Nakba und 64 Jahre Israel

Am 14. Mai 1948, vor 64 Jahren, rief der Zionist David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Dieser Nationalfeiertag wird bis heute in Israel groß gefeiert und ist auch den westlichen Partnern Israels von großer Bedeutung. Gleichzeitig, sprich, am Tag darauf, den 15. Mai, wird der Nakba, der Vertreibung des palästinensischen Volkes, gedacht. Mit diesem Tag begann eines der größten Verbrechen an die Menschlichheit. Obwohl es von großer Bedeutung ist, dass dieser Tag nicht in Vergessenheit geraten darf, ziehen es die westlichen Medien und Politiker vor, auf dieses Thema nur gemäßigt oder erst gar nicht einzugehen.

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Schon im Jahre 1947 begann die Vertreibung der Palästinenser aus ihren Gebieten. Radikale Terrororganisationen wie „Irgun“ oder „Lechi“, auch „Stern-Gruppe“ genannt, spielten hierbei eine wichtige, grausame Rolle. Bis zur Gründung im Mai 1948 waren schon zahlreiche palästinensische Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Die Namen der Dörfer kennt heute niemand mehr. Sämtliche Namen wurden damals auf die Schnelle durch hebräische Namen ersetzt. Die ursprünglichen Namen dieser Dörfer sind auf keiner Landkarte mehr zu finden. Sie wurden regelrecht aus der Geschichte getilgt. So wurde aus Jibta das Kibbutz Gvat oder aus Huneifis das Kibbutz Sarid. Die damaligen arabischen Einwohner wurden verjagt oder ermordet. Ihre Häuser wurden mit Planierraupen und Sprengsstoff „bearbeitet“. Bis zum Jahre 1950 wurden über 500 palästinensischer Dörfer auf diese Weise vernichtet. Der ehemalige israelische Außenminister Mosche Dajan behauptete einst, „dass es keinen einzigen Ort in ganz Israel gebe, welcher nicht zuvor von Arabern besiedelt gewesen war.“

Die schon erwähnten Terrorgruppen, die gegenwärtig immer noch von manchen Medien nur als „Kampfgruppen“ bezeichnet werden, führten aus dem Untergrund ethnische Säuberungen durch. Am 9. April 1948 sollte das arabische Dorf Deir Yassin aus strategischen Gründen seitens der Zionisten eingenommen werden. Der Angriff auf das Dorf wurde aber nicht von der Hagana, dem späteren israelischen Militär, sondern von den Untergrundorganisationen Irgun und Lechi durchgeführt. Deir Yassin hatte zirka 750 Einwohner, Historikern zufolge wurden 100 – 120 von ihnen systematisch von den terroristischen Streitkräften ermordet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die restlichen Dorfbewohner wurden vertrieben. Einige Tage später berichtete die New York Times von 254 Leichen. Dieser mehr als nur umstrittene „Vorfall“ ging als „Massaker von Deir Yassin“ in die Geschichte ein. Mitglieder der Irgun waren unter anderem der Gründer und erste Premierminister Israels David Ben-Gurion sowie der später israelische Premierminister und Friedensnobelpreisträger Menachem Begin.

Das grausame Massaker in Deir Yassin wurde seitens der Zionisten weiterhin benutzt, um den restlichen Palästinensern Angst einzujagen. Diese Strategie ging auf, die meisten Menschen hatten Angst um ihr Leben und sahen die Flucht als ihren letzten Ausweg. Nichtsdestotrotz wurde das Massaker auch von gemäßigteren Zionisten verurteilt. Ben-Gurion entschuldigte sich per Brief an König Abdullah von Transjordanien. An den zionistischen Grundgedanken änderte diese Tatsache aber kaum etwas. So schrieb David Ben-Gurion folgendes am 18. Juli 1948 in sein Tagebuch : „Wir müssen alles tun, um sicher zu gehen, dass sie (die Palästinenser) niemals zurückkommen.“
Außerdem erwähnte Ben-Gurion im Mai 1948 in einer Rede an den Generalstab folgendes: „Wir müssen uns darauf vorbereiten, in die Offensive überzugehen. Unser Ziel ist Libanon, Transjordanien und Syrien zu zerschlagen. Der schwache Punkt ist Libanon, denn das Moslem-Regime ist künstlich und für uns leicht zu unterminieren. Wir werden dort einen christlichen Staat etablieren, dann werden wir die Arabische Legion zerschlagen, Transjordanien eliminieren und Syrien wird an uns fallen. Daraufhin werden wir bombardieren, weitergehen und Port Said, Alexandria und Sinai einnehmen.“

Man kann über David-Ben Gurion sagen was man will, Fakt ist jedoch, dass er schon immer ein leibhaftiger Zionist war, der sich um kein einziges arabisches Menschenleben kümmerte. Seine Zitate und seine Tätigkeit bei der Irgun machen das mehr als deutlich.

