Bye Bye Mubarak & Co.

Mit Ben Alis Flucht in Tunesien hat es angefangen. Womit wird es enden? Als ich vor einigen Wochen die kleine Schlagzeile „Jugendliche machen Aufstände in Tunesien“ gelesen habe, hätte ich niemals gedacht, was für Ausmaße dies haben würde.  Der tunesische Despot, der sein Volk bestahl und dessen Geld in der Schweiz lagerte, wurde in die Flucht geschlagen. Seine Frau war sich nicht zu schade, vor der Flucht noch die Bank leer zu räumen. Nun wurde gegen beide ein internationaler Haftbefehl erlassen. Erst dann wurde Ben Ali von den westlichen Medien auch als „Diktator“ bezeichnet. Zuvor nicht, obwohl er schon immer einer war. Die meisten Mitglieder seiner Familie wurden verhaftet. Er selber befindet sich mit seiner Frau in Saudi-Arabien. Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, hoffe ich, dass der ibn Saud-Familie das gleiche passiert, wie Ben Ali.

Nun sprang der Funken auch auf Ägypten, und zwar gewaltig. Heute demonstrierten nach Al Jazeera doch tatsächlich zwei Millionen Menschen auf  „Misrs Straßen“. „Pharao“ Hosni Mubarak hat sich bis jetzt noch nicht gezeigt. Gegen ihn richtet sich die ganze Wut, zu recht. Nur Ali Pascha und Ramses der Große haben länger regiert als Mubarak. Dieser wurde 1981 Nachfolger vom ermordeten Anwar al Sadat. Mubarak hat nichts besonderes für sein Land geleistet. Er kniete vor der israelischen Politik nieder, ohne diese in Frage zu stellen. Die Ägypter sind verarmt und arbeitslos, nur die kleine Elite um Mubarak genießt ihr Leben in vollen Zügen. Deshalb ist die Forderung, dass er gehen muss, berechtigt.
Der Anführer der Oppositionsparteien ist Mohammad al Baradei, ehemaliger Vorsitzender der IAEA und Friedensnobelpreisträger.
Trotz allem schweigt Europa. Auch die USA gaben bis jetzt keine nennenswerten Statements ab. Israel ist besorgt. Sie befürchten, ihren Freund und Helfer Mubarak verlieren zu können. Angeblich soll Israel die USA und Europa unter Druck gesetzt haben, um Mubarak zu unterstützen. Das „demokratische Israel“ will doch tatsächlich einen Diktator an die Macht halten. Sie hätten Angst vor den Islamisten, heißt es.
„Die Islamisten kommen“, das befürchten viele Menschen in Europa. Die meisten von ihnen haben keine Ahnung vom politischen Geschehen des Nahen Ostens. Erst einmal muss klar gestellt werden, dass jede islamisch-geprägte Partei nicht automatisch radikal und fanatisch ist. Dieses Bild vermitteln aber die westlichen Medien nur allzu gern. Zweitens werden Befürchtungen kund gemacht, dass es den Christen in Ägypten dann nur „noch schlechter gehen könne“. Auch das ist falsch. In Ägypten demonstrieren gegenwärtig Christen und Moslems Hand in Hand. Das ist auch in den Medien, sogar in den westlichen, deutlich zu erkennen. Desweiteren hat die Moslembrüderschaft, die größte Oppositionspartei in Ägypten Al Baradei als „Führer des Protests und der Opposition“ anerkannt. Zwischenzeitlich tauchten Fotos von Al Baradeis Tochter auf, die sich am Strand halbnackt sonnte. Diese Propaganda kann nur von Seiten Mubaraks statt gefunden haben. Die noch-Machthaber wollen wohl einen Streit zwischen der zusammengekommenen Opposition stiften. Dies kann aber nur nach hinten los gehen. Den meisten interessiert es nicht, was Al Baradeis Tochter macht oder wo sie sich sonnt. Es gibt wichtigere Probleme. Die Ägypter sind nicht dumm.
Die Doppelmoral des Westens zeigt sich wieder einmal. Während sie sich auf einer Seite als demokratisch und „menschenfreundlich“ darstellt, zeigt sie auf der anderen Seite, wie wichtig ihnen Diktatoren wie Mubarak sind. Dürfen nur die Bürger Europas die Freiheit genießen? Nein, natürlich nicht. Freiheit ist allen gestattet, auch den Tunesiern, Ägyptern usw.
Es ist an der Zeit, dass alle „installierten Diktatoren“ des Nahen Ostens ihr Zeug zusammen packen und abhauen. Das kann niemand verhindern. Diese beliefern die „1.Welt“ mit Öl, leben ihr Leben in Saus und Braus, während die eigene Bevölkerung vor sich hinhungert.
Durch das Handeln von einigen Politikern, insbesondere von jenen Israels, hat sich gezeigt, dass der Westen abhängig ist von diesen Diktatoren. Nun wird die Angst geschürt, dass die „Islamisten“ im Vormarsch seien. Doch auch dieser Versuch wird nach hinten losgehen.

Das Volk hat entschieden. Es hat sich für Freiheit entschieden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Deutsch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Gedanke zu „Bye Bye Mubarak & Co.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s