Die dichtenden Taliban

Vor einigen Tagen erschien das Buch “Poetry of the Taliban”, welches ein britischer Verlag veröffentlichte. Das Buch, welches angeblich eine Sammlung von Taliban verfassten Gedichten beinhalten soll, schlug sofort Wellen und erntete auch negative Kritik. Viele Menschen sehen das Buch als ein Art positive Propaganda für die Taliban, obwohl sie nicht wissen, dass die Kunst des Dichtens schon seit eh und je ein wichtiger Bestandteil der afghanischen Kultur ist.

Vor der Veröffentlichung des Buches wurde bekannt, dass alle Gedichte ursprünglich in Paschto, der afghanischen Sprache, geschrieben wurden. Sie wurden über die Jahre von Alex Strick van Linschoten und Felix Kuehn, zwei jungen Wissenschaftler, die einige Zeit lang in Kandahar lebten, gesammelt und ins Englische übersetzt. Das Buch beinhaltet cirka 300 Texte, die angeblich alle von Taliban-Kämpfern geschrieben worden sind. Sie sollen zeigen, dass auch die Taliban nur “Menschen mit Gefühlen” seien, so der Verlag sowie die zwei Sammler.

Mittlerweile jedoch fand der unabhängige, afghanische Journalist Hanan Habibzai heraus, dass sich im umstrittenen Buch Gedichte von Menschen befinden, die in Wirklichkeit gar keine Taliban sind. In einigen englischsprachigen Zeitungen wird der afghanische Dichter und Journalist Ezatullah Zawab, der unter anderem Artikel für Pajhwok-News schreibt, als “Taliban-Poet” bezeichnet, weil einige seiner Gedichte ebenfalls in “Poetry of the Taliban” zu finden sind. Zawab ist ein scharfer Kritiker der fremden Besatzung in Afghanistan. Im Jahre 2008 deckte er ein Massaker in der Provinz Nangarhar auf. Damals wurde eine Hochzeitsgesellschaft von US-Truppen bombardiert, mehr als 55 Meschen kamen dabei ums Leben, die meisten davon waren Frauen und Kinder. Nur weil dieser Mann derartige Verbrechen aufdeckt, auf Paschto dichtet und Kritik an die US-Besatzung ausübt, wird er eiskalt als “Taliban” abgestempelt. Meiner Meinung nach ist das ein Skandal. Natürlich kann es auch sein, dass die werten zwei Wissenschaftler einfach nicht gewusst haben, wer der Verfasser des Gedichtes ist. Es kann sein, dass sie bei den meisten Gedichten nicht gewusst, von wem sie stammen. Da die Taliban Paschto sprechen und die Gedichte eben in dieser Sprache verfasst waren, haben sie sich ja vielleicht gedacht, sie können damit anstellen was sie wollen. Wie dem auch sei, diese falschen Behauptungen können nicht einfach stehen gelassen werden.

Die Kunst des Dichtens ist und war schon immer ein wichtiger Teil der Kultur der Afghanistans. Insbesondere die Paschtunen lieben das Dichten und sie sind auch die einzige Ethnie im Land, die diese Kunst mit ihrer Kriegskunst vereint haben. Der afghanische Journalist Reza Mohammadi hat heute einen Artikel veröffentlicht, in dem er auf das erschienene Buch eingeht und es mit der persisch-sprachigen Poesie in Afghanistan und im Iran in Verbindung bringt. Leider hat Herr Mohammadi die eigentliche afghanische Poesie, sprich, jene der Paschtunen, nahezu völlig weggelassen und zieht es vor, auf Hafiz (14. Jhdt.) und auf andere persische Dichter, die unter anderem zu Lebzeiten des legendären Sultans Mahmud von Ghazni (8. Jhdt.) verweilten, einzugehen.

Deshalb nehme ich mir die Erlaubnis, jenes zu tun, was Reza Mohammadi nicht getan hat, denn zu Zeiten Mahmuds lebte jener Mann, mit dem die afghanische Dichtung begann. Der erste, geschichtlich erwähnte Krieger-Poet war Amir „Kror“ Suri, der im 8. Jahrhundert n. Chr. lebte. Er gilt als erster Dichter des Paschto und wurde „Kror“ (=stark) genannt. Er soll ein starker Krieger gewesen sein, der jede Herausforderung annahm und sich seinen Gegner auch mutig im Einzelkampf stellte. Ich nenne ihn “Krieger-Poet”, weil er der erste, historisch erwähnte Afghane war, der die Poesie mit der Kriegskunst verband.
Ein weiterer Dichter und Krieger war der Gründer Afghanistans, der erste Amir des Reiches, Ahmad Khan Abdali, der gegenwärtig weitläufig als Ahmad Schah Durrani bekannt ist. Ahmad Schah dichtete sowohl in Paschto, als auch in Dari.
Zu den weiteren bekannten “Krieger-Poeten” zählt Khuschal Khan Khattak, der zu Lebzeiten, im 17. Jahrhundert, über 45 000 Gedichte und über 200 Bücher schrieb. Er soll in der einen Hand sein Schwert geführt haben und in der anderen seine Feder.
Ein besonders erwähnenswerter Dichter ist Abdul Rahman Mohmand (1650-1709), auch als „Rahman Baba“ bekannt. Er war Mitglied eines Sufi-Ordens und wurde stark von persischen Mystikern, Sufis genannt, beeinflusst. Die Sufis werden als eigene Strömung innerhalb des Islams betrachtet. Sie widmen ihr Leben der Meditation und leben asketisch. Ihrer Meinung nach war der Prophet Mohammad der erste Sufi. Sie verbinden Religion mit Tanz und Musik und sind sehr friedliebend. Seine Gedichte werden bis heute noch auf traditionelle Art und Weise mit Musik kombiniert.

Meiner Meinung nach ist es traurig, dass ein afghanischer Journalist wie Mohammadi auf andere Poeten eingeht und all diese großen Persönlichkeiten überhaupt nicht erwähnt. Vor allem Amir Suri und Khuschal Khan können mit den Verfassern verglichen werden, deren Texte sich gegen die fremde Besatzung richten. So richteten sich zum Beispiel viele Gedichte Khuschal Khan Khattaks gegen die unterdrückende Mogul-Herrschaft oder gegen die damalige Vorherrschaft des persischen Reichs.

Es wäre sicherlich interessant zu wissen, wie viele Gedichte in diesem Buch tatsächlich von Taliban stammen. Man darf nicht vergessen, dass viele von ihnen Analphabeten sind, die im Gegensatz zu einem Dichter nicht wirklich mit der afghanischen Kultur vertraut sind.

Da in diesem Fall sogar ein freier Journalist und Dichter zum Talib degradiert wurde, bin ich mir bei der Authentizität dieses Buches alles andere als sicher.

“Israelische Würdenträger” über Palästina und den Rest der Welt

In meinem Artikel zur Nakba ging ich stellenweise auf Zitate von bekannten israelischen Politikern ein. Viele wissen bis heute nicht, was David Ben-Gurion, Golda Meir, Ariel Sharon und Co. sonst über Palästina, die Araber und den Rest der Welt dachten. Die meisten negativen Zitate sind generell schwer zu finden. Ich habe es mir erlaubt, auf noch ein paar Zitate von “israelischen Würdenträgern” einzugehen und diese zu hinterfragen.

Der ehemalige israelische Ministerpräsident Menachem Begin erhielt im Jahre 1978 zusammen mit Anwar as-Sadat den Friedensnobelpreis. Was er aber von Palästinensern und den Rest der Welt hält, ist ziemlich eindeutig. So sagte er am 25. Juni 1982 in einer Rede vor der Knesset folgendes:
“Die Palästinenser sind Tiere (Bestien), die auf zwei Füßen gehen.” Bezüglich dieses Zitates sind manche Historiker der Meinung, dass Begin nur palästinensische Terroristen meinte und nicht das gesamte Volk der Palästinenser. Das nächste Zitat, welches aus der gleichen Rede stammt, beweist jedoch eindeutig die extrem rassistische Haltung dieses Friedensnobelpreisträger:
“Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind wie Gott auf diesem Planeten. Wir unterscheiden uns von anderen Rassen wie diese sich von Insekten unterscheiden. Im Vergleich zu uns sind andere Rassen wie Vieh, sie sind der Abfall der Menschheit. Es ist unsere Bestimmung, über die anderen, minderwertigen Rassen zu herrschen. Sie werden unsere Füße lecken und uns wie Sklaven dienen.”
Man könnte meinen, dieser Spruch stammt von einem Nazi oder von Hitler höchstpersönlich. Es ist unfassbar, dass dieser Mann den Friedensnobelpreis erhalten hat. Auch die politischen Gegner Begins bezeichneten bezeichneten Begin als faschistisch und rechtsradikal. Sogar David Ben-Gurion verglich ihn mit Adolf Hitler. Abgesehen davon war Menachem Begin anscheinend am Massaker von Deir Yassin beteiligt. Beide Zitate sind im Buch “Begin and the Beasts” von Amnon Kapeliouk zu finden.