Seit der Gründung Israels kamen zirka drei Millionen neue Einwanderer ins Land. Gegenwärtig werden mehr als fünf Millionen Palästinenser als „Flüchtlinge“ bezeichnet. Sie wurden vertrieben und ihres Grundes enteignet, wann sie wieder in ihre Heimat dürfen, ist mehr als fragwürdig. Beobachtet man die gegenwärtige Politik Israels, kann man sich keine rosige Zukunft erhoffen. Die radikalen Zionisten genießen immer noch mehr als genug Macht in Israel. Viele von ihnen leugnen die Nakba auf dieselbe Art und Weise wie Nazis den Holocaust leugnen.
So behauptete die einstige israelische Premierministerin Golda Meir am 08. März 1969 folgendes:
„Wie sollen wir die besetzten Gebiete zurückgeben? Es gibt niemanden, dem man es zurückgeben könnte.“ Abgesehen davon stammt ein weiteres Zitat von ihr: „So etwas wie die Palästinenser gibt es nicht, sie existierten nie!“

Diese kranke Ideologie sitzt heute immer noch in den Köpfen von vielen Zionisten. So werden immer noch Palästinenser vertrieben und ihres Grundes enteignet. Ihre Häuser werden vor ihnen von Bulldozern überrollt, während sie von radikalen Siedlern angespuckt und diskriminiert werden. Wie lange will die Öffentlichkeit noch von diesen Taten, die gegen jegliche Menschenrechte verstoßen, wegsehen? In über sechs Jahrzehnten wurden permanent Kriege geführt, ethnische Säuberungen durchgeführt und die israelische Apartheid-Politik wurde gefördert. Der Gazastreifen darf zurecht als „größtes Ghetto“ der Welt bezeichnet werden, in dem die Menschen vor sich hin vegetieren und in Verzweiflung leben.

Die Weltöffentlichkeit will dagegen nichts machen. Stattdessen wird ein Krieg gegen den Iran vorbereitet, obwohl Israel schon lange Atomwaffen besitzt und mit diesen immer wieder droht. Es kann nicht sein, dass die Kritiker dieses Regimes immer wieder mundtot gemacht werden, während in Palästina jeden Tag Unrecht geschieht.

Man kann sagen was man will, die Zukunft schaut düster aus. Von Seiten der Amerikaner ist keine Hilfe zu erwarten. Sie werden immer auf die Seite der zionistischen Regierung Israels stehen. Das hat schon Ariel Sharon im Oktober 2001 während eines Gesprächs mit Shimon Peres in Radio Kol Yisrael deutlich gemacht, indem er sagte: „Jedes mal, wenn wir etwas tun, wird gesagt, Amerika wird dieses und jenes tun …. ich möchte Ihnen eines ganz klar sagen: Macht euch keine Sorgen um den amerikanischen Druck auf Israel. Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika und die Amerikaner wissen das auch!“

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Es mag zwar sein, dass die Amerikaner diesbezüglich wahrscheinlich niemals ihre Meinung ändern werden, trotzdem gibt es auf unserer Erde genug Menschen mit klarem Menschenverstand. Menschen, die noch auf eine gewisse Moral wertlegen und mit dem palästinensischen Volk Solidarität zeigen.

Genau aus diesem Grund darf die Nakba nicht vergessen werden.

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6 Gedanken zu „Nakba und 64 Jahre Israel

  1. Der Zionismus entstand bereits am Ende des 19. Jahrhunderts und die Besiedlung Palästinas mit Vertreibung der Palästinenser, mit Mord und Totschlag begann unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg, nachdem Großbritannien (zufällig? – wer will mir das erzählen?) das „Protektorat“ über Palästina erhalten hat, nachdem (zufällig? – wer will mir das erzählen?) das Osmanische Reich zusammen gebrochen war.
    Jedoch ließ sich im (von wem wohl?) gegründeten „Völkerbund“ nach dem 1. Weltkrieg keine Mehrheit für einen israelischen Staat auf palästinensichem Boden schaffen. Ganz im Gegenteil wegen der andauernden Menschenrechtsverletzungen der Zionisten gegenüber den Palästinensern wurde die Besiedlung immer und immer wieder beschränkt, was natürlich gar keinen Zweck hatte, da ja das zionistisch bestimmte Groß Britannien die „Hand darüber hielt“ – Protektoratsrecht!
    Dann kam (zufällig? – wer will mir das erzählen?) Hitler in Deutschland an die Macht und verfolgte (zufällig? wer will mir das erzählen?) die Juden – aber ausschließlich die in Polen und Russland lebenden – oder von dort nach Deutschland und Europa gekommenen, dem Kommunismus zustimmenden und dem Zionismus ablehnend gegenüber stehenden, Juden, während die anderen, die zionistischen Juden oder die mit genügend materiellen Gütern „gesegneten“ Juden in aller Ruhe ausreisen und sich in Großbritannien, den USA und in Palästina (bei Vertreibung und Ermordung der dort ansässigen Palästinenser) ansiedelten.
    Hitler brach (zufällig? – wer will mir das erzählen?) den 2. Weltkrieg vom Zaun, in dessen Ergebnis nun in der neu gegründeten (von wem zu wessen Nutzen?) UNO fast sofort (bereits drei Jahre nach Kriegsende!) eine Mehrheit für einen israelischen Staat in Palästina gezaubert wurde!

    Die Entwicklung des Zionismus, die zur Staatsgründung Israels führte:

    http://www.bpb.de/themen/U1VFVM,0,0,Die_Gr%FCndung_des_Staates_Israel.html

    Juden gegen den Zionismus: Über die Mitschuld der Zionisten am Holocoust (englisch):

    http://www.jewsagainstzionism.com/antisemitism/holocaust/gedalyaLiebermann.cfm

    Und wie die Zionisten nicht nur die Politik der USA über die AIPAC bestimmen, sondern auch die Regierungen überall auf der Erde, wird in diesem Video sehr deutlich. Es ist absolut lohnend, sich diese Zeit zu nehmen, um wenigstens ansatzweise zu verstehen, was in auf unserer Erde geschieht:

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