Lieberman hat gesprochen – und alle bleiben sitzen

Als Herr Ahmadinejad vor der UNO-Vollversammlung seine Ansprache hielt, standen mehrere Diplomaten auf, denn sie wollten sich so ein „Gewäsch“ nicht anhören, die Österreicher ersparten sich das Ganze und nahmen nicht mal an der Sitzung teil. Nun hielt der israelische Außenminister Avigdor Lieberman, seines Zeichens Ex-Schläger und Türsteher, eine Rede, die die Bemühungen für einen Frieden in Nahost wieder völlig in den Sand setzen könnte.

Lieberman behauptete, dass eine Lösung noch „Jahrzehnte dauern könne“ und man sich gegenwärtig keine Hoffnungen machen brauche, einen pessimistischen Eindruck machte er dabei nicht, viel eher könnte man meinen, dass das genau das ist, was er gern hätte. Dieser Mann gab schon öfters in der Vergangenheit Sachen von sich, die das Absurde übersteigen. Er wolle Israel von den „Arabern säubern und jenen, die man nicht vertrauen kann, die Staatsbürgerschaft entziehen“, dass so etwas von einem Angehörigen des jüdischen Volkes kommt ist mehr als fragwürdig, denn Lieberman ist schlicht und einfach „der Geert Wilders, der Lé Penn, der Jörg Haider des Nahen Ostens“, ein rechter Hardliner. Ein Mann, der es nicht würdig ist, dass ihm zugehört wird, wenn er solche Sachen von sich gibt, dagegen war Ahmadinejads Rede gar nichts, doch trotzdem blieben die sogenannten Würdenträger, Diplomaten und Politiker, auch die österreichischen, sitzen, anstatt demonstrativ den Saal zu verlassen.

Man erkennt immer mehr die falsche Doppelmoral der westlichen Länder, auch jene Österreichs. Und die tragen immer mehr dazu bei, dass ein Frieden und ein „Staat Palästina“, wie Obama bemerkte, nicht zustande kommen kann. Die Haltung der Israelis ist klar. Das Moratorium für den Baustopp in West-Jerusalem ist abgelaufen, anstatt dies zu verlängern, legten die Israelis schon den Baustein für ihre nächste Siedlung, fast schon provokativ. Und Herr Lieberman meinte ernsthaft, dass neun von zehn Monaten des Baustopps von den Palästinensern verschwendet worden seien. Er hat aber „vergessen“, dass es sein Staat war, der es nicht zuließ, dass Hilfsgüter ins Land gelangen, der ein Schiff, das voll mit Aktivisten war, die sich für die Rechte der Palästinenser einsetzen und ihnen helfen wollten, stürmte und Unschuldige ermordete. Und nun wird auch noch fleißig weiter gebaut.

Gemäßigte Palästinenser meinten, dass sie darüber hinweg sehen wollen, denn sie wollen endlich Frieden. Doch wer den Frieden anscheinend nicht will, ist wohl klar.

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