Der ehemalige Generalstabschef der israelischen Armee, Raphael Eitan, sagte während seiner Amtszeit ebenfalls ein paar höchst umstrittene Sachen. So veröffentlichte die New York Times am 14. April 1983 einen Artikel in dem folgende Aussagen von Eitan stammen:
“Wenn wir das Land besiedelt haben, werden die Araber nur noch wie betäubte Kakerlaken in einer Flasche herumhuschen können.”
“Wir erklären öffentlich, dass die Araber kein Recht haben, sich auch nur einen Zentimeter auf Eretz-Israel (Groß-Israel) niederzulassen.
Gegenwärtig wird der Gaza-Streifen nicht umsonst als “größtes Gefängnis der Welt” bezeichnet. Nun liest man das Kommentar dieses Zionisten und erkennt, wie sehr seine Worte der Realität entsprechen und wie wenig seitens der westlichen Staatengemeinschaft dagegen gemacht wurde, nämlich gar nichts.

Im Koenig-Memorandum, auch als Koenig-Report bekannt, einem internen, israelischen Regierungsdokument schrieb der Verfasser Yisrael Koenig folgendes:
“Wir müssen Terror, Attentate, Einschüchterungen, Landnahme sowie den Stop aller sozialen Leistungen benützen, damit Galiläa seine arabische Bevölkerung los wird.”
Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Der Gründer und erste Premierminister Israels, David Ben-Gurion, wird oftmals als “Held” und “weiser Mann” verehrt. Man findet sehr viele Zitate von ihm auf Wikipedia und anderen Internetseiten, einige, wie folgendes, findet man eher selten:
“Wir müssen uns darauf vorbereiten, in die Offensive überzugehen. Unser Ziel ist Libanon, Transjordanien und Syrien zu zerschlagen. Der schwache Punkt ist Libanon, denn das Moslem-Regime ist künstlich und für uns leicht zu unterminieren. Wir werden dort einen christlichen Staat etablieren, dann werden wir die Arabische Legion zerschlagen, Transjordanien eliminieren und Syrien wird an uns fallen. Daraufhin werden wir bombardieren, weitergehen und Port Said, Alexandria und Sinai einnehmen,” so Ben-Gurion in einer Rede vor der Knesset im Mai 1948.
Außerdem schrieb er folgendes am 18. Juli 1948 in sein Tagebuch:
“Wir müssen alles tun, um sicher zu gehen, dass sie (die Palästinenser) niemals zurückkommen.”
Nochmal zur Erinnerung: David Ben-Gurion war einer der schärfsten Kritiker des schon erwähnten Menachem Begin. Ironischerweise war Ben-Gurion selbst einst Mitglied der Terrororganisation Irgun, die ebenfalls für das Massaker von Deir Yassin verantwortlich war. Abgesehen davon hatte Ben-Gurion eine, wie man aus seinem Zitaten entnehmen kann, extrem anti-arabische und zionistische Haltung.

Golda Meir war die erste weibliche Premierministerin Israels. Vor ihrer politischen Tätigkeit war sie Lehrerin. Sie wird oft als kluge Frau und Idealistin dargestellt. Nichtsdestotrotz hatte diese “kluge Dame” einige äußerst krude Thesen. Am 08. März 1969 sagte Golda Meir folgendes:
“Wie sollen wir die besetzten Gebiete zurückgeben? Es gibt niemanden, dem man es zurückgeben könnte.”
Abgesehen davon stammt ein weiteres Zitat von ihr: “So etwas wie die Palästinenser gibt es nicht, sie existierten nie!”
Ich frage mich, wie eine Frau mit solch einem Realitätsverlust zu ihren Lebzeiten in der Lage war, Kinder und Jugendliche zu unterrichten.

Israelische Geistliche, unter denen es auch viele Radikale gibt, gaben in der Vergangenheit ebenfalls einiges von sich, was mehr als nur bedenkenswert ist.
So veröffentlichte die New York Times am 28. Februar 1994 einen Artikel in dem der israelische Rabbi Jacob Peren folgendes von sich gab:
“Eine Millionen Araber sind nicht einmal einen jüdischen Fingernagel wert.”
Perens Aussage wurde noch einmal von einem der höchsten israelischen Geistlichen übertrumpft. Ovadia Josef, ehemaliger Großrabbiner des Staates Israel, ein Mann der nicht nur mächtig ist, sondern auch ein enormes Ansehen genießt, behauptet am 10. Oktober 2010, dass “alle Nicht-Juden (Goyim) auf der Welt seien, um Juden zu dienen. Gott habe ihnen ausschließlich zu diesem Zweck ein Leben auf der Welt geschenkt.” Ovadia Josef, selbst ein orientalischer Jude der in Bagdad auf die Welt kam, hat in der Vergangenheit des öfteren solche Aussagen von sich gegeben. In diesem Fall war es die israelisch-liberale Zeitung, die darüber berichtete. Die europäischen und amerikanischen Medien ignorierten Josefs Aussagen und nahmen es sich vor, gar nichts darüber zu berichten.

Die westlich-europäischen Medien neigen zu oft dazu, über solch abwertende Aussagen zu berichten. Wir sehen so oft Dokumentationen und Fernsehbeiträge zur Gründung Israels, zum Nahost-Konflikt und zu ähnlichen Themen, trotzdem hört man nur gute Sachen über Ben-Gurion, Meir und andere zionistische Politiker.

Mit diesem Beitrag will ich nur die “Kehrseite der Medaille” deutlich machen. Des Weiteren wäre es lächerlich mich in diesem Falle als “Antisemiten” abzustempeln, da ich nur auf die Zitate von den genannten Personen eingegangen bin. Ihre Aussagen sind tatsächlich gefallen und sie sind auch dokumentiert, großteils sogar von jüdischen Autoren.

Meiner Meinung nach ist es die Pflicht eines jeden aufgeklärten Menschen, die erwähnten Aussagen und die Personen von denen sie stammen mehr als nur kritisch zu betrachten. Es kann nicht sein, dass die Medien jeden Tag neue Geschichten über islamische “Hassprediger” haben, während die Worte Ovadia Josefs, der ebenfalls nur Hass predigt und dessen Status mit jenen des iranischen Ayatollahs gleichgestellt werden kann, ignoriert werden.

Islamophobie nimmt nicht ab

Das Echo der Diskussion bei Sandra Maischberger war wahrhaftig groß. Heute wurde in vielen Internetforen fast ausschließlich darüber diskutiert. Die Diskussion hat vor allem eines bewiesen: Nämlich,  dass sich die Meinung der Menschen in Europa zum Thema Islam so gut wie gar nicht geändert hat. Die TV-Diskussion hat keinen Dialog herbeigeführt, sondern die Lage nur noch mehr verschärft.

Schuld sind vor allem jene, die permanent Meinung gegen Muslime machen. Vorgestern Abend waren dafür hauptsächlich Matthias Matussek und Wolfgang Bosbach verantwortlich, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht hatte, den anderen Gästen nur ins Wort zu fallen und mit ihren islamophoben Vorurteilen die Stimmung aufzuheizen. Diese Unverschämtheit war auch der Moderatorin zuviel, leider konnte sie nicht viel dagegen machen.

Dass bei Maischberger jene, die sich für den Islam und die Muslime in Deutschland aussprechen, so gut wie nie zum Wort kommen, hat die Vergangenheit schon gezeigt. Die Realität zeigt, dass die Muslime im Fernsehen, vor allem in solchen Diskussionen, gar nicht ernst genommen, sondern meist nur ironisch belächelt werden. Ihnen wird kaum Redefreiheit gegönnt und falls sie mal doch das Wort haben, werden sie oftmals aufs Unhöflichste von anderen Gästen unterbrochen. Diesen anderen Gästen wird dann stets Raum gelassen für ihre islamophobe Propaganda.

So geschah im September 2010 so ziemlich genau dasselbe, was wir am Dienstagabend zu sehen bekamen. Damals war der deutsche Prediger Pierre Vogel alias Abu Hamza zu Gast. Diesem wurde ebenfalls fast kaum das Wort überlassen. Damals war es jedoch Frau Maischberger selber, die ihn am meisten unterbrach. Der damalige “antiislamische” Gast war der Islamkritiker Udo Ulfkotte. Dieser war der Meinung, dass alle arbeitslosen Muslime sofort Deutschland verlassen müssten, sprich, man solle sie abschieben. Damals und auch heute wird gerne vergessen, dass man zum Islam konvertierte wie Abu Hamza, Abu Adam und wie sie alle heißen, nicht aus ihrer eigenen Heimat ausweisen darf.

