Mohammed Merah ist tot – Sarkozy will hart gegen „Hassprediger“ vorgehen

Nach dreißig Stunden Belagerung wurde die Wohnung des Mannes letztendlich gestürmt. Der Terrorist wurde getötet. Die Polizisten sahen keinen anderen Ausweg, da Mohammed Merah sie mit schweren Beschuss attackiert haben soll. Als er letztendlich über den Balkon fliehen wollte, wurde er per Kopfschuss getötet.

Obwohl die französische Polit-Elite angab, den Täter lebend fassen zu wollen, dürfen nun wohl manche insgeheim froh sein, dass der Amokläufer nicht lebend gefasst wurde. Viele Fragen sind immer noch ungeklärt. Wann sie geklärt werden, ist noch ungewiss. Mittlerweile sind auch die einige Bilder von Mohammed Merah von den Medien veröffentlicht wurden, doch was sagt das schon aus über die genauen Hintergründe? Mittlerweile ist jedoch klar, dass sich Mohammed Merah nicht in einem Gefängnis in Kandahar aufhielt. Seine ehemalige Anwältin hat bestätigt, dass er zu diesem Zeitpunkt eine Haftstrafe in Frankreich absaß. Allerdings war der Franzose in Afghanistan und Pakistan und besuchte angeblich Trainingscamps in Waziristan. Wie erwähnt, wurde Merah von französischen Agenten bewacht. Sie befragten ihn auch zu seiner Afghanistan-Reise. Mohammed Merah soll daraufhin gesagt haben, dass er „lediglich Urlaub in Afghanistan gemacht habe“. Die Agenten kauften ihm diese Geschichte tatsächlich ab, ohne sie zu hinterfragen. Niemand macht „Urlaub“ in Afghanistan, es sei denn, man ist Afghane und besucht dort Verwandte. Es ist mehr als fraglich, warum sich französische Geheimdienstagenten für derartig dumm verkaufen lassen können.

In Frankreich findet gegenwärtig Wahlkampf statt und der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy dürfte aus dem ganzen Drama wohl den besten Profit ziehen. Noch vor einigen Tagen schnitt er bei den Umfragen alles andere als gut ab, nun zeigt er sich als „konsequenter und trauernder Staatsmann“, ein Mann der die Rechte des Menschen und die Rechte der Franzosen unter allen Umständen verteidigen will, angeblich. Wie es sich gehört, war er stets an den Tatorten präsent, sprach mit den Angehörigen der Opfer und war somit der „Mann in der ersten Reihe“. Durch seine ständige Präsenz in den Medien verdrängte er seine politischen Konkurrenten. Einfach gesagt: Für „Sarko“ geht es wieder bergauf.

Des Weiteren hat der werte Herr Präsident heute bekannt gegeben, in Zukunft streng gegen islamistisch-dschihadistische Internetseiten vorzugehen und jeden zu bestrafen, der diese auch nur aufruft. Propaganda die zum Terror aufruft, dürfe auf keinen Fall weiterhin hingenommen werden. Auch „Hassprediger“ in Moscheen sollen für das Verbreiten „terroristischer Propaganda“ in Zukunft hart bestraft werden. Das Ganze klingt ja schön und gut, nur fragt man sich, wie das im „freien“ Europa machbar sein soll. In ein Europa, in dem man auf gewisse Sachen wie Meinungsfreiheit Wert legt, würden solche „chinesischen“ Maßnahmen wohl kaum durchsetzbar sein.

Falls es trotzdem zu solchen Gesetzesänderungen kommen soll, hoffe ich, dass das Aufrufen rechtsextremer Blogs und Websites ebenfalls strafbar gemacht wird, denn diese verhalten sich in keinerlei Hinsicht besser als die ganzen Islamisten, Dschihadisten und wie sie alle genannt werden.

Der französische Staat versucht die Schuld nicht bei sich zu suchen. Tatsächlich wurde Mohammed Merah mehrere Jahre lang (!) von französischen Agenten bewacht. Es kann doch nicht sein, dass ihnen eine gewisse Radikalisierung Merahs nicht auffiel.

So wie in Deutschland die Anschläge der NSU vereitelt hätten werden können, hätte es auch in Frankreich der Fall sein können. In meinen Augen ließ eine gewisse Untätigkeit des Staates und vor allem des Geheimdienstes erst so eine Tat zu.

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2 Gedanken zu „Mohammed Merah ist tot – Sarkozy will hart gegen „Hassprediger“ vorgehen

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