Angelsächsische Heldenverehrung

Der britische Prinz Harry soll erstmals an einem Killerkommando in Afghanistan beteiligt gewesen sein. Dabei hat er angeblich einen Taliban-Kommandanten getötet. Harrys erste Ermordung ist für die britischen Mainstream-Medien natürlich ein Grund zum Feiern. „The Sun“ feiert den „Erfolg“ des Prinzen, indem sie Kriegspropaganda betreibt. Der Enkel der Queen wird als „Held“ und als „Legende“ dargestellt, der den „bösen Terroristen“ zu Recht getötet hat und einen „guten Job“ macht.

Quelle: etonline.com

Der Angriff ereignete sich in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans. Obwohl bis jetzt von afghanischen Quellen nichts darüber berichtet wurde, will das britische Boulevardblatt “The Sun” es besser wissen und feiert den Adelsspross als Helden. „Prinz Harry of Wales, der für wilde Partys und einem gewissen Hang zum Nationalsozialismus bekannt ist, wird als tapferer und geschätzter Soldat beschrieben, der immer für jeden Spaß zu haben ist.

Ich frage mich, was „Big H“, wie der Prinz von seinen Kameraden genannt wird, eigentlich in Afghanistan zu suchen hat und ob seine erste Ermordung ein Spaß für ihn war. Allem Anschein nach haben die angelsächsischen Imperialisten Großbritanniens nach all den Niederlagen in Afghanistan immer noch nichts dazu gelernt.

Schon während der Anglo-Afghanischen Kriege im 19. sowie im 20. Jahrhundert verübten die Briten Massaker an der afghanischen Bevölkerung, um sich danach als Helden zu feiern. So wie heute propagierten sie sich als fortschrittliche Soldaten, die westliche Werte vermitteln wollten, während man die Afghanen als zurückgebliebene Barbaren abstempelte. Im Grunde genommen ging es den Kolonialisten jedoch nur um die Ausbeutung und Versklavung des afghanischen Volkes.

An ihren imperialistischen Plänen scheiterten die Briten drei Mal in Afghanistan. Während des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges vergifteten sie 1845 die Symbolfigur des afghanischen Widerstands, Mohammad Akbar Khan, den Sohn des Emirs Dost Mohammad. Daraufhin nahm der Zorn der Bevölkerung zu und der Widerstand verstärkte sich. Die Ermordung ihres Prinzen haben die Afghanen bis heute weder vergessen, noch verziehen.

Einen weiteren Fehler machten die Briten, als sie 1880 den Analphabeten Abdur Rahman Khan zum Emir Afghanistans ernannten. Abdur Rahman, der als britische Marionette fungierte, stimmte im Gegenzug dem Vertrag von Durand zu. Die sogenannte Durand-Linie, die das afghanische Gebiet von Britisch-Indien teilen sollte, ist bis heute höchst umstritten und ein ungelöstes Problem. Obwohl der Vertrag schon längst seine Gültigkeit verloren hat, beansprucht Pakistan die einst afghanischen Gebiete für sich. Die Stammesgebiete, die von der Linie getrennt werden, sind das Zentrum des Drohnen-Kriegs Barack Obamas. Außerdem ist die Gegend ein Rückzugsort für Terroristen und Fanatiker aus aller Herren Länder geworden.  Nachdem die Briten aus dem Dritten Anglo-Afghanischen Krieg 1919 wieder als Verlierer das Schlachtfeld verließen, gaben sie endgültig auf und zogen ab.

Seitdem hat Großbritannien keinen guten Ruf in Afghanistan. Als vor Kurzem bekannt wurde, dass die Briten sogar eine Teilung Afghanistans in Erwägung ziehen, fiel abermals ein schlechtes Licht auf sie. Nun brüskiert sich ein britischer Prinz mit der Ermordung eines Taliban-Kommandanten. Dass das nicht klug ist, steht außer Frage. Prinz Harrys Aktion gefährdet nicht nur die Leben seiner Kameraden in Afghanistan, sondern trägt auch dazu bei, dass der Hass auf die fremden Soldaten unter der afghanischen Bevölkerung zunimmt.

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8 Gedanken zu „Angelsächsische Heldenverehrung

  1. Pingback: Nein, dieses perfide Albion ! Migrationsblogger trauert um toten Talibanführer und findet Prinz Harry ganz übel | Jihad Watch Deutschland

    • Wie schön, dass ich auch die Aufmerksamkeit von Islamophoben auf mich ziehe.

      “Jihad Watch Deutschland” – betrieben von einem Engländer (?), der wohl Kritik an seine ach so tolle Königsfamilie nicht vertragen kann.

      Da weiß man wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.

      • Hab’s gefunden, sorry! Ich hoffe sehr, dass es dich bitte mit Stolz erfüllt und dir zur Ehre gereicht, dass sich nun auch diese Zwangsneurotikerfraktion um dich kümmert! Glückwunsch.

      • Nachtrag:

        Ich hatte in das Blog “Jihad Watch Deutschland” von Mister Fred Alan Medforth unter deinen Kommentar das Folgende geschrieben. Leider hat es mein Kommentar nicht geschafft, die Zensur von Mister Medforth zu passieren. Deshalb an dieser Stelle:

        “Der heimliche Orientalismus Deutschlands”… Das lässt mich erschaudern. Brrr! Da bin ich aber mal froh, dass es solche investigativen Aufklärer wie euch gibt, die dieser gefährlichen Infiltration aus dem Morgenland den Deckmantel des Heimlichen entreißen. Echt, ihr zwangsneurotischen, islamophoben Kulturcleaner, ihr Broders und Sarrazins müsste man glatt erfinden, gäbe es euch nicht sowieso schon immer, überall, in jeder Kultur und in jeder Epoche mit den dann jeweils sich austauschenden Objekten der Obsession. Ja wirklich, eigentlich sollte man sich eher Sorgen machen, wenn es euch wahrnehmungsgestörte, zutiefst chauvinistisch-obsessive Zündler nicht gäbe.”

  2. Auch jenseits der widerlichen geschichtlichen Kontexte, die das imperialistische Großbritannien in Afghanistan zu verantworten hat, ist es einfach abgrundtief abstoßend, was nun von diesem armseligen, völlig degenerierten Blaublüter kolportiert wird. Da kommt einem ja der Morgenkaffee wieder hoch!

  3. Die britische Monarchie basiert von Anbeginn bis heute auf Imperialismus und Versklavung der Menschheit.
    Wieviel Blut klebt an den Blaublütern der britischen Krone.

  4. Pingback: Der Muslim war’s – schon wieder | Emran Feroz's Blog

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