Ein weiteres Thema, welches gerne von Islam-Gegnern benutzt wird, ist Saudi-Arabien. Jene, die gerne den Islam kritisieren, halten sich selbst für aufgeklärt und fortgeschritten, den Islam jedoch für zurückgeblieben und barbarisch. Ich wundere mich, wie diese “aufgeklärten Freigeister” immer wieder auf die Idee kommen, das allen bekannte, totalitäre Saudi-Arabien mit dem freien, demokratischen Deutschland zu vergleichen. Ich frage mich, seit wann Saudi-Arabien hierfür der Maßstab geworden ist. Des Weiteren neigen diese “Freigeister” dazu, bestimmte Fakten wegzulassen. So kritisierte CDU-Mann Wolfgang Bosbach die ganze Zeit das Saud-Regime, hat aber anscheinend nichts dagegen, wenn seine Bundeskanzlerin und damit seine Partei, einen millionenschweren Panzerdeal mit eben jenem totalitären Regime aushandelt. Beim Geld hört man wohl doch auf zu denken.

Die Plakate von rechtspopulistischen Parteien wie Pro Köln sind ebenfalls oft ein Thema. Bosbach und andere Politiker fühlen sich durch Sprüche wie “Freiheit statt Islam” nicht gestört. Man stelle sich vor was los wäre, wenn dort nun stünde “Freiheit statt Judentum”. Dann gäbe es wohl wieder den Aufschrei schlechthin.

Meiner Meinung nach haben die europäischen Länder genug andere Probleme, als wieder einmal mit dem Finger auf den Islam zu zeigen, ob es nun um “Salafisten” geht oder nicht. Wenn der deutsche Verfassungsschutz schon sogenannte islamistische Netzwerke beobachtet, dann soll er sich bitte auch um die rechtsradikale Szene in Deutschland kümmern. Die Vergangenheit hat mittlerweile bewiesen, dass diese eindeutig in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Deshalb konnte der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) auch ohne Probleme türkische Migranten ermorden. 

Nichtsdestotrotz wird gerne gerne mit dem Finger auf andere gezeigt, denn so lenkt man von den eigenen Problemen geschickt ab.

Heuchelei auf höchstem Niveau.

Menschen bei Maischberger – Lustig wie immer!

Vor einigen Minuten ging wieder einmal eine interessante Diskussion bei Sandra Maischberger zu Ende. “Diskussion” ist gut gesagt, wenn man diese Pöbelei im Großen und Ganzen überhaupt so nennen kann. Wie dem auch sei, der ARD hat sicher gute Einschaltquoten erzielt, denn wenn es um den Islam und muslimische Migranten in Deutschland geht, ist die Stimmung immer sehr angeheizt.

Eingeladen waren unter anderem CDU-Politiker Wolgang Bosbach, der erzkatholische Spiegel-Journalist Matthias Matussek, die deutsche, zum Islam konvertierte Moderatorin Kristiane Backer, der aus Syrien stammende Imam Hassan Dabbagh, der jüdische Journalist Michel Friedman sowie die deutsch-türkische Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan.

Herr Bosbach hatte während der gesamten Sendezeit nichts besseres zu tun, als die anderen Gäste zu unterbrechen. Während diesen Unterbrechungen prangerte er immer wieder die katastrophale Lage der Christen in islamischen Ländern an, vor allem auf Saudi-Arabien hatte er es abgesehen. Dass in Saudi-Arabien auch schiitische sowie andere islamische Minderheiten gegebenenfalls nicht geduldet werden und es nicht nur Christen so geht, scheint niemanden zu interessieren. Abgesehen davon ist das wahhabitische Saudi-Arabien, das Hand in Hand mit dem Westen zusammenarbeitet, nicht mit der Religion des Islam an sich zu vergleichen. Bosbach sollte es auch sein lassen, das “demokratische und freie” Deutschland mit dem totalitären Saud-Regime zu vergleichen. Was der CDU-Politiker vergessen hat: Vor einem Jahr hat auch die deutsche Bundesregierung um Angela Merkel, also vor allem Bosbachs Partei, den umstrittenen Panzer-Deal mit den Saudis ausgehandelt. Falls jemand gegen das Saud-Regime demonstriert, so wird er eben von deutschen Panzern überrollt. Entweder hat Bosbach diese Tatsache tatsächlich vergessen oder er hat sie einfach verdrängt. Heuchelei ist und bleibt es trotzdem.

Spiegel-Journalist Matussek, den wir von seinen bekannten “Vlogs” auf spiegel.online kennen, schloss sich großteils Bosbachs Meinung an. Auch er ging immer wieder auf Saudi-Arabien ein und beklagte sich über die Lage der verfolgten Christen weltweit. Dass vor allem in jene Länder Christen verfolgt werden, mit denen die deutsche Bundesregierung sowie der Westen im Allgemeinen zusammenarbeiten, scheint auch ihn nicht zu interessieren. Dass Herr Matussek islamophob ist, ist nichts Neues. Jeder der seine Artikel kennt, weiß es, denn es ist mehr als nur eindeutig. Ich sehe es schon vor mir, wie ihn pi-news morgen aufgrund seiner heutigen Aussagen vergöttern wird. Des Weiteren ist Matussek der Meinung, dass der Islam historisch gesehen nicht zu Deutschland gehöre. Wie Bosbach beruft auch er sich auf “christlich-jüdische Wurzeln”. Dass dies nichts weiteres als Heuchelei ist, habe ich schon in meinem vorherigen Artikel geschrieben.

Die ehemalige MTV-Moderatorin Kristiane Backer konvertierte in den 90er-Jahren zum Islam. Als dies damals öffentlich wurde, verlor sie ihre Stelle beim TV-Sender. Da sie von nun an eine Muslima war, wurde sie von der deutschen Medienlandschaft anders betrachtet. Plötzlich gab es keine Stellenangebote mehr und man wollte nichts mehr von ihr wissen. Heute wiederholte sie, dass genau dieses Problem viele muslimische Mädchen in Deutschland haben, vor allem wenn sie ein Kopftuch tragen. Der Islam hat es Backer sehr angetan, das gefällt vielen nicht. Dass inzwischen sehr viele Deutsche zum Islam konvertiert sind, passt Menschen wie Matussek und Bosbach ganz und gar nicht. Deshalb wird es vorgezogen, erst gar nicht darüber zu reden.

Der syrische Imam Hassan Dabbagh ist als friedlicher Gelehrter bekannt. Leider kam er nicht oft zu Wort und wenn er einmal dran war, wurde er ganz schnell wieder unterbrochen. Derartige “Bartträger” haben es sowieso nicht leicht bei solchen Diskussionen zu punkten. Sie werden permanent unterbrochen, komisch angestarrt oder man ignoriert sie einfach.

Michel Friedman ist ein Mann, der mir aufgrund seiner zionistischen Einstellung nicht sehr sympathisch ist. Nichtsdestotrotz hat er heute die Muslime verteidigt. Seiner Meinung nach gehört der Islam ganz klar zu Deutschland. Matussek zeigte ihn ab und zu “den Vogel” und schüttelte wütend den Kopf, doch Friedman ließ sich von seiner Meinung nicht abbringen. Als er zu Hassan Dabbagh sagte, dass dieser “die Wahrheit nur für sich anspreche”, antwortete dieser, dass “der Papst dasselbe tue”. Daraufhin antwortete Friedman nur zynisch und mit einem Lächeln: “Hat er sie denn?”
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Der jüdische Friedman hat heute zwar die deutschen Muslime verteidigt, doch im Grunde genommen interessiert er sich weder für Allah, noch für Jesus.

Die türkisch-deutsche Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan bezeichnet sich als “gläubig aber nicht religiös”. Bosbach und Matussek hält sie für islamophobe Rassisten, die nur hetzen können. Auch Demirkan wurde oft unterbrochen, vor allem von den genannten Zwei. Unterkriegen ließ sie sich jedoch nicht, obwohl sie manchmal ziemlich laut wurde.

Zu allerletzt wollte Sandra Maischberger wissen, wie man mit den teils radikalen, gewaltbereiten “Salafisten” umgehen solle. Daraufhin sagte Bosbach, dass aus all jenen nur etwas wird, wenn sie “Deutsch lernen und die Schule besuchen”. Meischberger und Bosbach haben wohl vergessen, dass es sich bei den besagten Personen großteils um konvertierte Deutsche wie Pierre Vogel handelt. Abgesehen davon, dass man sie niemals ihn ein anderes Land abschieben kann, sprechen sie auch noch prächtig Deutsch!

Fazit: Es wurde viel geschrien und gepöbelt, Moderatorin Maischberger war sichtlich überfordert. Für den Zuschauer war es trotzdem sehr amüsant. Lustig wie immer!

“Jüdisch-christliche Wurzeln in Deutschland” … aber der Islam gehört “doch” dazu!

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute ihre konservativen Parteikollegen widersprochen, indem sie behauptete, ihrer Meinung nach gehöre der Islam sehr wohl zu Deutschland. “Viele Muslime seien Deutsche, deshalb gehört der Islam eben dazu”, so Merkel.

Des Weiteren ist Frau Merkel der Meinung, dass “vieles durch den Islam nach Europa gekommen sei”. Trotz dieser erfreulichen Feststellung der deutschen Bundeskanzlerin ist diese aber auch der Meinung, dass “die jüdisch-christlichen Traditionen über die Jahrhunderte hingweg stärker gewesen sind”.

