Der Marsch nach Jerusalem

Heute vor 36 Jahren wurden zahlreiche Demonstranten von israelischen Soldaten auf palästinensischem Boden umgebracht. Jedes Jahr wird seitdem in Palästina am „Tag des Bodens“ an diese Opfer gedacht.

Nun haben sich heute, am 30. März 2012, hunderttausende von Menschen weltweit zusammengetan, um ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Ausdruck zu bringen. Dank des Internets verbreitete sich diese Nachricht in Windeseile und so kam es dazu, dass sich genau zum jetzigen Zeitpunkt zahlreiche Friedensaktivisten im Libanon und in Jordanien befinden, um gemeinsam friedlich nach Jerusalem zu marschieren. Sie wollen „symbolisch so nah wie möglich an Al Quds sein“ und durch ihre Anwesenheit auf die gegenwärtige, bedrohte Lage des palästinensischen Volkes aufmerksam machen.

Gleichzeitig finden in vielen Städten weltweit Demonstrationen gegen das zionistische Regime Israels statt. Das erklärte Ziel der Menschen ist es, der israelischen Apartheid ein Ende zu setzen. Nun fragt man sich, was das eigentlich bedeuten soll. Fakt ist, dass über viele Geschehnisse im Nahen Osten nicht berichtet wird. Und genau dagegen wollen die Aktivisten vorgehen. Unter ihnen befinden sich nicht nur Araber, sondern auch zahlreiche Europäer sowie orthodoxe Juden, die sich als erklärte Gegner des Zionismus betrachten.

Die israelische Regierung ist da anderer Meinung. Für sie ist die Bewegung nichts anderes als ein „radikaler Haufen“, der die Legitimierung des israelischen Staates in Frage stellt und sogar gefährdet. An den Grenzen wurden Wachposten aufgestellt und Soldaten in Bereitschaft gestellt. Mittlerweile gab es schon Auseinandersetzungen zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Demonstranten. Die Steinwürfe der Palästinenser wurden mit scharfen Schüssen seitens der Soldaten erwidert. Die Israelis haben in dieser Hinsicht eine klare Linie: Die Grenze darf von nichts und niemanden überquert werden. Weder von Palästinensern, noch von irgendwelchen friedlichen Aktivisten, denn egal woher sie stammen, durch ihre Aktion werden sie als „Feind des israelischen Staates“ abgestempelt und dementsprechend behandelt.

Die Regierung in Israel kannte schon in der Vergangenheit keinen anderen Weg als den der Gewalt. Sie fragen sich nicht, warum so viele Menschen weltweit mit den Palästinensern sympathisieren, sondern schwingen sofort mit der „Antisemitismus-Keule“ und degradieren jeden Kritiker zum Nazi, Antisemiten oder Islamisten. Jüdische Kritiker wie Norman Finkelstein, Uri Avnery oder auch Noam Chomsky werden als „linke Verräter“ angesehen. Ihnen wird gar nicht zugehört oder man verbreitet das Gerücht, dass sie verrückt seien und man sie nicht ernst nehmen dürfe, wie es vor allem bei Finkelstein, der nicht mehr nach Israel einreisen darf, der Fall war. Das Gleiche gilt für anti-zionistische, orthodoxe Juden.

Den Weg des Friedens will die paranoide, israelische Regierung wohl nicht eingehen. Stattdessen wird versucht, die arabische Identität Jerusalems zu zerstören. So kam es auch dazu, dass vor einigen Wochen einige radikale Zionisten die Al-Aqsa-Moschee stürmten. Dieselben Gruppierung sind dafür verantwortlich, dass vor einigen Monaten einige islamische Friedhöfe geschändet wurden. Unter anderem wurden Gräber von Soldaten geöffnet, die einst im 12. Jahrhundert für den legendären Sultan Saladin kämpften. Des Weiteren werden immer wieder Moscheen in Brand gesetzt. Israelische Siedler diskriminieren auf ihren Märschen ihre arabischen Mitbürger bis auf das Letzte, während sie von Soldaten beschützt werden. Tagtäglich werden Palästinenser enteignet, sprich, man nimmt ihnen illegal das Land weg. Diese Praxis der Israelis wird von zahlreichen Staaten weltweit heftig kritisiert, doch solange die USA darüber hinweg sieht, wird sich wohl kaum etwas ändern.

Die israelische Regierung betreibt eine Apartheid-Politik und jeder der dies nicht einsehen will, sollte endlich die Augen öffnen. Genau diesen Zweck hat dieser friedliche Protestmarsch nach Jerusalem. Obwohl mehrfach ausdrücklich gesagt wurde, dass jegliche Gewalt abgelehnt wird, sieht man anhand der aktuellsten Zusammenstöße, dass sich dies leider nicht vermeiden lässt.

Die gegenwärtige Situation zeigt, dass Israel die Stadt Jerusalem ganz für sich in Anspruch nehmen will. Jegliche Anzeichen von islamischer, aber auch von christlicher Kultur sollen langsam beseitigt werden.

Dies darf auf keinen Fall geschehen, denn Jerusalem war schon immer eine Stadt, die alle drei abrahamitischen Religionen vereinte. Das muss auch weiterhin so bleiben, letztendlich wird dem israelischen Staat keine Wahl mehr gelassen, als dies zu akzeptieren.

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