für nicht so wichtig empfinden, was weiß ich. Wobei ich definitiv sagen muss, dass dieser gnadenlose Blick auf den Friedensnobelpreis im Allgemeinen und Besonderen einfach sein MUSSTE und ich es geradezu als ein Versagen der „linken“ Blogs sehe, dieses Thema nicht so aufgegriffen zu haben.

    Dieses Muster wiederholt sich selbstverständlich auch bei anderen Themen. Deshalb ist es einfach schade, dass dieses Blog offenbar so wenig Besucher oder Interessierte hat, dass sich auch innerhalb der Kommentare etwas mehr Lebendigkeit einstellen könnte oder zumindest über ein paar Kommentare mehr dem Autor die absolut verdiente Anerkennung seines Engagements entgegengebracht werden würde. Dieses Blog gehört inzwischen einfach zu den wirklich wichtigen (links-) politischen Blogs im deutschsprachigen Raum dazu. Ich wünschte sehr, dass sich die Leserschaft im Laufe der Zeit wie die Karnickel vermehren möge, verdammt! Ist doch wahr, so viele Perlen vor so wenigen Säuen! 🙂 Gerade hat Michael Sprengs „Sprengsatz“ Geburtstag gefeiert und der Betreiber durfte schwindelerregende Zugriffszahlen wie auch Kommentarzahlen veröffentlichen. Klar, andere Materie, anderer Bekanntheitsgrad des Bloggers, anderer „Kundenkreis“ usw. – und jeder wird es selbst Herrn Spreng gönnen. Trotzdem fasst man sich an den Kopf.

    Also, lieber Emran, bitte weitermachen! Ihr Blog ist einfach wichtig!

    (Ach ja, ich schick‘ Ihnen gleich anschließend noch meine Kontonummer per PN, damit Sie mir dann die zwischen uns vereinbarten 1000 Euro für diesen Kommentar an mich überweisen können, ok?)

    Gefällt mir

  4. Ganz Ihrer Meinung Reyes Carrillo. Emran leistet wirklich eine herausragende Arbeit, für das er gering entlohnt wird. Bleib deiner Linie treu und du wirst dafür sicher den gebührenden Respekt ernten, das dir zusteht 🙂

    Gefällt mir

  5. Pingback: Wochenrückblick (16.10. – 21.10.2012) | Emran Feroz's Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s