Die Doppelmoral der Öl-Scheichs

Die reichen Öl-Scheichs Saudi-Arabiens sehen sich als die Repräsentanten des „wahren Islam“. Während sie vorgeben, Nachkommen des Propheten Mohammad zu sein, unterdrücken sie die eigene Bevölkerung und herrschen absolutistisch. Abgesehen davon exportieren sie ihre fanatische Ideologie und verbünden sich gleichzeitig mit westlichen Staaten. Die meisten Islamisten, die uns immer wieder in den Medien präsentiert werden, stammen großteils aus Saudi-Arabien. Krieg findet dort jedoch keiner statt. Der Westen brachte dem Land weder Demokratie, noch Menschenrechte, sondern nur US-Waffen und deutsche Leopard-Panzer.

Saudi-Arabien beansprucht die heiligen Städte des Islams, Mekka und Medina, für sich. Christen müssen ihre Bibel am Flughafen abgeben, worüber sich schon Peter Scholl-Latour beschwert hat. Frauen dürfen nicht Autofahren und werden aus dem Ikea-Katalog geschnitten. Diese Verbote haben nichts mit dem Islam zu tun. Der Islam kennt vor allem eines nicht: Eine absolutistische Diktatur wie sie das Saud-Regime jahrelang führt. Der Islam kennt auch keinen Adel, dennoch spielen sich die saudischen Scheichs auf wie die Vertreter Gottes auf Erden.

Der Westen unterstützt seit Jahrzehnten diese Politik. Das liegt vor allem am Öl der Scheichs. Es liegt auf der Hand, dass wenn das Öl ausgeht, die Sauds fallen gelassen werden wie ein Mubarak oder ein Gaddafi. Damit unterstützt der Westen gleichzeitig den Terror, der weltweit als „islamistischer Terror“ bekannt geworden ist. Für den Großteil der Muslime dieser Welt gelten die Saudi-Araber als Anhänger einer Sekte, des Wahhabismus. Der Wahhabismus entstand im 18. Jahrhundert in Saudi-Arabien. Dort ist die Lehre des Mohammad ibn Abdel Wahhab bis heute Staatsreligion. Diese Form des Islam, die von vielen Menschen oft als „Steinzeit-Islam“ bezeichnet wird, lehnt unter anderem den islamischen Sufismus sowie die Heiligenverehrung ab. Demnach schänden bis heute Wahhabiten weltweit die Gräber von großen, islamischen Mystikern.

Die USA wusste schon früh, sich diese Ideologie zu Eigen zu machen. Vor allem in Stellvertreterkriegen zog man es vor, lieber junge Muslime in den Tod zu schicken, anstatt dort eigene Soldaten zu entsenden. Dies war vor allem während des Afghanistan-Kriegs in den 1980ern der Fall. Junge Männer aus aller Welt wurden rekrutiert, um sie gegen die Sowjets kämpfen zu lassen. Unter diesen Männern befand sich auch Osama Bin Laden, der damals noch als charismatischer Kriegsheld gefeiert wurde. Als die Russen aus dem Land verjagt wurden, feierte man die jungen Krieger, die angeblich den Islam mit ihren amerikanischen Waffen verteidigten. Einige Jahre später wurde Bin Laden zum meist gesuchten Mann der Welt erklärt und die jungen Kämpfer nannte man nur noch „Al-Qaida-Terroristen“.

Dasselbe geschah auch in den 1990ern im Jugoslawien-Krieg und im Tschetschenien-Krieg. Bis heute denken die Kämpfer von damals, dass sie ihren Glauben erfolgreich verteidigt haben. Bis heute haben sie nicht gemerkt, dass sie nur ein Mittel zum Zweck waren und nur instrumentalisiert wurden. Deshalb passiert gegenwärtig das Gleiche in Libyen und Syrien. In Libyen benutzte man wieder die besagten Kämpfer, um den Ex-Freund des Westens, Muammar al-Gaddafi loszuwerden. In Syrien tobt ein eiskalter Stellvertreterkrieg und deshalb zieht der Westen es noch vor, junge Krieger, die von einigen Medien liebevoll „Aktivisten“ genannt werden, in den Kampf zu schicken.

