Freitag des Zorns

Heute werden wieder einmal viele Muslime weltweit auf die Straße gehen. Schon am vergangenen Freitag wurde heftig gegen den Anti-Islam-Film aus den USA protestiert. Weltweit mobilisierten die Mullahs und Prediger von der Kanzel aus Menschenmassen. Westliche Botschafter in islamischen Ländern bekamen es mit der Angst zu tun. Die Lage war schon schlimm genug, doch die „freiheitsliebenden Franzosen“ wollten es unbeding wissen und setzten noch einen drauf.

Die Wut über „Innocence of Muslims“ hat nahezu alle Muslime auf der Welt erreicht. Die Klügeren unter ihnen, wohlgemerkt, die breite Masse, zieht es vor, solch eine dumme Provokation schlicht und einfach zu ignorieren. Die Anderen, sprich, die Wütenden, randalieren und bereiten damit nicht nur USA- und Israelfahnenherstellern eine Freude. Das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ setzte zu diesem ungünstigen Zeitpunkt noch einen drauf und veröffentlichte am Mittwoch neue Karikaturen, die den Propheten Mohammad darstellen sollen. Es ist unverständlich, was solch eine Provokation, die sich feig hinter „Kunst- und Meinungsfreiheit“ versteckt, bringen soll. Durch die Veröffentlichung der Karikaturen brennen nun auch französische Fahnen in der islamischen Welt. Französische Einrichtungen in der islamischen Welt haben ihre Pforten geschlossen und fürchten sich nun vor jenem Mob, der die amerikanische Botschaft in Benghazi stürmte.

Die Franzosen setzen seit eh und je auf „Liberté, Égalité und Fraternité“ (Freiheit, Gleich und Brüderlichkeit). Umso mehr frag ich mich, wie man sich auf solche Werte berufen kann, während man mit solch einer Aktion das Leben von zahlreichen Franzosen im Ausland gefährdet. Wie kann man sich hinter „Freiheit“ verstecken, während man eine religiöse Gruppe, die in Frankreich europaweit am stärksten vertreten ist, immer wieder derartig angreift, provoziert und sie teilweise in „Vorstadt-Ghettos“ abschiebt. Hauptsache, Frankreich ist stolz darauf, dass es die Oben-Ohne-Fotos von Prinzessin Kate nicht veröffentlicht. Demnach ist dem Staat die Privatsphäre eines „angeheirateten englischen Blaubluts“ wichtiger als das Leben französischer Staatsbürger. Wenn das keine Heuchelei ist, wenn das keine Doppelmoral ist, was ist es dann?

Radikalen Fanatikern wurde damit wieder einmal innerhalb von nur zwei Wochen in die Hände gespielt. Pakistans Regierung ernannte den heutigen Freitag zu einem Feiertag, zum „Feiertag zum Ausdruck der Liebe zum Propheten“, um genauer zu sein. Pakistans Premierminister meinte, dass durch „Innocence of Muslims“ 1,5 Milliarden Muslime angegriffen wurden. Über die Paschtunen und Belutschen, die immer wieder vom pakistanischen Militär tätlich angegriffen und unterdrückt werden, will er lieber kein Wort verlieren. Von den genehmigten Drohnenangriffen ganz zu schweigen.

Das Gleiche passiert nicht nur in Pakistan, sondern in vielen islamischen Ländern. Die Muslime stehen weder als Einheit zusammen, noch konzentrieren sie sich auf das Wichtige. Während in Syrien, Afghanistan und im Jemen zahlreiche Muslime tagtäglich massakriert werden, geht man lieber auf billige Provokationen ein, anstatt diese zu ignorieren. Dem Film „Innocence of Muslims“ sowie den französischen Karikaturen wird viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Den Kriegsopfern in Syrien und Afghanistan leider nicht.Allerdings spielen auch die Medien ihre Rolle geschickt, um von diesen Geschehnissen abzulenken.

2 Gedanken zu „Freitag des Zorns

  1. Es ist wie in den alten Tagen, als man dich krank und verrückt nannte. Du warst es gewohnt, verspottet und beleidigt zu werden. Doch wie hast du reagiert, als dir Unrecht getan wurde? Es war ein Lächeln, nicht wahr? Dein Lächeln hat stets Langmut bewiesen, Zorn kam für dich nicht in Frage. Sagtest du vielmehr nicht, dass Zorn der Feind des Menschen ist? Man will sich schließlich nicht vom Feind beherrschen lassen. Über deine Wunder hinaus, war es dein Charakter, der die Menschen anzog. Über deinen Tod hinaus. Und wie man es ahnte, haben deine Feinde auch nach deinem Tod keinen Halt gemacht, dich zu beleidigen. Du warst aber unter uns aber nicht mehr anwesend, um Reaktionen zu zeigen.

    Wo sind deine Vertreter, oh Muhammad! Wo sind deine Vertreter, die es dir gleich machen, den Feind bloßzustellen, indem sie nicht auf ihr Niveau sinken? Wo ist deine Charakterstärke heute, oh Muhammad?! Sollte es nicht deine Gemeinschaft sein, die dich heute vertritt? Oh Muhammad, ich habe großes Leid, mich kümmern die Beleidigungen an deine Personen weniger, es ist die Reaktion deiner Gemeinschaft!
    Ich habe geweint, Muhammad! Ich habe geweint, weil ich weiß, dass auch du weinst. Warum weinen wir? Soll die Welt es wissen? Wir weinen, weil in deinem Namen Unrecht geschieht. Dein reiner Name wird missbraucht, um deinen Namen geschieht Unrecht.

    Muslime aus aller Welt, vereinigt euch! Lasst es nicht zu, dass wir selbst den Propheten beleidigen, indem wir unangebrachten Zorn veräußern. Lasst uns Frieden singen, nicht Hass und Vergeltung. Lasst uns Frieden predigen, indem wir friedlich handeln. Für den Gesandten Gottes Muhammad, möge Frieden und Segen Gottes mit ihm, seiner reine Familie und seinen Rechtschaffenen Gefährten sein.

    PS. An die Christen und Juden: Es beleidigt die Muslime gleichermaßen, wenn Jesus, Maria Moses (möge der Frieden mit ihnen sein) und anderen Heiligkeiten verspottet werden. Der Aufschrei der Muslime fehlt oft an dieser Stelle, weil jenes Unrecht nicht so stark durch allerlei Medien „vermarktet“ wird, wie islamfeindliche Botschaften. Zudem liegt es nicht im Interesse der Islamfeinde, wenn Muslime für Christen und Juden Partei ergreifen.

    Meinungsfreiheit ja, Meinungsfrechheit nein!

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