„Jüdisch-christliche Wurzeln in Deutschland“ … aber der Islam gehört „doch“ dazu!

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute ihre konservativen Parteikollegen widersprochen, indem sie behauptete, ihrer Meinung nach gehöre der Islam sehr wohl zu Deutschland. „Viele Muslime seien Deutsche, deshalb gehört der Islam eben dazu“, so Merkel.

Des Weiteren ist Frau Merkel der Meinung, dass „vieles durch den Islam nach Europa gekommen sei“. Trotz dieser erfreulichen Feststellung der deutschen Bundeskanzlerin ist diese aber auch der Meinung, dass „die jüdisch-christlichen Traditionen über die Jahrhunderte hingweg stärker gewesen sind“.

Ihre Parteikollegen wie Innenminister Hans-Peter Friedrich und Volker Kauder waren da anderer Meinung. Sie sind davon überzeugt, dass der Islam nicht dazu gehöre und die Leitkultur in Deutschland die christlich-jüdisch-abendländische Kultur sei.

Dass das Christentum ein wichtiger Bestandteil der europäischen Kultur ist und schon immer war, ist keine Frage. Logischerweise war auch dessen Einfluss stärker als jeder andere Einfluss. Warum sich manche Politiker aber immer heuchlerisch auf das Judentum berufen, erscheint mir fragwürdig. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand diese „europäische Kultur“ nämlich nur darin, Juden zu diskriminieren, zu verfolgen und sie als Sündenbock für ihre Missstände darzustellen. Im Grunde genommen, das Gleiche, was gegenwärtig mit den muslimischen Europäern passiert.

Die damaligen Juden Europas verstanden, dass sie unerwünscht waren. Theodor Herzl schrieb sein Buch „Der Judenstaat“ und daraus entwickelte sich dann der Zionismus.

Schon im Jahre 2010 schrieb ich über dieses Thema. Da sich bis heute so gut wie nichts verändert hat, ist es interessant, einen Rückblick darauf zu werfen:

“Jüdisch-Christliche Wurzeln in Europa”

Veröffentlicht am Oktober 24, 2010 von

Seit einigen Wochen, um genauer zu sein, seit der Rede des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, in der er betonte, dass “der Islam zu Deutschland gehöre”, was jedem klar denkenden Menschen eigentlich klar sein müsse, wehren sich immer mehr Menschen gegen diese Aussage. Plötzlich berufen sich viele Menschen, wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer oder der Holocaust-Überlebende und “Islamkritiker” Ralph Giordano, auf “jüdisch-christliche Wurzeln des Abendlandes”, die mit dem Islam nicht vereinbar seien.

Dass Menschen mit “jüdische Wurzeln” bis zum Jahr 1945 verfolgt und ermordet wurden und dass man sonst auch nicht “groß auf jüdische Kultur in Europa” trifft, ist kein Geheimnis und muss erwähnt werden. So werden orthodoxe Juden mit Hut, Bart und Anzug auf dieselbe “seltsame Art und Weise” angestarrt, wie Frauen mit Kopftuch oder Sikhs mit Turban. Es ist eine Heuchelei, wie man sie nur selten erlebt, wenn man sich plötzlich auf “jüdische Wurzeln” besinnt. Das erinnert an die Zeit der Aufklärung, in der die meisten Philosophen und Freidenker nur aufgrund des rationalen Denkens jüdische Mitbürger, die sonst verhasst waren, als “gleichwertig” anerkannten, auch wenn sie dies nicht wollten, sie mussten es tun, denn sonst widerspreche es der “aufklärerischen und rationalen Gesinnung”.

Dass auch Juden wie Ralph Giordano darauf hereinfallen ist verwundernswert. Trotzdem stellt sich die Mehrheit der jüdischen Bürger gegen solche Aussagen, so sagte der Publizist Henryk M. Broder, dass es “der Heuchelei ähnle, sich auf eine jüdisch-christliche Kultur zu besinnen, denn diese Kultur bestand bis zum 2.Weltkrieg nur darin, Juden zu verfolgen und zu ermorden”, worin ich ihm nur voll und ganz zustimmen kann, ausnahmsweise. Die “Rechten und Islamophoben Europas” haben erkannt, dass sie, wie einst die Aufklärer, die Juden einfach akzeptieren müssen, weil ihnen keine andere Wahl bleibt.

