Das „Medien-Tamm-Tamm“ geht weiter

Plötzlich ist es „in“, jeden Abend einen neuen Beitrag über dem Islam zu zeigen. So wurde ich heute Abend Zeuge, wie ZDF den zweiten Teil von „Wohin führt der Islam?“ ausstrahlte. Anstatt die Leute aufzuklären, wie einfache Arbeiter an den Börsen durch geldgierige Spekulanten ihr Geld verlieren, ist es also gegenwärtig wichtiger, die Gesellschaft über den Islam aufzuklären. Man zeigte unter anderem „Hijab-Models“ in Jakarta und eine Kirche ohne Glockenturm im arabischen Emirat Katar, die für die christlich-indischen Gastarbeiter errichtet wurde und sich unter Polizeischutz befindet. Vor meinem geistigen Auge sehe ich schon den morgigen Beitrag dazu auf „politically incorrect“, in dem sich wohl der Autor beschweren wird, dass sich in islamischen Ländern keine „richtigen“ Kirchen befänden. ZDF zeigte aber nicht jene Kirchen in Istanbul, die sehr wohl einen Kirchenturm haben. Desweiteren wurde dem Zuschauer das Schicksal der Sabatina James vorgeführt. Jene Pakistani die sich einer Zwangsheirat entzog, damit den Kontakt zu ihrer Familie abbrach und seitdem in „Angst und Schrecken“ lebt. Desweiteren konvertierte sie zum Christentum, da sie dachte, eine Zwangsheirat berufe sich auf dem Islam. Das in Indien junge, hinduistische Mädchen ebenfalls zwangsverheiratet werden, ein Beweis dafür, dass dieses Prozedere nichts mit dem Islam zutun hat, sondern lediglich mit den kulturellen Traditionen in gewissen Ländern und Regionen, erwähnt natürlich niemand. Stattdessen will der Kommentator den Zuschauern einen „Hauch von Angst“ einjagen, und meint, dass die Scharia auch schon in Europa im Vormarsch sei. Als Beispiel hierfür wird Großbritannien gezeigt. Ich hoffe, dass uninformierte Menschen nicht denken, dass in London Frauen gesteinigt werden, denn dem ist tatsächlich nicht so. Dort werden lediglich Finanzfragen, Scheidungen usw. nach islamischen Recht geklärt, darüber beschweren sich auch nicht jene, die gut darüber informiert sind, denn diese Prozesse laufen meistens bestens und ohne Probleme. Also, nochmals zur Info: Niemand wird ausgepeitscht, niemandem wird die Hand abgetrennt und niemand wird gesteinigt! Indonesien wird als Beispiel dafür gezeigt, dass Demokratie und Islam gut miteinander harmonieren können. Man sieht junge DJ’s die ihre Elektromusik nicht als „haram“ , also als verboten, empfinden. Warum auch? Sie könnten auch Metal-Musik produzieren, das kann dem anderen Moslem, der vielleicht Hip Hop bevorzugt, völlig egal sein. Gezeigt wurden auch die Salafisten (Pierre Vogel und Co.), über die ich ja schon letztes mal berichtet. Meine Meinung über sie hat sich nicht verändert, also ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Rebellische, junge Moslems in französischen Banlieues (Vorstädten), die randalieren und Autos anzünden, sollen den Zuschauer skeptisch machen. Ich würde mich fragen, wie Sie sich verhalten würden, wenn ein Staat Sie in eine Art „Ghetto“ verbannt, damit Sie nicht das idyllische Pariser Stadtbild beschmutzen, sprich, afrikanische Einwanderer werden nicht gerne vor Mode-Boutiqen und Fünf-Sterne-Restaurants gesehen. Dass es ein soziales und wirtschaftliches Problem sei, und kein Islamisches, betonte auch der „Euro-Moslem“ schlechthin, Tarik Ramadan.

„Man soll die Probleme nicht islamisieren!“, der wohl klügste Satz des heutigen Abends, danke Herr Ramadan !

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