Ihre Parteikollegen wie Innenminister Hans-Peter Friedrich und Volker Kauder waren da anderer Meinung. Sie sind davon überzeugt, dass der Islam nicht dazu gehöre und die Leitkultur in Deutschland die christlich-jüdisch-abendländische Kultur sei.

Dass das Christentum ein wichtiger Bestandteil der europäischen Kultur ist und schon immer war, ist keine Frage. Logischerweise war auch dessen Einfluss stärker als jeder andere Einfluss. Warum sich manche Politiker aber immer heuchlerisch auf das Judentum berufen, erscheint mir fragwürdig. Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand diese “europäische Kultur” nämlich nur darin, Juden zu diskriminieren, zu verfolgen und sie als Sündenbock für ihre Missstände darzustellen. Im Grunde genommen, das Gleiche, was gegenwärtig mit den muslimischen Europäern passiert.

Die damaligen Juden Europas verstanden, dass sie unerwünscht waren. Theodor Herzl schrieb sein Buch “Der Judenstaat” und daraus entwickelte sich dann der Zionismus.

Schon im Jahre 2010 schrieb ich über dieses Thema. Da sich bis heute so gut wie nichts verändert hat, ist es interessant, einen Rückblick darauf zu werfen:

“Jüdisch-Christliche Wurzeln in Europa”

Veröffentlicht am Oktober 24, 2010 von

Seit einigen Wochen, um genauer zu sein, seit der Rede des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, in der er betonte, dass “der Islam zu Deutschland gehöre”, was jedem klar denkenden Menschen eigentlich klar sein müsse, wehren sich immer mehr Menschen gegen diese Aussage. Plötzlich berufen sich viele Menschen, wie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer oder der Holocaust-Überlebende und “Islamkritiker” Ralph Giordano, auf “jüdisch-christliche Wurzeln des Abendlandes”, die mit dem Islam nicht vereinbar seien.

Dass Menschen mit “jüdische Wurzeln” bis zum Jahr 1945 verfolgt und ermordet wurden und dass man sonst auch nicht “groß auf jüdische Kultur in Europa” trifft, ist kein Geheimnis und muss erwähnt werden. So werden orthodoxe Juden mit Hut, Bart und Anzug auf dieselbe “seltsame Art und Weise” angestarrt, wie Frauen mit Kopftuch oder Sikhs mit Turban. Es ist eine Heuchelei, wie man sie nur selten erlebt, wenn man sich plötzlich auf “jüdische Wurzeln” besinnt. Das erinnert an die Zeit der Aufklärung, in der die meisten Philosophen und Freidenker nur aufgrund des rationalen Denkens jüdische Mitbürger, die sonst verhasst waren, als “gleichwertig” anerkannten, auch wenn sie dies nicht wollten, sie mussten es tun, denn sonst widerspreche es der “aufklärerischen und rationalen Gesinnung”.

Dass auch Juden wie Ralph Giordano darauf hereinfallen ist verwundernswert. Trotzdem stellt sich die Mehrheit der jüdischen Bürger gegen solche Aussagen, so sagte der Publizist Henryk M. Broder, dass es “der Heuchelei ähnle, sich auf eine jüdisch-christliche Kultur zu besinnen, denn diese Kultur bestand bis zum 2.Weltkrieg nur darin, Juden zu verfolgen und zu ermorden”, worin ich ihm nur voll und ganz zustimmen kann, ausnahmsweise. Die “Rechten und Islamophoben Europas” haben erkannt, dass sie, wie einst die Aufklärer, die Juden einfach akzeptieren müssen, weil ihnen keine andere Wahl bleibt.

Mich würde interessieren, ob sie sich nochmals auf diese “Wurzeln” besinnen würden, wenn sie hören würden, was der 90-jährige Rabbi Ovadia Yosef, einer der höchsten Würdenträger Israels, der enorm viel Macht inne hat und dessen ultra-orthodoxe Schas-Partei auch in der Knesset vertreten ist, am vergangenen Samstag, den 16.10.2010, von sich gegeben hat. Vorerst muss gesagt werden, dass Yosef schon in der Vergangenheit mit diversen Aussagen für Unmut gesorgt hat. So wünschte er sich im vergangenen August, dass “die Palästinenser und deren Führer der Pest erliegen sollten”. Doch die aktuellste Aussage übertraf wieder einmal alles. Der religiöse Gelehrte, der in jüdischen Kreisen höchste Anerkennung genießt und verehrt wird und dessen Stellung mit der des Ayatollah im Iran gleichgestellt werden kann, wenn nicht sogar um vieles höher, sagte, dass “Gojim (Nichtjuden), nur dazu da seien, um den Juden zu dienen, sie (ihr Leben) werden dazu benötigt, weil sie wie Esel gebraucht werden, das heißt um Arbeit für Juden zu verrichten, würden sie nicht da sein, würde das finanziellen Verlust für Juden bedeuten.”

Ich bedanke mich hiermit bei der liberalen, israelischen Zeitung “Haaretz”, die sich kein Vorbild an anderen westlichen Printmedien genommen hat und darüber berichtet hat. Viele Medien im Westen haben darüber nicht berichtet, vielleicht haben sie sich wieder einmal auf ihre “jüdisch-christlichen Wurzeln” berufen und lieber Stillschweigen bewahrt. Man stelle sich vor, ein islamischer oder christlicher Geistlicher hätte sowas von sich gegeben und alle Nichtchristen bzw. Nichtmuslime zu “unteren Lebewesen” degradiert, es wäre wahrscheinlich DIE Schlagzeile des Tages gewesen und alle mögliche Personen hätten sich wieder das Recht genommen, gegen alles Mögliche zu hetzen.

Ich kann mir schon die Artikel und Blogs auf spiegel.online.de, standard.at usw. vorstellen. Mich würde auch interessieren, was hetzerische Seiten wie “politicallyincorrect” von den Meinungen des Rabbis halten. Dieser hat im gewissen Maße ja auch “Recht”, so stellen sich genug Nichtjuden auf die Seite der israelischen Innen-und Außenpolitik, es gibt genug rechte Hetzer, die gegen Roma, Sinti, Moslems, Türken, Ausländer im Allgemeinen usw. sind, aber nicht gegen die Politik Israels, vielleicht sind das ja die “Esel, ohne die es dem Juden schlecht gehen würde”.

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass jene, über die Ovadia Yosef so abwertend gesprochen hat, nicht einmal aufschreien, sondern nur zwei israelische, also jüdische, Zeitungen darüber berichteten.

Hier noch der Link zum Thema:

http://www.haaretz.com/jewish-world/adl-slams-shas-spiritual-leader-for-saying-non-jews-were-born-to-serve-jews-1.320235

Nakba und 64 Jahre Israel

Am 14. Mai 1948, vor 64 Jahren, rief der Zionist David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Dieser Nationalfeiertag wird bis heute in Israel groß gefeiert und ist auch den westlichen Partnern Israels von großer Bedeutung. Gleichzeitig, sprich, am Tag darauf, den 15. Mai, wird der Nakba, der Vertreibung des palästinensischen Volkes, gedacht. Mit diesem Tag begann eines der größten Verbrechen an die Menschlichheit. Obwohl es von großer Bedeutung ist, dass dieser Tag nicht in Vergessenheit geraten darf, ziehen es die westlichen Medien und Politiker vor, auf dieses Thema nur gemäßigt oder erst gar nicht einzugehen.

Schon im Jahre 1947 begann die Vertreibung der Palästinenser aus ihren Gebieten. Radikale Terrororganisationen wie “Irgun” oder “Lechi”, auch “Stern-Gruppe” genannt, spielten hierbei eine wichtige, grausame Rolle. Bis zur Gründung im Mai 1948 waren schon zahlreiche palästinensische Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Die Namen der Dörfer kennt heute niemand mehr. Sämtliche Namen wurden damals auf die Schnelle durch hebräische Namen ersetzt. Die ursprünglichen Namen dieser Dörfer sind auf keiner Landkarte mehr zu finden. Sie wurden regelrecht aus der Geschichte getilgt. So wurde aus Jibta das Kibbutz Gvat oder aus Huneifis das Kibbutz Sarid. Die damaligen arabischen Einwohner wurden verjagt oder ermordet. Ihre Häuser wurden mit Planierraupen und Sprengsstoff “bearbeitet”. Bis zum Jahre 1950 wurden über 500 palästinensischer Dörfer auf diese Weise vernichtet. Der ehemalige israelische Außenminister Mosche Dajan behauptete einst, “dass es keinen einzigen Ort in ganz Israel gebe, welcher nicht zuvor von Arabern besiedelt gewesen war.”

Die schon erwähnten Terrorgruppen, die gegenwärtig immer noch von manchen Medien nur als “Kampfgruppen” bezeichnet werden, führten aus dem Untergrund ethnische Säuberungen durch. Am 9. April 1948 sollte das arabische Dorf Deir Yassin aus strategischen Gründen seitens der Zionisten eingenommen werden. Der Angriff auf das Dorf wurde aber nicht von der Hagana, dem späteren israelischen Militär, sondern von den Untergrundorganisationen Irgun und Lechi durchgeführt. Deir Yassin hatte zirka 750 Einwohner, Historikern zufolge wurden 100 – 120 von ihnen systematisch von den terroristischen Streitkräften ermordet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die restlichen Dorfbewohner wurden vertrieben. Einige Tage später berichtete die New York Times von 254 Leichen. Dieser mehr als nur umstrittene “Vorfall” ging als “Massaker von Deir Yassin” in die Geschichte ein. Mitglieder der Irgun waren unter anderem der Gründer und erste Premierminister Israels David Ben-Gurion sowie der später israelische Premierminister und Friedensnobelpreisträger Menachem Begin.

