Die vergessene Minderheit Myanmars

Während die Medien immer wieder über Menschenrechtsverbrechen auf der ganzen Welt, vor allem in islamischen Ländern, berichten und Politiker sich als „Hüter der Menschenrechte“ verkaufen, indem sie mit dem Finger auf arabische Diktatoren zeigen, wird das traurige Schicksal der Rohingya in Myanmar (Burma) völlig ausgeblendet.

Die Rohingya, eine muslimische Minderheit, die in Myanmar an der Grenze zu Bangladesch lebt, werden seit eh und je vom hauptsächlich buddhistischen, myanmarischen Staat diskriminiert. Schon in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Konflikten und nun ist es wieder so weit. Wer sich Zeit nimmt und im Internet nach entsprechenden Material sucht, wird fündig. Man sieht grausame Bilder von verbrannten Babyleichen sowie andere erschütternde Bilder. Trotzdem liest man nahezu nichts über diese Verbrechen in den großen Zeitungen und auch die Nachrichten im Fernsehen zeigen sich unwissend.

1948 feierten die Menschen in Myanmar ihre Unabhängigkeit. Die Unterdrückung Großbritanniens war vorbei und damit begann die Unterdrückung der Rohingya. Seit der myanmarischen Unabhängigkeit waren sie neunzehn großen Militäroperationen hilflos ausgesetzt. Permanent wurde gegen Menschenrechte jeglicher Art verstoßen, doch niemand protestierte. Die Rohingya sind staatenlos, die myanmarische Staatsbürgerschaft wird ihnen verwehrt, rund 1,5 Millionen von ihnen leben im Exil, in Myanmar erwartet sie Zwangsarbeit, sexueller Missbrauch, Vertreibung und Mord. Sogar vor Rohingya-Babys wird nicht halt gemacht, sie werden nicht nur auf der „Schwarzen Liste“ geführt, sondern auch getötet, wie Bilder zeigen.

Die myanmarische Regierung ist der Meinung, dass es sich bei den Rohingya um illegale, bengalische Einwanderer handelt, die abgeschoben werden müssen. Bangladesch wiederum, ein muslimisches Land, will von den Rohingya ebenfalls nichts wissen. Der myanmarische Großkonsul in Hongkong sprach einst der muslimischen Minderheit die myanmarische Zugehörigkeit ab und bezeichnete sie als „hässlich wie Kobolde“ im Gegensatz zu den hellhäutigen Birmanen.

Nachdem eine junge Buddhistin angeblich von drei Muslimen vergewaltigt und getötet wurde, kam es in den letzten Wochen erneut zu Gewaltexzessen seitens der buddhistischen Bevölkerung. Obwohl die drei mutmaßlichen Täter verhaftet wurden und ihre Schuld noch nicht einmal bewiesen wurde, begann eine Welle der Gewalt, die bis dato vielen Menschen und eben vor allem sehr vielen Rohingya das Leben kostete.

Auch im Internet wird in und außerhalb Myanmars gegen die Rohingya gehetzt. Für viele Menschen ist es plötzlich schockierend und überraschend, dass die als friedfertig geltenden Buddhisten so intolerant und grausam sein können. Natürlich soll dies kein Angriff auf die buddhistische Religion an sich sein, denn es kommt immer darauf an, wie die Menschen ihre Religion praktizieren. Wäre die Mehrheit Myanmars muslimisch und wären die Verfolgten buddhistisch, würden wir sicher mehr in den Medien darüber erfahren, da bin ich mir ziemlich sicher. Es würde dann auch wieder heißen, dass dies alles auf den „barbarischen Islam“ zurückzuführen sei.

Solange jedoch die Muslime Opfer und nicht Täter sind, wird nur mäßig oder einfach gar nicht darüber berichtet. Komischerweise hat die myanmarische Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die einst fünfzehn Jahre lang unter Hausarrest war und sich für eine gewaltlose Demokratisierung ihres Landes einsetzte, in dieser Hinsicht nichts zu sagen. Auch von der höchsten Instanz der Buddhisten, dem Dalai Lama, konnte man zu diesen traurigen Ereignissen nichts hören, obwohl er sonst immer auf Welt-Tournee ist, Frieden predigt und sich über die unterdrückenden Chinesen beschwert.

Nun haben die Vereinten Nationen die Rohingya offiziell als am meisten verfolgte Minderheit der Welt eingestuft. Vergangenen Freitag wurden zehn UNHCR-Mitarbeiter in Myanmar festgenommen. Das zeigt nur, dass die myanmarische Regierung ihre ethnische Säuberungen weiterhin fortsetzen will, ohne gestört zu werden.

Advertisements

8 Gedanken zu „Die vergessene Minderheit Myanmars

  1. Grausames Schicksal und traurig wie die Weltöffentlichkeit wegschaut. Der Dalai Lama wie auch Aung Sung Su Kyi sollten sich schämen, denn beide treten ja nun wirklich sehr stark für eben jene Werte ein, die in diesem buddhistisch dominierten Land gerade wieder einmal zum Nachsehen der Rohingya mit Füßen getreten werden.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Die heuchlerischen Spiele | Emran Feroz's Blog

  3. ich sehe in letzter zeit immer mehr europaer die sich für buddhismus interresieren und diese
    auch annehmen, sie solten es sich dieser glaubensgemeinschaft noch ein mal genauer unter die lupe nehmen!

    Gefällt mir

    • es hat nichts mit dem glauben zu tun necip! wir sehen schon, dass der islam für den westen als „terror-religion“ steht, weil menschen wie du, den glauben gleich miteinbeziehen und verallgemeinern

      Gefällt mir

  4. Pingback: Terror zum Opferfest | Emran Feroz's Blog

  5. Ähhh, irgendwie klingt hier einiges sehr schräg. Bei den weitaus meisten religiös motivierten Konflikten treten Mohammedaner als Aggressoren auf. Kein Wunder bei dem, was so alles im Koran befohlen wird … Und die Gegenseite reagiert mal mehr oder mal weniger. In Myanmar offenbar mal etwas mehr. Ich vermute, dass die Anzahl der eingesickerten Mohammedaner in den betroffenen Landstrichen so etwa 20% erreicht hat. Das scheint eine kritische Masse zu sein. Siehe auch Thailand, Phillipinen, Indien, Teile Afrikas (Mali, Nigeria) u.s.w. Eine als Religion verbrämte Ideologie der extremen Ungleichheit und Anmaßung, die mit dem Schwert und durch Unterwerfung der Ungläubigen verbreitet werden soll. Falls noch keine kritische Masse existiert, ist wohl zunächst noch Taqqiya angesagt (Europa). Wir sollten gewarnt sein.
    An Khaled:
    Nein, natürlich hat das nichts mit Religion im eigentlichen Sinne zu tun (Das Verhältnis jedes einzelnen Menschen zu seinem Gott), aber mit der Ideologie und dem Machtanspruch dahinter. Was machen die zunächst ach so friedlichen Muslime, wenn sie dereinst an ihre religiösen Dschihad-Pflichten erinnert werden sollten von Hasspredigern, die sich dabei zu Recht auf alle religiosen Fundamente des Islam berufen können? – Ironie aus –

    Gefällt mir

  6. Pingback: Der Hund und die Taliban | Emran Feroz's Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s