Mich würde interessieren, ob sie sich nochmals auf diese “Wurzeln” besinnen würden, wenn sie hören würden, was der 90-jährige Rabbi Ovadia Yosef, einer der höchsten Würdenträger Israels, der enorm viel Macht inne hat und dessen ultra-orthodoxe Schas-Partei auch in der Knesset vertreten ist, am vergangenen Samstag, den 16.10.2010, von sich gegeben hat. Vorerst muss gesagt werden, dass Yosef schon in der Vergangenheit mit diversen Aussagen für Unmut gesorgt hat. So wünschte er sich im vergangenen August, dass “die Palästinenser und deren Führer der Pest erliegen sollten”. Doch die aktuellste Aussage übertraf wieder einmal alles. Der religiöse Gelehrte, der in jüdischen Kreisen höchste Anerkennung genießt und verehrt wird und dessen Stellung mit der des Ayatollah im Iran gleichgestellt werden kann, wenn nicht sogar um vieles höher, sagte, dass “Gojim (Nichtjuden), nur dazu da seien, um den Juden zu dienen, sie (ihr Leben) werden dazu benötigt, weil sie wie Esel gebraucht werden, das heißt um Arbeit für Juden zu verrichten, würden sie nicht da sein, würde das finanziellen Verlust für Juden bedeuten.”

Ich bedanke mich hiermit bei der liberalen, israelischen Zeitung “Haaretz”, die sich kein Vorbild an anderen westlichen Printmedien genommen hat und darüber berichtet hat. Viele Medien im Westen haben darüber nicht berichtet, vielleicht haben sie sich wieder einmal auf ihre “jüdisch-christlichen Wurzeln” berufen und lieber Stillschweigen bewahrt. Man stelle sich vor, ein islamischer oder christlicher Geistlicher hätte sowas von sich gegeben und alle Nichtchristen bzw. Nichtmuslime zu “unteren Lebewesen” degradiert, es wäre wahrscheinlich DIE Schlagzeile des Tages gewesen und alle mögliche Personen hätten sich wieder das Recht genommen, gegen alles Mögliche zu hetzen.

Ich kann mir schon die Artikel und Blogs auf spiegel.online.de, standard.at usw. vorstellen. Mich würde auch interessieren, was hetzerische Seiten wie “politicallyincorrect” von den Meinungen des Rabbis halten. Dieser hat im gewissen Maße ja auch “Recht”, so stellen sich genug Nichtjuden auf die Seite der israelischen Innen-und Außenpolitik, es gibt genug rechte Hetzer, die gegen Roma, Sinti, Moslems, Türken, Ausländer im Allgemeinen usw. sind, aber nicht gegen die Politik Israels, vielleicht sind das ja die “Esel, ohne die es dem Juden schlecht gehen würde”.

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass jene, über die Ovadia Yosef so abwertend gesprochen hat, nicht einmal aufschreien, sondern nur zwei israelische Zeitungen darüber berichteten.

Hier noch der Link zum Thema:

http://www.haaretz.com/jewish-world/adl-slams-shas-spiritual-leader-for-saying-non-jews-were-born-to-serve-jews-1.320235

