Der „Standard“ der US-Armee

Innerhalb von drei Monaten hat es die US-Besatzung in Afghanistan geschafft, drei Skandale zusammenzubringen. Im Januar haben Soldaten auf Leichen von getöteten Bauern uriniert und ihre Schandtat gefilmt, im Februar wurden in der Militärbasis in Bagram Koran-Bücher verbrannt und im März hat eine Gruppe von US-Soldaten ein Massaker in einem Dorf in Kandahar begangen.

Die urinierenden US-Soldaten waren eine „Ausnahme“ und entsprachen nicht dem „Standard“ der US-Soldaten. Die Koranverbrenner handelten „aus Versehen“, auch sie entsprachen nicht dem „Standard“. Das Massaker an Zivilisten wurde einem Einzelnen in die Schuhe geschoben. Er wurde als „verrückt“ abgestempelt und natürlich entsprach auch er nicht dem „Standard der US-Armee“, wie verschiedene amerikanische Würdenträger immer wieder betonten.

Nun wurde im vierten Monat des Jahres 2012, also im April, ein weiterer Skandal aufgedeckt. Die „Los Angeles Times“ hat Fotos von US-Soldaten veröffentlicht, die mit Leichenteilen getöteter Afghanen posieren. Ich will gar nicht groß auf diese abstoßenden, ekelerregenden Fotos eingehen, die angeblich aus dem Jahre 2010 stammen sollen.

Wie üblich erwartet man wieder den Zorn des afghanischen Volkes. Die Medien wollen uns wieder erklären, dass es sich bei den Leichen „nur“ um jene von „Terroristen“, „Extremisten“ oder wie auch immer man sie nennen mag, handelt. Das spielt aber keine Rolle.

Die US-Besatzung in Afghanistan hat wieder einmal bewiesen, dass sie das afghanische Volk in keinster Weise respektiert. US-Verteidigungsminister Panetta meinte lediglich, dass „Krieg schmutzig sei“. Damit wolle er aber nicht die Tat der Soldaten rechtfertigen. Er entschuldigte sich „im Namen der USA“ für dieses Verbrechen und versicherte, dass dies nicht dem „Standard“ der US-Armee entspreche. Natürlich, etwas anderes war doch nicht zu erwarten.

Die US-Soldaten haben es geschafft, in so einem kurzen Zeitraum, so viele Skandale anzuhäufen, dass man sich fragt, was man sich unter diesem „Standard“ überhaupt vorstellen soll. Viel mehr sieht es danach aus, dass die Mehrheit des US-Soldaten in Afghanistan nicht viel von Ehre, Stolz und anderen Eigenschaften, auf die sie anscheinend Wert legen, besitzen.

Gegenwärtig ist es zum „Standard“ geworden, dass solche Verbrechen begangen werden. Das ist Fakt und jeder Blinde erkennt es.

Die Afghanen bedeuten den US-Soldaten gar nichts. Sie töten und foltern in Afghanistan nach Lust und Laune, sie schänden Leichen und haben dazu beigetragen, dass kriminelle Warlords wieder an die Macht kamen. Diese nehmen es sich natürlich nicht vor, auf ihre Art und Weise die afghanische Bevölkerung zu tyrannisieren. Opfer ist in jeder Hinsicht das afghanische Volk.

Trotzdem fürchten Obama, Panetta und Co. den Zorn der afghanischen Bevölkerung. Das wollen sie zumindest den Medien vermitteln. Die Vietnamesen und Iraker haben den Amerikanern auch nichts bedeutet, warum sollte dies bei den Afghanen anders sein?

Ich will mir gar nicht vorstellen, welche anderen grausamen Verbrechen bis heute noch der Öffentlichkeit vorenthalten werden.

 

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Ein Gedanke zu „Der „Standard“ der US-Armee

  1. Diese Bilder und „Standards“ der US Army kennen wir auch aus Vietnam, dem Irak, Libyen und in der Geschichte auch von der deutschen Wehrmacht und von wohl jeder Armee, die einen Angriffs- oder was für einen immer Krieg führt oder geführt hat
    Mir zeigt das:
    Krieg ist das schlimmste Verbrechen.
    Krieg gehört geächtet. Die Kriegstreiber und -gewinnler vor Gericht gestellt und bestraft.
    Krieg ist der Menschen nicht würdig, im Gegenteil, er tritt die Würde der Menschen mit Füßen und zwar aller am Krieg Beteiligten!

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