Der Aufschrei der Muslime und wie er ausgenutzt wird

Die gegenwärtigen Proteste gegen den umstrittenen Film über den Propheten Mohammad haben sich ausgeweitet. Der „Arabische Herbst“ hat mittlerweile nicht nur arabische Länder wie Ägypten, Jemen, Libyen und den Libanon erreicht, sondern auch Pakistan und Afghanistan. Kein Wunder, denn es geht hier nicht nur um Araber, sondern um jeden Muslim weltweit.

Mohammad war als Prophet ein Gesandter Gottes, so wie alle Propheten vor ihm. Eben jene Propheten, die auch im Alten Testament erwähnt werden. Einen gläubigen Muslim missfällt es deshalb auch, wenn er Abraham oder Moses auf einem italienischen Gemälde sieht. Ihm missfällt es auch, wenn er eine Bildhauerei sieht, die angeblich den Propheten Jesus darstellen soll, obwohl das Gesicht dieses Mannes eher an einen Spanier erinnert. Dies ist eine Tatsache, die nicht so bekannt ist über die Muslime, die zu „permanentem Beleidigtsein“ neigen.

Es ist aber sehr wohl bekannt, dass es nach solchen Aktionen, die dann als Kunst- und Meinungsfreiheit verkauft werden, immer wieder zu Unruhen kommt. Der gegenwärtige Fall überschattet aber jene der Vergangenheit, wie die dänischen Karikaturen. Dieser neue Fall von unvergleichbarer Dummheit zeigt nämlich auch eine gezielte Kalkulation. Nakoula Basseley Nakoula, der Macher des Films und ein koptisch-ägyptischer Christ, Bankbetrüger und Ex-Drogenproduzent mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, hat sich vorerst als „israelischer Jude“ ausgegeben, der auch noch „von mehr als 100 Juden“ unterstützt wurde. Hier wurde Antisemitismus geschickt geschürt.

Während die US-Regierung Abstand zu dem Mann nimmt und nichts mit ihm zu tun haben möchte, gibt es mittlerweile sogar Gerüchte, dass Nakoula nach seiner Gefängnisstrafe unter anderem als Regierungsinformant tätig war. Wie dem auch sei, sein Film „Innocence of Muslims“ hat genug Schlagzeilen ausgelöst, um von den gegenwärtigen Konflikten in Syrien und anderswo abzulenken. Des Weiteren fand Barack Obama einen Grund, um seine Truppen nach Libyen zu entsenden.

Hassan Nasrallah, Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz rief heute zu weiteren Protesten auf. Er sagte, dass die ganze Welt begreifen müsse, dass der Prophet Mohammad Anhänger habe, die zu dem Film nicht schweigen werden. Jene Personen, die über das politische Gleichgewicht dieser Erde und über Krieg und Frieden bestimmen, wissen das schon lange. Und sie haben es sich schon lange zu Nutzen gemacht, um möglichst viel daraus zu profitieren.

Jene Unwissenden in der islamischen Welt, die sich dadurch schnell anstacheln und instrumentalisieren lassen, wissen das anscheinend immer noch nicht. Anstatt auf solch dumme Provokationen einzugehen, sollte man sich lieber auf das Wichtige konzentrieren, denn währenddessen werden weiterhin Unschuldige in Syrien massakriert oder in Afghanistan bombardiert.

Darüber hören wir aber in den letzten Tage immer weniger, denn nun haben sich nahezu alle Medien auf die „Mohammadfilm-Thematik“ fokusiert. In den nächsten Tagen werden wir wohl wieder einmal von zahlreichen Diskussionen und Sondersendungen diesbezüglich überschüttet. Dann wird es wieder um „islamistische Hassprediger“ und „Salafisten“ gehen.

Wenigstens erhielt ein Hassprediger von der deutschen Regierung ein Einreiseverbot. Der US-Pastor Terry Jones, seines Zeichens Koranverbrenner und Fundamentalist, darf im Falle einer Vorführung von „Innocence of Muslims“, nicht nach Deutschland einreisen. Wie schön, dass die deutschen Behörden erkannt haben, dass man auch gegen diese Art von Hassprediger vorgehen muss.

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