Diese werden jetzt als Helden gefeiert, doch schon bald werden auch sie nur mehr als „Al-Qaida-Terroristen“ abgestempelt und mit Drohnen beschossen. Warum sollte es auch anders sein? Man braucht sich nur die gegenwärtige Lage in Afghanistan unter die Lupe zu nehmen. Gefördert wurden all diese Aktionen, ob in Tschetschenien, in Jugoslawien oder in Afghanistan von Saudi-Arabien. Die Öl-Scheichs haben sich schon lange als gefügige Diener westlicher Imperialisten erwiesen.

Solch ein Verhalten nennt man auch Doppelmoral. Viele dieser Öl-Scheichs stellen sich höher als andere Muslime, indem sie auf ihren Stammbaum zeigen, während sie auf ihren Yachten in Europa in Saus und Braus leben. Das Leben, was viele von ihnen führen, hat nicht im Geringsten mit dem Islam zu tun. Ein besonders abscheuliches Beispiel ist der Sextourismus, den viele saudische Scheichs betreiben. Während saudische TV-Moderatoren öffentlich ausgepeitscht werden, weil sie es gewagt hatten, im Fernsehen über Sex zu sprechen, reisen die reichen Scheichs oft nach Pakistan, Indien oder Indonesien, um sich dort mit Frauen aus ärmeren Schichten zu vergnügen.

Die armen Frauen, die nicht selten minderjährig sind, werden mit Geld angelockt. Das Ganze wird dann auch noch unter dem Deckmantel der Religion abgeschlossen. Diese „Touristen-Ehe“ ist eine zeitlich begrenzte Ehe, sprich, der reiche Scheich kann sich am nächsten Morgen schon wieder aus dem Staub machen. Diese „Zeitehe“ ist mittlerweile auch im Iran verbreitet. Es gibt aber genug andere Sachen, die man diesbezüglich über die reichen Saudis, über die „wahren Muslime“, hört. So werden in Saudi-Arabien Hausmädchen, die oft aus Ländern wie Thailand oder den Philippinen stammen, auch als Sexsklaven ausgenutzt. Die Frauen sind völlig auf sich allein gestellt und haben absolut keine Chance, der sexuellen Gewalt im Haus zu entrinnen. Da viele der Frauen auf ihren monatlichen Lohn angewiesen sind und in ihrer Heimat eine Familie zu ernähren haben, dulden sie das Martyrium schweigsam.

Vor zwei Jahren soll der Enkel König Abdullahs seinen Diener in einem Hotel in London ermordet haben. Dieser Diener war dem Prinzen auch als Sexsklave ergeben. Demnach war der Prinz homosexuell. Der Mann wurde von einem Londoner Bericht für schuldig und erklärt und erhielt eine lebenslange Strafe. Der Prinz bestritt den Mord nicht und zeigte keine Reue. Er leugnet nur, dass er schwul sei. Für mindestens zwanzig Jahre muss er ins Gefängnis. Ob er sich bis dahin freikaufen wird, ist eine andere Frage. Abgesehen davon wird ihn in Saudi-Arabien ohnehin keine Strafe erwarten. Dort wird Homosexualität mit dem Tod bestraft, doch ein Mitglied der königlichen Familie hat sicher gewisse Privilegien. Außerdem war es für den Prinzen völlig verwunderlich, für den Mord eine derartige Strafe zu bekommen.

Solche Menschen sind keine Seltenheit unter den saudischen Adeligen. Während man zwei bis vier Ehefrauen hat, ,behandelt man die eigenen Hausmädchen wie Konkubinen und vergnügt sich in Europa mit Prostituierten. Ganz nebenher spielt man dann noch den Missionar, fördert Kriege und kauft Waffen bei westlichen Verbündeten, um die eigene Bevölkerung zu tyrannisieren.

