„Jüdisch-christliche Wurzeln in Europa“

Seit einigen Wochen, um genauer zu sein, seit der Rede des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, in der er betonte, dass “der Islam zu Deutschland gehöre”, was jedem klar denkenden Menschen eigentlich klar sein müsse, wehren sich immer mehr Menschen gegen diese Aussage. Plötzlich berufen sich viele Menschen, wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer oder der Holocaust-Überlebende und “Islamkritiker” Ralph Giordano, auf “jüdisch-christliche Wurzeln des Abendlandes”, die mit dem Islam nicht vereinbar seien.

Dass Menschen mit “jüdische Wurzeln” bis zum Jahr 1945 verfolgt und ermordet wurden und dass man sonst auch nicht “groß auf jüdische Kultur in Europa” trifft, ist kein Geheimnis und muss erwähnt werden. So werden orthodoxe Juden mit Hut, Bart und Anzug auf dieselbe “seltsame Art und Weise” angestarrt, wie Frauen mit Kopftuch oder Sikhs mit Turban. Es ist eine Heuchelei, wie man sie nur selten erlebt, wenn man sich plötzlich auf “jüdische Wurzeln” besinnt. Das erinnert an die Zeit der Aufklärung, in der die meisten Philosophen und Freidenker nur aufgrund des rationalen Denkens jüdische Mitbürger, die sonst verhasst waren, als “gleichwertig” anerkannten, auch wenn sie dies nicht wollten, sie mussten es tun, denn sonst widerspreche es der “aufklärerischen und rationalen Gesinnung”.

Dass auch Juden wie Ralph Giordano darauf hereinfallen ist verwundernswert. Trotzdem stellt sich die Mehrheit der jüdischen Bürger gegen solche Aussagen, so sagte der Publizist Henryk M. Broder, dass es “der Heuchelei ähnle, sich auf eine jüdisch-christliche Kultur zu besinnen, denn diese Kultur bestand bis zum 2.Weltkrieg nur darin, Juden zu verfolgen und zu ermorden”, worin ich ihm nur voll und ganz zustimmen kann, ausnahmsweise. Die “Rechten und Islamophoben Europas” haben erkannt, dass sie, wie einst die Aufklärer, die Juden einfach akzeptieren müssen, weil ihnen keine andere Wahl bleibt.

Mich würde interessieren, ob sie sich nochmals auf diese “Wurzeln” besinnen würden, wenn sie hören würden, was der 90-jährige Rabbi Ovadia Yosef, einer der höchsten Würdenträger Israels, der enorm viel Macht inne hat und dessen ultra-orthodoxe Schas-Partei auch in der Knesset vertreten ist, am vergangenen Samstag, den 16.10.2010, von sich gegeben hat. Vorerst muss gesagt werden, dass Yosef schon in der Vergangenheit mit diversen Aussagen für Unmut gesorgt hat. So wünschte er sich im vergangenen August, dass “die Palästinenser und deren Führer der Pest erliegen sollten”. Doch die aktuellste Aussage übertraf wieder einmal alles. Der religiöse Gelehrte, der in jüdischen Kreisen höchste Anerkennung genießt und verehrt wird und dessen Stellung mit der des Ayatollah im Iran gleichgestellt werden kann, wenn nicht sogar um vieles höher, sagte, dass “Gojim (Nichtjuden), nur dazu da seien, um den Juden zu dienen, sie (ihr Leben) werden dazu benötigt, weil sie wie Esel gebraucht werden, das heißt um Arbeit für Juden zu verrichten, würden sie nicht da sein, würde das finanziellen Verlust für Juden bedeuten.”

Ich bedanke mich hiermit bei der liberalen, israelischen Zeitung “Haaretz”, die sich kein Vorbild an anderen westlichen Printmedien genommen hat und darüber berichtet hat. Viele Medien im Westen haben darüber nicht berichtet, vielleicht haben sie sich wieder einmal auf ihre “jüdisch-christlichen Wurzeln” berufen und lieber Stillschweigen bewahrt. Man stelle sich vor, ein islamischer oder christlicher Geistlicher hätte sowas von sich gegeben und alle Nichtchristen bzw. Nichtmuslime zu “unteren Lebewesen” degradiert, es wäre wahrscheinlich DIE Schlagzeile des Tages gewesen und alle mögliche Personen hätten sich wieder das Recht genommen, gegen alles Mögliche zu hetzen.