Das grausame Massaker in Deir Yassin wurde seitens der Zionisten weiterhin benutzt, um den restlichen Palästinensern Angst einzujagen. Diese Strategie ging auf, die meisten Menschen hatten Angst um ihr Leben und sahen die Flucht als ihren letzten Ausweg. Nichtsdestotrotz wurde das Massaker auch von gemäßigteren Zionisten verurteilt. Ben-Gurion entschuldigte sich per Brief an König Abdullah von Transjordanien. An den zionistischen Grundgedanken änderte diese Tatsache aber kaum etwas. So schrieb David Ben-Gurion folgendes am 18. Juli 1948 in sein Tagebuch : “Wir müssen alles tun, um sicher zu gehen, dass sie (die Palästinenser) niemals zurückkommen.”
Außerdem erwähnte Ben-Gurion im Mai 1948 in einer Rede an den Generalstab folgendes: “Wir müssen uns darauf vorbereiten, in die Offensive überzugehen. Unser Ziel ist Libanon, Transjordanien und Syrien zu zerschlagen. Der schwache Punkt ist Libanon, denn das Moslem-Regime ist künstlich und für uns leicht zu unterminieren. Wir werden dort einen christlichen Staat etablieren, dann werden wir die Arabische Legion zerschlagen, Transjordanien eliminieren und Syrien wird an uns fallen. Daraufhin werden wir bombardieren, weitergehen und Port Said, Alexandria und Sinai einnehmen.”

Man kann über David-Ben Gurion sagen was man will, Fakt ist jedoch, dass er schon immer ein leibhaftiger Zionist war, der sich um kein einziges arabisches Menschenleben kümmerte. Seine Zitate und seine Tätigkeit bei der Irgun machen das mehr als deutlich.

Seit der Gründung Israels kamen zirka drei Millionen neue Einwanderer ins Land. Gegenwärtig werden mehr als fünf Millionen Palästinenser als “Flüchtlinge” bezeichnet. Sie wurden vertrieben und ihres Grundes enteignet, wann sie wieder in ihre Heimat dürfen, ist mehr als fragwürdig. Beobachtet man die gegenwärtige Politik Israels, kann man sich keine rosige Zukunft erhoffen. Die radikalen Zionisten genießen immer noch mehr als genug Macht in Israel. Viele von ihnen leugnen die Nakba auf dieselbe Art und Weise wie Nazis den Holocaust leugnen.
So behauptete die einstige israelische Premierministerin Golda Meir am 08. März 1969 folgendes:
“Wie sollen wir die besetzten Gebiete zurückgeben? Es gibt niemanden, dem man es zurückgeben könnte.” Abgesehen davon stammt ein weiteres Zitat von ihr: “So etwas wie die Palästinenser gibt es nicht, sie existierten nie!”

Diese kranke Ideologie sitzt heute immer noch in den Köpfen von vielen Zionisten. So werden immer noch Palästinenser vertrieben und ihres Grundes enteignet. Ihre Häuser werden vor ihnen von Bulldozern überrollt, während sie von radikalen Siedlern angespuckt und diskriminiert werden. Wie lange will die Öffentlichkeit noch von diesen Taten, die gegen jegliche Menschenrechte verstoßen, wegsehen? In über sechs Jahrzehnten wurden permanent Kriege geführt, ethnische Säuberungen durchgeführt und die israelische Apartheid-Politik wurde gefördert. Der Gazastreifen darf zurecht als “größtes Ghetto” der Welt bezeichnet werden, in dem die Menschen vor sich hin vegetieren und in Verzweiflung leben.

Die Weltöffentlichkeit will dagegen nichts machen. Stattdessen wird ein Krieg gegen den Iran vorbereitet, obwohl Israel schon lange Atomwaffen besitzt und mit diesen immer wieder droht. Es kann nicht sein, dass die Kritiker dieses Regimes immer wieder mundtot gemacht werden, während in Palästina jeden Tag Unrecht geschieht.

Man kann sagen was man will, die Zukunft schaut düster aus. Von Seiten der Amerikaner ist keine Hilfe zu erwarten. Sie werden immer auf die Seite der zionistischen Regierung Israels stehen. Das hat schon Ariel Sharon im Oktober 2001 während eines Gesprächs mit Shimon Peres in Radio Kol Yisrael deutlich gemacht, indem er sagte: “Jedes mal, wenn wir etwas tun, wird gesagt, Amerika wird dieses und jenes tun …. ich möchte Ihnen eines ganz klar sagen: Macht euch keine Sorgen um den amerikanischen Druck auf Israel. Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika und die Amerikaner wissen das auch!”

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Es mag zwar sein, dass die Amerikaner diesbezüglich wahrscheinlich niemals ihre Meinung ändern werden, trotzdem gibt es auf unserer Erde genug Menschen mit klarem Menschenverstand. Menschen, die noch auf eine gewisse Moral wertlegen und mit dem palästinensischen Volk Solidarität zeigen.

Genau aus diesem Grund darf die Nakba nicht vergessen werden.

Peace is far away

On Sunday morning another central figure of the peace progress in Afghanistan was murdered. A stranger killed Arsala Rahmani on his way to the parliament near the university of Kabul. The murderer used a gun with a silencer and was in a car next to Rahmani. It is probable that the car window on Rahmani’s side was opened opened. The first bullet hit Rahmani’s heart, therefore he died immediately. The driver did not recognize the whole situation because of the silencer and the street noise. The unknown assassin was able to flee.

Arsala Rahmani was an ethnic Pashtun who had a positive attitude to the Taliban. Until 2001 Rahmani was the minister of education during the Taliban regime. Before that he was minister of hajj and religious affairs during the mujahedin government. In his lifetime Rahmani was an important person of the peace council of Afghan president Hamed Karzai. He had very good connections to the Taliban and in fact he was one of their biggest sympathiziers. That is the main point why the Taliban had no reason to kill him. Taliban spokesman Zabiullah Mujahed already said that the Taliban have nothing to do with the assassination of Arsala Rahmani.

A few time ago Rahmani visited many prisons in Afghanistan. He also visited the prisoner camps of the USA in Bagram and other provinces. Arsala Rahmani worked hard to stop the harsh conditions for the prisoners in Afghanistan. Many people also know that the majority of these prisoners are not guilty, they are not terrorists and they are not members of “Al Qaida”. Rahmani also planned to visit the Guantanamo Bay Naval Base in Cuba. Unfortunately it is too late now.

Arsala Rahmani is the second central figure of the Afghan peace council who had been killed. Last year former Afghan president Burhanuddin Rabbani died in the same way. The big difference is that Rahmani was a pro-Taliban Pashtun and former Taliban leader. Currently media and politicians cannot blame the Taliban for this assassination. So the question is: Who killed Arsala Rahmani?

I guess that the US and the CIA are also pretty happy that such an important person is dead now. I cannot imagine that they wanted him to visit Guantanamo Bay and see how innocent Muslims get tortured every day. Nevertheless, I do not think that the US directly have much connections with this planned assassination. The US, especially the CIA prefers to use stooges for their dirty work. In this case, they used the Pakistani intelligence service ISI. Honestly, I do not want to know how many ISI-agents are currently in Afghanistan. These guys know exactly what to do to manipulate the Afghan society, especially Warlords of the former Afgan civil war are quite useful for the ISI.

One of the states who does not want peace in Afghanistan is Pakistan. Since it’s creation, the Pakistani state is one of the biggest enemies of Afghanistan. Especially the ISI wants to interrupt the peace progress in Afghanistan. In the past, Pakistani radicals, supported financially and ideologically by the ISI, attacked Shia shrines in Afghanistan and killed many innocent people. In fact Afghanistan is one of the few Islamic countries where Shias and Sunnis live in peace together.

It must be known that the Pakistani government and the ISI are not interested in peace in their neighbouring state. Rahmani and Rabbani were killed “very properly”. The culprits are still unknown. Both assassinations were very good planned and accomplished. In fact everybody knows that there are some powerful people behind the scenes. People who are against peace in Afghanistan. People who do not care about humanity and religion.

As long as Pakistan denies this facts, there will not be peace in Afghanistan.