Nichtsdestotrotz zählt die Sauds zu den besten Freunden des Westens und solange sie sich als geeignete Handlanger erweisen, werden sie auch nicht fallen gelassen. Sogar in Wien wurde ein Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog nach König Abdullah benannt. Von diesen Werten will aber der gute Herr König nichts wissen, denn in seinem Reich muss jeder Staatsbürger Muslim sein und Juden dürfen erst gar nicht einreisen. Wo er diese Regeln her hat, ist fragwürdig. Im Koran stehen sie auf jeden Fall nicht.

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12 Gedanken zu „Die Doppelmoral der Öl-Scheichs

  1. Vielen Dank, Dein Artikel wirft ein grelles Licht auf die Doppelmoral und Heuchelei aller Herrschenden dieser Erde am Beispiel der Saudis.

    Aus jeder Religion bildeten sich extremistische Sekten, die das ganz eigentliche Herrschafts-Instrument einer ganz kleinen Elite sind, wobei die Christen und Muslime jüdische Wurzeln haben: Sie teilen das Alte Testament und damit den blutigsten und grausamsten Teil der so genannten „Heiligen Schriften“ mit der jüdischen Religion als Handlungsanweisung gegenüber „Ungläubigen“ oder „Heiden“.

    Diese extremen Sekten, die nirgends verboten waren, werden oder sind, sondern unter dem Dach der jeweiligen „Religion“ gepflegt werden, sind:

    Bei den Juden die Zionisten
    Bei den Katholiken die Jesuiten
    Bei den Protestanten die Evangelikalen
    Bei den Muslimen die Wahabbisten

    Diese extremen Sekten werden benutzt, um unter dem Deckmantel der Religion die HERRschaft einer immer kleiner werdenden Gruppe über die Menschheit mit Gewalt aufrecht zu erhalten, wo sich Widerstand regt, oder zu etablieren, wo ihr Arm noch nicht hinreicht.

    Das hat gar nicht unbedingt etwas mit Öl oder anderen Rohstoffen zu tun, sondern einfach mit dem Wunsch nach absoluter HERRschaft über die Menschen und die Erde zum Zwecke der gnadenlosen Ausbeutung. Denn wenn Du die Zerstörung der Ölquellen siehst (zum Beispiel im Irak), das Hinterlassen des Landes im Chaos in Afghanistan, Pakistan und Libyen (im Chaos können Rohstoffe NICHT gewonnen werden!), so weißt Du, dass dies NICHT das Ziel des Krieges war und auch in Syrien nicht IST.

    Erst, wenn wir Menschen uns bewusst geworden sind, dass es weder die Religionen noch das Öl (oder andere Rohstoffe) sind, weswegen wir Völker aufeinander gehetzt werden, desto schneller können wir deren Macht brechen.
    Sie sind die wenigen und wir sind die vielen. Darum brauchen sie die Gewalt, um uns zu unterdrücken. Das aber kann nicht auf Dauer gut gehen. Die Geschichte lehrt uns das hundertfach!

    Denn sie brauchen UNS, aber wir brauchen SIE nicht! DARIN liegt unsere Stärke und das sollen wir nicht erkennen. Darum werden wir mit und durch solche Kinkerlitzchen aufeinander gehetzt!

    Sie brauchen den Krieg und die Gewalt, um sich an der Macht zu halten und über die Kredite für die Waffen die Völker zu unterjochen.
    Frieden ist ihr Untergang.
    Darum ist Frieden das Gebot der Stunde!