4 Gedanken zu „„Jüdisch-christliche Wurzeln in Deutschland“ … aber der Islam gehört „doch“ dazu!

  1. Zunächst müssen wir festhalten, dass sowohl Christentum als auch Islam die gemeinsame Wurzel des Judentums haben – das Alte Testament.
    Und was da geschrieben steht, scheint der Hölle entsprungen!
    Beide Religionen – sowohl Christentum als auch Islam – behaupten von sich, sich von diesen Wurzeln gelöst zu haben und Frieden und Liebe sei ihr einziges Ziel. Ihre Taten strafen sie jedoch Lügen, wie ein Blick in die Geschichte zeigt!
    Wenn Christentum und Islam so voller „Liebe und Frieden“ sind, warum ist das blutrünstige Alte Testament dann Bestandteil ihrer Heiligen Bücher?
    Warum handeln dann beide Religionen genau nach den Handlungsmustern und -vorgaben des Alten Testaments und „missionieren im Namen Gottes“ unmenschlich, blutrünstig, mit Krieg, Brandschatzen, Plünderung und Unterjochung anderer Völker, durch Ausgrenzung und Eliminierung von allem, was anders ist als sie selbst? Das sind Taten, die ganz genau den Vorgaben des Alten Testaments folgen!
    Wobei der Völkermord nach meinen Beobachtungen und meinem Wissen im Islam weniger angewandt wird als in den beiden abendländischen Religionen Juden- und Christentum. Jedoch mit Krieg, Plünderung und Gewalt haben auch die Muslime „missioniert“ und haben sich so im afrikanischen Kontinent und fast über ganz Asien ausgebreitet… Und soweit ich gehört habe, handelten die Muslime zum Beispiel in Indien auch nicht sehr menschlich, friedlich oder „in Liebe“…
    Insofern hat Frau Merkel schon recht, wenn sie äußert, der Islam gehöre sehr wohl zu Deutschland (und Europa) – wenn auch aus anderen Gründen als sie angibt.
    Madame Merkel macht mit solcher Äußerung einfach Wahlkampf und ist auf Dummenfang! Bla-bla-bla!

    Wenn heute die jüdischen Wurzeln in Europa betont werden und sich alle darin überbieten, sich dem Judentum sklavisch anzubiedern, ja geradezu zu unterwerfen, und zwar in einer absolut widerlichen Art und Weise, so hat das einen ganz einfachen Grund:

    Alle diese Länder werden von Zionisten regiert!
    Die Zionisten regieren über die AIPAC die USA und über die NATO haben sie damit ganz Europa im Griff.
    Deutschland spielt dabei eine Sonderrolle, denn diese so genannte „Bundesrepublik Deutschland“ ist im Grunde genommen eine Kolonie der USA. Die Besatzungsmacht hat nie aufgehört zu existieren und über den Marshallplan, der in Form von Krediten Geld (natürlich US$) ins Nachkriegsdeutschland schwemmte. Als Bedingung für diese „Hilfe“ zum „Wiederbau“ (was die Amerikaner vorher zerstört haben) wurde das zertrümmerte Deutschland gezwungen, davon US amerikanische Güter „für den Wiederaufbau“ zu kaufen (was den Nachkriegswohlstand in den USA produzierte), also de facto wurde das Geld wieder in die USA zurück geschafft, und zwar ausschließlich in die USA, aber die so genannte „Bundesrepublik Deutschland“ hatte nun diese „geliehene“ Summe plus die Zinsen und Zinseszinsen an die Banken der USA zu bezahlen und wurde so in die Schuldenfalle getrieben. Das Endergebnis erleben wir seit 20 Jahren, wobei das Ende der Fahnenstange bereits 1990 erreicht worden war, als die DDR annektiert wurde. Mit dieser Atempause haben sie sich bis 2001 gerettet, als sie den Euro einführten – und nun ist schon wieder Schluss. Vielleicht wird ja jetzt wieder die DM eingeführt, die ja nie aufgehört hat, gesetzliches Zahlungsmittel zu sein. Durch diese Schuldenmühle und die Aufrechterhaltung des Besatzungsstatus wurde diese so genannte „Bundesrepublik Deutschland“ durch Erpressung über das Geld zur Kolonie der USA, die nun über eine riesige Militär-Basis im Herzen Europas verfügen – und alles unter der Herrschaft der AIPAC:
    http://de.wikipedia.org/wiki/AIPAC