Kein Frieden in Sicht

Heute wurde in Kabul mit Arsala Rahmani eine weitere wichtige Schlüsselfigur des afghanischen Friedensrates ermordet. Rahmani wurde morgens auf dem Weg zum Parlament im Kabuler Diplomatenviertel von einem Unbekannten getötet. Der Mörder benutzte einen Schalldämpfer und schoss aus einem vorbeifahrenden Wagen. Wahrscheinlich war das Fenster Rahmanis offen, die erste Kugel traf ihn direkt ins Herz, damit war er auf der Stelle tot. Aufgrund des Straßenlärms und des Schalldämpfers will der Fahrer Rahmanis während der Fahrt nichts bemerkt haben, so bekam er auch die Ermordung nicht mit. Der unbekannte Täter konnte fliehen.

Der Paschtune Arsala Rahmani hatte zu Lebzeiten eine positive Einstellung zu den Taliban und war in ihrer damaligen Regierung Bildungsminister. Zuvor war er Religionsminister der Mujahedin-Regierung unter Rabbani. Bis zu seinem Tod schloss er sich dem Friedensrat von Hamed Karzai an, um mit den Taliban zu verhandeln. Diese hatten keinen Grund, ihren ehemaligen Gefährten zu töten und wiesen auch jede Schuld von sich. Noch bis vor Kurzem besuchte Rahmani zahlreiche Gefängnisse in Afghanistan, auch die berüchtigten Gefangenenlager der USA wurden von ihm besichtigt. Er setzte sich immer wieder für eine bessere und menschenwürdigere Behandlung der meist unschuldigen Häftlinge ein und wollte demnächst auch die US-Basis in Guantanamo besuchen.

Daran wurde er nun leider verhindert. Nach Burhanuddin Rabbani wurde somit eine weitere wichtige Figur des afghanischen Friedensrates getötet. Der große Unterschied zu Rabbani ist jedoch, dass es sich hierbei um einen talibansympathisierenden Paschtunen handelt. Abgesehen davon hatte Rahmani im Gegensatz zum Warlord Rabbani kein unschuldiges Blut an den Händen. Diesmal kann man die Tat nicht den Taliban in die Schuhe schieben, wobei man sagen muss, dass sie wahrscheinlich auch bei der Tötung Rabbanis nicht ihre Finger im Spiel hatten.

Von Rahmanis Tötung profitieren in gewisser Weise einerseits die USA, denn nun kann das umstrittene Gefangenenlager in der Guantanamo-Bucht nicht mehr besucht werden. Dass die Amerikaner direkt mit der Ermordung zu tun haben, erscheint mir unwahrscheinlich. Die USA nimmt es sich lieber vor, Handlanger für ihre Drecksarbeit zu suchen, wobei sie vorwiegend Gebrauch vom ISI machen, wenn es um Afghanistan geht.

Ein Frieden in Afghanistan liegt gegenwärtig immer noch nicht im Interesse aller Beteiligten. Einer der Staaten, dessen Interessen von diesen Frieden gestört werden, ist Pakistan. Pakistan wiederum ist, wie die Vergangenheit schon oft bewiesen hat, ein Handlanger der USA. Der pakistanische Geheimdienst ISI stiftet schon seit Ewigkeiten Unruhe in Afghanistan. Man will sich gar nicht ausdenken, wie viele ISI-Agenten sich mittlerweile am Hindukusch befinden, um dort ihre eigenen Interessen zu vertreten. Diese Agenten verstehen es natürlich auch, die afghanische Bevölkerung, sprich, Warlords und andere Überbleibsel des Bürgerkriegs, für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Mittlerweile ist es mehr als nur ein Gerücht, dass radikale, pakistanische Strömungen den Frieden in Afghanistan ernsthaft gefährden. So wurden schon in der Vergangenheit Anhänger der schiitischen Minderheit gezielt durch Selbstmordattentate getötet, obwohl die Sunniten und Schiiten in Afghanistan seit Jahrhunderten friedlich miteinander leben. Pakistanische Fanatiker, die vom ISI sowohl ideologisch als auch finanziell gefördert werden, haben sich zu diesen Anschlägen bekannt.

Es muss klar gemacht werden, dass ein Frieden in Afghanistan definitiv nicht im Interesse Pakistans liegt.  Arsala Rahmani wurde gezielt und “sauber” ermordet, der Täter konnte problemlos fliehen. Rabbanis Ermordung wurde ebenfalls sehr präzise durchgeführt. Damals und auch heute war alles von langer Hand geplant. Es steckt mehr dahinter als ein “einfaches Attentat”.

Pakistan muss endlich alle Karten auf den Tisch legen. Solange dies nicht der Fall ist, wird es keinen Frieden in Afghanistan geben.

Links zum Thema: http://www.pajhwok.com/en/2012/05/13/senior-peace-negotiator-assassinated ; http://www.bbc.co.uk/persian/afghanistan/2012/05/120513_k01_rahmani_killing.shtml

Radikale

Dass sich Rechtspopulisten wie jene von Pro NRW und “Salafisten” nicht groß voneinander unterscheiden, habe ich schon im September 2010 deutlich gemacht. Damals war die ganze Debatte aber im Vergleich zu heute eher uninteressant. In den letzten Tagen wurde sie aber seitens der Medien mehr als nur überspitzt.

Hier wird zwei sehr kleinen Gruppen Aufmerksamkeit geschenkt, die die Mehrheit der deutschen Christen, Atheisten, Juden, Agnostiker und Moslems weder repräsentieren noch vertreten. Auf der einen Seite haben wir die Herrschaften von politically incorrect, die einfach nur den Islam und jeden Moslem hassen. Sie haben keinerlei Argumente und hetzen gegen Moslems so, wie es einst die Nazis gegenüber den Juden machten.
Auf der anderen Seite haben wir Pierre Vogel und “seine Salafisten”. Bekannt sind Abu Hamza, Abu Adam und Co. durch Youtube geworden. Dort verbreiten sie ihre Videos zu bestimmten islamischen Themen. Jeder gläubige Moslem weiß, dass manche Themen sehr plausibel und aufklärerisch dargestellt werden, sprich, es gibt auch mal das ein oder andere “gute” Video. Zu manchen Themen hingegen wird oftmals sehr aggressiv Stellung genommen. So bezeichnet Pierre Vogel alias Abu Hamza in einem Video die Vertreter von islamischen Verbänden in Deutschland als “Arschkriecher”. Abgesehen davon verurteilt er alle Moslems in Deutschland, die keinen “Mumm” hatten während der Pro NRW-Demo in Bonn die “Ehre des Propheten Mohammad” zu verteidigen. Während des besagten Demonstration kam es zu Ausschreitungen beiderseits.

Die Islamhasser provozierten gezielt mit Mohammad-Karikaturen. Einige hundert Salafisten waren extra aus anderen Teilen Deutschlands angereist, um dagegen zu demonstrieren. Die meisten anderen Moslems nahmen es sich vor, diese radikalen Hetzer einfach zu ignorieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pro NRW diese Gewaltausschreitungen gezielt herbeiführen wollte. Dies geschah dann auch, wobei man sagen muss, dass einige Moslems immer wieder dazu aufriefen, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen. Dass es unter einigen Hundert eben immer ein paar gibt, die das nicht einhalten, braucht niemanden zu wundern, erst recht nicht die Medien.

Währenddessen feiert “politically incorrect” die Anhänger von Pro NRW auf seinem “Notfallblog” auf WordPress. Wenn es nach den rechtspopulistischen Islamhassern ginge, würde wohl sofort jeder “Salafist” abgeschoben werden. Das Problem ist aber, dass es sich bei den meisten “Internet-Predigern” nicht nur um deutsche Staatsbürger handelt, sondern um “richtige Deutsche”, wie es auch bei Pierre Vogel der Fall ist.

Den Artikel vom September 2010 lasse ich trotzdem noch einmal Revue passieren.

pi-news.net, dawa-news.net – kein Unterschied, nur andere Ansichten..

Veröffentlicht am September 14, 2010

…jene Seiten/Blogs sind mir schon seit Langem aufgefallen. Erst mal der wohl größte, deutschsprachige, antiislamische Blog im Internet – www.pi-news.net – eine Seite, die es sich als ihre Aufgabe gemacht hat, gegen Moslems zu hetzen, was das Zeug hält. Man findet dort alles, von falschen Geschichten über den Propheten Mohammad bis hin falschen Tatsachen der Gegenwart, sprich falsche Statistiken usw. Bekannter wurde die Seite vor kurzem durch den pi-news.net-Fan, der während der Buchvorstellung von “Deutschland schafft sich ab” von Thilo Sarazzin ein “Danke-Thilo-Schild” hoch hob, und dann von einer “wild gewordenen Meute” von Linken mit “Nazis-raus-Rufen” vom Platz verbannt wurde. Der Mann wurde auf der Homepage groß gefeiert, fast schon als ob er die Welt gerettet hätte oder ähnliches. Die Poster der pi-news-Community sind alle gleich, nach dem Schema “die Mohammedaner sind an allem Schuld” wird fleißig gehetzt, dabei fallen auch genügend abfällige Bemerkungen. E-Mails von kritischen Personen werden nicht beantwortet, Kommentare die nicht hinein passen werden gelöscht oder erst gar nicht genehmigt. Auch der deutsche Verfassungsschutz wurde auf den Blog aufmerksam, allerdings kann der im Falle eines Falles sowieso nichts machen, da sich die Seite nicht auf deutschen Servern befindet. Ein normales Prozedere von Leuten, die gerne hetzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken.