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  2. Das Problem:
    Krieg kann leicht erzwungen werden, Frieden nicht.
    Es rückt unter diesem Aspekt des Herrschaftsanspruchs auch immer mehr der Psychopath als Grundmodell für die Verantwortlichen in den Vordergrund.
    Ein Hannibal Lecter („Schweigen der Lämmer“) tötet und frisst seine Opfer ja auch nicht auf, weil er Hunger hat, ihr Geld braucht o.ä.
    Er tötet aus LUST am Töten!
    Und wenn diese Machtpsychopathen aus LUST an der Macht agieren, dann ist auch klar, dass kein Appell, kein Gesetz, kein friedvolles Agieren diese stoppen kann, so wenig, wie ein Psychiater Hannibal Lecter!
    Das erinnert mich auch an „Alien“, wo ein mitleidsloses Geschöpf nur eine Aktion und ein Ziel kennt: Töten, was auch immer sich bewegt und nicht zu seiner Brut gehört…

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  3. Vielen Dank für diesen interessanten, notwendigen und tiefen Blick nach Saudi-Arabien! Das ist eben Ihre Kernkompetenz, derentwegen ich Ihr Blog so gerne aufsuche. Sie sind nie ganz frei von den Ihnen eigenen Subjektivismen, was ich persönlich generell als Bereicherung empfinde (an dieser Stelle hatten Sie mich neulich auch missverstanden) und (nicht: aber!) Sie wissen vor allem, von was Sie schreiben!

    Herausgepickt aus Ihrem Artikel (80er/Afghanistan/Sowjets) erinnere ich mich als Anekdote z.B. noch gut an das „ZDF-Magazin“ von und mit Gerhard Löwenthal (damals der Antagonist zu Karl Eduard von Schitzlers „Der schwarze Kanal“ des DDR-Fernsehens; die Älteren werden sich erinnern), wenn damals eingeladene traditionell gewandete Mudschaheddin das Studio füllten und als todesmutige Freiheitskämpfer von Löwenthal mit glasigen Augen gepriesen wurden, die dem kommunistischen Bösen die Stirn boten. Löwenthal brauchte solche Verbrämungen wie Islam-Verteidiger gar nicht erst, der kam immer gleich zur Sache.

    Wichtig ist übrigens auch, dass Sie hier mindestens zum zweiten Male darauf hinweisen, dass jene gefeierten „Aktionisten“ in Syrien wohl die von US-Drohnen liquidierten Al-Qaida-Kämpfer von morgen sein werden.

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  4. Broders „Vielfalt der Religionen“ gibt es nicht mehr!

    Nur unter den Römern gab es mal so etwas wie „Vielfalt der Religionen“.

    Heute gibt es nur noch die Monokultur der jüdischen Tradition:

    Juden > Christen, Muslime > Protestanten > Kapitalisten > Marxisten > Kommunisten > Faschisten > Nazis > Hollywood & amerikanische Pseudowissenschaft > Zinswirtschaft & globales Kapital > etc.

    Die einzige Vielfalt ist die Biodiversität — die aber kaputt gemacht wird durch die jüdische Tradition!

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    • Zwar wiegt meine Meinung nicht mehr als die Ihre, jedoch sehe ich mich gezwungen Ihnen an dieser Stelle zu widersprechen. Vielleicht irre ich mich auch, wofür ich mich im Voraus entschuldigen möchte, jedoch habe ich den Eindruck gewonnen, aus Ihrem Kommentar eine gewisse Abneigung gegenüber der jüdischen Religion herausgelesen zu haben. Vermutlich aus einer generellen Kritik an Religionen?

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  5. Pingback: Kontroverse Leben und Glauben in Saudi-Arabien | Berichte aus aller Welt / link.obrist-impulse.net

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  10. Im Artikel heißt es u.a.: „Solch ein Verhalten nennt man auch Doppelmoral“. Das möchte ich durch ein Zitat noch etwas verdeutlichen. Im Nachwort zu MIckey Spillane’s Roman „Gangster“ schreibt Jörg Fauser: „Doppelte Moral – möchte man hinzufügen – war schon immer etwas weniger als gar keine Moral“.

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  11. Pingback: Alle Jahre wieder und nichts daraus gelernt | Emran Feroz's Blog

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