    Wieweit das in dieser so genannten „Bundesrepublik Deutschland“ heute gediehen ist, zeigt
    a) dieses Video:

    b) dieser Artikel:
    http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2012/02/03/us-truppen-gehen-nach-israel-israelische-soldaten-nach-deutschland/
    c) klärt dieses Video auf, wie die Regierungen unserer Erde „überredet“ werden, nach der zionistischen Pfeife zu tanzen:

    und
    d) klärt dieses Video darüber auf, wie die christlichen Extremisten mit den Zionisten zusammen arbeiten:

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  2. Hurra, wir kapitulieren
    Henryk Broder.jpg

    Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken ist ein 2006 erschienenes Buch des in der BRD lebenden Juden Henryk M. Broder, das einerseits die Haltung der Regierungen Europas gegenüber Islamisten, andererseits die Zurückhaltung und Selbstzensur der intellektuellen Linken Deutschlands gegenüber dem Islam scharf und auf polemische Weise kritisiert.
    Inhaltsverzeichnis
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    1 Inhalt
    2 Kritiken
    2.1 Zustimmend
    2.2 Ablehnend
    2.3 Antwort Broders
    3 Literatur
    4 Verweise
    5 Filmbeitrag
    6 Fußnoten

    Inhalt

    Anhand mehrerer zum Erscheinungstermin aktueller Beispiele stellt Broder dar, wie sich der Westen den Vorgaben von Islamisten beuge, um sie nicht weiter zu provozieren. Ein solcher einseitiger „Dialog der Kulturen“ sei unsinnig, die Meinungsfreiheit, die Broder als den Kern der Aufklärung und Demokratie sieht, werde schrittweise gefährdet. Er stellt die provozierende Frage, „ob Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz die richtigen Mittel im Umgang mit Kulturen sind, die sich ihrerseits respektlos…“ verhielten.

    Broders Hauptbeispiel sind die Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten, die er als von „erschütternder Harmlosigkeit“ charakterisiert. Mitunter in arabischen Medien zu findende antisemitische und antikirchliche Karikaturen seien weitaus drastischer. Besorgniserregend seien die Reaktionen des Westens, der den Einschüchterungen nachgebe und Verständnis für die künstlich entfachte Empörung zeige.

    Gründe hierfür seien sowohl die Angst vor Fanatikern als auch die Sorge um die Handelsbilanz. Gegenüber der Mehrheit der Intellektuellen wie Günter Grass, Peter Sloterdijk, Peter Scholl-Latour u.a. gebe es nur wenige Gegenstimmen, die man „an den Fingern einer Hand abzählen könne“. Hierzu zählt Broder die Islam-Kritikerin Ayaan Hirsi Ali, die er mit dem Satz zitiert: „I am here to defend the right to offend“, und den in Pakistan aufgewachsenen Schriftsteller Ibn Warraq. Dieser hatte in einem Appell „Entschuldigt euch nicht!“ u.a. geschrieben, dass ohne das Recht zu diskutieren und unterschiedlicher Meinung zu sein, der Islam in seiner dogmatischen mittelalterlichen Burg verharre.
    Kritiken

    Broders Buch wurde kontrovers aufgenommen; es wurden sowohl ablehnende als auch zustimmende Rezensionen veröffentlicht.
    Zustimmend

    Broders Buch, monatelang auf der Verkaufsschlager-Liste des Spiegels, hat von vielen Seiten positive Resonanz erfahren. Einige Beispiele:

    Jason Green schreibt auf buchtest.com unter der Überschrift „Das wohl beste Buch zum Thema – gegen feige Gutmenschen-Politik und islamistische Unterwanderung!“:

    ‚Hurra, wir kapitulieren‘ ist ein bitterernstes Buch voll alarmierender Wahrheit. Zugleich erzählt Broder in einem süffisant-ironischen Ton, dass einem das Lachen immer wieder im Halse stecken bleibt. Mit treffenden Beobachtungen, genügend Weitblick und einem durchdringenden Verständnis zeigt der Autor, dass wir endlich aufhören müssen, mit falscher Toleranz und Rücksichtnahme. Unsere Freiheit und europäischen Werte sind bedroht von einer Religion, die sich seit dem Mittelalter nicht weiterentwickelt hat. Um den Islam zu stoppen, müssen wir Mut zeigen. Henryk Broder ist mit gutem Beispiel vorangegangen.[1]