Der Kontrast zu “politically incorrect” ist wohl “islamically incorrect”, abrufbar unter www.dawa-news.net., auf dem ersten Blick meint man, die Seite sei seriös, erst recht als Moslem. Zugegeben, den ein oder anderen “korrekten” Artikel gibt es, der vielleicht wirklich informiert und aufklärt. Trotzdem lassen sich junge Moslems leicht von den Videos mit Abu Hamza Pierre Vogel, dem konvertierten Deutschen, der ehemals einen Profi-Boxvertrag beim Sauerland Boxstall hatte, beeindrucken. Man sieht immer wieder “Einladungen zum Islam”, wie heute zum Beispiel eine an die Klitschko Brüder. Auch auf den Spiegel TV Beitrag gibt es Reaktionen, so wurde gezeigt wie ein junger Moslem, mit Bibel in der Hand, einen Spiegel-Reporter regelrecht auseinander nahm. Der “Spiegel-Mann” wollte von einem Gläubigen mit Vollbart und Sonnenbrille, wissen wie er denn zur Steinigung von Frauen usw. stehe, ganz offensichtlich wollte er ihn auf eine provokante Art und Weise jene Worte aus dem Mund nehmen, die er gern hören wollte. Daraufhin kam der junge Mann mit einer Bibel in der Hand an, die mit zig Lesezeichen vormarkiert war. Er wollte den Reporter klar machen, dass es auch in der Bibel einige “Gewalttexte” gäbe und dass auch von Steinigungen die Rede sei. Provokant bot er dem Reporter 1000 Euro an, falls er die Zehn Gebote auswendig aufzählen könne. Das konnte der nun verwirrte Spiegelreporter natürlich nicht, offensichtlich war er aber auch etwas eingeschüchtert, denn die Gegenwart und das Temperament des jungen Mannes machten ihn wohl nervös. Hier sage ich, selber Schuld! Er hatte sich ein Opfer gesucht, in diesem Fall ein alter Mann, der nur gebrochenes Deutsch sprach, und wollte ihm eine Meinung entlocken, die er dann der Allgemeinheit der Moslems zugeschrieben hätte. Es ist völlig egal, was der Mann mit Bart und Brille gesagt hätte, er vertritt weder eine Gruppe von Moslems, noch einen Einzelnen. Der “Plan” des Reporters ging in die Hose, allerdings ging der junge, temperamentvolle Moslem auch nicht seriös vor.  Anstatt herzukommen und zu sagen:”Hallo, schauen Sie mal, ich hab hier etwas, das interessiert Sie vielleicht,” und das in einen angemessenen, höflichen, “normalen” Ton, fährt er den Reporter regelrecht an mit “Wer bist du?!” und “Was kommst hier mit dem an?!”, einfacher gesagt, wie ein richtiger “Kanacke” der’s dem bösen Reporter jetzt geben will. Seine Argumente wären richtig gewesen, nur seine Art, wie er an die Sache heran ging, völlig falsch. So einen Typen nimmt, bei allem Respekt, niemand ernst. Das habe ich auch mit meinem Kommentar deutlich gemacht, der wurde aber nicht genehmigt und gelöscht. Genauso wie ich Herrn Vogel in einen anderen Kommentar kritisiert habe, dass er, gleich wie der oben genannte junge Mann, seine Argumente auf eine “normale” Art und Weise vorbringen solle, das heißt, er soll nicht lautstark rumschreien , während seine breiten, braungebrannten “Freunde” neben ihm stehen. Wenn Sie sich da als Deutscher oder sonst wer nicht eingeschüchtert fühlen, dann kann ich nur sagen “Respekt”. Ein “Repräsentant” des Islams und nicht allzu weniger Muslime sollte wissen, wie er sich auszudrücken hat. Herr Vogel ist das aber nicht, er hat sich nur selber zu einen erklärt. Ein Mensch mit Bildung und Verstand, auch in religiöser Hinsicht, hat es nicht nötig, die ganze Zeit mit den Händen herumzufuchteln und die Leute zum Islam “einzuladen”. Viele lassen sich hinter’s Licht führen. Sie denken, wenn “Mann” einen Vollbart hat, einen Koran mit sich herumführt und sich so anzieht, als ob er in einer Oase aufgewachsen sei, ist er auch vertrauenswürdig.

Da ich von beiden Blogs keine Antwort bekam, was mich bei pi-news.net nicht wunderte, bei dawa-news.net, die ja auch meine Kommentare gelöscht haben, umso mehr, kann ich nur sagen, dass beide auf die gleiche Art und Weise arbeiten. Andere Meinungen und Denkweisen werden nicht geduldet, sie betreiben das, was sie anderen vorwerfen.

Von Kabul nach Innsbruck

Über den Krieg in Afghanistan erfahren wir gegenwärtig tagtäglich in den Nachrichten. Was man dort so hört, ist alles andere als schön. Gerade erst hat man vom grausamen Massaker in der Provinz Kandahar erfahren. Viele afghanische Schicksale gehen an den Menschen in Europa und somit auch in Österreich einfach vorbei, obwohl es sogar in unserem Innsbruck Geschichten gibt, über die man Bücher schreiben könnte. Geschichten, die man nicht an jeder Straßenecke hört und über die man auch nichts in den Nachrichten hört.

Salim* ist gerade neunzehn Jahre alt geworden. Er arbeitet in einem Restaurant in Innsbruck, dort ist er in der Küche “Männchen für alles”. Trotzdem ist er glücklich, denn noch vor ein paar Jahren war er ganz wo anders. Der junge Salim stammt ursprünglich aus Afghanistan und gehört zur Minderheit der Hazara, die durch ihre mongolischen Gesichtszüge leicht erkennbar sind. Er stammt aus der Provinz Bamiyan, jenes Bamiyan, in dem sich die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen befinden. Als der afghanische Bürgerkrieg in den 90er-Jahren ausbrach, flüchtete Salims Familie wie viele andere Hazara in den Iran. Die Hazara bekennen sich zum schiitischen Islam. Da dieser im Iran Staatsreligion ist, erhofften sich viele Hazara dort eine bessere Zukunft. 

Obwohl der Iran für westliche Verhältnisse alles andere als ein ruhiges und friedliches Land ist, sah sich Salims Familie dort in Sicherheit, weit weg vom blutigen Bürgerkrieg der afghanischen Warlords. Gleichzeitig begegneten sie den Hass der iranischen Bürger, die in den afghanischen Flüchtlingen den perfekten Sündenbock fanden. In iranischen Gefängnissen kann man bis heute noch einige tausend Afghanen finden, die von fadenscheinigen Gerichten zum Tode durch den Strang verurteilt wurden. Was sie getan haben sollen und ob ihre Schuld überhaupt bewiesen ist, das ist unklar und wird wohl auch so bleiben. Afghanischen Kindern und Jugendlichen ist der Schulbesuch in iranischen Schulen untersagt, es sei denn, sie besitzen eine sogenannte “Identitätskarte”, also eine Art Ausweis. Selbst dann müssen afghanische Kinder der zweiten Generation für den Besuch einer staatlichen Schule Geld zahlen. Geld, welches für viele Afghanen nicht zu beschaffen ist. Salim stammt aus einer Arbeiterfamilie. In seinem Dorf in Bamiyan gab es keine Schule, im Iran gab es viele, diese blieben aber für ihn und für seine Geschwistern tabu. Während die jungen Menschen im Iran nach “Freiheit” lechzen, unterdrücken sie gleichzeitig Minderheiten wie die Afghanen und diskriminieren diese tagtäglich. Salim und seine Familie lebte in bitterer Armut bis sich Salim eines Tages dazu entschloss, nach Europa zu gehen. Der Weg war alles andere als ungefährlich. Vom Iran über die Türkei bis nach Griechenland verschlug es ihn . Auf den Weg sah er viele andere Flüchtlinge, viele zerbrochene Menschen, die all ihr Hab und Gut verloren, ihre Verwandten verloren und drogensüchtig oder verrückt wurden. Insbesondere in Griechenland hatte Salim eine schwere Zeit. Dort wurden er und andere afghanische Flüchtlige immer wieder von Polizisten verprügelt und schikaniert. Asylanten erhalten in Griechenland ein einmonatiges Bleiberecht, wenn sie danach das Land nicht verlassen, werden sie ins Gefängnis gesteckt. Die Zustände in den griechischen Gefängnissen sind so katastrophal und sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Menschenrechtsorganisationen haben schon Beschwerden beim europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt.

