Mahmoud, Hassan und die 200 Wohnungen

Mahmoud Ahmadinejad macht zurzeit eine „Tour“ durch den Libanon, wo er und das iranische Regime viele schiitische Anhänger haben. Unter anderem erhielt er ein Ehrendoktorat  an der Libanesischen Universität und das Gewehr eines israelischen Soldaten, welches „erbeutet“ wurde. Natürlich bekam er beides nicht zum selben Zeitpunkt oder am selben Ort. Das Gewehr bekam er nämlich, als er die Ortschaft Bint Jbeil, die vier Kilometer nahe der Grenze zu Israel liegt, besuchte. „Als Geschenk und als Zeichen der Loyalität und der Dankbarkeit“, wie Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah betonte. Die Christen und Sunniten im Libanon waren nicht so erfreut über den Besuch des iranischen Präsidenten. Das ist verständlich, besonders für die Sunniten, die im Iran regelrecht gejagt und diskriminiert werden, eine Tatsache, die den Westen gar nicht so bekannt ist, da dieser nur auf die Diskriminierung von Bahai, Christen oder sonst wem schaut. In Israel reagieren die Menschen „empört“ . So hat ein ultra-rechter Parlamentsabgeordneter zum Attentat aufgerufen, ganz nach dem Prinzip: „So eine Gelegenheit dürfe man sich nicht entgehen lassen ! “ , verlangte Aryeh Eldad den Tod des iranischen Präsidenten. Und sowas kommt von einem Vertreter eines „demokratischen Staates“, natürlich „empört“ sich auch niemand darüber. „Ahmadinejad mache ja schließlich das gleiche!“ – Das stimmt so nicht, so hat Mahmoud Ahamdinejad noch nie zu einem Mord aufgerufen, auch wenn er viele andere bedenkliche Äußerungen von sich gab. Und auch wenn ein iranischer Präsident so etwas sagen würde, wieso hat es das „demokratische Israel, das die Menschenrechte achtet usw.“ nötig, so etwas von sich zu geben? Israel will wieder einmal mit dem Finger auf andere zeigen und die westlichen Medien fallen so gut wie immer darauf herein. Dass in Ost-Jerusalem wieder 200 neue Wohnungen errichtet werden sollen, obwohl dies mehr als nur den Friedensverhandlungen schaden würde, interessiert nur die Wenigsten. Abgesehen davon scheuen sich die Israelis vor keiner Provokation mehr zurück. Es heißt immer wieder, Moslems auf der ganzen Welt müssten aufschreien, wenn irgendwo eine Frau gesteinigt wird, wenn in Saudi-Arabien ein „Unzüchtiger“ ausgepeitscht wird oder ähnliches, aber wieso schafft es der Westen nicht, ein einziges Mal aufzuschreien, wenn Unrecht in Palästina geschieht? Wenn Menschen verhaftet und gefoltert werden, weil sie Wasser „gestohlen“ hätten. Die Israelis „stehlen“, im wahrsten Sinne des Wortes, immer wieder neues Land und keiner denkt auch nur an eine Strafe. Das möge verstehen wer will, ich tue es auf jeden Fall nicht.

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2 Gedanken zu „Mahmoud, Hassan und die 200 Wohnungen

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