    Ulrike Ackermann, wie Broder Mitglied der Achse des Guten, schreibt in der Süddeutschen Zeitung vom 18. September 2006:

    Henryk Broders jüngster Essay kommt gerade zur rechten Zeit. In gewohnt scharfsinniger und scharfzüngiger Manier geißelt er darin die weit verbreitete Appeasementhaltung gegenüber dem Islam und dem totalitären Islamismus … Broders Essay ist ein wunderbarer Aufruf, die Freiheiten und die Errungenschaften der westlichen Aufklärung gegenüber dieser Bedrohung zu verteidigen.

    Johanna Adorján schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 8. Oktober 2006:

    Das Buch ist eine scharfsinnige Gesellschaftsanalyse, deren Argumentation so einleuchtend, so klar, konzise und gnadenlos zwingend ist, dass selbst ärgste ‚Verfechter der Political Correctness‘ Probleme haben dürften, dagegen anzukämpfen.

    Der niederländische Schriftsteller und Kritiker Leon de Winter urteilte:

    In diesem tragikomischen Essay analysiert Broder die gegenwärtige Appeasement-Politik Europas. Sein aufrüttelndes Buch ist eindringlich, ironisch, traurig – und der ultimative Alptraum für alle Verfechter der Political Correctness.

    Ablehnend

    Kritiker werfen Henryk M. Broder Einseitigkeit, Hysterisierung, fehlerhafte Argumentation, unsaubere Recherche, Rassismus, eine Verharmlosung des Nationalsozialismus und eine Übernahme rechtsradikaler Positionen vor. Einige Beispiele negativer Kritiken:

    Der Politikwissenschaftler und Buchkritiker Denis Scheck urteilte in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ über Broders Buch, das er für eine „extrem manipulative Polemik“ hält:

    Broders Tiraden über das angebliche Einknicken Europas vor den ach so bitterbösen Moslems schüren eine neue Kreuzzugsmentalität und sind grundfalsch, sichern ihrem Verfasser aber einen Ehrenplatz an jedem deutschen Stammtisch.

    In der tageszeitung vom 18. November 2006 beschreibt Daniel Bax Broder als überspannten Hassprediger:

    Ironischerweise geht Broder […] genau so vor wie ein islamistischer Scharfmacher, nur eben spiegelverkehrt.

    Schon Broders Grundthese, der Westen kapituliere, erweise sich bei einer nüchternen Analyse der gegenwärtigen internationalen Politik nicht als plausibel. Insofern könne man Broders ständige Rede von „Appeasement“ für eine gedankenlose „Verharmlosung der Nazi-Vergangenheit halten“. Hinter dem amüsanten und unterhaltsamen Stil entdeckt Bax die “eisige Schärfe eines Glaubenskriegers“, weshalb er das Buch zu einer “humoristisch verbrämten Hasspredigt“ erklärt. Robert Misik befindet in der „tageszeitung“ vom 20. Dezember 2006, Broder arbeite an einer selbsterfüllenden Prophezeiung mit:

    Wenn man den Kampf der Kulturen nur lange genug beschwört, dann kriegt man ihn am Ende auch. […] Wenn deklassierte türkische Kids am Schulhof für Rambazamba sorgen, dann ist nicht die soziale Lage oder ihre Zukunftslosigkeit daran schuld, sondern der Islam: ‚Sie‘ passen einfach nicht zu ‚uns‘. Lahore, Neukölln, Gaza – egal, da wird kein großer Unterschied mehr gemacht.

