Der Arabische Herbst

Der Arabische Frühling, der angeblich Demokratie und Freiheit in die arabischen Länder brachte, ist schon längst Geschichte. Die Prognosen von zahlreichen „Nahost-Experten“ und Politologen schlugen fehl. Jene unter ihnen, die naiverweise behaupteten, „der Islamismus sei am Ende“ sollten sich aufgrund der gegenwärtigen Ereignisse im Nahen Osten lieber schweigend verkriechen und nie wieder ein Wort darüber verlieren. Aus einer vermeintlich friedlichen Revolution wurde in der Zwischenzeit ein einmaliges Chaos, dessen Ende unabsehbar ist.

Zum Jahrestag von 9/11 wurde eine schwarze Flagge über der amerikanischen Botschaft in Benghazi gehisst. Die Flagge der sogenannten Al-Qaida. Seit dem Sturz und der Ermordung Gaddafis wurde immer weniger über Libyen berichtet. Das Land befindet sich seit der Intervention der NATO im Chaos. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände schienen aber niemanden mehr zu interessieren, da der Krieg in Syrien im Fokus der Medien geraten war. Plötzlich schrieb „Der Spiegel“, dass Osama bin Laden vor Freude außer sich gewesen wäre, wenn er den elften Jahrestag des 11. Septembers erlebt hätte.

An diesem elften Jahrestag stürmte ein „wütender Mob“, so wird es zumindest berichtet, die amerikanische Botschaft in Benghazi und tötete den Botschafter Chris Steves und drei seiner Angestellten. Libysche Sicherheitskräfte kamen ebenfalls ums Leben. Ähnliches geschah in Ägypten sowie heute im Jemen. Grund für diese Ausschreitungen ist ein anti-islamischer Film, der angeblich aus den USA stammen soll. Der Macher des Films soll angeblich Sam Bacile heißen und aus Kalifornien stammen. Der Mann bezeichnete sich als „israelischer Jude“, doch in Israel scheint er nicht bekannt zu sein. Das israelische Innenministerium hat keine Ahnung wer der Mann ist und distanzierte sich vom Inhalt des Film.

Der Film „Innocence of Muslims“ wurde sehr stümperhaft gedreht und ist voll mit unbekannten Amateurschauspielern, die permanent über den Propheten Mohammad und über den Islam herziehen. Sam Bacile soll behauptet haben, dass er nichts gegen Muslime habe, sondern nur etwas gegen den Islam. Er habe sogar muslimische Freunde. Ein typisches Argument der Islamophoben, mit dem man praktisch nur verlieren kann. Des Weiteren hat der Filmmacher behauptet, dass seine Produktion von „mehr als 100 Juden“ unterstützt wurde. Ob dies tatsächlich wahr ist oder ob hier nur antisemitische Vorurteile geschürt werden, ist ebenfalls unklar. Abgesehen davon soll der unbekannte Sam Bacile, der möglicherweise gar nicht existiert, von einem koptischen Christen namens Nakoula Basseley Nakoula unterstützt worden sein.

Als „Innocence of Muslims“ auf Arabisch synchronisiert wurde, gingen die Krawalle los. Jene Extremisten, die mit der Hilfe des Westens an die Macht kamen, haben nun den amerikanischen Botschafter ermordet. Damit lieferten sie Barack Obama gleichzeitig die perfekte Begründung, um amerikanische Marines nach Libyen zu entsenden. Diese werden sicherlich nicht nur Blut fließen lassen, sondern, so wie man sie kennt, auch Öl.

Die Erstürmung der Botschaft war sicherlich kein Zufall, sondern von langer Hand geplant. Gegenwärtig wird wieder einmal die Gruppierung namens Al-Qaida dafür verantwortlich gemacht. Dabei handelt es sich um jenen Haufen, der gerade im Syrien-Krieg vom Westen, allen voran natürlich von den USA, unterstützt wird. Man macht es sich einfach: Dort wo man sie nicht mehr haben will, nennt man sie „Al-Qaida“ und stempelt sie als Terroristen ab. Dort wo sie sich als nützlich erweisen, feiert man sie als „Rebellen“ oder „Freiheitskämpfer“.

Dieser Herbst hat es in sich, denn solche Ausschreitungen sind noch in genug anderen islamischen Ländern zu erwarten. Man braucht nur ein einfaches Ereignis, wie die Veröffentlichung eines Films, der unter fragwürdigen Umständen produziert wurde, um eine Welle der Unruhe auszulösen. Diese Unruhe wird dann dementsprechend ausgenutzt, um die eigenen Interessen umzusetzen.

 

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4 Gedanken zu „Der Arabische Herbst

  1. Wann werde ich endlich in einer intelligenten Welt (IQ > 200) leben können ohne diesen jahrtausendealten messianisch-beschnittenen-traumatisierten Terror überall, d.h. ohne diesen jüdisch-christlich-muslimisch-kapitalistisch-kommunistisch-faschistisch-nationalsozialistisch–hypersozial-hypermedial-politisch-juristisch-pseudowissenschaftlichen Schwachsinn überall?

    Wenn also ein heutiger Körper, der beschnitten und traumatisiert ist, sich immer noch als „Jude“ bezeichnet, so ist er letztlich „selber schuld“, denn:
    Hätte es keine „Juden“ gegeben, so hätte es auch keine „Muslime“ und „Christen“ gegeben; ohne Christen hätte es aber keine Protestanten gegeben, ohne Protestanten (laut Max Weber [!]) aber keine Kapitalisten; ohne Kapitalisten aber keine Marxisten-Kommunisten, ohne Kommunisten aber keine Faschisten und Nationalsozialisten (etc. etc. etc.)…

    Daher gibt es auch keinen einzigen Unterschied zwischen einem „Juden“ und einem „Nationalsozialisten“: denn beide glauben an ein „auserwähltes Volk“ („Nation“) und an eine „selektierte Rasse“.

    Und zum Angriff Israels („Juden“) auf den Iran („Arier“):
    Geht lieber Karotten und Bäume pflanzen, ihr verdammten Idioten überall, die mir tagtäglich meine Welt kaputt machen!

    P.S.: Nur Idioten (von Beschneidern bis Breivik) benutzen körperliche Waffen. Die stärkste Waffe (seit Sigmund Freud, Kastrationsangst) war schon immer die Sprache…

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  2. Pingback: Der Aufschrei der Muslime und wie er ausgenutzt wird | Emran Feroz's Blog

  3. Pingback: Der “neue” Obama | Emran Feroz's Blog

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