Salim fand in Athen viele Freunde, die er später nie wieder sah. Sie lebten auf der Straße oder zwischen Müllbergen und ernährten sich von dem was fanden. Zwiebeln, Kartoffeln, mehr gab es nicht und Geld für Lebensmittel hatte auch niemand. In solchen Momenten wünschten sie sich die ihre Heimat zurück. Viele Afghanen geben ihren “Traum von Europa” in Griechenland auf und kehren nach Afghanistan zurück. In den Straßen des bankrotten Athens bemerken sie, dass ihre Wunschvorstellung von Europa nie wirklich existiert hat.
Salim hat es aber trotzdem irgendwie geschafft, dass europäische Festland zu erreichen. Es verschlug ihn nach Österreich und er hatte das Glück, noch minderjährig zu sein. Die österreichischen Polizisten waren nett zu ihm, brachten ihm warmes Essen, was gut schmeckte und gingen alles andere als schlecht mit ihm um. Immerhin war er zu diesem Zeitpunkt ja noch ein Kind. Erwachsene Flüchtlinge werden nicht so zimperlich behandelt, das hat Salim selber erlebt. Schnell bekam er eine Aufenthaltsgenehmigung und besuchte kurzzeitig einen Deutschkurs. Die Stelle in dem Restaurant fand er durch Zufall. Für ihn ist sie nur eine kurzfristige Lösung, um seiner Familie im Iran Geld zu schicken. Bald will er einen Hauptschulabschluss nachholen. Dann hätte er auch die Chance, eine Lehrstelle in einem Betrieb zu bekommen.

Abbas* ist dreiundzwanzig Jahre alt und stammt ebenfalls aus der Ethnie der Hazara. Er besucht die Abendschule und trägt ein Kreuz um seinen Hals. Schon seit zwei Jahren hat er eine Aufenthaltsgenehmigung und arbeitet gelegentlich neben seinem Schulbesuch. Abbas war nicht minderjährig als er in Österreich ankam. Er schlug einen anderen Weg ein, um in Österreich bleiben zu dürfen. Er konvertierte zum Christentum und meinte, dass die fanatischen Moslems in Afghanistan ihn töten würden, falls er abgeschoben werde. Er suchte Kontakte zur ortsnahen Kirche und zu anderen christlichen Organisationen, die sich für ihn einsetzten. Letztendlich klappte es. Gegenwärtig hat Abbas wenig mit Afghanen zu tun. Er trifft sich oft mit Freunden aus “seiner christlichen Gruppe”, besucht oft Discos und Bars und will von Afghanistan und dem Islam nichts mehr wissen.
Mit der Zeit fiel “der Konvertierungstrend” auch den österreichischen Behören auf. Die Praxis bestätigt, dass Hazara-Flüchtlige aus Afghanistan eher dazu neigen, ihren Glauben abzulegen als andere. Deshalb ist es nun auch für Konvertiten schwieriger geworden, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen.

Zalmay* ist ein Paschtune aus Baghlan. Das Volk der Paschtunen, der ethnischen Afghanen, stellt die Mehrheit der Bevölkerung Afghanistans dar. Vor drei Jahren verschlug es ihn nach Österreich. Seine Zukunft steht noch offen. Schon zum zweiten Mal bekam er einen negativen Bescheid, sprich, keine Aufenthalts -oder Arbeitsgenehmigung, bald könnte er abgeschoben werden. Der Grund: Zalmays Geschichte scheint erfunden zu sein, so die österreichischen Behörden. Diese haben ihren afghanischen Gutachter, der in Wien sitzt, damit beauftragt, Zalmays lange und komplizierte Geschichte zu prüfen. In dieser behauptet der junge Paschtune, sich aus Versehen in ein Mädchen verliebt zu haben, dessen Vater ein hoher Taliban-Funktionär sei. Als dieser von der Romanze seiner Tochter erfuhr und der Meinung war, dass Zalmay nicht sein Schwiegersohn werden sollte, beschloss er, diesen zu töten. Zalmay musste anfangs nur sein Dorf verlassen, einige Zeit später bemerkte er aber, dass in ganz Afghanistan sein Leben nicht sicher war.
Der afghanische Gutachter schickte seine in Afghanistan lebenden Vertrauten in Zalmays Dorf. Dort wusste anscheinend niemand von einem Talib, in dessen Tochter sich einst Zalmay verliebt hatte. Für die österreichischen Behörden war seine Lüge entlarvt. Sie fanden keinen Grund, Zalmay Asyl zu gewähren, deshalb muss er nun abgeschoben werden. Zalmay aber beharrt auf die Wahrhaftigkeit seiner Geschichte und fühlt sich missverstanden. “Andere kommen hier her und lügen das Blaue vom Himmel herunter! Am nächsten Tag bekommen sie eine Wohnung und du siehst sie arbeiten! Ich, der hier nichts anderes tat, als die Wahrheit zu sagen, soll abgeschoben werden? Bei Gottes Größe, das kann es doch nun wirklich nicht sein!”, sagt Zalmay immer wieder. Gegen das Urteil will er ankämpfen. Er vermutet, dass der afghanische Gutachter, der der usbekischen Minderheit angehört, etwas gegen Paschtunen habe und wahrscheinlich niemanden in sein Dorf geschickt hat, um seine Geschichte zu überprüfen. Des Weiteren meint Zalmay, dass es für ihn sicherlich nicht in Frage käme, seine Religion oder seine Herkunft für ein Stück Papier zu verleugnen. “Lieber würde ich sterben!”, so Zalmay.

Viele Flüchtlige wie Zalmay haben es nicht leicht. Jahrelang warten sie auf eine positive oder negative Aufenthaltsgenehmigung. Währenddessen leben sie in Flüchtlingsheimen und haben praktisch nichts zu tun, denn arbeiten dürfen sie ja nicht. Einige verleitet das dazu, kriminell aktiv zu werden, wobei man sagen muss, dass dies bei afghanischen Asylwerbern eher selten der Fall ist.

Für viele Afghanen ist die Lage im Heim bedrückend. In Flüchtlingsheimen treffen gleichzeitig mehrere verschiedene Kulturen und Völker aufeinander. Da sind Probleme, Streitereien und ähnliches vorprogrammiert. Auch Auseinandersetzungen mit der Heimleitung stehen auf dem Tagesprogramm. Da geht es immer wieder um das angebliche Schweinefleisch, welches der Koch als Rindfleisch proklamiert hat oder um den kleinen Kühlschrank, den man im Zimmer nicht haben darf. Die afghanischen Heimbewohner streiten auch gerne untereinander, doch sobald sie einen gemeinsamen Feind haben, verbünden sie sich und greifen diesen erbarmungslos an. So wie es eben auch in Afghanistan ist, wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat.

Zalmay hofft weiterhin, dass er in Österreich bleiben darf. Sein Herz bleibt trotzdem in Afghanistan.

Abbas sieht seine Zukunft nur mehr in Österreich, er blickt nicht mehr nach Afghanistan zurück. Er will sich nicht nur integrieren, sondern assimilieren.

Salim denkt oft an seine Familie. Er vermisst seine Eltern, seine Geschwister und sein Land. Er will sich eine sichere Existenz aufbauen, damit er sowohl seine Familie, als auch seine Heimat in naher Zukunft unterstützen kann.

Das Schicksal von Exilafghanen ist generell nicht einfach. Während in Afghanistan schon seit Jahrzehnten Krieg herrscht, hat der Afghane, obwohl er sich schnell integrieren kann, es nicht einfach im industrialisierten Westen, sprich, in Europa.
Auch die österreichische Politik macht es afghanischen Flüchtlingen und anderen Asylanten nicht einfach. Der Begriff “Asylant” wird in unserer Umgebung schon mit etwas schlechtem assoziiert. Viele Menschen haben die Bedeutung des Wortes schon vergessen, viele wissen es aber auch schlicht und einfach nicht. Ein Asylant ist im Grunde genommen ein Mensch, der aus verschiedenen Beweggründen einen sicheren Zufluchtsort sucht, ein Mensch, der auf Hilfe angewiesen ist.
Viele Asylanten in Österreich würden gerne einer Beschäftigung nachgehen. Für viele muss es auch kein ach so toller Job sein, sondern einfach nur eine Arbeit, mit der sie etwas Geld verdienen können, bis sich ihr Aufenthaltsstatus geklärt hat. Die Klärung dieses Statuses kann, wie ich schon erwähnt habe, Jahre lang dauern. Die österreichische Politik und Bürokratie verwehrt diesen Menschen, diesen Flüchtligen, einer Beschäftigung nachzugehen. Stattdessen fordern manche PolitikerInnen noch härtere und strengere Maßnahmen für Asylanten. Die einen würden sie am liebsten sofort abschieben, die anderen verlangen eine 24-Stunden-Anwesenheitspflicht im Flüchtlingsheim. Damit wären die Männer, Frauen und Kinder quasi den ganzen Tag über eingesperrt, auch wenn manche PolitikerInnen dies nicht wahrhaben wollen. “Damit wären die Anwohner sicherer!”, hat zuletzt einer dieser Herrschaften behauptet.
Wenn sich diese Einstellung auf diese Art und Weise weiterverbreitet, sehe ich schwarz für die österreichische Asylpolitik und für die Zukunft eines jeden einzelnen Flüchtlings.

Dann würde ich keinem einzigen Flüchtling ein “Leben” in solch einem Österreich wünschen!

*Namen geändert

Gekürzte Version hier nachzulesen: http://www.unipress.at/pdf/UP412.pdf