    Knut Mellenthin in einem Artikel für die Vierteljahresschrift „Wissenschaft und Frieden“:

    Broder leistet seinen Beitrag zum antiislamischen Kreuzzug vorzugsweise, indem er dessen Kritiker mit Schmutz bewirft, ohne selbst mit allerletzter Klarheit Farbe zu bekennen, worauf er eigentlich konkret hinaus will. Statt direkt für den von den Neokonservativen ausgerufenen ‚Weltkrieg‘ zu werben, lästert Broder lieber, dass sich Bin Laden über jede Antikriegsdemonstration freue.

    Broders Verteidigung des amerikanischen Gefangenenlagers Guantanamo empfindet Mellenthin als erschreckend: „Ich denke, er spielt den Hysteriker lediglich, um dem Zweck zu dienen, den er für den guten hält: literweise Benzin ins entfachte Feuer des ‚Clash of Civilizations‘ zu kippen.“ Broder, der früher selbst Rechtspopulismus bekämpft habe, verwende nun bewusst dessen Mittel.

    Kai Doering schreibt im SPD-Magazin Vorwärts am 29. September 2006:

    Auch wenn es sicher richtig ist, nicht schon in vorauseilendem Gehorsam ein ‚mea culpa‘ gegenüber den Andersgläubigen anzustimmen […], muss man sie doch nicht gleich als traumatisierte Wilde mit dem Hang zur Weltherrschaft darstellen, wie es der Autor tut.

    Doering wirft Broder Schwarz-Weiß-Malerei im Stil von US-Präsident Bush vor.
    Antwort Broders

    Gegen den Vorwurf, die Grenze zwischen Polemik und Pauschalisierung in seinem Buch nicht eingehalten zu haben, verteidigte sich Broder in einem Gespräch mit dem Journalisten Roger de Weck im Schweizer Fernsehen mit dem Hinweis auf ein „spontanes Empörungskollektiv der Muslime“, das seinerseits ein kollektives, undifferenziertes „Beleidigtsein“ behaupte:[2]

    „Eine Polemik kommt ohne Pauschalisierung nicht aus. Selbst wenn Sie versuchen, gerecht zu sein […], werden Sie irgendwann nicht umhinkommen, pauschale Begriffe zu verwenden wie „die Schweizer“, „die Israelis“ oder eben „die Moslems“. […] Der Islam stellt sich uns selbst als eine Masse dar, wenn es darum geht, daß sich jemand beleidigt fühlt, weil in Odense in Dänemark zwölf Karikaturen erschienen sind. Dann kommt ein Moslem nicht und sagt: ‚Ich bin beleidigt!‘, sondern ‚Wir sind beleidigt!‘. Fragt man, wer ist denn beleidigt, sagt er, ‚1,5 Milliarden Muslime‘. Es ist die kollektive Selbstdarstellung der Muslime, die mich dazu bewegt, diese auch anzunehmen. […] Wenn z.B. der Chef der türkischen Religionsbehörde sagt, Kritik am Islam gefährde den Weltfrieden, dann tut auch er nicht differenzieren. Er sagt nicht, ‚Kritik an dieser oder dieser schiitischen Gruppe, an dieser und dieser sunnitischen Gruppe ist nicht zulässig‘, er sagt ‚am Islam‘.“
    Literatur

    Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken. Verlag Wolf Jobst Siedler jr., Berlin 2006, ISBN 978-3-937989-20-4
    Textauszüge aus Hurra, wir kapitulieren!:
    Einleitung,
    „Wider die Appeasementpolitik“ (entspricht dem Kapitel „Deeskalation beginnt zu Hause“).

    Verweise

    als Hörbuch zum Herunterladen:
    Passwort: hoerbuch.to
    Größe: 169 MB
    Laufzeit: 240 min

    Hörbuch als rar-Datei zum Entpacken (Teil 1) bei Rapidshare
    Hörbuch als rar-Datei zum Entpacken (Teil 2) bei Rapidshare
    Klick mit linker Maustaste um auf die Seite zum Herunterladen zu gelangen.
    winrar: Programm zum Entpacken

    Rezensionen:

    Rezension in der Stuttgarter Zeitung vom 19. Oktober 2006

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  3. Pingback: Menschen bei Maischberger – Lustig wie immer! | Emran Feroz's Blog

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