Ich kann mir schon die Artikel und Blogs auf spiegel.online.de, standard.at usw. vorstellen. Mich würde auch interessieren, was hetzerische Seiten wie “politicallyincorrect” von den Meinungen des Rabbis halten. Dieser hat im gewissen Maße ja auch “Recht”, so stellen sich genug Nichtjuden auf die Seite der israelischen Innen-und Außenpolitik, es gibt genug rechte Hetzer, die gegen Roma, Sinti, Moslems, Türken, Ausländer im Allgemeinen usw. sind, aber nicht gegen die Politik Israels, vielleicht sind das ja die “Esel, ohne die es dem Juden schlecht gehen würde”.

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass jene, über die Ovadia Yosef so abwertend gesprochen hat, nicht einmal aufschreien, sondern nur zwei israelische, also jüdische, Zeitungen darüber berichteten.

Hier noch der Link zum Thema:

http://www.haaretz.com/jewish-world/adl-slams-shas-spiritual-leader-for-saying-non-jews-were-born-to-serve-jews-1.320235

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2 Gedanken zu „„Jüdisch-christliche Wurzeln in Europa“

  1. Verständnis des Talmud ist Verständnis des Judentums…
    Was liegt also näher, als den Talmud zu Rate zu ziehen, um das Geheimnis der jüdischen Eigenart zu ergründen? Doch bereits ein flüchtiger Blick in dieses Heilige Buch der Juden läßt erahnen, warum bereits Martin Luther den Talmud ein „Buch voller Abgötterei, Fluch und Lästerung“ nannte:

    Jeder einzelne Jude muss sich sagen, meinetwegen wurde die Welt erschaffen
    (Sanhedrin 37a)

    Wenn Akkums sich paaren, kann die Welt nicht fortbestehen (Rabbi Abba) Die Sprösslinge der Akkums sind also Hunde und wenn sie sich ungehemmt mehren könnten, würde Israels Dasein verkümmern. Israel muss sie also, will es verdienstlich handeln und gut sein, enthäuten wie Brandopfer.
    (ef 2 Chr.29,34)

    Jeder Jude darf mit Lügen und Meineid einen Akkum (Ungläubigen) ins Verderben stürzen
    (Babha Kama 113a)

    Es ist dem Juden gestattet, den Irrtum eines Nichtjuden auszunützen und ihn zu betrügen
    (Talmud IV,1/113b)

    Dem Juden, der einem Goy das Gefundene zurückgibt, dem verzeiht Gott niemals
    (Sanhedrin 76b)

    Die Geburtsrate der Nichtjuden muss massiv herabgedrückt werden.
    (Zohar II, 4b)

    Alle Juden sind geborene Königskinder
    (gleich an zwei Talmudstellen Talmud II,1,67a,II/1/128a)

    Was ist eine Prostituierte? Irgendeine Frau, die keine Jüdin ist.
    (Eben-Ha-Eser, 6 u. 8 )

    Nichtjüdisches Eigentum gehört dem Juden, der es als erster beansprucht
    (Babba Bathra 54b)

    „Die Wohnung eines Nichtjuden wird nicht als Wohnung betrachtet.“ (Erubin 75a)

    „Ein Mädchen von drei Jahren und einem Tag ist zum Beischlaf geeignet.“ (Jabmuth 57b, Jabmuth 60 a, Aboda zara 37a)

    Alle zitierten Passagen finden hier: Der Babylonische Talmud , erste vollständige und zensurfreie Übersetzung ins Deutsche von Lazarus Goldschmidt, zwölf Bände, Erstpublikation im Jüdischen Verlag Berlin 1930-36; Neuauflage im Jüdischen Verlag Frankfurt 2002, (ISBN 3-633-54200-0).

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  2. Pingback: “Jüdisch-christliche Wurzeln in Deutschland” … aber der Islam gehört “doch” dazu! | Emran Feroz's Blog

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